Als Pilot auf Abwegen macht der US-Amerikaner Barry Seal in den 1980er-Jahren Millionengeschäfte mit dem Schmuggel von Drogen und Waffen. Der gleichnamige Spielfilm von Regisseur Doug Liman beleuchtet seine beispiellose Verbrecherkarriere. Doch was ist Fiktion, was Wirklichkeit? Die wahre Geschichte hinter "Barry Seal – Only in America" erfährst Du hier.
Spannend wie ein Actionfilm, brisant wie ein Politthriller: Das Biopic "Barry Seal – Only in America" entführt uns in die dunklen Abgründe des American Dream. Basierend auf wahren Begebenheiten, thematisiert die 2017 erschienene Tragikomödie mit Tom Cruise ("Mission Impossible") in der Hauptrolle Barry Seals Aktivitäten als verdeckter Drogenkurier im Auftrag der CIA. Doch gab es diese Verbindung tatsächlich? Wir verraten Dir, was über die wahre Geschichte hinter "Barry Seal – Only in America" bekannt ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Barry Seal wird 1939 in Baton Rouge, Louisiana geboren.
- Neben seiner Tätigkeit als Berufspilot entdeckt er Mitte der 1970er-Jahre den Drogenschmuggel als lukrativen Nebenerwerb.
- 1983 missglückt der Transport von Kokain. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, arbeitet Barry Seal als Informant für die DEA.
- Das Medellín-Kartell kommt ihm auf die Schliche: 1986 wird Barry Seal auf offener Straße erschossen.
Die wahre Geschichte von Barry Seal: Vom Berufspiloten zum Drogenhändler
Adler Berriman "Barry" Seal wird am 16. Juli 1939 in Baton Rouge, Louisiana geboren. Bereits im frühen Alter entwickelt er eine Leidenschaft fürs Fliegen – und steuert mit nur 15 Jahren sogar erstmals ein Flugzeug. Später wird Barry Seal Pilot und arbeitet ab 1964 für die Fluggesellschaft TWA. 1972 kommt es dann zu seiner Entlassung, da er des Schmuggels verdächtigt wird.
Von da an beginnt eine beispiellose Verbrecherkarriere: Barry Seal schmuggelt fortan Drogen per Flugzeug in die USA – erst Marihuana, ab 1978 dann Kokain. Für den Transport der wertvollen Drogen arbeitet er sogar mit Pablo Escobar und dem berüchtigten Medellín-Kartell zusammen.
1983 wird Barry Seal jedoch bei einer Schmuggelaktion von der DEA (US-Drogenbekämpfungsbehörde) erwischt – und wegen Verschwörung zum Vertrieb von 200 Kilogramm Kokain angeklagt. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.
Barry Seal: Sein Undercover-Einsatz kommt ihn teuer zu stehen
Um Gefängnisstrafte zu entgehen, entscheidet sich Barry Seal, fortan als Informant für die DEA zu arbeiten. Die Drogenbekämpfungsbehörde stattet sein Flugzeug dafür sogar mit professionellem Überwachungsequipment aus. Mit Erfolg: Dank der verdeckten Ermittlung können diverse Kriminelle überführt und verurteilt werden.
Ein Zeitungsartikel, der Barry Seal als Informant enttarnt, führt schließlich dazu, dass ihm das Medellín-Kartell auf die Schliche kommt. Ein Richter verurteilt den 46-Jährigen außerdem zu Hausarrest – und ordnet an, dass er jede Nacht in einem Übergangswohnheim in Baton Rouge verbringen muss. Das ist das Todesurteil für Barry Seal: Er wird am Abend des 19. Februar 1986 von Männern des Medellín-Kartells mit einem Maschinengewehr erschossen.
Sechs Männer werden nach der Tat verhaftet; drei davon – Luis Carlos Quintero-Cruz, Miguel Vélez, and Bernardo Antonio Vásquez – des Mordes angeklagt. Augenzeugenberichte und forensische Beweise führen schließlich zur Verurteilung aller drei Angeklagten. Die Männer bekommen lebenslange Haft ohne Bewährung. Anfang 2023 lehnt der Gouverneur von Louisiana ein Gnadengesuch von Bernardo Antonio Vásquez ab.
Dramaturgische Freiheit: So weicht der Film von der realen Vorlage ab
Für seinen Film "Barry Seal – Only in America" geht Regisseur Doug Liman ("Everest") eigene Wege: Zwar nutzt er die Lebensgeschichte von Barry Seal als roten Handlungsfaden, ergänzt hier und da jedoch fiktive Elemente. An welchen Stellen die Storyline des Films von den realen Begebenheiten abweicht, haben wir im Folgenden für Dich zusammengefasst.
Arbeitete Barry Seal im Auftrag der CIA?
Anders als im Film dargestellt, gibt es keine Beweise, die darauf hindeuten, dass Barry Seal tatsächlich von der CIA (Central Intelligence Agency) rekrutiert wurde. Somit ist auch der im Film agierende Mittelsmann Monty Schafer (Domhnall Gleeson) frei erfunden.
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Die im Biopic gezeigten illegalen Aktivitäten der US-Regierung sind ebenfalls reine Spekulation – machen sie Barry Seals ohnehin brandgefährliche Verstrickungen zwischen offiziellen Behörden und führenden Drogenkartellen noch brisanter.
Wann traf Barry Seal auf Pablo Escobar?
Auf der Kinoleinwand macht Barry Seal gleich zu Beginn seiner Schmugglerlaufbahn Bekanntschaft mit Pablo Escobar und den Ochoa-Brüdern, den späteren Köpfen des gefürchteten Medellín-Kartells.
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Tatsächlich trafen Barry Seal und Pablo Escobar erst im Jahr 1984 aufeinander, als Seal nach seiner Verhaftung im Dienst der US-Drogenbehörde arbeitete.
Barry Seal – Only in America: Welche Szenen im Film sind frei erfunden?
Um den Film für das Kinopublikum noch interessanter zu gestalten, mischt Drehbuchautor Gary Spinelli ("The Amateur") bewährte Hollywoodmotive unter den spannenden Plot. Ohne die nötige Prise Action und Leidenschaft kommt schließlich so gut wie kein Blockbuster aus.
Neben der heißen Liebesszene im Flieger zwischen Tom Cruise als Barry und Sara Wright ("Spinning Out") als Ehefrau Lucy Seal ist auch die Bruchlandung in einem kleinen Vorort reine Fiktion. Barry Seals anschließende Flucht – von Kopf bis Fuß mit Kokain gepudert – setzt Regisseur Doug Liman bildgewaltig in Szene.
Fun-Facts zum Dreh
Wenn es um unterhaltsames Popcornkino mit perfektem Spannungsboden geht, zählt Tom Cruise im Cockpit eines Flugzeuges oder Helikopters zweifellos zu unseren Lieblingseinstellungen.
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Besonders spannend: Auch privat verfügt der vielbeschäftigte Hollywoodschauspieler über eine Berufspilotenlizenz. Sämtliche Flugszenen in "Barry Seal – Only in America" drehte Cruise deshalb selbst.