Drohnen in der Industrie: Professionelle Einsätze für Quadrocopter

Digitale Vorreiter

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Datum 07.04.2016
Lesezeit 3 Min.

Drohnen in der Industrie: Professionelle Einsätze für Quadrocopter

Quadrocopter – besser bekannt als „Drohnen“ – sind längst mehr als ein Spielzeug: Lastdrohnen mit leistungsstarken Akkus erlauben auch professionelle Einsatzbereiche. In schlecht zugänglichen Gebieten liefern sie dringende Medikamente oder Blutkonserven, suchen nach Vermissten oder werden im Naturschutz eingesetzt. Amazon testet in China neue Transportwege, und mancherorts wird über die Zukunft von Drohnen-Taxis spekuliert. Doch auch in der Industrie gibt es viele Anwendungen für die kleinen Fluggeräte. Hier einige Beispiele aus der Praxis. 

Der Siegeszug von Quadrocoptern fing in der Tat als Spielzeug an. Kleine, leicht steuerbare Fluggeräte, die Luftaufnahmen mit einer kleinen Videokamera machen. Nach einigen Minuten mussten diese ersten Drohnen wieder aufgeladen werden. Inzwischen gibt es solche UAV (Unmanned Aerial Vehicles) in verschiedenen Größen: Mit leistungsstarken Batterien können die größten von ihnen auch Lasten über mehrere Kilometer tragen oder hochauflösende Bilder und Videos mit professionellem Gerät liefern.


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Um solche professionellen Drohnen zu steuern, braucht es eine fachgerechte Einweisung und Kenntnisse über die geltende Gesetzeslage. Denn große Drohnen können dem Flugverkehr zu nahe kommen oder Menschen in Gefahr bringen. Der Aufwand lohnt sich jedoch, denn es gibt sinnvolle Anwendungen für die UAVs (Unmanned Aerial Vehicles) im Luftraum über Betriebsflächen von Unternehmen oder in der Landwirtschaft.

 

Die digitale Landwirtschaft

Auf dem Feld stellen schon heute mit Multispektralkameras ausgestattete Drohnen den Krankheitsbefall von Pflanzen fest – noch bevor die Blätter welken. Von einer Smartphone-App in Echtzeit gesteuert erkennen die Drohnen, an welchen Stellen ein Schädlingsmittel punktuell eingesetzt werden muss oder ob es den Pflanzen an Wasser mangelt. Die Übertragung der Daten oder Videobilder kann per LTE oder 5G in Echtzeit erfolgen.

Auf dem Weinberg kann ein Winzer gezielt und frühzeitig handeln, ohne dass Ernte verloren geht oder der gesamte Weinberg behandelt werden muss. Im Übrigen sinkt gleichzeitig die Bodenbelastung, wenn weniger Fahrzeuge eingesetzt werden. Und beim Einfall von Saatkrähen kann eine Drohnen-Flugplattform zur Abschreckung der Tiere dienen.

 

 

Mehr Sicherheit bei Wartung von Energieparks

Drohnen unterstützen Ingenieurteams bei der Inspektion und Wartung in Wind- und Solarparks. Durch maschinelles Lernen, sogenanntes „Machine Learning“, können Drohnen über Kameras und Sensoren Muster und Gesetzmäßigkeiten selbstständig erkennen. Auf deren Basis lassen sich zum Beispiel wertvolle Handlungsempfehlungen liefern, durch den anderen Blickwinkel der Drohne erst möglich werden.

Doch nicht nur automatische Überwachung kann per Drohne unterstützt werden. Aus der Luft kann der Zustand von Windkraftanlagen, Satellitenschüsseln oder die Standorte von Containern im Frachthafen kontrolliert werden. Die „Luftaufklärung“ per Flugobjekt kann für Ihre Mitarbeiter große Zeitersparnis bringen. Anstatt selbst nachzusehen, können sie die Drohne fliegen lassen und haben dann auch gleich eine Dokumentation im Bild.

 

Drohneneinsatz in Innenräumen

Drohnen können durch ihre wendigen Flugeigenschaften problemlos innerhalb von Gebäuden fliegen. Bei der Intralogistik kommen sie in Lagerhallen oder Hochregallagern bei jeder Art von Kontrolle des Lagerbestandes zum Einsatz. Dabei können sie autonom und softwaregesteuert Aufgaben wie etwa eine Inventur erledigen.

Bisher sind dafür viele Beschäftigte während der normalen Betriebszeit nötig. Mit einem Quadrocopter kann diese Aufgabe auch nachts und ohne Personal erledigt werden. Gerade in Hochregallagern verringert sich so das Unfallrisiko für die Mitarbeiter. Die permanente Kontrolle der Lagerbestände verbessert außerdem die Inventurgenauigkeit über das ganze Jahr hinweg.

 

 

Vor dem Flug informieren: Sicherheit und Datenschutz

Wie bei allen Arten digital gesammelter Daten, hat der Schutz gegen illegalen Zugriff oberste Priorität. Dies gilt nicht nur für deren Verarbeitung, sondern zuallererst auch für die Drohne selbst, die nicht immun gegen Hacking ist. Dabei geht es nicht allein um das Kapern von Drohnen, sondern auch um das Anzapfen ihrer „Sinnesorgane“ wie Kameras oder Sensoren, vor allem wenn die Fluggeräte irgendwann sensible Firmendaten sammeln.


Doch nicht nur der Betriebsschutz ist wichtig: Wer Drohnen für das Sammeln von Bildmaterial einsetzen möchte, muss das Recht des Einzelnen am eigenen Bild beachten. Zudem gibt es gesetzliche Beschränkungen für die Nutzung des Luftraums und das Überfliegen von Menschenmengen.

Wer Drohnen im Freien einsetzt – selbst wenn es nur über dem eigenen Betriebsgelände erfolgt – muss darauf achten, dass es sich um sogenannten unkontrollierten Luftraum handelt. Wo sich solche Zonen befinden, zeigen die Luftraumkarten der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO. Sie sind Online erhältlich oder können auf dem Portal der deutschen Flugsicherung nach Registrierung eingesehen werden.

Im gewerblichen Einsatzbereich (normalerweise außerhalb von Gebäuden) ist überdies eine Aufstiegsgenehmigung der zuständigen Landesluftfahrtbehörde obligatorisch. Wer eine Aufstiegsgenehmigung beantragt, muss unter anderem seine persönliche Eignung zum Steuern der Drohne nachweisen. Eine passende Haftpflichtversicherung für unbemannte Flugobjekte ist eine weitere Voraussetzung.

 

Gibt es in Ihrem Unternehmen bereits Drohnen-Einsätze? Oder ist das nur Spielerei? Wir interessieren uns für Ihre Einschätzung. 

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