Die Wohnungswirtschaft steht vor einer zentralen Herausforderung: Gebäude müssen klimafreundlicher werden. Energieeffizienz ist der Schlüssel, um einerseits gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und andererseits die Betriebskosten für Mieter stabil zu halten. Viele Wohnungsunternehmen fragen sich daher nicht mehr ob, sondern wie sie ihre Bestände schnell und skalierbar digitalisieren können.
Genau hier setzt die neue Kooperation von LEG Immobilien SE und Vodafone an. Gemeinsam vernetzen beide Unternehmen über 1.000 Gebäude mit rund 15.000 Wohnungen und stellen damit eines der derzeit größten Digitalisierungsprojekte in der deutschen Wohnungswirtschaft auf die Beine. Die Idee dahinter: Statt vieler Einzellösungen entsteht eine durchgängige digitale Infrastruktur, die vom Heizungskeller bis in die Wohnung reicht.
Im Rahmen der Kooperation trafen sich Dr. Volker Wiegel (COO der LEG Immobilien SE) und Marcel de Groot (CEO von Vodafone Deutschland) in Düsseldorf (siehe Bild oben).
➤ Warum die LEG auf skalierbare Digitalisierung setzt
➤ Die Partnerschaft für die Zukunft
➤ So wird GK4.0 in den LEG-Gebäuden umgesetzt
➤ Das sind die Vorteile für Mieter
➤ Der Aufbau eines digitalen Messdienstes
Warum die LEG auf skalierbare Digitalisierung setzt
Als eines der größten Wohnungsunternehmen Deutschlands steht die LEG vor einer zentralen Aufgabenstellung: Wie lassen sich Kostensicherheit und Nachhaltigkeit im Gebäudebestand gleichzeitig verbessern?
Viele der bewirtschafteten Gebäude stammen aus unterschiedlichen Baujahren, verfügen über sehr heterogene technische Voraussetzungen und zeigen große Unterschiede im Energieverbrauch. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Betriebssicherheit und ESG-Berichterstattung.
Die Konsequenz für die LEG: Effizienzsteigerungen lassen sich am besten erreichen, wenn Daten aus den Gebäuden zuverlässig, zentral und in Echtzeit verfügbar sind. Statt einzelner Insellösungen braucht es eine skalierbare smarte Infrastruktur, die große Bestände einheitlich digital abbilden und steuern kann.
Mit dem GK4.0 Heizungsprofi den Einstieg in die Gebäude-Digitalisierung ermöglichen:
Hier informieren und Beratung anfordern.
Die Partnerschaft für die Zukunft: LEG und Vodafone
Mit ihrer Kooperation sind LEG und Vodafone eine strategische Partnerschaft eingegangen, die weit über ein einzelnes Digitalisierungsprojekt hinausreicht. Beide Unternehmen verfolgen das Ziel, Gebäude effizienter, nachhaltiger und zukunftssicherer zu machen.
Im ersten operativen Schritt werden mehr als 1.000 LEG-Gebäude mit rund 15.000 Wohnungen vernetzt. Vodafone liefert die IoT-Plattform (Gebäudekonnektivität 4.0), über die Daten aus den Gebäuden zentral erfasst, analysiert und bereitgestellt werden. Die LEG schafft die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für den Roll-out in großem Maßstab und für die Vernetzung bis in die Wohnung hinein.
Der besondere Wert dieser Partnerschaft liegt im Zusammenspiel etablierter Marktteilnehmer begründet: Die LEG bringt ihre Erfahrung aus der Bewirtschaftung großer Bestände ein, Vodafone seine Expertise in technologischer Infrastruktur. So entsteht eine Lösung, die nicht nur technisch zukunftsweisend ist, sondern auch auf die praktischen Anforderungen der Wohnungswirtschaft abgestimmt ist.
Podcast "StadtLandVernetzt."
So wird GK4.0 in den LEG-Gebäuden umgesetzt
In der ersten Stufe der Zusammenarbeit digitalisieren LEG und Vodafone die technischen Anlagen in mehr als 1.000 Gebäuden. Dafür werden zentrale Messpunkte und relevante Anlagendaten vernetzt und über die IoT-Plattform GK4.0 von Vodafone bereitgestellt. So entsteht ein transparentes und verlässliches Bild darüber, wie die Heizungsanlagen tatsächlich laufen..
Auf Basis dieser Daten erkennt die Plattform, wo Anlagen ineffizient arbeiten, wo sich Verbräuche auffällig entwickeln und an welchen Stellen Wartungsbedarf besteht beziehungsweise voraussichtlich entstehen wird. Die LEG erhält damit ein System, das ineffizienten Betrieb automatisch sichtbar macht und hilft, Probleme frühzeitig zu vermeiden.
Gleichzeitig wird die gesamte Heizungsinfrastruktur übersichtlicher: Alle Informationen laufen zentral auf einer Plattform zusammen und müssen nicht mehr aus einzelnen Gebäuden oder unterschiedlichsten Systemen zusammengestellt werden.
Wir sammeln jetzt durchgehend Daten über die Sensoren an der Heizungsanlage. Diese sind die Grundlage für die anschließende Analyse. Nur mit der Auswertung kann man auch Schlüsse daraus ziehen. Man kann es sich so vorstellen, als hätte man ein Langzeit-EKG, statt nur einmal im Jahr zum Arzt zu gehen und den Blutdruck zu messen.
Sebastian Groß, Head of Regional & Inside Sales bei Vodafone
Die digitale Heizkette: Vom Heizungskeller bis in die Wohnung
Ein besonderer Mehrwert der Zusammenarbeit liegt darin, dass nicht nur der Heizungskeller digitalisiert wird, sondern auch die Wohnungen selbst eingebunden werden. Damit entsteht eine durchgängige digitale Heizkette vom Wärmeerzeuger bis zum einzelnen Heizkörper.
In den LEG-Wohnungen kommen intelligente Thermostate von termios zum Einsatz. Sie erfassen Raumtemperaturen, erkennen Nutzungsrhythmen und können Heizzeiten automatisch anpassen. Gleichzeitig tauschen sie Daten mit der IoT-Plattform GK4.0 von Vodafone aus, auf der die Informationen aus den Heizungskellern zusammenlaufen.
So entsteht ein abgestimmtes System: Die zentrale Anlage arbeitet effizienter, weil sie die tatsächliche Nachfrage aus den Wohnungen kennt, und die Wohnungen heizen zielgenauer, weil sie auf den Zustand der Anlage reagieren können. Das Ergebnis sind harmonisierte Abläufe, geringere Energieverbräuche und ein stabilerer Betrieb über das gesamte Gebäude hinweg.
Das sind die Vorteile für Mieter
Die Digitalisierung der Gebäude bringt Mietern konkrete Vorteile im Alltag:
Niedrigere Heizkosten
Zuverlässiger Betrieb
Gleichmäßigeres Raumklima
Mehr Planungssicherheit
Mehr als Heizen: Der Aufbau eines digitalen Messdienstes
Parallel zur Digitalisierung und Vernetzung von Heizungskeller und Wohnung treiben LEG und Vodafone ein weiteres Zukunftsthema voran: den Aufbau eines gemeinsamen digitalen Messdienstes. Hintergrund ist die bundesweite Einführung intelligenter Stromzähler (sogenannte Smart Meter), die künftig Standard in Wohngebäuden werden.
Die Idee dahinter: Messdaten sollen sicher, automatisiert und datenschutzkonform erfasst und verarbeitet werden – und sich nahtlos in die bestehenden Abläufe der Energiewirtschaft integrieren. Langfristig soll so eine Lösung entstehen, von der nicht nur die LEG profitiert: Der digitale Messdienst soll perspektivisch auch anderen Eigentümern zur Verfügung stehen.
Für Vermieter bedeutet das weniger administrativen Aufwand, klare Datenflüsse und eine verlässliche Grundlage für Abrechnung und Energieoptimierung. Für Bewohner eröffnen intelligente Zähler langfristig mehr Transparenz und neue Möglichkeiten – etwa flexible Stromtarife oder präzisere Verbrauchsübersichten.
Digitalisierung von Heizungsanlagen – Whitepaper
Wie lassen sich Heizungsanlagen effizient digitalisieren? Und welche Rolle spielen Daten, Plattformen und Skalierbarkeit dabei? Unser Whitepaper zeigt praxisnah, wie digitale Lösungen Transparenz schaffen, Betriebskosten senken und die Grundlage für eine ganzheitliche Gebäudedigitalisierung legen. Jetzt kostenlos herunterladen.
Bedeutung für die Wohnungswirtschaft
Die Kooperation von LEG und Vodafone zeigt exemplarisch, wie sich digitale Infrastruktur in großen Beständen skalieren lässt und welche Rolle Daten für Betrieb, Effizienz und Klimaschutz spielen. Denn alle Wohnungsunternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: steigende Energiekosten, ambitionierte ESG-Vorgaben, heterogene Bestände und Fachkräftemangel.
Die Kombination aus digitalisiertem Heizungskeller, smarter Steuerung in den Wohnungen und vernetztem Messwesen schafft ein durchgängiges System, das wirtschaftlich tragfähig und technisch flexibel ist. Der Ansatz zeigt, dass sich Effizienz und Servicequalität nicht ausschließen, sondern gegenseitig verstärken, wenn die Datenbasis stimmt.
Die Kooperation ist ein Fingerzeig in Richtung Zukunft der Immobilienwirtschaft: weg von Insellösungen, hin zu standardisierten Plattformen, die verschiedene Technologien integrieren und Prozesse automatisieren. Die Zusammenarbeit von LEG und Vodafone liefert dafür einen praxistauglichen Blueprint und setzt ein Signal, dass Digitalisierung im Gebäudebestand nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist.
Das Wichtigste zur Kooperation von LEG und Vodafone in Kürze
- Die LEG benötigt eine skalierbare, einheitliche digitale Infrastruktur, um Effizienz, Betriebssicherheit und ESG-Anforderungen im großen Bestand zuverlässig umzusetzen.
- Die LEG und Vodafone bündeln ihre Kompetenzen, um Gebäude digital zu vernetzen und datenbasierte Prozesse in großem Maßstab möglich zu machen.
- In mehr als 1.000 Gebäuden werden Heizungskeller digitalisiert, Sensorik installiert und KI-basierte Thermostate angebunden, um den Betrieb effizienter und transparenter zu machen.
- Keller und Wohnungen werden technisch miteinander verbunden, sodass die Heizungsanlage zentral optimiert und das Raumklima in den Wohnungen präziser gesteuert werden kann.
- Mieter profitieren von geringeren Energiekosten, zuverlässigerem Betrieb und weniger Aufwand durch digitalisierte Prozesse.
- Parallel entsteht eine digitale Messinfrastruktur für intelligente Stromzähler, die Messdaten sicher verarbeitet und perspektivisch weiteren Eigentümern offenstehen soll.
- Das Projekt zeigt, wie digitale Plattformen große Bestände effizienter, klimafreundlicher und wirtschaftlicher machen und dient als Modell für die gesamte Branche.
Referenzen
https://newsroom.vodafone.de/vodafone-und-leg-digitalisieren-tausende-heizungskeller
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wie-leg-mit-vodafone-heizungskeller-digitalisiert-110786824.html
https://www.waz.de/wirtschaft/article410480471/leg-und-vodafone-so-sinken-die-heizkosten-fuer-mieter.html
Auch interessant