The Irishman in der featured-Filmkritik: Meisterhafte Langsamkeit

The Irishman
Schauspieler Henry Cavill als der Hexer in der Netflix-Serie „The Witcher”.

The Irishman in der featured-Filmkritik: Meisterhafte Langsamkeit

Zwei Mafiosi, ein Gewerkschaftsboss und ein Mord. Was nach einem perfekten Drehbuch für einen Hollywood-Mafiastreifen klingt, wird von Martin Scorsese zum bildstarken Drei-Stunden-Epos mit faszinierender Länge. Ob sich die Geduld lohnt, verraten wir Dir in unserer Kritik.

Frank Sheeran (Robert De Niro) ist Anfang der 50er als Lastwagenfahrer unterwegs und verkauft nebenbei Teile seiner Ladung an die Mafia. Natürlich geht das nicht lange gut und Frank fliegt auf. Bill Bufalino (Ray Romano), seines Zeichens Anwalt des Mafiabosses Russel Bufalino (Joe Pesci), hilft ihm aus der Patsche und stellt Frank seinem Mandanten Russel vor. Zwischen den beiden wächst über die Jahre ein enges Vertrauensverhältnis. Bald jedoch soll Frank einen Job für den Boss der Lastwagen-Gewerkschaft, Jimmy Hoffa (Al Pacino) erledigen, der seine Loyalität in Frage stellt. „The Irishman“ basiert dabei auf dem Bestseller „I Heard You Paint Houses“ von Charles Brandt.

Grandioser Cast, beeindruckende Technik bei „The Irishman“

Mit Robert De Niro, Joe Pesci und Al Pacino hat sich Scorsese drei Schauspieler ins Boot geholt, die so stark mit dem Genre des Mafia-Films verbandelt sind, dass es fast schon notwendig war, dass sie die Hauptrollen übernehmen. Doch nicht nur sie glänzen durch ihre grandiose Darstellung. Auch Harvel Keitel, Bobby Cannavale oder Jesse Plemons, um nur ein paar zu nennen, sind großartig gecastet und lassen „The Irishman“ erst richtig zur Geltung kommen. Ein heimlicher Star ist allerdings auch die Technik, mit der vor allem die drei Protagonisten eine Verjüngungskur erhalten. In Zeitsprüngen erlebt der Zuschauer die Männer im Alter von 30, 50 und 70 Jahren. Dank neuester Computer-Generated-Image-Techniken (CGI), die Du vielleicht aus Filmen wie Gemini Man kennst, siehst Du die jüngeren Ichs der Schauspieler und musst Dir ein ums andere Mal die Augen reiben.

Ganz ohne Mafia-Coolness

Martin Scorsese setzt bei „The Irishman“ nicht auf den Coolness-Faktor, den Mafiastreifen aus Hollywood, wie beispielsweise Good Fellas oder Casino, gerne mal haben. Fernab von filmtauglichen Klischees vom mondänen Leben mit viel Action beschäftigt sich der Netflix-Film mit den Beziehungen zwischen den drei Männern, deren Leben und den damit einhergehenden Problemen. Dabei schafft es der Film trotzdem, langsam aber sicher eine intensive Wucht aufzubauen, die auch nach dem Abspann noch länger wirkt. Das liegt vor allem daran, dass der Zuschauer miterlebt, wie aus dem einfachen Lastwagenfahrer Frank ein kaltblütiger Auftragskiller für die Mafia wird. Und dabei im Konflikt mit sich selbst und der Freundschaft zu den beiden Egomanen Russel und Jimmy steht.

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Außerdem demaskiert Martin Scorsese das Bild von Mafiafilmen, was sich dem Zuschauer über Jahrzehnte hinweg eingebrannt hat, indem er in vielen Momenten aufzeigt, dass das Leben als Mafiosi oftmals alles andere als mondän ist. Beispielsweise, wenn Du miterlebst, wie sich Familie und Freunde von den Mafiosi abwenden. Gerade die zunächst unendlich zähen Szenen, in denen Rückblenden mit aktuellen Film-Ereignissen vermischt werden, können den Zuschauer ermüden. Wenn Du Mafiafilme aber liebst und nicht vor einer äußerst langsam ablaufenden Handlung zurückschreckst, so könnte Dir „The Irishman“ durchaus gefallen.

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Erwartest Du allerdings eine actionreiche Geschichte mit viel Hollywood-Mafia-Charme, so schau Dir lieber (noch einmal) Good Fellas, Scarface oder Casino an.

The Irishman

Genre: Drama / Thriller

Bundesstart: 14.11.2019 Kinostart / 28.11.2019 Start auf Netflix

Laufzeit: 3 Stunden, 29 Minuten

FSK: Ab 16 Jahren

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Steven Zaillan

Du liebst die Filme von Martin Scorsese? Verrate uns in den Kommentaren Deinen Lieblingsfilm des Regisseurs.

Titelbild: Netflix

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