Mit seinem offenen Ende sorgt „Return to Silent Hill“ für hitzige Diskussionen. Was bedeutet James’ letzte Entscheidung wirklich und welche Hinweise sind im Film versteckt? Wir ordnen das Ende ein und erklären Dir das Finale im Detail.
Das Ende von „Return to Silent Hill“ lässt viele Zuschauer:innen ratlos zurück. Anstatt klare Antworten zu liefern, setzt der Film auf Andeutungen und ein bewusst offenes Finale. Was ist real, was Projektion? Wird James erlöst – oder steckt er weiter fest? Wir erklären, was am Ende wirklich passiert, wie das Finale gedeutet werden kann und ob eine große Fantheorie letztlich tatsächlich bestätigt wird.
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Warum kommt James nach Silent Hill?
Achtung: Ab hier folgen massive Spoiler zum Ende von „Return to Silent Hill“!
„Return to Silent Hill“ ist vor allem ein Film über Schuld. Im Fokus steht James Sunderland (Jeremy Irvine), der nach dem Tod seiner Freundin Mary Crane (Hannah Emily Anderson) in Depressionen und Alkoholsucht abdriftet. Beide hatten ein glückliches Leben in Silent Hill geführt, das jedoch irgendwann ein Ende fand. Eines Tages findet James, der die Stadt inzwischen verlassen hat, einen Brief, der von Mary zu stammen scheint – was eigentlich unmöglich ist. James klammert sich an die Hoffnung, dass seine Freundin doch noch da draußen ist und in Silent Hill auf ihn wartet.
Deshalb folgt er ihrem Aufruf, sich in der Stadt zu treffen. Doch Silent Hill ist von einem mysteriösen Nebel und Asche bedeckt und so gut wie verlassen. Statt Mary stößt James auf jede Menge grausam entstellte Monster, kämpft sich durch die verschiedenen Ebenen der Stadt und trifft Menschen wie Laura (Evie Templeton), Eddie (Pearse Egan) sowie Angela und Maria (beide gespielt von Hannah Emily Anderson).
Was passiert am Ende von Return to Silent Hill?
Schon bald nach seiner Ankunft in Silent Hill wird deutlich, dass James Erinnerungen aus seiner Vergangenheit verdrängt hat. Die Stadt zwingt ihn mit ihren grotesken Kreaturen und geheimnisvollen Vorgängen jedoch, sich mit seinen Schuldgefühlen auseinanderzusetzen.
Dabei spielt vor allem Maria eine wichtige Rolle. Sie sieht Mary extrem ähnlich und bringt James’ Erinnerungen nach und nach ans Licht. James erinnert sich beispielsweise daran, wie er Mary in eine dunkle Kammer in Silent Hill gefolgt ist. Dort wurde sie unter Drogen gesetzt und von den Dorfbewohner:innen misshandelt.
Am Ende manifestiert sich Mary als mottenähnliche Kreatur. Doch statt eines dramatischen Kampfes kommt es zu einem Geständnis, das weitreichende Folgen hat. Mary und die Monster in Silent Hill lösen sich ohne großen Bombast auf.
James erkennt nämlich, dass Mary nicht einfach so gestorben ist. Stattdessen wird klar, dass er sie getötet hat – zumindest in seiner Wahrnehmung. Eine definitive Antwort bleibt der Film jedoch schuldig. In der Konfrontation mit der mottenähnlichen Kreatur erinnert sich James vermeintlich, bittet Mary um Vergebung und sagt, dass er mit ihr hätte sterben sollen. Daraufhin lösen sich die Grauen der Stadt auf und James bleibt mit Marys Leiche allein zurück.
Schließlich verstaut er die Leiche im Kofferraum seines Wagens und fährt außerhalb von Silent Hill in einen See, vermutlich, um sich das Leben zu nehmen. Diese Szene erinnert stark an eines der Enden des Videospiels „Silent Hill 2“. Doch damit endet „Return to Silent Hill“ nicht: James findet sich im Prolog wieder, in dem er Mary zufällig an der Straße trifft, als sie Silent Hill eigentlich verlassen will. Anstatt sie jedoch nach Silent Hill zu fahren, wie er es beim ersten Mal getan hat, fährt er mit ihr weg von der grausamen Stadt.
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Was hat das Ende zu bedeuten?
Das Ende von „Return to Silent Hill“ bestätigt wahrscheinlich eine Fantheorie in Bezug auf das Videospiel „Silent Hill 2“. Da dieses mehrere alternative Enden hat, gehen Fans davon aus, dass es sich letztlich um eine Zeitschleife handelt, in der James gefangen ist. Das Ende des Films lässt sich als Bestätigung dieser These lesen. James findet sich erneut am Anfang des Films wieder.Zwar entscheidet er sich dieses Mal dagegen, Mary nach Silent Hill zu fahren. Ob er die dramatischen Ereignisse damit durchbrochen hat, ist jedoch fraglich.
Einen Hinweis darauf gibt es im Remake des Spiels „Silent Hill 2” aus dem Jahr 2024: Im Spielverlauf können 26 Fotos gefunden werden, auf denen Szenen aus James’ Vergangenheit zu sehen sind. Auf den Rückseiten finden sich Buchstaben, die letztlich eine furchtbare Botschaft offenbaren: „You have been here for two decades“ (auf Deutsch: „Du bist hier seit zwei Jahrzehnten“).
Diese Botschaft deutet stark darauf hin, dass sich James in einer Zeitschleife befindet. Vielleicht hat er die Fotos sogar selbst in Silent Hill verteilt, um sich in zukünftigen Durchläufen zu warnen. Eine klare Antwort darauf gibt es nicht. Die Botschaft könnte sich aber auch darauf beziehen, dass James seit 20 Jahren in seinen Depressionen gefangen ist.
Return to Silent Hill: Der Tod von Mary erklärt
In den Flashbacks wird deutlich, warum James Mary getötet hat. Offenbar war sie Teil eines Kults, den ihr Vater vor langer Zeit gegründet hatte. Sie musste sich grausamen Ritualen unterziehen, die sie nach und nach krank machten – sowohl körperlich als auch psychisch. Ihr Verfall trieb James schließlich aus der Stadt.
Als er eines Tages zurückkehrte, fand er die sterbende Mary, die ihn anflehte, sie von ihrem Leid zu erlösen. James erstickte sie schließlich als „Gnadenakt“ – eine Tat, die er schnell verdrängte. Deshalb konnte er sich nicht an die Details seiner Vergangenheit erinnern, als er Silent Hill erneut betrat. Ob das alles tatsächlich so stattgefunden hat, bleibt jedoch offen. Denn der Film wird klar aus James’ Perspektive und nicht von einem objektiven Standpunkt aus erzählt.
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Wer sind Laura, Eddie, Angela und Maria?
Nach seiner Ankunft in Silent Hill trifft James auf Laura, Eddie, Angela und Maria. Bald wird klar, dass diese Figuren weniger als eigenständige Personen, sondern vielmehr als psychologische Spiegel gelesen werden können.
Laura steht als Kind für Unschuld und Verdrängung. Sie hat keine Angst vor den Monstern und dem Horror in Silent Hill. Eddie verkörpert die Gewalt, die James lange Zeit unterdrückt. Angela tritt als verstörte und ängstliche Person auf und symbolisiert das Trauma, das James mit sich herumträgt. Sie kennt die Wahrheit, kann sich aber nicht überwinden, sie zu erzählen.
Maria wiederum personifiziert das Wunschbild, das James von Mary hat: Sie wirkt lebenslustiger, emotionaler und körperlicher als die kranke Mary, von der James sich am Ende erlöst hat. James muss Maria und sein Idealbild von ihr loslassen, um die Wahrheit zu erkennen.
Laura, Eddie, Angela und Maria sind also letztlich keine eigenständigen Figuren, sondern psychologische Spiegel von James. Jede von ihnen verkörpert einen möglichen Umgang mit Schuld, Trauma oder Verdrängung und zeigt, welchen Weg James hätte einschlagen können oder noch einschlägt.
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