On Swift Horses ­ Kritik: Auf schnellen Pferden ins Herz?

Liebe kann Freud und Leid bringen: Das führt Dir Regisseur Daniel Minahan in der Romanverfilmung „On Swift Horses“ vor Augen, die am 29. Mai 2025 erscheint. Darin suchen drei Personen in den 1950ern zwischen Vorstadtidylle, Pferderennbahn und Pokertisch nach sich selbst. Ob Dich das queere Liebesdrama ins Kino locken sollte, verraten wir Dir in unserer Kritik zu „On Swift Horses“.

Daniel Minahan kann eine abwechslungsreiche Filmografie mit TV- und Serienschwerpunkt vorweisen. Er inszenierte Episoden erfolgreicher Serien wie „Ratched“ (2020), „Game of Thrones“ (2011 bis 2019), „House of Cards“ (2013 bis 2018) oder dem Branchendrama „Hollywood“ (2020). Dabei sind der Blick in die Vergangenheit und queere Themen in vielen von Minahans Werken allgegenwärtig – zuletzt auch in der Serie „Fellow Travelers“ (2023), die eine schwule Romanze im Verlaufe dreier Dekaden porträtiert.

Sein Film „On Swift Horses“ reiht sich in die Thematik ein: Das Drama handelt von einem queeren Liebesdreieck in den Fünfzigerjahren. Involviert sind Will Poulter („Warfare“), Daisy Edgar-Jones („Der Gesang der Flusskrebse“) und Jacob Elordi („Saltburn“) als die Protagonist:innen Lee, Muriel und Julius. Was den Film ausmacht, was ihm fehlt und ob er sich für Dich lohnt, erfährst Du jetzt in unserer „On Swift Horses“-Kritik.

Die Handlung von On Swift Horses: Liebe zwischen Pferdewetten und Pokertischen

Anfang der Fünfzigerjahre in den USA: Ex-Soldat Julius (Jacob Elordi) kehrt aus dem Koreakrieg zurück und wird herzlich von seinem Bruder Lee (Will Poulter), ebenfalls Ex-Soldat, und dessen Partnerin Muriel (Daisy Edgar-Jones) in Empfang genommen. Julius freigeistige Art und unverblümter Charme lassen Muriel nicht kalt, die sich in ihrer Beziehung mit Lee zunehmend eingeengt fühlt.

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Der vom Krieg traumatisierte Lee wünscht sich vor allem ein stabiles, ruhiges und bescheidenes Vorstadtleben im kalifornischen Süden – zusammen mit Muriel und Julius. Sein Bruder hingegen ist nicht für die Kleinstadtidylle gemacht und flieht nach Las Vegas. Dort heuert er in einem Casino an und beginnt eine stürmische Liebschaft mit seinem Kollegen Harry (Diego Calva). Das erste Mal fühlt er sich als schwuler Mann geliebt und verstanden.

Im Bild zur On Swift Horses-Kritik ist Julius, dargestellt von Jacob Elordi, in einem stilvollen Casino-Ambiente der 1950er Jahre zu sehen. Er trägt ein kariertes Sakko und hält lässig einen Hut in der Hand. Mit selbstbewusstem Blick steht er im Halbdunkel des Raumes, während hinter ihm Menschen an Spieltischen agieren. Die Szene wirkt geheimnisvoll und atmosphärisch dicht.

Parallel dazu entdeckt Muriel ihre Leidenschaft für Pferdewetten, die ihr tatsächlich ein finanzielles Polster bescheren, das sie vor Lee versteckt hält. Zwischen ihrem Job als Kellnerin und der Pferderennbahn, erkundet sie eine neue Seite von sich und beginnt eine Affäre mit ihrer Nachbarin Sandra (Sasha Calle).

Aber an irgendeinem Punkt müssen sich die Protagonist:innen in „On Swift Horses“ entscheiden, welchen Weg sie mit wem zusammen gehen wollen.

Auf diesem Bild zur On Swift Horses-Kritik sind Gail, gespielt von Kat Cunning, und Muriel, dargestellt von Daisy Edgar-Jones, in einer eleganten Szene der 1950er Jahre zu sehen. Gail trägt ein grünes Kleid mit weißen Details und einem auffälligen Haarschmuck, während Muriel in Schwarz gekleidet ist. Beide wirken gespannt und lebendig, umgeben von elegant gekleideten Menschen in nostalgischer Atmosphäre.

Unsere Meinung zu On Swift Horses: Verführung durch Atmosphäre und Ausstattung

Die Romanadaption „On Swift Horses“ ist ein Film für die große Leinwand. Unter der technischen Leitung von Kameramann Luc Montpellier („Tell me Lies“) wurde hier großartiges visuelles Handwerk angewandt: Landschaftsaufnahmen zum Verlieben, das nächtliche Las Vegas als lustvolle Spielhölle, enge Apartments mit cleverer Ausleuchtung und intime Szenen mit Erotik, aber ohne Effekthascherei.

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Die Bilder scheinen wohl auch das Team des Filmschnitts verzaubert zu haben, denn das Erzähltempo ist teilweise sehr langsam und es wird sich für einzelne Szenen viel Zeit gelassen.

In puncto Ausstattung überzeugt „On Swift Horses“ auf allen Ebenen. Die Fünfzigerjahre-Atmosphäre wirkt authentisch, inklusive Cat-Eye-Sonnenbrillen, roten Lippen, Pastellfarben, weißen Shirts und einem Hauch Rock ’n‘ Roll. Feiern wir!

On Swift Horses-Kritik: Lange Laufzeit hilft weder Pferden noch diesem Film

Will Poulter, Daisy Edgar-Jones und Jacob Elordi: „On Swift Horses“ hat den Luxus, auf eine talentierte und ausdrucksstarke Hauptbesetzung zurückgreifen zu können, die uns überzeugt. Aber auch Nebendarsteller:innen wie Sasha Calle („The Flash“) als Muriels Love Interest leisten ihren Beitrag. Der Regisseur gibt den Darsteller:innen die Chance, auch in simplen Szenen Drama und knisternde Erotik zu schaffen. Für die tiefe Wirkung einer Szene wird sich ordentlich Zeit genommen.

Das Bild zur On Swift Horses-Kritik zeigt Sandra, gespielt von Sasha Calle, in einem nachdenklichen Moment. Sie trägt ein eng anliegendes olivgrünes Shirt und ein rotes Halstuch, das ihren rebellischen Look unterstreicht. Mit festem Blick schaut sie zur Seite, im Hintergrund verschwimmen helle Landschaft und Personen in der Unschärfe. Die Szene vermittelt Entschlossenheit und innere Stärke.

Gegen Ende des dritten Aktes geht es plötzlich hektisch zu. Entscheidungen reihen sich an Entscheidungen, eine dramatische Wendung jagt die nächste. Es passieren viele Dinge, während das visuelle Tempo und die Erzählweise sich nicht an die Handlung anpassen und eher gemächlich bleiben.

Als der Abspann einsetzt, haben wir das Gefühl, der Film hätte gut 15 Minuten kürzer sein können. Wir hätten uns ein wenig Straffung gewünscht, obgleich wir ahnen, wie herausfordernd es sein muss, von drei Hauptfiguren ausgewogen zu erzählen.

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On Swift Horses in der Kritik: Unser Fazit

„On Swift Horses“ skizziert einfühlsame Liebesgeschichten, die uns vor allem auf der visuellen Ebene vollends überzeugen. Vor einer authentischen Kulisse mit Fünfziger-Charme hat die Romanverfilmung wunderbares Schauspielkino zu bieten, das sich einzig durch ein unausgewogenes Erzähltempo limitiert.

Fazit: Unserer Meinung nach ist „On Swift Horses“ ein Anschautipp für Fans von komplizierten Liebesbeziehungen, queeren Geschichten und Pferdewetten.

On Swift Horses
Genre: Drama / Queer Cinema
Start: 29. Mai 2025 (Kino)
Laufzeit: 117 Minuten
Altersfreigabe: FSK 6
Regie: Daniel Minahan
Drehbuch: Bryce Kass
Basiert auf: „On Swift Horses“ (2019), Roman von Shannon Pufahl

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