Kransteuerung via 5G: Wie Baustellen automatisiert werden können

Technologie

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Datum 17.06.2019
Lesezeit 3 Min.

Kransteuerung via 5G: Wie Baustellen automatisiert werden können

Einen Baukran sicher zu bedienen, erfordert jede Menge Fingerspitzengefühl und volle Konzentration seitens des Kranführers. Er verfügt normalerweise über eine mehrjährige Ausbildung in diesem Bereich, muss absolut schwindelfrei sein und nimmt durch die enorme Arbeitshöhe immer auch ein gewisses Risiko auf sich. Dank 5G-Automatisierung könnte die wertvolle Arbeitskraft solcher Spezialkräfte demnächst noch sinnvoller verteilt werden: Immerhin verbringt so mancher Spezialist in luftiger Höhe mehr Zeit mit Warten als mit dem eigentlichen Führen des Krans. Doch auch andere Baustellenbereiche profitieren. 

5G ist der Mobilfunkstandard der fünften Generation und Nachfolger von LTE (4G). Surft man im Vodafone LTE-Netz mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde, sind es bei 5G bis zu 10 Gigabit pro Sekunde – was einer Steigerung von 1000 Millionen Bit auf 10 Milliarden Bit – und damit einer Verzehnfachung – entspricht. Noch wichtiger vor allem für die Industrie ist jedoch, dass das 5G-Netz von Vodafone auch bei der Reaktionszeit deutliche Fortschritte macht. Die auch als Latenz bezeichnete Reaktionszeit sinkt mit 5G auf etwa eine sagenhafte Millisekunde. Das bedeutet, dass die Datenpakete nahezu in Echtzeit übertragen werden können. Vor allem sicherheitskritische Anwendungen rücken so in greifbare Nähe der vollständigen Automatisierung oder zumindest der Fernsteuerung.

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Fernsteuerung von Kränen in Echtzeit: 5G macht es möglich

Gute Kranführer sind auf der ganzen Welt begehrt: Stichwort Fachkräftemangel. Lange Anreisewege, mögliche Verzögerungen auf der Baustelle und lange Wartezeiten im Kran, beispielsweise auf benötigtes Material, machen den Einsatz dieses begehrten Personals jedoch ineffizient – und somit extrem teuer. Das kommende 5G-Netz kann hier konsequent Abhilfe schaffen: Demnächst könnten nicht nur Kräne, sondern auch andere Baumaschinen wie von Geisterhand aus der Ferne bedient werden.

Mit Latenzen von nur etwa einer Millisekunde und Gigabit-Bandbreiten können Aufgaben mit hoher Präzision über hunderte Kilometer entfernt ausgeführt werden. So lassen sich beispielsweise auch mehrere Kräne an verschiedenen Orten von nur einem Kranführer fernsteuern. Und natürlich lassen sich neben Kränen auch Bagger oder Roboter von einem Ort auf der ganzen Welt fernsteuern.

Damit diese wertvollen Baumaschinen beim Einsatz von immer mehr Automatisierung am Ende nicht möglichem Vandalismus oder Diebstahl zum Opfer fallen, können Sie sie außerdem mit Hilfe moderner GPS- und Mobilfunktechnologie auch bei Nicht-Einsatz jederzeit konsequent überwachen.

Mehr zum Thema Digitalisierung in der Baubranche erfahren Sie von uns auch an anderer Stelle in diesem Blog.

 

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

Glasfaser meets 5G: Unzählige neue Möglichkeiten nicht nur im Baugewerbe

Auf der CEBIT 2018 konnten Besucher vom 11. bis zum 15. Juni im CEBIT GIGAWork Pavillon selbst erfahren, wie es ist, einen 5G-Teleoperated-Crane-Prototypen über fünf verschiedene Perspektiven in Gang zu setzen und selbst einen 4,4 Tonnen schweren Container zu bewegen. Via Monitor konnten Sie nachverfolgen, wie Sie aus Hannover den Kran im 350km entfernten Aldenhoven steuern.

Kombiniert mit Glasfaser bietet 5G somit ganz neue Möglichkeiten für Business-Anwendungen. Neben der Orchestrierung ganzer Baustellen rückt auch das autonome Fahren in greifbare Nähe. Immer mehr teils gefährliche und extrem anstrengende Arbeiten könnten demnächst von Maschinen oder via Fernsteuerung aus einem klimatisierten Büro heraus erledigt werden:

  • Einsatz im Tagebau: Schon heute werden so manche gefährliche, anstrengende oder sich stets wiederholende Tätigkeiten von Maschinen ausgeführt. Denkt man dieses Prinzip weiter, könnten ganze Minen automatisiert und die Arbeit dort ohne Risiken für die menschliche Gesundheit ablaufen.
  • Automatisierter Straßenbau: Bis heute führen Bauarbeiter bei Temperaturen um bis zu 40 Grad im Schatten und mehr anstrengende Tätigkeiten wie das Führen eines Baggers, das Verlegen von Asphalt oder von Rohren durch. Demnächst könnte die gesamte Baustelle bis auf notwendige, manuelle Arbeiten komplett aus einem klimatisierten Baucontainer oder gar aus der Firmenzentrale heraus bearbeitet werden.
  • Effizientere Planung und Betrieb von Anlagen: Mit Hilfe sogenannter Digital-Twin-Verfahren ist es schon heute möglich, ganze Produktionsstätten von der Ferne aus zu überwachen und, falls notwendig, in Echtzeit einzugreifen. Auch hier schafft das beinahe verzögerungsfreie 5G-Netz ganz neue Anwendungsmöglichkeiten.

 

Geringe Latenz, hohe Bandbreiten und jederzeitige Verfügbarkeit an jedem Ort der Welt: Welche weiteren Anwendungsfelder für das 5G-Netz sehen Sie innerhalb und außerhalb der Baubranche? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 

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