poster von Tenet
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Tenet erklärt: Das steckt hinter Inversion und dem Ende des Zeiträtsels

Der neue Sci-Fi-Thriller „Tenet“ begeis­tert so sehr, wie er ver­wirrt. Wer auf der glob­alen Het­z­jagd gegen den dro­hen­den Wel­tun­ter­gang den Überblick ver­loren hat, dem liefern wir hier die Erk­lärung für das kom­plizierte Hin und Her in der Zeit.

Inver­sion, Entropie und sich in Zeit vor- und rück­wärts bewe­gende Objek­te und Men­schen: Wie wir schon in unser­er Kri­tik zu „Tenet“ erk­lärt haben, ist das neue Sci-Fi-Meis­ter­w­erk von Christo­pher Nolan nicht nur in Sachen Hand­lung, son­dern auch in der inneren Logik und Action ein kom­plex­es Zeiträt­sel.

Robert Pattinson und John David Washington in Tenet

„Tenet” hin­ter­lässt einige offene Fra­gen. — Bild: Warn­er Bros.

Doch was ist nun eigentlich Inver­sion und wie funk­tion­iert sie? Was ist eine tem­po­rale Zan­gen­be­we­gung? Und was passiert am Ende von „Tenet“? Wir liefern Dir den Schlüs­sel zu diesem bom­bastis­chen Krieg zwis­chen Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukun­ft.

Wenn man nach diesem Film über­haupt noch in diesen Kat­e­gorien denken kann.

ACHTUNG: Der fol­gende Text enthält explizite Spoil­er zur Hand­lung, Prämisse und dem Ende von „Tenet“.

Tenet: Was ist Inversion?

Wie die Wis­senschaft­lerin Bar­bara (Clé­mence Poésy) zu Beginn von „Tenet“ erk­lärt, kön­nen Objek­te wie Pis­tolenkugeln in der Zukun­ft durch eine Tech­nolo­gie invertiert wer­den. Dies geschieht dadurch, dass die Entropie der betrof­fe­nen Gegen­stände umgekehrt wird.

Bei Entropie han­delt es sich um eine ther­mo­dy­namis­che Zus­tands­größe. Inwiefern der Begriff im Film über­haupt sin­nvoll genutzt wird und ob Entropie umgekehrt wer­den kann, ist eher eine Frage für Physik­er.

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Im Film zeich­net sich der Begriff vor allem so aus, dass gemeint ist, dass bes­timmte physikalis­che Eigen­schaften eines Objek­tes so geän­dert wer­den kön­nen, dass es sich durch Inver­sion in der Zeit zurück­be­wegt. Später erfahren wir außer­dem, dass dieser Prozess sog­ar auf Men­schen angewen­det wer­den kann.

Eine detail­lierte physikalis­che Erk­lärung, wie dieser Zus­tandswech­sel konkret funk­tion­ieren soll, ist auf­grund der Kom­plex­ität des Entropie-Begriffs an dieser Stelle lei­der nicht möglich.

Wie funktioniert die Inversion?

Die Maschi­nen, die hin­ter der Inver­sion steck­en, wer­den in „Tenet“ tem­po­rale Übergänge genan­nt. Ein Beispiel für eine solche Mas­chine sieht man im Film erst­mals am Flughafen von Oslo. Wer im Film diese mas­siv­en Kon­struk­te auf der einen Seite betritt, kommt auf der anderen Seite invertiert wieder her­aus.

John David Washington und Robert Pattinson in Tenet

In den Lager­räu­men am Flughafen von Oslo ver­steckt eine der rät­sel­haften Maschi­nen. — Bild: Warn­er Bros.

Ganz unge­fährlich ist dieser Vor­gang jedoch nicht. Denn ab dem Zeit­punkt der Inver­sion existieren zwei Ver­sio­nen der­sel­ben Per­son gle­ichzeit­ig.

Wie der Held (John David Wash­ing­ton) im Film gewarnt wird, darf ein invertiert­er Men­sch niemals mit seinem in der Zeit nor­mal vor­wärts laufend­en Gegen­stück in Berührung kom­men. Son­st dro­ht ihm die sprich­wörtliche Aus­löschung. Deshalb müssen invertierte Men­schen in „Tenet“ stets Schutzanzüge tra­gen, um diesen Fall zu ver­hin­dern.

Erfrieren statt Verbrennen: Die Umgekehrte Physik in Tenet

Hinzu kommt, dass sich eben nur der Invertierte in der Zeit zurück­be­wegt, die Welt um ihn herum aber nicht. Aus diesem Grund kann der invertierte Pro­tag­o­nist nicht nor­mal atmen und muss eine Atem­maske tra­gen.

John David Washington in Tenet

Sauer­stoff­masken sich­ern das Über­leben. — Bild: Warn­er Bros.

Auch die physikalis­chen Geset­ze wer­den für Invertierte umgekehrt. Als Bösewicht Sator (Ken­neth Branagh) das Auto in Brand steckt, in dem der Pro­tag­o­nist gefan­gen ist, löst die resul­tierende Explo­sion nicht etwa Ver­bren­nun­gen aus, son­dern Erfrierun­gen.

Gibt es in Tenet Zeitreisen?

Wenn wir von Zeitreisen im herkömm­lichen Sinne sprechen, wie wir sie aus Fil­men wie „Zurück in die Zukun­ft“ ken­nen, dann lautet die Antwort Nein. In „Tenet“ reisen die Charak­tere nicht inner­halb eines Augen­blicks von der Gegen­wart zu einem konkreten Punkt in der Ver­gan­gen­heit.

Kenneth Branagh in Tenet

Sator (Ken­neth Branagh) weiß, wie er sich Inver­sion zu Nutze macht. — Bild: Warn­er Bros.

Und doch gibt es Zeitreisen, nur eben im wortwörtlichen Sinne. Inver­sion bedeutet in „Tenet” allerd­ings, dass sich der Men­sch in der Zeit zurück­be­wegt. Am tat­säch­lichen und wahrgenomme­nen Zeitver­lauf ändert sich in der Rück­wärts­be­we­gung dage­gen nichts.

Wenn Du also in Tenets Welt zwei Wochen in die Ver­gan­gen­heit reisen willst, musst Du Dich eben auch wirk­lich zwei Wochen lang rück­wärts in der Zeit bewe­gen. Eine Zeitreise mal anders gedacht.

Die span­nend­sten und faszinierend­sten Zeitreise-Filme find­est Du übri­gens auch bei uns.

Was ist der Algorithmus in Tenet?

Der Algo­rith­mus, den Sator fer­tig­stellen will, hat die Fähigkeit, die Entropie der gesamten Erde umzukehren. Dessen Erfind­er aus der Zukun­ft will dies jedoch ver­hin­dern und hat den Algo­rith­mus in neun Objek­te geteilt, die er in unter­schiedlichen soge­nan­nten „nuk­learen Anla­gen” in der Ver­gan­gen­heit ver­steckt hat.

John David Washington und Robert Pattinson in Tenet

Eben­falls auf der Jagd nach den Teilen des Algo­rith­mus: Der Pro­tag­o­nist und Neil. — Bild: Warn­er Bros.

Würde die Aktivierung des Algo­rith­mus gelin­gen, bedeutete dies den Unter­gang der Welt, wie wir sie ken­nen. Dann würde näm­lich nicht mehr die bish­er vor­wärt­slaufende Zeit dom­i­nant bleiben, son­dern die rück­wärts laufende Zeit zum neuen Stan­dard.

Der bish­erige Zeit­strahl und alle Men­schen darin wür­den schlichtweg aufhören zu existieren. Oder, wie in ein­er Szene philoso­phiert wird, in eine Par­al­leldimen­sion aus­ge­lagert. Aber das ist selb­st im Film nur eine vage The­o­rie.

Was ist das temporale Zangenmanöver?

Das tem­po­rale Zan­gen­manöver wird zum ersten Mal von dem Sol­dat­en Ives (Aaron Tay­lor-John­son) ins Spiel gebracht. Doch was bedeutet das eigentlich? Bei einem Zan­gen­manöver han­delt es sich im Grunde um eine stan­dard­mäßige mil­itärische Tak­tik, bei der ein Feind von zwei Seit­en ange­grif­f­en wird.

In gewiss­er Weise ist dies auch in „Tenet“ gemeint, nur dass die bei­den Trup­pen ihren Geg­n­er eben nicht räum­lich, son­dern zeitlich flankieren. Dieses tem­po­rale Zan­gen­manöver wird zum Beispiel beim spek­takulären Sturm auf die ver­lassene Stadt im Finale genutzt.

John David Washington und Robert Pattinson in Tenet

Im Laufe von „Tenet” kommt man mehrmals in Kon­takt mit dem tem­po­ralen Zan­gen­manöver. — Bild: Warn­er Bros.

Anstatt blind anzu­greifen, wird Team Blau zehn Minuten ver­set­zt in der Zeit zurück­geschickt. Team Rot bewegt sich in der Gegen­wart weit­er vor­wärts. In diesem Sinne bewe­gen sie sich also zeitlich aufeinan­der zu.

Das invertierte Team kann in der Rück­wärts­be­we­gung die (aus der Gegen­wartsper­spek­tive) kom­menden Ereignisse bere­its beobacht­en und bee­in­flussen. Viel wichtiger ist jedoch, dass es das in der Zeit vor­wärt­slaufende Team Rot über zukün­ftige Gefahren, Fall­en und Tricks informieren kann. Auf diese Weise sind sie dem Geg­n­er einen Schritt voraus.

Tenet: Die Bedeutung des Endes

In dem Algo­rith­mus-Raum, wo der Pro­tag­o­nist und Ives die Spren­gung sich­er­stellen sollen, bleiben sie vor einem geschlosse­nen Tor steck­en. Auf der anderen Seite sehen sie einen toten, mask­ierten Sol­dat­en, an dessen Ruck­sack eine rote Kordel hängt.

Als dann Sators Hand­langer den Helden durch die Git­ter erschießen will, springt der am Boden liegende Kämpfer plöt­zlich auf und fängt die Kugel ab. Zwar war er wohl wirk­lich tot, jedoch kann man an seinen umgekehrten Bewe­gun­gen erken­nen, dass er invertiert wurde.

Robert Pattinson in Tenet

Die Wahrheit über Neil. — Bild: Warn­er Bros.

Dies bestätigt sich, als er im Rück­wärtsmodus das Tor für den Pro­tag­o­nis­ten und Ives öffnet und auf diese Weise durch den Tun­nel ver­schwindet. Doch wer war der Unbekan­nte?

Nur kurz darauf offen­bart sich die trau­rige Antwort: Als Neil (Robert Pat­tin­son) zum Schluss loszieht, um sich ein weit­eres Mal invertieren zu lassen, wird schnell klar, dass er der mys­ter­iöse Leben­sret­ter war. Er will sich­er­stellen, dass das Tor zum Algo­rith­mus-Raum wirk­lich offen ste­ht, wenn der Pro­tag­o­nist dort ankommt.

Als er sich umdreht, wird der let­zte Zweifel daran aus­gelöscht. An seinem Ruck­sack baumelt die rote Kordel. Neil ist der tote, mask­ierte Sol­dat, der nur wenige Minuten in der Ver­gan­gen­heit leb­los vor dem eis­er­nen Tor enden wird.

Der Protagonist: Das Mastermind hinter Tenet

Schon in dem let­zten Gespräch mit Neil deutet sich an: Robert Pat­tin­sons Charak­ter ken­nt den Pro­tag­o­nis­ten schon wesentlich länger, als dieser bis­lang gedacht oder auch erlebt hätte. Er spricht von ein­er lan­gen Fre­und­schaft, obwohl sich die bei­den im Film erst einige Wochen ken­nen.

John David Washington in Tenent

Der Pro­tag­o­nist hat eine zen­tralere Rolle, als er selb­st für lange Zeit weiß. — Bild: Warn­er Bros.

Was dies wirk­lich bedeutet, wird dem Helden aber erst endgültig klar, als er Priya (Dim­ple Kapa­dia) erschießt, nach­dem diese ver­sucht, Kat töten zu lassen. Denn in Wahrheit ist er der­jenige, der die geheime Organ­i­sa­tion Tenet gegrün­det und Neil, Priya und in gewis­sem Sinne sog­ar sich selb­st für den Kampf gegen den Wel­tun­ter­gang rekru­tiert hat.

Oder es in der Zukun­ft tun wird. Beziehungsweise in der Ver­gan­gen­heit. Es bleibt kom­pliziert.

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Wie hat Dir das Ende von „Tenet“ gefall­en? Ver­rate es uns in den Kom­mentaren.

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