China 4.0: Das Hightech-Reich der Mitte

Digitale Vorreiter

Digitale Vorreiter

Datum 02.05.2018
Lesezeit 4 Min.

China 4.0: Das Hightech-Reich der Mitte

China gilt heute als Innovationslabor und Gestalter der digitalen Zukunft. Aber warum eigentlich? Welche digitalen Vorreiter zeichnen sich für diesen Erfolg verantwortlich? Wir werfen einen Blick auf die modernsten Unternehmen aus den Hightech-Metropolen Shanghai und Shenzhen.

Die Zeiten, in denen die Chinesen nur kopiert haben, sind vorbei. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Volksrepublik zum Hardware-Silicon-Valley entwickelt. Was diesen Aufstieg gefördert hat und welche Innovationen wir künftig aus dem Reich der Mitte erwarten können, werden die Mitglieder des Vodafone Enterprise Plenum bei seiner Arbeitsreise vom 6. bis 12. Mai herausfinden. Spannende Insights erhalten die Teilnehmer nicht nur bei neun chinesischen Konzern-Größen in Shanghai und Shenzhen, sondern auch von dem deutschen Industrieexperten Georg Stieler, der als Tech-Berater von STM seit Jahren in China lebt und arbeitet.

Future of Innovation: Chinas neue „Planwirtschaft“

Im Gegensatz zu westlichen Wirtschaftsmächten setzt China auf staatlich verordnete Innovationen. Bis 2049 will das Land in zentralen technologischen Zukunftsfeldern als führende Industrienation aufgestellt sein. Dieses Ziel verfolgt die chinesische Regierung sehr konsequent mit Förderprogrammen für Unternehmen, die Schlüsseltechnologien wie KI und IoT voranbringen. Neben Shanghai ist vor allem Shenzhen zum Schauplatz dieses Modernisierungstrends geworden. Die hochvernetzte Megastadt ist schon heute ein Vorzeigemodell für die Smart City der Zukunft. Rund 30.000 Start-ups haben sich in dem einstigen Fischerdorf angesiedelt, von denen bereits viele die globalen Märkte erobern.

IoT und Smart City-Technologien aus dem Reich der Mitte

Zu Chinas erfolgreichsten IoT-Entwicklern gehört Huawei, der auch hierzulande nicht mehr nur als Netzausrüster aktiv ist. Vor Ort möchte das Enterprise Plenum mehr über die Smart City-Lösungen erfahren, die der Konzernriese unter anderem in Kooperation mit der Stadt Duisburg plant. Ebenso steht eine Stippvisite beim IoT-Anbieter IROOTECH auf der Agenda, der seine Plattform ROOTCLOUD für das industrielle Internet of Things (IIoT) seit kurzem ebenfalls in Europa einführen kann. Die E-Technologien des Fahrzeugherstellers NIO sind hingegen bereits auf weltweiten Straßen im Einsatz. Selbstfahrende Autos könnten der nächste Exportschlager des chinesischen Start-ups sein.

Chinesische Investoren beim subventionierten Einkauf

Ein wesentliches Erfolgsrezept für Chinas Aufstieg zur Tech-Macht: Die Regierung fördert Expansionen, bei denen ausländische Firmen Know-how für einheimische Betriebe liefern. Allein 2017 investierte China eine Rekordsumme von rund 57,6 Milliarden US-Dollar in die Übernahme oder Beteiligung von 247 europäischen Unternehmen. Der Automobil- und Motorradhersteller Geely ist in Europa bereits 2010 mit dem Kauf der Marke Volvo bekannt geworden. Auch der etablierte Hardware-Produzent TCL ist nicht nur mit Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik in aller Welt präsent ist, sondern auch mit zahlreichen Tochterfirmen.

Alibaba und der siebte Sinn

Besonders breit und zukunftssicher aufgestellt hat sich die Alibaba Group mit Beteiligungen an mehr als 600 Firmen. Längst beherrscht der E-Commerce-Riese den chinesischen Online-Handel und mischt auch in Bereichen wie Mobile Payment, Cloud und Künstliche Intelligenz ganz vorne mit. Zuletzt investierte Alibaba in das KI-Start-up SenseTime und verhalf dem chinesischen Spezialisten für Gesichts- und Bilderkennung nach nur drei Jahren zum Titel als wertvollstes Start-up im Bereich Künstliche Intelligenz.

Fintech-Boom: Big Business mit der Blockchain-Technologie

In der Fintech-Branche ist China allen anderen Industrienationen einen großen Schritt voraus. Das Potenzial von Kryptowährungen und der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie wurde frühzeitig erkannt und in eigene Wirtschaftsprozesse integriert. Wie moderne Ledger-Technologien den Online-Handel vereinfachen, zeigt das Fintech-Start-up Juzix, das sich abseits der Finanzbranche ebenfalls mit intelligenten Cloud- und Monitoring-Systemen positioniert.

Ballungszentren befeuern Innovationen in Rekordgeschwindigkeit

Fest steht: Das gesammelte Know-how und die Vielzahl subventionierter Start-ups treiben Chinas Innovationskraft mit einer neuen Eigendynamik voran. Die Dichte der Fabriken, Labore und Hardware-Experten beschleunigt Prozesse und senkt die Kosten für lokale Firmen. Nur so können Konzerne wie SenseTime, NIO oder auch der Drohnen-Spezialist DJI innerhalb weniger Jahre vom Start¬up zum Weltmarktführer aufsteigen.

Zur Arbeitsreise und allen neuen Erkenntnissen halten wir Sie unter #PlenumGoesEast auf LinkedIn und Twitter auf dem Laufenden.

Was denken Sie: Ist China das Zukunftsland für Hightech-Innovationen oder fehlt der Konkurrenz nur die richtige Strategie? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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