Wes Anderson: 5 Filme des Ausnahme-Regisseurs

Bild aus dem Wes-Anderson-Film „Grand Budapest Hotel”
Lisa Vicari und Dennis Mojen in Isi & Ossi
Elisabeth Moss in Der Unsichtbare
:

Wes Anderson: 5 Filme des Ausnahme-Regisseurs

Einen Film von Wes Ander­son erkennst Du auf Anhieb. Der Aus­nahme-Regis­seur hat seinen ganz eige­nen Stil zwis­chen Pastelltö­nen, Vin­tage und sym­metrischen Shots gefun­den. In welchen Werken das beson­ders gut zur Gel­tung kommt, ver­rat­en wir Dir hier. 

Erst vor Kurzem ist der Trail­er zu Wes Ander­sons neuem Film „The French Dis­patch” (auf Deutsch: „Bericht aus Frankre­ich”) erschienen. Die Geschichte über einen amerikanis­chen Ver­leger in Frankre­ich und seine Wochen­zeitung kommt voraus­sichtlich am 24. Juli 2020 mit Star-Beset­zung in die US-Kinos. Ein deutsch­er Start­ter­min ste­ht noch nicht fest. Die Wartezeit kannst Du jedoch gut mit einem der fol­gen­den Filme von Wes Ander­son über­brück­en.

GigaTV Film-Highlights zu Ostern

Moonrise Kingdom (2012)

Für Wes-Ander­son-Neulinge ist „Moon­rise King­dom” von allen Fil­men vielle­icht der zugänglich­ste. Denn selb­st Kri­tik­er, die sich zuvor an dem sehr eige­nen Stil des Regis­seurs störten, nah­men das Werk pos­i­tiv auf. Das mag nicht zulet­zt an der beza­ubern­den Sto­ry und den liebenswerten Charak­teren liegen. Im Mit­telpunkt ste­hen der Pfadfind­er Sam (Jared Gilman) und das Mäd­chen Suzy (Kara Hay­ward). Die bei­den Zwölfjähri­gen ver­lieben sich ineinan­der und wer­den Brief­fre­unde. Sie pla­nen, gemein­sam durchzubren­nen, wenn Sam mit sein­er Pfadfind­er­gruppe ein Zelt­lager in der Nähe von Suzys Haus auf der fik­tiv­en Insel New Pen­zance Island auf­schlägt. Doch auch die Eltern des Mäd­chens und die restlichen Scouts unter Leitung von Anführer Ward (Edward Nor­ton) haben da noch ein Wörtchen mitzure­den und wollen die Flucht ver­hin­dern.

Wes Ander­son ließ die bei­den jugendlichen Haupt­darsteller übri­gens Briefe aneinan­der schreiben, um sich bess­er in ihre Film­rollen einzufind­en. In diesem Sinne: „Liebe Suzy, hier ist mein Plan .…” „Lieber Sam, meine Antwort lautet ‚Ja’ …”

Video: Youtube / Uni­ver­sal Pic­ture Ire­land

Die Royal Tenenbaums (2001)

Wer den visuellen Stil von Wes Ander­son in sein­er Gesamtheit erfassen möchte, hat bei „Die Roy­al Tenen­baums” gute Chan­cen. In diesem frühen Film des Regis­seurs sind die Pastell­far­ben noch nicht so dom­i­nant. Dafür tre­f­fen Top-Schaus­piel­er wie Ben Stiller, Gwyneth Pal­trow, Gene Hack­man, Bill Mur­ray und Owen Wil­son, der übri­gens auch Co-Autor beim Oscar-nominierten Drehbuch war, auf einen grandiosen Indie-Sound­track mit Elliott Smith, Nico, The Vel­vet Under­ground und Nick Drake.

In dem sub­tilen, tragis­chkomis­chen Dra­ma um die Fam­i­lie Tenen­baum – Fam­i­lienkon­stel­la­tio­nen sind auch ein beliebtes und wiederkehren­des Wes-Ander­son-Motiv – geht es grob gesagt um Verge­bung und ver­passte Leben­schan­cen. Die drei Geschwis­ter Mar­got (Gwyneth Pal­trow), Chas (Ben Stiller) und Richie (Luke Wil­son) hat­ten eine rosige Zukun­ft als Autorin, Zahlen-Genie und Ten­nis­spiel­er vor sich, bis ihr Vater Roy­al Tenen­baum (Gene Hack­man) die Fam­i­lie ver­ließ. Jahre später tre­f­fen die Mit­glieder wieder aufeinan­der. Alle haben pri­vat oder beru­flich ihr Päckchen zu tra­gen. Und dann eröffnet Roy­al Tenen­baum seinen Kindern auch noch, dass er an Krebs lei­de, und will sich mit ihnen ver­söh­nen.

Video: Youtube / Movieclips Clas­sic Trail­ers

Rushmore (1998)

Bei der Aufzäh­lung von Wes Ander­sons besten Fil­men wird „Rush­more” oft unter­schätzt. Dabei ver­bre­it­et die Komödie ger­ade durch ihren schwarzen Humor, die Freude der Darsteller am Spiel und eine gehörige Por­tion Chaos und Anar­chie ziem­lich gute Laune.

Zu Recht war „Rush­more” ein­er der Indie-Filmhits des Jahres 1998 und ver­half damit nicht nur Wes Ander­son und Owen Wil­son zum Durch­bruch. Auch Schaus­piel­er und Musik­er Jason Schwatz­man debütierte in dem Streifen als Haupt­darsteller. Er verkör­pert den 15-jähri­gen Son­der­ling Max Fis­ch­er, der die Pri­vatschule Rush­more besucht. Obwohl der Nerd in etlichen Pro­jek­ten und Grup­pen – unter anderem Astronomie, Fecht­en, Imk­ern und Kung-Fu – engagiert ist, erfüllt er nicht die Erwartun­gen sein­er Lehrer. Auch von seinen Mitschülern wird er gemieden und find­et erst im Geschäfts­mann Her­man Blume (Bill Mur­ray) einen älteren Fre­und. Doch die Vorschullehrerin Rose­mary Cross (Olivia Williams) stellt die Fre­und­schaft der bei­den auf eine harte Probe.

Video: Youtube / Movieclips Clas­sic Trail­ers

Isle of Dogs – Ataris Reise (2018)

Wes Ander­sons let­zter Film „Isle of Dogs” ist nach „Der fan­tastis­che Mr. Fox” (2009) sein zweites Stop-Motion-Ani­ma­tion­swerk. Obwohl er darin zahlre­iche aktuelle und auch ern­ste The­men wie Fake News, Depor­ta­tion, Dik­tatur, Massenex­eku­tion und Umwelt­be­las­tung auf­greift, erhielt der Streifen eine FKS-Freiga­be ab sechs Jahren. Eine Art Prädikat „päd­a­gogisch wertvoll” gab es sog­ar vom Film­bil­dungs-Onlinepor­tal „kinofenster.de”, das „Isle of Dogs” sog­ar für den Schu­lun­ter­richt in den Fäch­ern Medi­enkunde, Englisch, Kun­st und Ethik emp­fiehlt.

Held des Ani­ma­tions­films ist der Junge Atari, der sich in Japan auf die Suche nach seinem Hund Spots macht. Denn dieser wurde vom Katzen lieben­den Herrsch­er Kobayashi auf die Insel Trash Island ver­ban­nt. Genau­so wie alle anderen Hunde des Lan­des. Ob Atari seinen besten Fre­und wiederfind­en wird?

Video: Youtube / Moviepi­lot Trail­er

Grand Budapest Hotel (2014)

Zulet­zt darf Wes Ander­sons bis­lang erfol­gre­ich­ster Film natür­lich nicht in unser­er Liste fehlen: „Grand Budapest Hotel” erhielt fast durch­weg pos­i­tive Kri­tiken und war 2015 für neun Oscars nominiert. In vier Kat­e­gorien kon­nte das Werk gewin­nen: Szenen­bild, Kostümde­sign, Film­musik und Make-up. Zu Recht ist „Grand Budapest Hotel” preis­gekrönt und eröffnete 2014 die Berli­nale. Denn visuell stimmt in diesem Film ein­fach alles! Detail­ver­liebt, ver­spielt und exzen­trisch zugle­ich har­monieren die Bilder mit der bit­ter­süßen Hand­lung.

Schau­platz ist das titel­gebende Hotel, gele­gen in der fik­tiv­en Repub­lik Zubrowka in den frühen 1930-Jahren. Dort arbeit­et und lebt der Concierge M. Gus­tave (Ralph Fiennes), der den neuen Lob­by Boy Zéro Moustafa (Tony Revolori) als Schüt­zling unter seine Fit­tiche nimmt. Doch bald schon sind die bei­den in einen skru­pel­losen Erb­schaftsstre­it ver­strickt.

Video: Youtube / 20th Cen­tu­ry Stu­dios DE

Allzu viele weit­ere Wes-Ander­son-Filme gibt es gar nicht mehr. Haben wir Deinen Favoriten trotz­dem vergessen? Dann nenne ihn uns in den Kom­mentaren! 

Titel­bild: © dpa / Fox Search­light

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren