HDMI 2.1: Das kann die Technik

Screenshot von Pokémon Home.

HDMI 2.1: Das kann die Technik

Was macht HDMI 2.1 bess­er als HDMI 2.0? Die kurze Antwort: Der neue Stan­dard ist in der Lage, mehr Dat­en gle­ichzeit­ig zu über­tra­gen. Das öffnet Tür und Tor für neue Fea­tures, etwa 8K-Unter­stützung und VRR. Was das im Einzel­nen bedeutet und welche Unter­schiede son­st noch beste­hen, erk­lär Dir dieser Artikel.

Zunächst ein paar rohe Zahlen: HDMI 2.1 bietet einen max­i­malen Daten­durch­satz von 38,4 Giga­byte pro Sekunde. Bei HDMI 2.0b liegt die Ober­gren­ze bei 14,4 Giga­byte pro Sekunde, 2.1 bietet also eine mehr als dop­pelt so große Band­bre­ite. Angesichts wach­senden Auflö­sun­gen und steigen­den Fram­er­ates ist das auch nötig. Bei Auflö­sun­gen steigt die Daten­menge im Quadrat: 8K (7680x4320 Pix­el) beze­ich­net eine vier­mal so hohe Auflö­sung wie 4K (3840x2160 Pix­el). 120 Bilder pro Sekunde erzeu­gen wiederum eine dop­pelt so große Daten­menge wie 60 Bilder pro Sekunde.

HDMI 2.1 unterstützt höhere Auflösungen bei mehr Bildern pro Sekunde

Daher ist mit HDMI 2.0 bei 4K und 60 Bildern pro Sekunde Schluss – für mehr reicht die Band­bre­ite nicht. Der neue Stan­dard dazu im Ver­gle­ich:

  • HDMI 2.1 gibt 4K-Inhalte mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde wieder.
  • Bei 8K reicht es hinge­gen für 60 Bilder pro Sekunde.
  • Dabei gilt, dass HDMI 2.1 zwar eine Voraus­set­zung dafür ist, 8K-Inhalte abzus­pie­len, sich aber umgekehrt keine Rückschlüsse auf die Auflö­sung des Geräts ziehen lassen. Ein 1440p-Mon­i­tor mit HDMI 2.1 ist eben­so denkbar wie 4K-Fernse­her mit dem Stan­dard. 8K-Abspiel­geräte kosten aktuell (Stand: Feb­ru­ar 2020) noch min­destens mehrere 1000 Euro.
  • The­o­retisch sind mit HDMI 2.1 sog­ar Auflö­sun­gen im 10K-Bere­ich möglich.

Besseres HDR

Der höhere Daten­durch­satz erlaubt auch die Über­tra­gung von mehr Far­ben und ein­er entsprechen­den Farbtiefe von bis zu 16 bit. Entsprechende Hard­ware voraus­ge­set­zt, wird der Stan­dard HDR10+ unter­stützt: Dabei han­delt es sich um eine dynamis­che Anpas­sung der HDR-Meta­dat­en. In der Prax­is sorgt das etwa für mehr Details in beson­ders hellen oder dun­klen Szenen.

Ruckeln ade mit HDMI 2.1: Das kann VRR

HDMI 2.1 unter­stützt auch ein Fea­ture namens VRR. Die Abkürzung ste­ht für „Vari­able Refresh Rate”, was so viel bedeutet wie eine vari­able Bil­drate. Bild­schirme ohne VRR geben Bilder in der Regel in fes­ten Inter­vallen wieder. Bei 60 Bildern pro Sekunde dauert es beispiel­sweise genau 16,6 Mil­lisekun­den, bevor das näch­ste Einzel­bild erscheint. Wenn Filme oder Games mit ein­er Bil­drate arbeit­en, die nicht 30 oder 60 Bilder pro Sekunde entspricht, führt das zu Ruck­lern, weil die Anzeige nicht gle­ich­mäßig erfol­gen kann. Bei Kinofil­men ist das der Grund für das berühmt-berüchtigte 24p-Ruck­eln: Da das Gros der Filme nur mit 24 Bildern pro Sekunde läuft, kommt es zu Unregelmäßigkeit­en bei der Darstel­lung. Das fällt beson­ders bei Kam­eraschwenks über eine Land­schaft auf.

VRR schiebt Ruck­lern einen Riegel vor, weil ein Bild­schirm mit diesem Fea­ture nicht mehr an feste Inter­valle gebun­den ist. Die Abspiel­geräte müssen VRR ihrer­seits unter­stützen. Ein HDMI-2.1-Anschluss bedeutet nicht, dass ein Fernse­her oder Mon­i­tor VRR beherrscht. Gle­ich­es gilt für Blu-ray-Play­er und son­stige Abspiel­geräte. Microsoft kündigte übri­gens an, dass die Xbox Series X HDMI 2.1 unter­stützen wird.

Was bedeuten QMS, QFT, ALLM und eARC?

Ergänzend ermöglicht HDMI 2.1 außer­dem QMS und QFT. QMS ste­ht für „Quick Media Switch­ing”. Der Vorteil: Beim Abspie­len eines Filmes bekommst Du kein schwarzes Bild mehr vor dem Start zu sehen, son­dern die Wieder­gabe erfol­gt naht­los. QMS wiederum ist die Abkürzung für „Quick Frame Trans­port”. Dieses Fea­ture min­imiert die Zeit, die es braucht, bis ein berech­netes Bild vom PC (oder der Kon­sole) auf dem Bild­schirm lan­det, was weniger Input-Lag zur Folge hat. Vorteil­haft beson­ders bei schnellen Action­spie­len, also. Dann ist da noch ALLM, der „Auto Low Laten­cy Mode”, der dafür sorgt, dass mehrere via HDMI 2.1 in ein­er Kette ver­bun­dene Geräte Inhalte mit ein­er möglichst gerin­gen Latenz auf den Bild­schirm brin­gen. Etwa wenn eine Xbox über einem AV-Receiv­er mit dem TV ver­bun­den ist.

Auch für eine bessere Akustik ebnet HDMI 2.1 den Weg: Der Stan­dard unter­stützt eARC, was für „Enhanced Audio Return Chan­nel” ste­ht. Das bedeutet nichts anderes, als dass auch für Sound mehr Band­bre­ite zur Ver­fü­gung ste­ht, was eine entsprechend bessere Audio­qual­ität ermöglicht.

HDMI 2.1 benötigt neue Kabel, ist aber abwärtskompatibel

Der höhere Daten­durch­satz von HDMI 2.1 erfordert entsprechende Kabel, die für diesen Zweck gerüstet sind. Immer­hin ist der Stan­dard abwärt­skom­pat­i­bel zu älteren Ver­sio­nen. An einem entsprechen­den Anschluss funk­tion­ieren auch alte Kabel, die Pass­form bleibt unverän­dert. Einziger Nachteil ist in dem Fall, dass Du auf die Unter­stützung der oben genan­nten Fea­tures verzicht­en musst und sich beispiel­sweise 8K-Inhalte nicht abspie­len lassen. Mehr Infos zum The­ma find­est Du in unserem Info-Artikel zu HDMI.

Besitzt Du bere­its ein HDMI-2.1-fähiges Gerät oder benötigst Du die neuen Fea­tures nicht? Wir freuen uns auf Deine Mei­n­ung im Kom­men­tar-Bere­ich.

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