Szenenbild aus Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord
© Netflix 2021
:

Shiny_Flakes – die reale Geschichte hinter How to Sell Drugs Online (Fast)

Im August startet die Doku­men­ta­tion „Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord“ bei Net­flix. Der Stream­ing­di­enst wirft darin einen Blick auf einen der spek­takulärsten deutschen Krim­i­nalfälle, der die Erfol­gsserie „How to Sell Drugs Online (Fast)” inspiri­ert hat. Wir deck­en die reale Geschichte hin­ter dem Pseu­do­nym Shiny Flakes auf.

How to Sell Drugs Online (Fast) gehört zu den erfol­gre­ich­sten deutschen Net­flix-Orig­i­nals und ging am 27. Juli in die dritte Staffel. Was Du vielle­icht nicht weißt: Die Serie hat sich von ein­er realen Geschichte inspiri­eren lassen, in der ein junger Mann unter dem Pseu­do­nym Shiny Flakes in Erschei­n­ung trat – und zum Dro­gen­baron wurde.

Shiny Flakes: Die reale Geschichte hinter einem der größten deutschen Verbrechen

Wir schreiben das Jahr 2015: In Leipzig stürmt ein SEK-Team eine Woh­nung, in der der 19-jährige Max­i­m­il­ian Schmidt bei sein­er Mut­ter wohnt. Aus seinem Kinderz­im­mer her­aus soll der Ex-Kell­ner im Online­dro­gen­han­del tätig gewe­sen sein – und das im großen Stil.

Die Staat­san­waltschaft wirft ihm vor, zwis­chen Dezem­ber 2013 und Feb­ru­ar 2015 über den Onli­neshop „www.shinyflakes.com” Dro­gen im Wert von 4,1 Mil­lio­nen Euro ver­trieben zu haben. Seine Kund­schaft stammte haupt­säch­lich aus Deutsch­land. Aber auch in ferne Län­der wie Indone­sien gin­gen die Päckchen – manch­mal sog­ar mit Track­ingnum­mer und somit nachver­fol­gbar. In vie­len Fällen lan­dete die Ware in Pack­sta­tio­nen und Paket­de­pots, die als tote Briefkästen dien­ten.

14 Monate gelingt es Max­i­m­il­ian Schmidt, unter dem Radar zu bleiben. Doch dann wird die Polizei wegen falsch frankiert­er und falsch adressiert­er Päckchen auf sein Imperi­um aufmerk­sam.

So flog Maximilian Schmidt alias Shiny Flakes auf

Da war die Ver­wun­derung groß: Im Som­mer 2014 erhal­ten mehrere Bürger:innen falsch adressierte Päckchen, in denen sich ein merk­würdi­ges weißes Pul­ver oder Pillen befind­en. Das Post-Logis­tikzen­trum in Leipzig stellt fest, dass es sich um Dro­gen han­delt – und ihre Beamt:innen in den ver­gan­genen Wochen immer wieder solche Päckchen aufge­spürt hat­ten, die zurück an den Absender gin­gen.

Der oder die Täter:innen verkaufen von Leipzig aus anscheinend große Men­gen Koks, Speed und Ecsta­sy. Allerd­ings glaubt die Polizei zunächst an einen gut organ­isierten Ver­brecher­ring – bis sie Anfang 2015 auf die Spur von Max­i­m­il­ian Schmidt kommt.

Im Feb­ru­ar des Jahres wird der Leipziger dabei beobachtet, wie er mehrere Päckchen Dro­gen an einen Kuri­er übergibt – er wird sofort festgenom­men. Die Ermit­tlun­gen ergeben, dass der junge Mann im Allein­gang einen gigan­tis­chen Dro­gen­han­del auf die Beine gestellt hat.

Ausschnitt aus "Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord".

Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord erzählt die reale Geschichte eines der größten Dro­gen­funde der deutschen Geschichte. — Bild: Net­flix 2021

Unter dem Pseu­do­nym Shiny Flakes verkaufte er die Ware erst im öffentlichen Inter­net und dann auch im Dark­net an eine inter­na­tionale Kund­schaft. Bis zu 16 Stun­den pro Tag soll Max­i­m­il­ian Schmidt damit ver­bracht haben, die ins­ge­samt knapp 14.000 Bestel­lun­gen abzuwick­eln.

Auf sein­er Fest­plat­te find­et die Polizei sog­ar die Adress­dat­en der Großabnehmer:innen – ordentlich aufge­lis­tet in ein­er Excel-Tabelle. Daraufhin ver­an­lassen die Ermittler:innen in 38 Orten Haus­durch­suchun­gen, bei denen fünf weit­ere Per­so­n­en festgenom­men wer­den. Am 11. März 2015 geben die Behör­den schließlich ihren Fah­n­dungser­folg bekan­nt. Und damit das Ende von Shiny Flakes.

Das Shiny-Flakes-Urteil: Sieben Jahre Haft und drei Millionen Euro Strafe

Die Geschichte sorgt auch inter­na­tion­al für Schlagzeilen. Noch im sel­ben Jahr kommt es in Deutsch­land zu einem auf­se­hen­erre­gen­den Prozess, der im Novem­ber mit einem Schuld­spruch endet: Max­i­m­il­ian Schmidt wird zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dass es trotz der Größe seines Ver­brechens nicht mehr ist, liegt daran, dass er nach Jugend­strafrecht verurteilt wird.

Shiny Flakes wird darüber hin­aus vom Staat zur Kasse gebeten: Mehr als drei Mil­lio­nen Euro soll er abbezahlen. Das sollte für einen so erfol­gre­ichen Dro­gen­händler doch eigentlich kein Prob­lem sein, oder? Tat­säch­lich hat­te der Ex-Kell­ner seine Ein­nah­men größ­ten­teils in seinen Online­han­del investiert – und sich ange­blich kaum etwas selb­st geleis­tet.

Laut Zeu­ge­naus­sagen soll er beschei­den gelebt und vor sein­er Fes­t­nahme lediglich neue Sneak­er gekauft haben. Und in seinem Kinderz­im­mer wur­den „nur“ 320 Kilo­gramm Dro­gen und 48.000 Euro Bargeld gefun­den – nicht genug, um seine Schulden abzuzahlen.

Neue Ermittlungen gegen Maximilian Schmidt: Wo ist Shiny Flakes heute?

Shiny Flakes alias Max­i­m­il­ian Schmidt hat zunächst in der JVA Reg­is-Bre­itin­gen und dann in Wald­heim einge­sessen. Immer wieder ist er für Gericht­sprozesse gegen seine Kund:innen als Zeuge vorge­laden wor­den. Im Feb­ru­ar 2019 hat man ihn schließlich vorzeit­ig aus der Haft ent­lassen.

Seit­dem ist er auf Bewährung draußen. Die drei Mil­lio­nen Euro Schulden muss er natür­lich trotz­dem abbezahlen. Einziger Licht­blick: Am 10. Mai 2045 ver­jährt die Mil­lio­nen­forderung.

Ende Juli 2021 wurde bekan­nt, dass die Behör­den wieder gegen Max­i­m­il­ian Schmidt ermit­teln: Medi­en­bericht­en zufolge soll er sich nach der Haf­tent­las­sung „mit anderen zusam­menge­tan” haben, um einen neuen Dro­gen­shop auf die Beine zu stellen. Sollte Schmidt ein weit­eres Mal verurteilt wer­den, würde das Gericht auch seine drei­jährige Bewährung wider­rufen.

Die reale Geschichte hinter How to Sell Drugs Online (Fast) – ab 3. August auf Netflix

Du möcht­est mehr über Shiny Flakes und den krim­inellen Onli­neshop von Max­i­m­il­ian Schmidt erfahren? Dann soll­test Du ab dem 3. August bei Net­flix ein­schal­ten: An diesem Tag erscheint Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord.

Für den Film haben die Produzent:innen das Kinderz­im­mer von Max­i­m­il­ian Schmidt eins zu eins nachge­baut. Der Täter erk­lärt in einem exk­lu­siv­en Inter­view, wie er inner­halb von 14 Monat­en unbe­merkt knapp eine Tonne Dro­gen verkaufen kon­nte.

Auch Ermittler:innen wie Ricar­do Schulz (Leipziger Ober­staat­san­walt) und Pet­ric Kleine (Präsi­dent des LKA Sach­sen) bericht­en in der True-Crime-Doku über den Krim­i­nal­fall und seine Auflö­sung.

Kan­ntest Du die reale Geschichte hin­ter der Doku Shiny_Flakes? Hin­ter­lasse uns gerne einen Kom­men­tar!

Das kön­nte Dich auch inter­essieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren