Beim Laptop die Festplatte tauschen: So gehst Du vor

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Beim Laptop die Festplatte tauschen: So gehst Du vor

Die eingebaute Festplatte Deines Laptops gibt komische Geräusche von sich, setzt öfter mal aus oder ist einfach nur zu langsam? Dann könnte es Zeit für einen Tausch sein. Moderne Laptop-Festplatten bieten jede Menge Kapazität und sind vor allem im Fall von SSD-Speichern extrem schnell. Wir zeigen Dir, wie der Tausch vonstatten geht und auf was Du achten solltest.

Wenn Du bei Deinem Laptop die Festplatte tauschen willst, reicht es nicht, diese einfach aus- und eine andere einzubauen. Schließlich handelt es sich beim Festplattenspeicher neben dem Prozessor sozusagen um das Herzstück des Geräts: Es enthält im Normalfall sämtliche Daten und somit auch das Betriebssystem des Laptops.

Schritt 1 zum Plattentausch: Die notwendige Vorbereitung

In den meisten und vor allem älteren Laptops sind normalerweise innerhalb des Gehäuses sogenannte 2,5-Zoll-Platten verbaut. Der Anschluss erfolgt mit Hilfe eines mehrpoligen Steckers, den es in der Bauform IDE (bei älteren Geräten) und S-ATA (bei neueren Modellen) gibt. Am einfachsten funktioniert der 1:1-Tausch der Platte, wenn Du neben einem separaten PC (oder zweiten Laptop) noch ein entsprechendes, mobiles Festplattengehäuse oder einen sogenannten IDE- oder SATA- auf USB-2.0-Adapter besitzt (oder anschaffst).

Konkret benötigst Du für den Tausch Deiner Laptop-Festplatte folgende Dinge:

  • Den Laptop, dessen Festplatte getauscht werden soll
  • Ein großes Antistatiktuch (etwa doppelt so groß wie der Laptop)
  • Eine ebene, trockene und staubfreie Fläche, auf der Du arbeiten kannst
  • Eine Schale mit Magnetboden oder eine Magnetplatte für die Aufbewahrung der Schrauben
  • Einen sehr kleinen Kreuzschraubendreher (sogenanntes Uhrmacherwerkzeug)
  • Die neue Festplatte in der passenden Bauform
  • Das oben erwähnte, leere Festplattengehäuse oder das entsprechende Adapterkabel (zum Klonen der Platten: das Ganze zweimal)
  • Einen funktionstüchtigen, zweiten PC oder Laptop, nach Möglichkeit mit Internetanschluss (um eventuell etwas nachsehen zu können)

Bevor Du Dich nun ans Werk machst, solltest Du nach Möglichkeit eine Datensicherung durchführen. Sofern der Laptop noch funktioniert, schalte ihn ein und übertrage die auf der alten Festplatte vorhandenen, wichtigen Daten auf eine externe USB-Festplatte beliebiger Bauart (im Zubehör erhältlich). Alternativ kannst Du Deine Datensicherung in einem der gängigen Cloud-Dienste, beispielsweise der Vodafone Cloud, durchführen. Achte hierbei darauf, dass diese(r) mehr Kapazität aufweist als Du an Daten sichern willst. Im Zweifel klickst Du zunächst mit der rechten Maustaste auf den oder die Laufwerksbuchstaben in Windows und wählst „Eigenschaften”. Der Wert unter „Belegter Speicher” gibt Dir einen groben Aufschluss darüber, welche Menge an Daten Du zu sichern hast (bei mehreren Laufwerken: die Summe dieser Werte).

Video: YouTube / ITSCO TV

Schritt 2: S-ATA oder IDE? Checke Dein BIOS – oder sieh im Gehäuse nach

Bevor Du nun beim Händler Deines Vertrauens eine neue Festplatte erwirbst, solltest Du zunächst prüfen, welche Anschlussart Deine Festplatte hat. Drücke hierzu direkt nach dem Einschalten Deines Laptops die „F2”- oder „Entf”-Taste, um dessen BIOS-Einstellungen aufzurufen. Hier findest Du unter „HDD“ (oder einem ähnlich benannten Menüpunkt) die Anschlussart Deiner Festplatte als IDE (alternative Bezeichnung: P-ATA) oder S-ATA angegeben. Da die Anschlüsse untereinander nicht kompatibel sind, musst Du beim Neukauf eine Festplatte gleichen Typs auswählen.

Checke außerdem die Website Deines Laptopherstellers, um herauszufinden, bis zu welcher Kapazität Festplatten vom eingebauten BIOS überhaupt unterstützt werden. Ansonsten ist eventuell zunächst ein Firmware-Upgrade erforderlich – oder Du weichst auf ein kleineres, unterstütztes Modell aus.

Eine alternative Methode, um die Art Deiner Festplatte zu bestimmen, ist das Aufschrauben des Gehäuses. Das ist bei diesem Vorhaben sowieso unvermeidlich, um an die im Inneren verbaute Festplatte heranzukommen. Eine IDE- oder P-ATA-Festplatte erkennst Du daran, dass sie über 44 nicht ummantelte Kupferstifte an der Rückseite verfügt, die in die entsprechende Aufnahme im Laptop gesteckt werden. Bei einer S-ATA-Platte hingegen sind diese Anschlusse mit einer Kunststoffummantelung an einer Seite versehen und deutlich schmaler. Näheres verrät Dir auch das nachstehende Video:

S-ATA 2,5-Zoll-Festplatte

Eine 2,5-Zoll-SATA-Festplatte (wie abgebildet) hat einen kompakteren Anschluss als eine IDE-Platte.

Schritt 3: Der Ausbau der alten Festplatte

Bevor Du mit dem Ausbau der Festplatte beginnst, solltest Du Dich zunächst „erden”. Fasse dazu einfach eine blanke, nicht lackierte Stelle an Deiner Heizung an (beispielsweise den Schraubverschluss am Thermostaten). Ansonsten könnte mögliche statische Aufladung Deinerseits die empfindliche Elektronik Deines Laptops oder der Festplatten beschädigen.

Platziere nun das Tuch auf dem Tisch und lege den ausgeschalteten Laptop mit der Rückseite nach oben darauf. Suche anschließend nach der Beschriftung „HDD” auf der Gehäuserückseite und identifiziere so den Einbauplatz. Normalerweise ist dieser rechteckig ausgeführt und etwa acht mal elf Zentimeter groß. An der Seite befinden sich meist vier Schrauben, die Du lösen musst, um den Fachdeckel zu entfernen. Bei einigen Festplatten ist es auch so, dass sie mit nur einer Schraube gesichert werden.

Anschließend lässt sich die Festplatte samt Träger aus dem Gehäuse ziehen. Löse nun vorsichtig entweder die Festplatte aus dem Gehäuse heraus oder befreie sie vom herstellerspezifischen Einbauträger. Die herausgedrehten Schrauben kannst Du in die Magnetschale legen oder auf der erwähnten Magnetplatte platzieren, sodass sie nicht vom Tisch fallen und möglicherweise verloren gehen.

Schritt 4 (optional): Das Klonen der Platten 

Nachdem Du die alte Festplatte ausgebaut hast, möchtest Du möglicherweise die Festplatten „klonen”. Hierbei werden sämtliche Daten einschließlich des vorhandenen Betriebssystems auf die neue Festplatte übertragen. Anschließend verhält sich der Laptop im Idealfall, als wäre „nichts passiert” – mit dem Unterschied, dass er nun mit der neuen Platte arbeitet und die alte ohne weiteres Zutun als Backup zur Verfügung steht.

Baue hierzu entweder beide Platten in ein passendes USB-Gehäuse ein oder nimm die oben beschriebenen Adapterkabel zur Hand. Anschließend verbindest Du beide Platten via USB mit Deinem PC und schaltest sie gegebenenfalls noch am Gehäuse ein. Nutze nun ein Tool wie beispielsweise Acronis True Image oder Macrium Reflect, um eine 1:1-Kopie der beiden Festplatten zu erstellen. Besonders wichtig ist hierbei natürlich, dass Du die vorhandene Festplatte mit den Daten als Quellmedium und die leere, neue Festplatte als Zielmedium auswählst.

Wenn Du den Klonvorgang nicht durchführst, musst Du nach dem Einbau der neuen Festplatte diese zunächst mit einem passenden Betriebssystem wie Microsoft Windows, Linux oder Chrome OS ausstatten, um das Gerät wieder verwenden zu können. Nachdem das erfolgt ist, kannst Du Dein oben beschriebenes Backup einfach wieder auf das Gerät zurückspielen.

Video: YouTube / TUBEYOUTHETUBE

So baust Du die neue Festplatte ein

Nimm nun die neue Festplatte zur Hand und baue sie in umgekehrter Reihenfolge wie beim Ausbau in den Laptop ein. Achte hierbei darauf, dass keine zuvor entfernten Schrauben übrig bleiben, indem Du sie an ihrer jeweiligen Position wieder festschraubst.

Drehe anschließend den Laptop um und schalte ihn ein. Sofern Du die Festplatte vorher geklont hast, sollte dieser ganz normal hochfahren. Startest Du ihn hingegen mit einer leeren Festplatte, musst Du eventuell erneut ins BIOS wechseln und dort die Startreihenfolge der Geräte anpassen. So stellst Du sicher, dass das Gerät nicht zuerst auf der Festplatte, sondern beispielsweise auf dem eingebauten CD-/DVD-Laufwerk oder am USB-Anschluss nach einem Betriebssystem sucht.

Zusammenfassung

  • Du kannst die Festplatte eines Laptops normalerweise mit überschaubarem Aufwand tauschen.
  • Ersetze alte Festplatten rechtzeitig, wenn diese ungewöhnliche Geräusche von sich geben oder extrem langsam werden.
  • Eine neue Festplatte bringt häufig Vorteile, was die Speicherkapazität und die Arbeitsgeschwindigkeit angeht.
  • Sichere vor dem Tausch der Platte Deine wichtigen Daten in der Cloud oder auf einem geeigneten Massenspeichermedium.
  • Achte beim Aus- und Einbau auf eine geeignete Arbeitsumgebung, in der Du Dich erden kannst und in der nichts verloren geht.

Klappt bei Dir der Festplattentausch problemlos? Wie bist Du vorgegangen? Unsere Leser freuen sich sicher über weitere, hilfreiche Tipps rund um das Thema Plattentausch bei Laptops.

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