Der Cast von Last Night in Soho
© Universal Pictures
Auf dem Bild zu DSDS 2026 sind drei Jurymitglieder der Castingshow nebeneinander vor einem blauen Hintergrund zu sehen.
Auf dem Bild in dem Artikel zu den Reality-Shows 2026 ist eine Hand mit einer Fernbedienung im Vordergrund zu sehen, die auf einen großen, leicht verschwommenen Fernseher gerichtet ist. Auf dem Bildschirm erscheinen zahlreiche bunte Vorschaubilder.

Last Night in Soho: Die Erklärung zum Mystery-Thriller

In Edgar Wrights Hor­ror­film „Last Night in Soho” reist eine Mod­estu­dentin ins Lon­don der Sechziger­jahre und erlebt dabei einen ver­wirren­den Rausch aus Inspi­ra­tion und purem Grauen. Was hin­ter der Geschichte steckt, wie die ver­schiede­nen Zeit­ebe­nen miteinan­der verknüpft sind und was das Ende des Films zu bedeuten hat, erk­lären wir Dir hier.

Edgar Wright ist vorder­gründig für abge­drehte Komö­di­en wie „Shaun of the Dead”, „Hot Fuzz – Zwei abgewich­ste Profis” oder „Scott Pil­grim gegen den Rest der Welt” bekan­nt. Für seinen neuesten Film Last Night in Soho wagte der britis­che Regis­seur jedoch einen Abstech­er ins Horrorfach.

Aber auch dies­mal frönte Wright sein­er Vor­liebe, möglichst viele Ideen miteinan­der zu kreuzen und in ästhetis­che Bilder zu pack­en. So ent­stand ein styl­ish­er Genre-Mix aus Zeitreise­film, Neo-Noir-Thriller, Mys­tery-Hor­ror und sozialkri­tis­chem Sit­ten­bild mit #MeToo-Botschaft. Dementsprechend gibt sich Last Night in Soho alles andere als eindi­men­sion­al und dürfte einige Zuschauer:innen bezüglich des Gese­henen rät­seln lassen.

Wir wollen Dir etwas auf die Sprünge helfen und erk­lären im fol­gen­den Text in aller Aus­führlichkeit die ver­schiede­nen Aspek­te des alb­traumhaften Nostalgie-Trips.

Alle wichti­gen Infos zu Last Night in Soho haben wir bere­its hier für Dich zusam­menge­fasst.

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Die Handlung von Last Night in Soho: Darum geht es im Film

Die tal­en­tierte und zurück­hal­tende Eloise „Ellie“ Coop­er (Thomasin McKen­zie) ist über­glück­lich, als sie einen Stu­di­en­platz am renom­mierten Lon­don Col­lege of Fash­ion erhält. Voller Ehrgeiz und Träume zieht sie aus der Prov­inz in die Haupt­stadt Großbri­tan­niens, um ihre Design-Ken­nt­nisse zu erweit­ern und den Großs­tadt-Flair zu spüren.

Doch schon bei ihrer Ankun­ft macht sich etwas Ernüchterung bre­it: Unter ihren ober­fläch­lichen Mit­be­wohner­in­nen fühlt sich Ellie ganz und gar nicht wohl, weshalb sie sich prompt ein eigenes Zim­mer im Haus der alle­in­ste­hen­den Rent­ner­in Miss Collins (Diana Rigg) anmietet.

Ihre neue Bleibe scheint sogle­ich eine magis­che Wirkung auf Ellie auszuüben, denn bere­its in der ersten Nacht reist die Stu­dentin im Schlaf sechzig Jahre zurück in die Ver­gan­gen­heit. Dabei erlebt sie alles aus der Per­spek­tive der auf­streben­den Sän­gerin Sandie (Anya Tay­lor-Joy), die im Lon­don der Sechziger­jahre den char­man­ten Man­ag­er Jack (Matt Smith) kennenlernt.

Anya Taylor-Joy und Matt Smith in Last Night in Soho

Der har­monis­che Schein trügt: Sandie und Jack — Bild: Universal/ Focus Features

Die anfangs noch inspiri­eren­den Trips in die soge­nan­nten „Swing­ing Six­ties” wer­den für Ellie jedoch zunehmend ver­stören­der. Immer mehr Abgründe in der ange­blich so unbeschw­erten Welt tun sich auf und bald ver­liert sich Ellie in einem Strudel aus Gewalt, Sex und dun­klen Geheimnissen.

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Achtung, hier fol­gen Spoil­er zu Last Night in Soho!

Last Night in Soho erklärt: Wie funktionieren die Zeitreisen von Ellie?

Eine exak­te Erk­lärung, warum es Ellie möglich ist, nachts in die Sechziger­jahre abzu­tauchen, obwohl sie physisch ihr Zim­mer nie ver­lässt, liefert Edgar Wright nicht wirk­lich. Allerd­ings lässt sich der Grund für die Zeitreisen aus der vorheri­gen Fig­uren­ze­ich­nung der Pro­tag­o­nistin ableiten: 

Wie schon zu Beginn des Films gezeigt wird, sieht Ellie näm­lich nach wie vor ihre Mut­ter (Aimee Cas­set­tari), obwohl diese bere­its viele Jahre zuvor Selb­st­mord beg­ing. Die Mod­estu­dentin scheint also generell mit ein­er Art über­natür­lichem Sinn aus­ges­tat­tet beziehungsweise empfänglich für spir­ituelle Erschei­n­un­gen zu sein.

Thomasin McKenzie in Last Night in Soho

Ellie erlebt in Lon­don eine mehr als verän­dernde Zeit — Bild: Universal/ Focus Features

Da Ellie im sel­ben Zim­mer wohnt, in dem einst Sandie lebte, baut sie wohl unter­be­wusst eine emo­tionale Verbindung zu ihr auf. Dadurch kann sie in ihren Träu­men mehrere Jahrzehnte über­brück­en und die Per­spek­tive von Sandie ein­nehmen. Da ihre Ver­mi­eterin Miss Collins – die sich am Ende als geal­terte Sandie her­ausstellt – direkt unter ihr wohnt, kön­nte es auch die räum­liche Nähe zu ihr sein, die Ellie die nächtlichen Visio­nen erleben lässt.

Eine weit­ere entschei­dende Rolle spielt sicher­lich auch Ellies Faible für die Sechziger­jahre, beson­ders für den Lon­don­er Zeit­geist von damals. Diese Affinität im Zusam­men­spiel mit ihrem „sech­sten Sinn” ist möglicher­weise der Aus­lös­er für die äußerst leb­haften Reisen in die Vergangenheit.

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Toxische Beziehung: Was wurde aus Sandie und Jack?

Dass sich die lei­den­schaftliche Romanze zwis­chen Sandie und Jack völ­lig anders entwick­elt als erwartet, ist eine der vie­len düsteren Wen­dun­gen in Last Night in Soho. Ziem­lich schnell zeigt der charis­ma­tisch wirk­ende Man­ag­er näm­lich sein wahres Gesicht: Anstatt Sandie die ver­sproch­enen Gesangsauftritte zu ver­schaf­fen, die ihre Kar­riere ankurbeln sollen, zwingt er die junge Frau sukzes­sive in die Prostitution.

Matt Smith in Last Night in Soho

Hin­ter Jacks fre­undlich­er Fas­sade ver­steckt sich ein wahres Mon­ster — Bild: Universal/ Focus Features

Dabei schreckt der skru­pel­lose Tyrann auch nicht vor psy­chis­ch­er sowie physis­ch­er Gewalt zurück. Unter­drückt und kom­plett desil­lu­sion­iert find­et sich Sandie nicht auf der Bühne, son­dern haupt­säch­lich in ihrem Bett wieder, in dem sie mit zahlre­ichen Män­nern Sex haben muss. Diese Erken­nt­nis, gepaart mit den ständi­gen Mis­shand­lun­gen und Dro­hun­gen Jacks, führen let­z­tendlich zu Sandies blutiger Gegenreaktion.

Während eines weit­eren gewalt­samen Über­griffs von Jack, wehrt sich die gepeinigte Frau und tötet ihren Angreifer mit einem Mess­er. Ellie nimmt diese Sit­u­a­tion in einem weit­eren Flash­back zunächst noch ander­sherum war und ist dementsprechend lange Zeit davon überzeugt, dass Sandie von Jack ermordet wurde.

Später erfährt sie jedoch, dass der grauhaarige Pub-Dauer­gast in der Gegen­wart – ihr Hauptverdächtiger – gar nicht der geal­terte Jack ist, son­dern ein Ex-Polizist namens Lind­sey (Ter­ence Stamp). Die kom­plette Wahrheit offen­bart sich ihr erst danach: Jack ist seit den Sechzigern tot, während Sandie die ganze Zeit über am Leben war und sich als Miss Collins in ein häus­lich­es Dasein zurückzog.

Das Ende von Last Night in Soho: Was hat die Schlussszene zu bedeuten?

Nach­dem Miss Collins der ver­störten Ellie geste­ht, dass sie als junge Sandie nicht nur Jack, son­dern auch zahlre­iche Freier ermordet hat, kommt es zum großen Show­down zwis­chen den bei­den. Dabei bricht ein Feuer im Haus aus, was Miss Collins jedoch nicht vom Ver­such abhält, Ellie töten zu wollen. Let­ztere über­lebt den Angriff ihrer Ver­mi­eterin aber, während die trau­ma­tisierte Serienkil­lerin – im Angesicht der Geis­ter ihrer Opfer – frei­willig in den Flam­men verbrennt.

Edgar Wright been­det seinen Film damit jedoch nicht, son­dern wartet noch mit einem inter­es­san­ten Epi­log auf. Darin springt er in der Zeit ein wenig nach vorn und zeigt eine Mod­en­schau, in der Ellies eigene Kollek­tion präsen­tiert wird. Nach der erfol­gre­ichen Fash­ion-Show wird sie im Back­stage-Bere­ich von ihrer Groß­mut­ter Peg­gy (Rita Tush­ing­ham) und ihrem Fre­und John (Michael Ajao) beglückwünscht.

Peg­gy erwäh­nt dabei Ellies ver­stor­bene Mut­ter, die die New­com­er-Designer­in kurz zuvor auch wieder im Spiegel sah. Als sich Ellie wenig später umdreht, um erneut ihre Mut­ter zu erblick­en, ist dort jedoch plöt­zlich die junge Sandie zu sehen, die ihr zuwinkt und -zwinkert. Daraufhin endet der Film.

Diana Rigg in Last Night in Soho

Miss Collins hat ein mörderisches Geheim­nis — Bild: Universal/ Focus Features

Nostalgie als Trugschluss: Früher war nicht alles besser

Diese finale Szene kön­nte bedeuten, dass nun Sandie Ellies neue „Beglei­t­erin” aus dem Jen­seits ist. Allerd­ings nicht in einem bedrohlichen Sinne. Wie zuvor schon ihre Mut­ter, hat jet­zt auch Sandie eine entschei­dende Bedeu­tung in Ellies Leben ein­genom­men. Durch sie hat die junge Mod­e­schöpferin – trotz aller trau­ma­tis­chen Erleb­nisse – eine pos­i­tive per­sön­liche Entwick­lung durch­laufen. Ellie ist men­tal gereift und hat sich von der ursprünglich selb­st­be­wussten Hal­tung Sandies inspiri­eren lassen.

Während sie zuvor von den Erschei­n­un­gen ihrer Mut­ter Kraft schöpfen kon­nte, ist nun Sandie ihre neue „Quelle”, die ihr Mut macht und sie motiviert. Zugle­ich erin­nert ihr Schick­sal Ellie daran, dass die von ihr so verehrten „Swing­ing Six­ties” längst nicht so tol­er­ant und vergnüglich wie gedacht waren. Vielmehr herrscht­en auch schon damals Sex­is­mus, tox­is­che Männlichkeit und Unter­drück­ung von Frauen – eine beängsti­gende Par­al­lele zur heuti­gen Gegenwart.

Da auch Ellie teil­weise diese Erfahrun­gen gemacht hat, sieht sie in Sandie eine Art See­len­ver­wandte. Gle­icher­maßen dient sie ihr aber auch als Warnsignal, dass sich Ellie in ein­er von Män­nern dominierten Welt behaupten muss. Im Gegen­satz zu ihrem Pen­dant aus der Ver­gan­gen­heit muss sie dafür aber zum Glück nicht auf Gewalt zurückgreifen.

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Wie hat Dir Last Night in Soho gefall­en? Stimmst Du mit unser­er Erk­lärung zum Film übere­in? Ver­rate uns Deine Mei­n­ung in den Kommentaren!

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