Diese Enthüllung könnte das Batman-Joker-Verhältnis für immer verändern

Joaquin Phoenix in Joker
© Warner Bros.
Onward: Keine halben-Sachen
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Diese Enthüllung könnte das Batman-Joker-Verhältnis für immer verändern

Der DC-Film Jok­er, der am 10. Okto­ber in den deutschen Kinos startet, zeigt uns, wie der berühmteste Wider­sach­er Bat­mans vom gesellschaftlichen Ver­lier­er zur Bat­man-Neme­sis wurde. Eine Enthül­lung aus dem neuen Film kön­nte jedoch ein völ­lig neues Licht auf die Beziehung von Jok­er und Bat­man wer­fen. Doch ist sie wirk­lich wahr? Wir erk­lären euch, was dafür und dage­gen spricht.

ACHTUNG: Der fol­gende Text enthält mas­sive Spoil­er zur Hand­lung von Jok­er.

Arthur Fleck, Clown-Prinz des Ver­brechens oder schlicht der Jok­er: Er hat viele Namen, viele Gesichter und Masken. Schon in den Comics sind die Ursprünge des Jok­ers ein Mys­teri­um. Selb­st seine bekan­nteste Ori­gin-Sto­ry, The Killing Joke, spielte mit der Unsicher­heit der Erin­nerun­gen und wurde im Laufe der Zeit immer wieder durch neue Vari­anten kon­trastiert oder in Zweifel gezo­gen.

Diese Unsicher­heit um seine Herkun­ft macht einen Teil der Fasz­i­na­tion des Jok­ers aus, wie auch Christo­pher Nolan erkan­nte. In seinem The Dark Knight-Film erzählt Heath Ledgers Jok­er weit­ere Ver­sio­nen seines Werde­gangs, ließ die Frage nach Wahrheit oder Lüge aber offen. Das Rät­sel um seine Iden­tität ist hier Teil ein­er wahnsin­ni­gen Weltan­schau­ung und grotesken Sin­n­frage.

Joaquin Phoenix in Joker

Joaquin Phoenix ist der neue Jok­er | © Warn­er Bros.

Nun bringt der neue Kinofilm Jok­er mit Joaquin Phoenix in der Titel­rolle eine neue Ursprungs­geschichte ins Spiel. Beson­ders eine Enthül­lung hat es dabei in sich, denn dieses Detail kön­nte die Art und Weise, wie wir Jok­er und Bat­man sehen, nach­haltig verän­dern.

Ist der Jok­er der Sohn von Thomas Wayne und damit etwa auch der Halb­brud­er von Bruce Wayne alias Bat­man?

Der Joker: Der Sohn von Thomas Wayne und Penny Fleck?

Arthur Fleck (Joaquin Phoenix), der später unter dem Namen Jok­er bekan­nt wird, stößt im Film auf einen Brief sein­er Mut­ter Pen­ny (Frances Con­roy), der an den Mul­ti­mil­liardär Thomas Wayne adressiert ist.

Joaquin Phoenix in Joker

Ist Arthur Fleck etwa Bruce Waynes Halb­brud­er? | © Warn­er Bros.

Darin bit­tet sie den derzeit­i­gen Bürg­er­meis­terkan­di­dat­en nicht nur um finanzielle Hil­fe, da sie und ihr Sohn in ärm­lichen Ver­hält­nis­sen leben, son­dern spricht auch von ihrem gemein­samen Kind: Arthur. Für diesen bricht eine Welt zusam­men, da seine Mut­ter ihm nie davon erzählte und er bis zu diesem Zeit­punkt nie einen Vater kan­nte.

Nun soll der unbekan­nte Eltern­teil aus­gerech­net der berühmteste Mann in ganz Gotham sein? Arthur glaubt sein­er Mut­ter und kon­fron­tiert Wayne bei ein­er prunk­vollen Filmvor­führung. Doch das erste Tre­f­fen ver­läuft anders als gedacht: Der Großin­dus­trielle leugnet seine Vater­schaft, nen­nt Arthurs Mut­ter ver­rückt und warnt ihn mit der Andro­hung von Gewalt, sich ihm nicht nochmals zu näh­ern.

Joaquin Phoenix in Joker

Wem soll Arthur glauben? | © Warn­er Bros.

Doch was ist nun die Wahrheit? Ist Arthur Thomas Waynes Sohn oder hat sich seine Mut­ter das Ganze nur einge­bildet?  Da kann man schon ganz schön den Überblick ver­lieren. Im Fol­gen­den wer­den wir das Für und Wieder aus­führlich unter die Lupe nehmen.

Was spricht dafür, dass der Joker Thomas Waynes Sohn ist?

Hin­weise auf die schock­ierende Enthül­lung wer­den schon im ganzen Film gestreut. Die labil wirk­ende Pen­ny Fleck zeigt sich als großer Fan von Thomas Wayne (Brett Cullen), dessen öffentliche Auftritte sie geban­nt ver­fol­gt. Sie ist davon überzeugt, dass er das gebeutelte Gotham ret­ten kann.

Joaquin Phoenix in Joker

Arthurs Mut­ter war einst bei Wayne Enter­pris­es angestellt | © Warn­er Bros.

Ein Teil dieser Bewun­derung rührt daher, dass sie selb­st in jun­gen Jahren für Wayne arbeit­ete. Bis heute schwärmt sie von ihm als fan­tastis­chen Arbeits­ge­ber und herzensguten Men­schen. In jen­er Zeit soll es ihr zufolge zwis­chen den bei­den auch zu jen­er Affäre gekom­men sein, der let­z­tendlich ihr Sohn Arthur entsprun­gen ist.

Das klingt dur­chaus plau­si­bel, schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass ein reich­er Fir­men­boss ein Ver­hält­nis mit ein­er Angestell­ten einge­ht. Mit der Schwanger­schaft soll er sie aber gefeuert und jegliche Verbindung zu ihr abge­brochen haben. Kurz danach wurde sie in die psy­chi­a­trische Anstalt Arkham ein­geliefert.

Hat Thomas Wayne sein illegitimes Kind vertuscht?

Arthur ist davon überzeugt, dass Thomas Wayne seine Mut­ter zum Schweigen brin­gen wollte und deshalb seine Kon­tak­te spie­len ließ, um die unlieb­same Affäre ver­schwinden zu lassen. Die raue Behand­lung durch ihre große Liebe und ihr Aufen­thalt in der Ner­ven­heilanstalt ließen Pen­ny wahrschein­lich als geistig gebroch­ene Frau zurück.

Brett Culllen in Joker

Thomas Wayne wirkt auf den TV-Bild­schir­men sym­pa­tis­ch­er | © Warn­er Bros./ Screen­shot aus Trail­er

Unwahrschein­lich klingt diese Abfolge der Ereignisse nicht, schließlich offen­bart sich Wayne bei seinem Zusam­men­tr­e­f­fen mit Arthur nicht ger­ade als der empathis­che, gute Men­sch, als den ihn Pen­ny oder die Medi­en immer beschrieben.

Ob er zur Zeit der ange­blichen Affäre schon mit sein­er Frau Martha zusam­men war, ist nicht ganz klar. Dass ein Kind mit ein­er Angestell­ten einem Mann wie ihm nicht gele­gen kam, ist aber auch so dur­chaus vorstell­bar.

Joaquin Phoenix in Joker

War Arthur von seinem Vater Wayne nicht gewollt? | © Warn­er Bros.

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Was spricht dagegen, dass Thomas Wayne der Vater des Jokers ist?

So glaub­würdig und nachvol­lziehbar die Geschichte von Pen­ny und die weit­eren Details, die Arthur sich zusam­men­gereimt hat klin­gen, es gibt trotz­dem einige Hin­weise darauf, dass sie trotz­dem nicht der Wahrheit entsprechen.

Joaquin Phoenix und Frances Conroy in Joker

Nicht unbe­d­ingt die ver­trauenswürdig­ste Zeu­g­in: Pen­ny Fleck (Frances Con­roy) | © Warn­er Bros.

Dies begin­nt schon damit, dass Arthurs Mut­ter keineswegs als glaub­hafte Zeu­g­in dargestellt wird. Schon bei ihrer Ein­führung erken­nt man, dass die weit­ge­hend bet­tlä­grige Frau geistig nicht mehr ganz anwe­send ist und ger­adezu einen kindlichen Ein­druck macht.

Diesen Zus­tand kann man zwar ein­er Krankheit und ein­er gewis­sen Altersse­nil­ität zuschreiben, doch ger­ade deswe­gen ist es dur­chaus möglich, dass sie sich über die Jahre die Affäre mit ihrem ange­him­melten Ex-Chef nur einge­bildet hat. Die Stun­den vor den Fernsehnachricht­en, in denen Thomas Wayne sich von der besten Seite zeigt, kön­nten da ihr Übriges getan haben.

Joaquin Phoenix in Joker

Bish­er kan­nte Arthur Thomas Wayne nur aus dem Fernsehn | © Warn­er Bros.

Doch auch hier­bei han­delt es sich nur um Indizien. Wie zuvor schon erwäh­nt, kön­nte dieser Zus­tand auch eine Folge ihres zwang­haften Anstalt­saufen­thalts gewe­sen sein. Vielle­icht hat sie die schreck­lichen Erfahrun­gen ver­drängt und sie in ein­er Art von Selb­stschutz durch ein inneres Heili­gen­bild von Thomas Wayne erset­zt.

Viel schw­er­er wiegen da tat­säch­liche Beweise.

Joker als Adoptivkind und Opfer von Misshandlungen?

Bei ihrem Aufeinan­dertr­e­f­fen behauptet Thomas Wayne gegenüber Arthur, dass er keine Affäre mit Pen­ny Fleck gehabt habe und dies auch nicht der Grund für ihre Ent­las­sung gewe­sen sei. Vielmehr habe sie psy­chis­che Prob­leme gehabt und eine zunehmende Obses­sion für ihn entwick­elt, weshalb er sie feuern musste.

Joaquin Phoenix in Joker

Wurde Arthur als Kind mis­shan­delt? | © Warn­er Bros.

Außer­dem sei Arthur ein Adop­tivkind und von sein­er Mut­ter und/ oder ihrem Lebenspart­ner schw­er mis­shan­delt wor­den. Daraufhin habe er für ihre Ein­weisung ins Arkham Kranken­haus gesorgt.

Das mag auf den ersten Blick zwar verdächtig gün­stig für den reichen Indus­triellen klin­gen und macht Arthurs The­o­rie ein­er Ver­tuschung nur allzu ver­ständlich, doch bald wer­den Fak­ten nachgeliefert. Arthur stielt näm­lich die Kranke­nak­te sein­er Mut­ter und find­et dort Beweise für Waynes Ver­sion – in Wort und Bild.

Diese kön­nten aber noch immer gefälscht sein – oder?

Flashbacks: Echte Erinnerungen an Jokers Kindheit?

Als Arthur die Kranke­nak­te liest, sehen wir in zwei kurzen Rück­blenden erst einen kleinen Jun­gen, dann eine junge, verzweifelt wirk­ende Frau. Bei­de haben blaue Fleck­en und tra­gen deut­liche Zeichen kör­per­lich­er Gewalt. Eine Erin­nerung von Arthur an seine schwierige Kind­heit und die dort erlit­te­nen Mis­shand­lun­gen an ihm und sein­er Mut­ter?

Joaquin Phoenix in Joker

Bestäti­gen die Flash­backs Thomas Waynes Geschichte? | © Warn­er Bros.

Das ist die ein­fach­ste und wohl auch wahrschein­lich­ste Lesart. Wenn dem wirk­lich so ist, kön­nte dies Thomas Waynes Geschichte bestäti­gen. Ander­er­seits bewies Arthur schon an ander­er Stelle eine leb­hafte Phan­tasie beziehungsweise den Hang zu Wah­n­vorstel­lun­gen.

So hat er sich eine Beziehung zu sein­er net­ten Nach­barin Sophie (Zazie Beetz) – inklu­sive mehrfach­er Tre­f­fen und ihre Anwe­sen­heit bei ver­schiede­nen Gele­gen­heit­en – ein­fach nur einge­bildet, wie in ein­er auflösenden Szene gegen Schluss gezeigt wird.

Zazie Beetz in Joker

Die Beziehung zu Sophie spielte sich nur in Arthurs Kopf ab | © Warn­er Bros.

Kön­nte es also sein, dass die Rück­blenden lediglich eine assozia­tive Pro­jek­tion sein­er Phan­tasie als Reak­tion auf die Bilder sind? Möglich, doch lässt sich das nicht beweisen.

Natür­lich kön­nten die Flash­backs auch in einem anderen Zusam­men­hang – als dem von Wayne geschilderten – ste­hen, doch das wäre dann schon wesentlich weit­er gegrif­f­en. Arthurs Reak­tion und sein anschließen­der Mord an sein­er Mut­ter sprechen da eine andere Sprache.

Jok­er zählt zu den ver­störend­sten Psy­chopa­then, die je die Lein­wand unsich­er gemacht haben. Wir empfehlen dir die besten Filme über reale und fik­tive Serienkiller!

Fazit: Batman hat wohl doch keinen Clownsbruder

Obwohl die Geschichte von Pen­ny und auch die Ver­tuschungs­the­o­rie dur­chaus Sinn machen, sprechen die nachvol­lziehbarsten Fak­ten gegen eine Vater­schaft von Wayne.

Natür­lich gibt es noch immer Spiel­raum für Inter­pre­ta­tio­nen, von denen hier auch einige genan­nt wur­den. Doch ins­beson­dere die bei­den Rück­blenden scheinen die Ver­sion des Mil­liardärs zu stützen.

Joaquin Phoenix in Joker

Bat­man und Jok­er sind wohl doch nicht ver­wandt | © Warn­er Bros.

Die mut­maßlichen Erin­nerun­gen sind noch am ehesten neu­tral in diesem Fall, wo die eine Seite geistig nicht mehr ver­trauenswürdig, die andere viel zu viel zu ver­lieren hat. Wayne wäre es nach seinem Ver­hal­ten dur­chaus zuzu­trauen, dass er Pen­ny und Arthur ver­schwinden lassen wollte und dafür die Akten gefälscht hat. Wahrschein­lich ist es aber nicht.

Und so bleibt der spätere Bat­man Bruce Wayne (Dante Pereira-Olsen) vor­erst Einzelkind, auch wenn Regis­seur Todd Phillips Film die Schick­sale des Dun­klen Rit­ters und des Jok­ers so eng miteinan­der ver­bun­den hat, wie nie zuvor.

Bat­man, dem größten Detek­tiv der Welt, dürfte es in dieser Ver­sion der Geschichte jeden­falls nicht allzu schw­er fall­en, die wahre Iden­tität des Jok­ers her­auszufind­en…

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