Der Cast von The Devil All the Time bei Netflix
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The Devil all the Time – die Kritik: No Country for Old God bei Netflix

Grausige Morde, psy­chopathis­che Killer­pärchen und skru­pel­lose Priester: Fin­ster und gewalt­tätig geht es im neuen Net­flix-Thriller „The Dev­il all the Time“ zu. Doch wie gut ist der Film mit Tom Hol­land und Robert Pat­tin­son wirk­lich? Erfahre es hier in unser­er Kri­tik.

„The Dev­il all the Time“ kannst Du wie viele weit­ere Film-High­lights auch auf Deinem Net­flix-Account über Voda­fones GigaTV sehen.

Zwei Kle­in­städte im Ohio der 1950er- und 60er-Jahre: Düster, wild und bedrohlich sind die Hügel, Täler und Wälder in dieser ländlichen Gegend der USA. Und das gilt auch für deren Ein­wohn­er.

Armut und harte Lebens­be­din­gun­gen haben sich in die Gesichter der Men­schen einge­bran­nt. Glaube und Gewalt gehen hier Hand in Hand, regieren und zer­fressen das frag­ile Gefüge aus Moral, Fam­i­lie und Gemein­schaft und hal­ten es doch irgend­wie zusam­men. 

Bill Skarsgård und Haley Benett in Netflix' The Devil All the Time

Gefan­gen in der Dorfhölle: Willard Rus­sel (Bill Skars­gård) und Char­lotte (Haley Benett) in Net­flix’ The Dev­il All the Time. — Bild: Glen Wilson/Netflix © 2020

Es ist eine Welt voller men­schlich­er Schick­sale und Abgründe, die sich im neuen Net­flix-Film „The Dev­il all the Time“ zeigt. Das ver­störende Melo­dram von Anto­nio Cam­pos („Chris­tine“) basiert auf einem Roman von Don­ald Ray Pol­lock, der nicht umson­st Ver­gle­iche zu „No Coun­try for Old Men“-Autor Cor­mac McCarthy nach sich zog. 

Mit­ten­drin in diesen Mühlen aus Blut, Gier und Reli­gion: „Spiderman“-Star Tom Hol­land.

Die Handlung von The Devil all the Time

Vet­er­an Willard Rus­sell (Bill Skarsgård) kehrt trau­ma­tisiert von den Schlacht­feldern des Zweit­en Weltkriegs in sein Heimatnest Knock­em­s­tiff zurück. Bald lernt er die schöne Kell­ner­in Char­lotte (Haley Benett) ken­nen und grün­det mit ihr eine Fam­i­lie.

Seinen jun­gen Sohn Arvin (Michael Banks Repe­ta) erzieht er mit har­ter Hand, denn Willard weiß: „Es gibt jede Menge mieser Scheißk­er­le auf der Welt.“ Eine Tat­sache, mit der Arvin auch als junger Erwach­sen­er (Tom Hol­land) mehr und mehr kon­fron­tiert wird.

Inmit­ten religiös­er Fanatik­er und ver­ro­hter Hin­ter­wäldler lernt er schnell, sich zu behaupten. Und das muss er auch, denn in der Gegend treibt nicht nur ein mor­dend umherziehen­des Pärchen (Jason Clark und Riley Keough) sein Unwe­sen. Auch der frisch geback­ene Predi­ger Pre­ston Tea­gardin (Robert Pat­tin­son) scheint auf nichts Gutes aus zu sein …

Familienchronik ohne Gott und Gnade

Im Kern ist „The Dev­il all the Time“ eine Fam­i­liengeschichte, die aber neben Willard und seinem Sohn Arvin in den kalei­doskopar­ti­gen, ineinan­der ver­wobe­nen Episo­den auch immer wieder ihr Umfeld und weit­ere Charak­tere aus der Umge­bung ins Auge fasst.

Zusam­men kreieren die Hand­lungsstränge eine Welt, in der das Schöne, Schwache und Reine nicht über­leben kann. Wahnsinn, Lügen, religiös­er Eifer und waschechte Teufel scheinen die let­zten Hoff­nungs­funken im Keim zu erstick­en.

Die Men­schen fle­hen nach Gott, mor­den, ver­führen und brin­gen fehlgeleit­ete Opfer in seinem Namen. Doch Gott schweigt und lässt Schafe wie Wölfe in ihrem Elend und mit ihren Illu­sio­nen allein.

Verschenktes Potenzial: Zu wenig Pattinson und Stan

Auch wenn „The Dev­il all the Time“ ger­ade zu Beginn ganz schön lan­gat­mig gerät, gelingt es Regis­seur und Co-Drehbuchau­tor Anto­nio Cam­pos doch, die Zügel sein­er Geschichte in der Hand zu behal­ten. 

Dass bei so vie­len Fig­uren jedoch einige Charak­tere wie der kor­rupte Sher­iff Bodeck­er (ein über­raschend unför­miger Sebas­t­ian Stan) zu blass bleiben, fällt den­noch in fol­gen­schw­eren Szenen schmer­zlich auf. 

Robert Pattinson als Reverend Preston Teagardin in Netflix' The Devil All the Time

Robert Pat­tin­son als Rev­erend Pre­ston Tea­gardin in Net­flix’ The Dev­il All the Time. — Bild: Glen Wilson/Netflix © 2020

Ger­ade „Tenet“-Star Robert Pat­tin­son, der als schmieriger Predi­ger im Rüschen­hemd eine starke Leis­tung abliefert, hätte seine Fig­ur gut und gern in noch mehr Lein­wand­minuten ver­tiefen dür­fen. 

Einige Kürzun­gen in der ersten Hälfte des Films wären da aus rein dra­matur­gis­ch­er Sicht schon weit weniger schw­er ins Gewicht gefall­en. Selb­st wenn „Es“-Clown Bill Skarsgård auch hier mit einem Mix aus stois­ch­er Ver­let­zlichkeit und fiebriger Härte zu überzeu­gen weiß.

The Devil all the Time: Tom Holland wird zum Bad Boy

In der zweit­en Hälfte übern­immt dann aber Tom Hol­land das Rud­er. Son­st eher für seinen linkischen Charme in den Mar­vel-Fil­men bekan­nt, zeigt er sich in „The Dev­il all the Time“ dies­mal von sein­er grim­mi­gen Seite – und prügelt schon mal ohne mit der Wim­per zu zuck­en auf am Boden liegende Men­schen ein.

Den­noch schafft es Hol­land in seinem nuancierten Spiel immer wieder, die jugendliche Unsicher­heit von Arvin durch­scheinen zu lassen, die er hin­ter der harten Miene zu ver­steck­en sucht. 

Tom Holland als Arvin in Netflix' The Devil All the Time

Tom Hol­land als Arvin in Net­flix’ The Dev­il All the Time. — Bild: Glen Wilson/Netflix © 2020

Nichts zu ver­steck­en hat dage­gen Eliza Scanlen („Lit­tle Women“) als das unschuldige Dorf­pflänzchen Leno­ra, Arvins Stief­schwest­er. Ger­ade die gemein­samen Szenen der bei­den ver­schaf­fen einen kleinen Licht­blick im son­st so fin­steren Treiben, der die nötige emo­tionale Tiefe und Fall­höhe für den restlichen Film bere­it­et.

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Starker Cast bis in die kleinste Nebenrolle

Ins­ge­samt muss man wirk­lich bewun­dern, wen sich Regis­seur Cam­pos da alles für „The Dev­il all the Time“ an Bord holen kon­nte. Als wären Hol­land, Pat­tin­son und Skarsgård nicht genug, ist der unheilschwan­gere Psy­chothriller auch noch bis in die kle­in­ste Neben­rolle per­fekt beset­zt.

Neben Mia Wasikows­ka („Alice im Wun­der­land“) als Leno­ras Mut­ter Helen gibt auch Har­ry Melling (Net­flix‘ „The Old Guard”) eine her­rlich man­is­che Vorstel­lung ab, die einem bisweilen dur­chaus Gänse­haut bere­it­en kann. An dieser Stelle sei nur ein Krug mit Spin­nen erwäh­nt …

Riley Keough und Jason Clarke in Netflix' The Devil All the Time

Riley Keough (rechts) und Jason Clarke (links) geben in Net­flix’ The Dev­il All the Time ein überzeu­gend blut­durstiges Mörder­pärchen ab. — Bild: Glen Wilson/Netflix © 2020

Ver­schwitzt, herun­tergekom­men und dia­bolisch zeigt sich außer­dem Jason Clarke („Fried­hof der Kuscheltiere“) in Best­form, per­fekt ergänzt durch eine frech-süße, wie aus dem Ei gepellte Riley Keough („Under The Sil­ver Lake“), stets auf der Suche nach dem näch­sten Opfer für das gemein­same Sex­mord-Foto­pro­jekt, ver­ste­ht sich.

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Blutige Gewalt, verstörende Bilder

Einen großen Anteil der ver­stören­den Atmo­sphäre von „The Dev­il all the Time“ machen auch die bru­tal­en, grotesk-sym­bol­trächti­gen Bilder aus, mit denen der Zuschauer immer wieder kon­fron­tiert wird.

Die bes­tialis­che Kreuzi­gung eines Sol­dat­en, der mit offen­em Fleisch auf einem Schlacht­feld hängt, gibt bere­its zu Beginn einen Vorgeschmack auf das, was da kom­men mag. Es ist nur eine von vie­len Szenen, die sich in ihrer Drastik nach­haltig ins Gedächt­nis ein­bren­nt. 

Bill Skarsgård und Michael Banks Repeta in Netflix' The Devil All the Time

Vet­er­an Willard Rus­sell (Bill Skars­gård) will seinen Sohn Arvin (Michael Banks Repe­ta) fürs Leben rüsten. — Bild: Glen Wilson/Netflix © 2020

Diese Wirkung der Bilder wird auch dadurch gefördert, dass man den rohen Zer­störungsakt selb­st in vie­len Fällen gar nicht oder nur kurz zu sehen bekommt. Gewalt geschieht hier blitzar­tig. Die Kam­era von Lol Craw­ley („Vox Lux“) ver­har­rt dafür aber umso länger auf den Fol­gen der Gewalt, die sich nicht zulet­zt auch in den ver­härteten Gesicht­szü­gen der Pro­tag­o­nis­ten wider­spiegeln.

„Dem Jun­gen schien es, als hätte sein Vater ständig mit dem Handw­erk des Teufels zu tun“, sagt Pol­lock, der im Orig­inal­ton mit kernig-gütiger Stimme auch den Erzäh­ler­posten für die Ver­fil­mung seines Werks über­nahm. Diesen Vor­wurf kann man Willard allerd­ings nicht ver­denken. 

Gott hat diese ver­lorene Ecke Amerikas jeden­falls schon lange ver­lassen.

Fazit zu The Devil all the Time

Net­flix‘ „The Dev­il all the Time“ entlädt sich in einem so bluti­gen wie ver­stören­den Psy­chothriller, in dem wed­er Gewalt noch die Bibel Erlö­sung ver­sprechen. Trotz der rohen Bild­kraft ist es zum Schluss aber der her­vor­ra­gende Cast, der den Film über einige Län­gen hin­we­gret­tet. 

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