Ausschnitt aus dem Film "Wonder Woman 1984"
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Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

GigaTV statt Kino? So stark könnte sich die Filmbranche verändern

Die Coro­na-Pan­demie mis­cht die Kino­branche ordentlich auf – mit langfristi­gen Fol­gen für die gesamte Fil­min­dus­trie. Denn immer mehr Streifen sollen direkt als Stream erscheinen. Liegt die Zukun­ft also bei Dien­sten wie GigaTV statt dem Kino?

„Won­der Woman 1984” war nur der Anfang: Warn­er Bros. kündigte über­raschend an, dass alle Filme des Stu­dios 2021 in den USA par­al­lel zum Kinos­tart auch als Stream erscheinen wer­den. Wie es um einen deutschen Release ste­ht, wis­sen wir zwar noch nicht. Wir kön­nen aber nicht ganz auss­chließen, dass die Filme auch hierzu­lande zeit­nah bei einem Stream­ing­di­enst lan­den werden.

Diese Entschei­dung kommt nicht völ­lig über­raschend. Denn bere­its in diesem Jahr waren einige Kinofilme zeit­nah zum Strea­men freigegeben wor­den (wir berichteten). Möglicher­weise liegt die Zukun­ft also auch in den Hän­den von Ange­boten wie GigaTV. Indus­trie-Insid­er gehen jeden­falls davon aus, dass ein Wan­del stat­tfind­et – und kün­ftig anhal­ten könnte.

Die Filmindustrie im Aufbruch

Die glob­ale Pan­demie brachte die Film­branche eben­so in die Zwick­müh­le wie viele andere Zweige der Enter­tain­ment-Indus­trie: Plöt­zlich kon­nten Men­schen ein­fach nicht mehr ins Kino gehen. Kosten für Filme kon­nten nicht mehr auf tra­di­tionelle Art einge­spielt werden.

Bis dato wurde die Ver­mark­tung in strik­ter Rei­hen­folge durchge­führt: Zunächst kamen die Kinos, an deren Kassen bere­its über Erfolg oder Mis­ser­folg entsch­ieden wurde. Erfol­gre­iche Filme spiel­ten oft bere­its in dieser Phase ihre Pro­duk­tion­skosten wieder ein. In der näch­sten Stufe kamen Autoki­nos und Pro­grammki­nos hinzu. Darauf fol­gte dann der Release als Home-Enter­tain­ment-For­mat – früher nur als DVD und Blu-ray, inzwis­chen erscheinen sie par­al­lel auch im Pay-TV und bei Stream­ing­di­en­sten. Als let­zter Ver­w­er­tungss­chritt kam dann die Ausstrahlung im Fernse­hen dazu.

Da diese tra­di­tionelle Ver­w­er­tungs­kette zulet­zt weg­fiel, entschlossen sich einige Pro­duk­tions­fir­men, ihre Filme direkt oder zumin­d­est rel­a­tiv zeit­nah als Stream zu veröffentlichen.

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Streaming First oder doch ins Kino?

Der Ansatz, Stream­ing als Hauptver­wen­dungszweck für Filme zu nutzen, kommt dank Pan­demiesi­t­u­a­tion nun langsam in Mode. Dis­neys Remake von „Mulan“ war im Herb­st ein gutes Beispiel für einen Block­buster, der gezwun­gener­maßen in einem Stream­ing-First-Ansatz veröf­fentlicht wer­den musste. Der Konz­ern hat­te einen dreis­tel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag in die Pro­duk­tion gesteckt und den Film gezielt auch auf ein chi­ne­sis­ches Pub­likum hin aus­gerichtet. In den let­zten Jahren war dieser Markt auch für Hol­ly­wood immer wichtiger gewor­den und kon­nte auch Filme stützen, die sich in den USA nicht gut verkauften.

Auf­grund geschlossen­er Kinosäle entsch­ied sich Dis­ney aber let­ztlich dazu, den Film online zu veröf­fentlichen. Der Stream­ing­di­enst Dis­ney Plus nahm den Streifen zunächst als Pre­mi­um-Inhalt ins Pro­gramm, für den Nutzer extra zahlen müssen. Ein riskantes Manöver, allerd­ings wirtschaftlich notwendig, wenn Dis­ney die enor­men Pro­duk­tion­skosten wieder here­in­holen wollte. Ein paar Wochen später stellte man „Mulan” dann für alle Abon­nen­ten kosten­frei zur Verfügung.

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Am Ende war es jedoch nicht das Fehlen von Kinos, son­dern kreative Prob­leme, die „Mulan“ wohl zu einem Flop macht­en: Fans beklagten direkt nach dem Release den fehlen­den Charme des Films im Ver­gle­ich zum Zeichen­trick-Orig­i­nal: Kein niedlich­er Drache, keine Lieder, keine Heldin, die durch Fleiß und Charak­ter­stärke das Böse besiegt. Prob­leme poli­tis­ch­er Natur sorgten indes dafür, dass der Film in Chi­na von staatlich­er Seite mit Boykot­taufrufen belegt wurde.

So könnte die Zukunft aussehen

Dis­neys Vorstoß mag nicht voll­ständig funk­tion­iert haben – dürfte aber ein Vor­bild sein. Selb­st wenn bald erste Imp­fun­gen starten kön­nen, dauert es wahrschein­lich noch eine ganze Weile, bis die Pan­demie für been­det erk­lärt wird. Einige Kino­be­treiber kön­nten dann längst aufgegeben haben. Laut Warn­er soll die Entschei­dung, Filme direkt als Stream zu veröf­fentlichen, zunächst zwar auf ein Jahr begren­zt sein. Gegenüber der New York Times schloss Toby Emmerich (Vor­sitzen­der von Warn­er Bros. Pic­tures) aber nicht aus, dass das Vorhaben auch über 2021 hin­aus Bestand hat.

Branch­en­ex­perten sehen kün­ftig eine Mis­chung der ver­schiede­nen Ver­w­er­tungsmod­elle als möglich an. Und wie genau diese aussieht, kön­nten die Pro­duk­tions­fir­men bei jedem Film indi­vidu­ell pla­nen und maßschnei­dern. Allerd­ings haben nicht nur die Pro­duzen­ten, son­dern auch die Kreativ­en möglicher­weise noch ein Wörtchen mitzure­den: Christo­pher Nolan zum Beispiel forderte, dass sein aktuelles Werk „Tenet“ zunächst nur im Kino zu sehen sein sollte. Er wollte das bild- und audio­gewaltige Werk nicht den ver­schiede­nen Kon­fig­u­ra­tio­nen von Heimthe­atern oder gar Smart­phone-Dis­plays überlassen.

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Trotz­dem kön­nten Filme kün­ftig auch direkt als Stream erscheinen. Die Beze­ich­nung Kino­premiere wäre damit wohl hin­fäl­lig. Aber Sofafilm klingt ein­fach nicht schmis­sig genug, um sich weitläu­fig zu etablieren. Den­noch: Dien­ste wie GigaTV, Net­flix und Co. dürften kün­ftig noch mehr an Gewicht gewin­nen. Auch als Aus­gangspunkt für das ganz große Kino.

Gehst Du lieber ins Kino oder schaust Du Filme auf der heimis­chen Couch? Schreib uns gerne einen Kommentar.

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