Induktives Laden am Beispiel einer Smartwatch.
© picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke
Frauenhände tippen auf iPad mit Tastatur
Rothaarige Frau am Meer guckt auf ihr Smartphone
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Induktives Laden: Wie das geht und was die Vor- und Nachteile sind

Dein Handy-Akku ist leer – nach dem Ladek­a­bel brauchst Du aber nicht unbe­d­ingt zu suchen. Stattdessen kannst Du viele Smart­phones auch ein­fach auf eine spezielle Schale auf Deinem Schreibtisch leg­en und schon wird es draht­los aufge­laden. Aber wie funk­tion­iert das induk­tive Laden eigentlich? Und welche Vor- und Nachteile hat die Tech­nolo­gie?

Induktives Laden: So funktioniert die Technik

Beim induk­tiv­en Laden legst Du Handys, Smart­watch­es, Wear­ables oder Blue­tooth-Kopfhör­er ein­fach auf eine Lade­vor­rich­tung, die die Geräte mit Strom ver­sorgt. Ein Ladek­a­bel ist nicht nötig.

Damit Du ein Gerät induk­tiv laden kannst, muss es mit der entsprechen­den Tech­nolo­gie aus­gerüstet sein. Das erkennst Du am Logo auf der Ver­pack­ung – einem kleinen q mit Hal­bkreis und Punkt darüber. Das Sym­bol ste­ht für Qi, den am weitesten ver­bre­it­eten Stan­dard zum draht­losen Aufladen. Über­set­zt bedeutet das chi­ne­sis­che Wort in etwa “Lebensen­ergie”. Hin­ter dem Stan­dard steckt das „Wire­less Pow­er Con­sor­tium” (WPC), in dem sich diverse Geräte­hersteller zusam­mengeschlossen haben, etwa Sam­sung, Sony und Apple.

Bei Smart­phones sind es vor allem Oberk­lasse-Geräte, die Du bequem ohne Kabel laden kannst. Dazu gehören zum Beispiel iPhones 8 und jünger, die Smart­phones der Sam­sung-Galaxy-Rei­he sowie Handys von Huawei, LG und Google. Alter­na­tiv holst Du Dir eine Spezial­hülle für Dein Gerät. Sie ermöglicht das Aufladen über eine Lade­schale auch dann, wenn das Gerät nicht entsprechend aus­gerüstet ist.

Das induk­tive Aufladen funk­tion­iert dann so:

  • Die Ladesta­tion ist mit der Steck­dose oder dem USB-Anschluss eines Com­put­ers ver­bun­den. In ihrem Inneren befind­et sich eine elek­trische Spule, durch die Wech­sel­strom fließt. Dadurch entste­ht ein Mag­net­feld.
  • Auch im Handy oder dem anderen Gerät ist eine Spule. Befind­et sich diese im Bere­ich des Mag­net­felds, fließt auch durch sie Strom. Der Wech­sel­strom wird in Gle­ich­strom umge­wan­delt und fließt zum Akku. Dieser wird aufge­laden.

Nach diesem Prinzip arbeit­et übri­gens auch ein Induk­tion­sh­erd: Eine Spule in der Herd­plat­te erzeugt das mag­netis­che Feld, der Strom fließt in den Boden des Topfs. Elek­trische Zahn­bürsten lädst du eben­falls über Induk­tion auf: Du stellst sie auf eine Sta­tion, die mit der Steck­dose ver­bun­den ist.

Wo kannst Du Dein Handy induktiv laden?

Zum induk­tiv­en Laden Deines Smart­phones legst Du es mit dem Bild­schirm nach oben auf eine Lade­vor­rich­tung. Dafür gibt es ver­schiedene Möglichkeit­en:

  • Du stellst eine Schale oder Hal­terung auf oder legst eine Mat­te auf den Tisch. Du kannst Dir auch ein spezielles Möbel­stück mit Lade­vor­rich­tung zule­gen, etwa Lam­p­en mit speziellen Füßen oder einen Radioweck­er.
  • Sta­tio­nen zum induk­tiv­en Laden gibt es außer­dem an vie­len öffentlichen Orten. Dazu gehören Warte­zo­nen von Flughäfen, manche Hotels oder Kaf­fee­haus­ket­ten sowie Schnel­lim­bisse, die Tis­che mit Lade­schalen aus­gerüstet haben. Auch manche Autos besitzen eine solche Lademöglichkeit in der Mit­telkon­sole. Du kannst diese bei Bedarf nachrüsten. Strom bekom­men sie dann über den Zigaret­te­nanzün­der.

Vor- und Nachteile beim kabellosen Laden

Induk­tives Laden ist bequem und bringt einige Plus­punk­te mit. Aber die Tech­nolo­gie hat auch noch ein paar Schwächen.

Diese Vorteile hat das induk­tive Laden:

  • Es ist ein­fach und bequem, weil Du das zu ladende Gerät nur aufle­gen musst. Du sparst Dir das Ein­stöpseln eines Kabels und die Suche nach ein­er freien Steck­dose.
  • Du musst Dich nicht länger mit unter­schiedlichen Ladegeräten herum­schla­gen. Der Qi-Stan­dard ist inter­na­tion­al ein­heitlich und kom­pat­i­bel mit Geräten unter­schiedlich­er Her­steller. Du ver­sorgst mit ein­er einzi­gen Lade­schale also sowohl ein iPhone als auch ein Android-Smart­phone mit Energie. Die jew­eili­gen Ladek­a­bel kannst Du dage­gen in den meis­ten Fällen nicht geräteüber­greifend nutzen.
  • Mit manchen Lade­schalen kannst Du sog­ar ver­schiedene Geräte gle­ichzeit­ig aufladen.
  • Die Lade­buchse am Smart­phone ver­schleißt nicht so schnell und Du schon­st das Net­zteil.
  • Unter­wegs lädst Du den Akku an öffentlichen Ladesta­tio­nen unkom­pliziert auf, auch wenn Du Dein Ladek­a­bel vergessen hast.

Diese Nachteile gibt es beim kabel­losen Laden:

  • Du brauchst ein Smart­phone, das induk­tives Laden unter­stützt.
  • Wenn das Handy auf der Lade­schale liegt, kannst Du es schlecht gle­ichzeit­ig ver­wen­den. Sobald Du es hochheb­st, ist die Stromver­sorgung unter­brochen.
  • Dicke Smart­phone-Hüllen oder met­allis­che Cas­es beein­trächti­gen den Lade­vor­gang. Du musst das Handy vor dem Aufle­gen her­aus­nehmen.
  • Die Geräte müssen in ein­er exak­ten Posi­tion auf der Lade­schale liegen, damit sich die Spulen in unmit­tel­bar­er Nähe zueinan­der befind­en. Son­st fließt kein Strom. Hochw­er­tige Lade­schalen haben aber meis­tens mehrere Spulen, dann ist die genaue Platzierung nicht so wichtig.
  • Induk­tives Laden dauert mitunter bis zu 50 Prozent länger als über Kabel. Das liegt daran, dass bei der draht­losen Stromüber­tra­gung nur 500 bis 800 mA (Mil­liampere) fließen. Beim Laden via Kabel sind es zwis­chen 1.200 und 2.000 mA.
  • Der Wirkungs­grad ist geringer, zehn bis 20 Prozent der Energie gehen beim Laden ohne Kabel ver­loren.

Gut zu wis­sen: Die meis­ten Qi-Lade­schalen oder -Hal­terun­gen brin­gen von Haus aus eine Leis­tung von fünf bis zehn Watt mit. Manche Smart­phones besitzen zusät­zlich einen Schnel­l­lade­modus. Den müssen aber auch die Lade­vor­rich­tun­gen unter­stützen. Dann beträgt die Leis­tung bis 15 Watt. Das klappt allerd­ings manch­mal nur mit hau­seige­nen Ladegeräten, so etwa bei Apple.

Ist das kabellose Laden gefährlich?

Viele Nutzer fra­gen sich, ob die elek­tro­mag­netis­che Strahlung beim induk­tiv­en Laden gefährlich sein kön­nte. Die Ladesta­tio­nen haben eine sehr geringe Reich­weite, dadurch wird die Strahlung einge­gren­zt. Wenn ger­ade kein Gerät geladen wird, entste­ht in der Regel also auch kein Mag­net­feld. Manche Ladesta­tio­nen drosseln dann alter­na­tiv die elek­trische Span­nung.

Prob­lema­tisch kann es wer­den, wenn andere met­allis­che Objek­te in der Nähe des Mag­net­felds liegen. Diese kön­nen sich dann extrem erhitzen. Viele Ladesta­tio­nen erken­nen aber, wenn ein „falsch­er” Gegen­stand ins Mag­net­feld gelangt und stop­pen den Lade­vor­gang. Durch die geringe Reich­weite des Mag­net­felds ist die Wahrschein­lichkeit für eine solche Gefahr auch eher ger­ing.

Zusammenfassung: Induktives Laden erklärt

  • Beim induk­tiv­en Laden wird ein Mag­net­feld erzeugt, über das zum Beispiel ein Handy mit Strom ver­sorgt wer­den kann. Du brauchst kein zusät­zlich Kabel, aber eine spezielle Lade­vor­rich­tung, auf der Du das zu ladende Gerät legst.
  • Geräte wie das Smart­phone müssen kom­pat­i­bel sein, damit Du sie kabel­los aufladen kannst.
  • Induk­tives Laden funk­tion­iert über Lade­schalen oder -hal­terun­gen, die mitunter in Möbel­stücke einge­baut sind. Du find­est diese auch in manchen Autos, in Kaf­fee­haus­ket­ten, Schnell­restau­rants sowie in Flughäfen oder Hotels.
  • Das kabel­lose Aufladen ist bequem und ein­fach. Es eignet sich für viele Geräte ver­schieden­er Her­steller.
  • Ein­er der Nachteile beim induk­tiv­en Laden: Es dauert länger, bis der Akku voll ist.

Lädst Du Dein Smart­phone oder ein anderes Gerät via Induk­tion auf? Ver­rate es uns in den Kom­mentaren!

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