„X-Men: Dark Phoenix“ im Film-Review
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

„X-Men: Dark Phoenix“ im Film-Review

In der Mutan­tin Jean Grey schlum­mern ver­bor­gene Kräfte. Das macht sie zur Zielscheibe ein­er kos­mis­chen Macht. Und diese dro­ht, die Erde zu ver­nicht­en. So weit, so bekan­nt. Ob die zweite Adap­tion der ikonis­chen Sto­ry funk­tion­iert, erfährst Du in der fea­tured-Filmkri­tik zu X-Men: Dark Phoenix.

Es gibt Com­ic-Geschicht­en, die genießen echt­en Kult­sta­tus unter Fans. Die Dark-Phoenix-Saga gehört dazu. Sie taucht regelmäßig in Lis­ten der beliebtesten Com­ic-Sto­ry­lines auf und  sie wurde bere­its 2006 in X-Men: Der let­zte Wider­stand als Randgeschichte ver­ar­beit­et. In Dark Phoenix wid­met sich Autor und Regie-Debü­tant Simon Kin­berg dem Stoff zumin­d­est einen ganzen Film lang. Aber mit welchem Ergebnis?

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Jean Grey: Phoenix

Anfang der Neun­ziger wer­den die X-Men gefeiert wie Super­helden – und manch­mal auch so genan­nt. Um diesen Sta­tus aufrecht zu erhal­ten, schickt Pro­fes­sor X (James McAvoy) seine Schüt­zlinge auf immer waghal­sigere Mis­sio­nen. Wir begeg­nen dem aktuellen Team beim Ver­such, die Besatzung eines Raum­schiffs zu ret­ten. Eine unbekan­nte kos­mis­che Strahlung trifft dabei auf Vorzeige­mu­tan­tin Jean Grey (Sophie Turn­er). Jeans Kräfte wach­sen daraufhin ins Uner­messliche. Doch nicht nur die X-Men und Mag­ne­to (Michael Fass­ben­der) sind auf der Suche nach Jean. Eine außerirdis­che Rasse von Gestalt­wan­dlern hat eben­so mas­sives Inter­esse an der kos­mis­chen Macht.

Dark Phoenix: Herr der Partikeleffekte

Super­helden­filme sind Effek­tki­no. Und heutzu­tage nur allzu oft Par­tikel­ef­fekt-Kino. Wir erin­nern uns an die zahlre­ichen Zer­stäubungsef­fek­te bei Avengers: Infin­i­ty War. Ein Fin­ger­schnip­pen und zack: Aschere­gen. In dem Film, der ab 12 Jahren freigegeben ist, find­en deut­lich mehr Leute ihr Ende als in Dead­pool 2 oder dem Wolver­ine-Film Logan, ihrer­seits bei­de ab 16 Jahren freigegeben. Aber Blut und Kör­per­lichkeit sind für ein niedriges Rat­ing eben ungeeignet.

Die Sto­ry um eine außerirdis­che Macht und men­schliche Ver­fehlun­gen ist per se eher Kost für den anspruchsvollen Sci­ence-Fic­tion-Fan. Und eine entsprechend kör­per­liche oder sagen wir natür­lichere Kon­flik­t­darstel­lung würde dem Film gut ste­hen. So allerd­ings bleibt der Ein­druck, dass Dark Phoenix sich über eine niedrige Alters­freiga­be an ein möglichst bre­ites Pub­likum ankuschelt. Unnötig. Denn diejeni­gen, die den Film sehen wollen, weil sie die Comicvor­lage aus den 1970ern ken­nen, wer­den dem Kinde­salter ver­mut­lich längst entwach­sen sein.

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Identität: Eine unglückliche Suche

Der Ein­satz von Spezial­ef­fek­ten regt aber noch zu anderen Diskus­sio­nen an. Die Fig­uren Beast (Nicholas Hoult) und Mys­tique (Jen­nifer Lawrence) sind oft in men­schlich­er Erschei­n­ungs­form zu sehen. Okay, Mys­tique ist eine Gestalt­wan­d­lerin, soweit so gut. Aber sie ist vor allem aber stolz darauf eine Mutan­tin zu sein. Lawrence gab allerd­ings bere­its 2017 in einem Inter­view mit Enter­tain­ment Week­ly zu ver­ste­hen, dass sie auf das inten­sive Make-up ihres Charak­ters eigentlich keine Lust hat. Und eigentlich auch nicht auf die Rolle selb­st. Befind­lichkeit­en. Schade. Gle­ich­es gilt für die Rolle des Wis­senschaftlers Hank McCoy alias Beast. In den Vorgänger­fil­men wurde etabliert, dass ein Serum ihm seine men­schliche Gestalt gibt. Bei Bedarf mutiert er dann zum Beast. Buh! Warum? Wir brauchen hier keinen zweit­en Hulk.

Und dann ist da noch die außerirdis­che Rasse der Shi’Ar. In Dark Phoenix sind sie graue Alien-Stereo­typen mit der Fähigkeit­en ihre Gestalt zu verän­dern – ja, genau­so wie die Skrulls jüngst in Cap­tain Mar­vel. Im direk­ten Ver­gle­ich sind die Inva­soren hier aber nur ein see­len­los­es Sto­ry-Vehikel. Sie sind böse, weil sie böse sind. Man erken­nt sie daran, dass sie aus­druck­slose Gesichter haben. Zweck­di­en­lich, ja, aber erschreck­end unin­spiri­ert, lang­weilig und generisch.

Dark Phoenix: Auf der Suche nach der eigenen Identität

Es ist iro­nisch, dass ein Film, dessen Hand­lung sich in weit­en Teilen um die Find­ung der eige­nen Iden­tität dreht, selb­st keine besitzt. So erin­nert Dark Phoenix stark an die Avengers-Filme, zumin­d­est was die Fig­uren­muster und Grup­pen­dy­namik ange­ht. Die Prämisse „Außerirdis­che Gestalt­wan­dler suchen nach außerirdis­ch­er Macht, die in Titel­heldin schlum­mert“, hinge­gen, klingt erschreck­end stark nach Cap­tain Mar­vel. Und in dem Drang, den Film möglichst ernst und düster zu gestal­ten, bleibt der Humor auf der Strecke.

Am Ende ist X-Men: Dark Phoenix effek­t­lastiges Pop­ko­rnk­i­no mit vie­len Blitzen, Staub und Pathos. Ein hüb­sch­er Buden­za­uber, der ja nicht zulet­zt auch die aktuelle Film­rei­he zum Abschluss brin­gen soll. Das wirft allerd­ings die Frage auf, wie das anste­hende Spin-off New Mutants noch ins Fran­chise passt. Oder die Dead­pool-Filme, die im zweit­en Teil ja zumin­d­est eine Art von Brücke gebaut haben. Wir dür­fen ges­pan­nt sein, was Dis­ney mit seinen neuge­wonnenen Lizen­zrecht­en am X-Men-Fran­chise anstellt.

Kurz: X-Men: Dark Phoenix war der zweite Ver­such, die Phoenix-Saga auf die Lein­wand zu brin­gen. Vielle­icht klappt‘s beim drit­ten Anlauf. Wir drück­en die Daumen.

X-Men: Dark Phoenix

OT: Dark Phoenix

Genre:          Super­helden / Sci­ence Fiction

Bun­desstart: 06.06.2019

Laufzeit:       114 Minuten

FSK:             Ab 12 Jahren

Regie:          Simon Kinberg

Drehbuch:     Simon Kinberg

 

Welchen X-Men-Sto­ry wäre Dein Favorit für die Lein­wand? Wir sind ges­pan­nt auf Deine Idee.

Titelbild: Twentieth Century Fox

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