„Spider-Man: Far From Home“ in der featured-Filmkritik: Perfektes Networking

„Spider-Man: Far From Home“ in der featured-Filmkritik: Perfektes Networking

Peter Parker, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, braucht eine Pause und geht auf Klassenfahrt. Aber Far From Home muss er sich ständig zwischen Heldentum und Herzschmerz entscheiden. Warum die Fortsetzung von Avengers: Endgame mehrere Blicke wert ist, erfährst Du in der featured-Filmkritik zu Spider-Man: Far From Home.

Schon Spider-Man: Homecoming punktete mit einer Story, in der es nicht um das Schicksal der Erde geht, sondern eher um das eines Stadtviertels. Und auch wenn es Spidey diesmal quer durch Europa zieht, versucht er vor allem seine Freunde zu schützen. Allen voran natürlich seinen Schwarm MJ, denn eine Highschool-Lovestory ist Far From Home auch noch.

Spider-Man Far From Home: Hilfe, die Amis kommen

Nach den dramatischen Ereignissen in Infinity War und Endgame verdaut die Welt noch immer den Verlust ihrer stärksten Helden. Peter alias Spider-Man (Tom Holland) tritt als Maskottchen für den guten Zweck auf und rückt zunehmend als Iron Mans Nachfolger in den Fokus der Medien. Zeit für Urlaub! Da kommt die Klassenfahrt durch Europa ganz recht. Denn „europäische Mädchen lieben amerikanische Jungs“ – zumindest laut Peters bestem Freund Ned (Jacob Batalon). Dabei will Peter eigentlich nur endlich seinem Herzklopfen nachgeben und MJ (Zendaya) sagen, was er für sie empfindet.

Und ach, es wäre halb so schwer, wenn nicht plötzlich S.H.I.E.L.D.-Direktor Nick Fury (Samuel L. Jackson) auf dem Plan stünde. Er will Spider-Man rekrutieren: Als Tony Starks Nachfolger und für den Kampf gegen furchtbare Wetterkreaturen, die Elementals. Glücklicherweise muss er den Kampf nicht allein bestreiten. Als neuer Held schließt sich Quentin Beck an, bald bekannt als Mysterio.

Was das Herz begehrt und die Fäden halten

Die Liebe gehört als Subgenre zum Highschool-Film einfach dazu. Und schon in Homecoming waren einige der schönsten Szenen jene, in denen es um Peter Parker und seinen Herzschmerz ging und nicht um Spider-Man. Das ist auch diesmal so. Und zweifelsfrei ist Michelle alias MJ ein Hauptgewinn für den Film. Ein warmherziger, hochzynischer Charakter, der uns in jeder Sekunde Leinwandpräsenz davon überzeugt, dass er gar nicht erobert werden will, sondern einfach nur nicht verarscht werden möchte. Auch anderen Personen haben Schmetterlinge im Bauch. Wer und warum, das wollen wir an dieser Stelle nicht spoilern.

Die Figur Spider-Man war zu Beginn seiner Comic-Karriere eine echte Ausnahmeerscheinung. Ein Teenager als Held? Mit Teenagerproblemen? Und Insektenkräften? Als Marvel-Legende und Spider-Man-Co-Schöpfer Stan Lee den Helden erdachte, stieß er auf Ablehnung. Das erzählte er in zahlreichen Interviews. Und doch ist es genau diese Prämisse, mit der die Figur so viel Identifikationspotential liefert: ein einfacher Junge aus Queens, unglücklich verliebt, in der Schule ein Außenseiter, knapp bei Kasse.

Action mit Netz und doppeltem Boden

Wenn zu diesem Zeitpunkt der Eindruck entsteht, dass Spider-Man: Far From Home arm an Spannung oder Action wäre und ausschließlich eine romantische Highschool-Comedy sei, können wir Dich beruhigen: Es knallt, leuchtet, spinnt und kracht ausreichend. Spätestens wenn Jake Gyllenhaal als Mysterio gegen die riesigen Elementals antritt, ist Effektfeuerwerk angesagt.

Übliches Problem: Wir haben Spider-Man in Schlachten gesehen, die wesentlich fordernder waren als diese hier. Um den Kampf jetzt nicht völlig egal zu machen, braucht es also ein Mittel, um den Spinnenmann zu schwächen. In diesem Fall entschließt sich Peter dazu, seinen High-Tech-Anzug daheim zu lassen. Viel interessanter wird Far From Home diesbezüglich allerdings ab der zweiten Hälfte. Auch hier wollen wir nicht spoilern, aber körperliche Stärke ist tatsächlich nicht alles im Leben. Das muss auch Peter lernen.

Far From Home: Das Ende und der Anfang

Spider-Man: Far From Home ist zweifelsfrei einer der stärksten Filme im Marvel Cinematic Universe (MCU). Auch weil er Geschehnisse aus 10 Jahren nicht ignoriert, sondern bewusst geschickt verwendet. Das befriedigt auch ein bisschen den Drang nach Nostalgie. Vor allem aber ist er die nötige Dosis Humor und Leichtgängigkeit, die das MCU nach den düsteren letzten Filmen vertragen kann. Und auch wenn er bisweilen über ein, zwei Logiklöcher zu stolpern droht, macht er vor allem Spaß. Mit Mysterio gibt es außerdem eine interessante neue Figur im MCU, die das bisherige Figurenensemble erfrischend ergänzt.

Alles in allem deckt Far From Home nicht nur die Nachwehen der Infinity-Saga erfolgreich ab. Er macht auch Lust auf die kommende MCU-Phase. Perfektes Networking. Und definitiv ein Filmtipp für Superheldenfans und solche, die es noch werden wollen.

Spider-Man: Far From Home

Genre:                    Superhelden / Action / Science Fiction

Bundesstart:           04.07.2019

Laufzeit:                 129 Minuten

FSK:                       Ab 12 Jahren

Regie:                    Jon Watts

Drehbuch:               Chris McKenna, Erik Sommers

 

Welche Spider-Man-Charaktere würdest Du gerne auf der großen Leinwand sehen? Wir freuen uns auf Deinen Fan-Talk in den Kommentaren.

Titelbild: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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