Netflix-Doku "Der größte Kunstraub in der Geschichte".
© Netflix 2021
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

Netflix‘ Der größte Kunstraub der Geschichte: Die wahre Story des Kriminalfalls

Im März 1990 rauben zwei Täter Kunst­werke im Wert von ein­er hal­ben Mil­liarde US-Dol­lar aus einem Boston­er Muse­um. Der Coup gilt als größter Kun­straub der Geschichte und ist bis heute nicht aufgek­lärt. Jet­zt will Net­flix mit ein­er Doku­men­ta­tion Licht ins Dun­kle brin­gen. Hier erfährst Du die wahre Sto­ry hin­ter dem Kriminalfall.

In ein­er März­nacht 1990 ver­schwan­den 13 Kunst­werke aus dem „Isabel­la Stew­art Gard­ner Muse­um” in Boston. Darunter befan­den sich Gemälde von Rem­brandt, Ver­meer und Manet. Der Fall sorgte für weltweite Schlagzeilen, jahrzehn­te­lange FBI-Ermit­tlun­gen und jede Menge Speku­la­tio­nen. Die Beute ist bis heute ver­schwun­den, die Täter wur­den nie gefasst. Es gibt viele Verdächtige und nur wenige Spuren. In der Net­flix-Doku „Der größte Kun­straub der Geschichte” kom­men jet­zt Zeu­gen, Ermit­tler und Experten zu Wort.

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Der größte Kunstraub: Die wahre Geschichte hinter dem Kriminalfall

Es ist die Nacht vom 17. auf den 18. März 1990: Ganz Boston feiert den St. Patricks Day. Ganz Boston? Nein, im Gard­ner Muse­um schieben die bei­den Wach­leute Rick A. und Randy H. ihren Dienst. Das Gard­ner ist ein kleines Pri­vat­mu­se­um, das vor­wiegend europäis­che Kun­st zeigt. Seit den 1920er-Jahren hän­gen die Bilder unverän­dert in ein­er Dauer­ausstel­lung in den alt­modis­chen Räu­men – so wollte es die Stifterin Isabel­la Stew­art Gardner.

Gegen 1.20 Uhr klin­geln zwei unangekündigte Besuch­er am Seit­enein­gang des Muse­ums. Sie tra­gen Polizeiu­ni­for­men und behaupten, sie müssten ein­er Störungsmeldung nachge­hen. Rick A. sieht die bei­den Män­ner auf der Videosprechan­lage in der Sicher­heit­szen­trale und lässt sie here­in. Sein Kol­lege Randy H. macht zu dieser Zeit seinen Rundgang. Unter einem Vor­wand lock­en die ver­meintlichen Polizis­ten Rick A. aus seinem Kabuff mit dem einzi­gen Alarm­knopf im Haus und über­wälti­gen ihn.

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Wenig später gerät auch Randy H. in die Gewalt der Täter. Mit den Worten „Dies ist ein Über­fall, Gen­tle­men!“ fes­seln und knebeln sie die Wach­leute und brin­gen sie in den Keller. Dann starten die bei­den Ein­drin­glinge ihren Raubzug. In den näch­sten gut achtzig Minuten schnei­den sie Gemälde aus ihren Rah­men, greifen sich weit­ere Kunst­werke und schaf­fen die Beute in ihr Auto am Seiteneingang.

Eine Videoüberwachung im Haus gibt es nicht, lediglich Bewe­gungsmelder erfassen die Aktio­nen der Räu­ber, und auch das nur lück­en­haft. Gegen 2.45 Uhr ver­lassen die Ganoven das Gard­ner Muse­um – im Gepäck 13 Kunstwerke.

Reiche Beute aus dem Gardner Museum Boston

Die Räu­ber ließen einige äußerst wertvolle Stücke im Muse­um hän­gen. So ver­schmäht­en sie Werke von Raf­fael, Bot­ti­cel­li, Michelan­ge­lo und Tiz­ian, was nicht unbe­d­ingt für ihren Sachver­stand spricht.

Was sie an Werten zusam­men­rafften, ist den­noch beträchtlich: Die Beute umfasst zwei Gemälde und eine Radierung von Rem­brandt und je ein Gemälde von Jan Ver­meer, Gov­aert Flinck und Édouard Manet. Dazu kom­men fünf Zeich­nun­gen von Edgar Degas, ein antikes chi­ne­sis­ches Bronzege­fäß und ein bronzen­er Adler aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Bild aus der Netflix-Doku "Der größte Kunstraub der Geschichte".

Der größte Kun­straub der Geschichte: Der Gesamtwert der Beute wird heute auf 600 Mil­lio­nen US-Dol­lar geschätzt. — Bild: Net­flix 2021

Der Gesamtwert wurde im Jahr 2000 auf 500 Mil­lio­nen Dol­lar geschätzt. Mit­tler­weile dürfte er bei etwa 600 Mil­lio­nen Dol­lar liegen. Damit ist es der Kun­st­dieb­stahl mit der wertvoll­sten Beute der Krim­i­nalgeschichte. Die wertvoll­sten Stücke sind die Ölbilder „Das Konz­ert“ von Jan Ver­meer und „Chris­tus im Sturm auf dem See Genezareth“ von Rem­brandt van Rijn. Bei­de zusam­men brin­gen es auf einen Schätzw­ert von min­destens 350 Mil­lio­nen Dollar.

Bis heute sind wed­er diese noch die anderen Werke aus dem Kun­straub von Boston je wieder aufge­taucht. Daran hat auch die vom Muse­um aus­gelobte Beloh­nung von zehn Mil­lio­nen US-Dol­lar nichts ändern kön­nen. Ähn­lich frus­tri­erend wie die Suche nach der Beute ver­lief außer­dem die Fah­n­dung nach den Tätern.

Bild aus der Netflix-Doku "Der größte Kunstraub der Geschichte".

In „Der größte Kun­straub der Geschichte” kom­men Zeu­gen, Experten und Ermit­tler zu Wort. — Bild: Net­flix 2021

Das sind die Verdächtigen im größten Kunstraub der Geschichte

Wegen der über­ge­ord­neten Bedeu­tung des Kun­straubs von Boston über­nahm noch am 18. März 1990 das FBI die Ermit­tlun­gen. Ins Visi­er der Ermit­tler geri­et zunächst der Wach­mann Rick A. Er hat­te sich in der Tat­nacht auf­fäl­lig ver­hal­ten, unter anderem hat­te er sich am Seit­enein­gang zu schaf­fen gemacht. A. beteuerte seine Unschuld – und die Ermit­tler traut­en ihm die Tat auch nicht wirk­lich zu. Erfolg ver­sprechen­dere Spuren führten ins organ­isierte Verbrechen.

Boston war zu jen­er Zeit Hochburg rival­isieren­der Mafi­a­ban­den. Ein­er der Bosse war James „Whitey“ Bul­ger. Der Raub fand in „seinem Revi­er“ statt, zudem hat­te er Kon­takt zur Irisch-Repub­likanis­chen Armee in Boston, die ihren Ter­ror in Großbri­tan­nien auch mit Kun­strauben finanzierten. Mith­il­fe kor­rupter Polizis­ten kon­nte Bul­ger unter­tauchen, erst 2011 wurde er wegen ander­er Delik­te ver­haftet, schließlich 2018 im Gefäng­nis ermordet. Das FBI kon­nte ihm den Raub bis­lang nicht nachweisen.

Bild aus der Netflix-Doku "Der größte Kunstraub der Geschichte".

Im Bild zu sehen: Anne Haw­ley, Direc­tor Emeri­ta des Isabel­la Gard­ner Muse­ums. — Bild: Net­flix 2021

Die Ermit­tler hat­ten auch etliche andere Gang­ster aus der Stadt auf dem Zettel, etwa den Hochsta­pler Bri­an McDe­vitt, der bere­its mit einem ver­sucht­en Kun­straub auf­fäl­lig gewor­den war. Oder die Boston­er Patri­ar­ca-Fam­i­lie, deren Boss Bob­by Donati ange­blich einen Gefol­gs­mann mit den ger­aubten Kunst­werken aus dem Gefäng­nis frei­pressen wollte.

FBI hat Täter angeblich identifiziert – ihre Identität bleibt aber geheim

2013 verkün­dete das FBI, die Täter mit großer Sicher­heit iden­ti­fiziert zu haben – es han­dele sich um Mit­glieder ein­er an der US-Ostküste ansäs­si­gen krim­inellen Organ­i­sa­tion, also ein­er Mafi­a­bande. Zur Iden­tität der Täter machte das FBI keine Angaben. Aber es gibt Hin­weise darauf, dass sie der soge­nan­nten Mer­li­no-Gang zuzurech­nen sind, die bere­its Anfang der 80er-Jahre einen Über­fall auf das Gard­ner Muse­um Boston geplant haben soll. Auch nach 31 Jahren bleiben allerd­ings noch viele Fra­gen offen.

Bild aus der Netflix-Doku "Der größte Kunstraub der Geschichte".

Bis heute ist der Kun­straub von Boston ungek­lärt. Ob Net­flix mit sein­er Doku Licht ins Dun­kle brin­gen kann? — Bild: Net­flix 2021

Ob die Net­flix-Doku einige davon beant­worten kann? Regis­seur Col­in Bar­ni­cle ver­spricht jeden­falls zumin­d­est etwas Aufk­lärung. Selb­st wer alles zum Kun­straub von Boston gele­sen und gehört habe, werde Neues erfahren, sagte er in einem Inter­view. „Und wir kön­nen ein Faz­it ziehen.“

Der größte Kunstraub der Geschichte auf Netflix

Net­flix zeigt die vierteilige Doku Der größte Kun­straub der Geschichte ab dem 7. April 2021. Ver­ant­wortlich für die Pro­duk­tion ist Tribeca Film, die New York­er Film­pro­duk­tion­s­ge­sellschaft von Hol­ly­wood­star Robert De Niro und Film­pro­duzentin Jane Rosenthal.

Tribeca Film war unter anderem beteiligt an den Fil­men „The Irish­man“ (2019), „Bohemi­an Rhap­sody“ (2018) und „Pub­lic Ene­mies“ (2008).

Eine Geschichte wie aus einem Thriller – würdest Du Dir auch die Net­flix-Doku anschauen? Schreib es uns in einem Kommentar.

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