Netflix Warrior Nun
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Warrior Nun: Ende von Staffel 1 erklärt

Damit haben wir nicht gerech­net: Das Ende der ersten Staffel von „War­rior Nun” hat­te so einige Über­raschun­gen im Gepäck. Tat­säch­lich haben die Mach­er der­art viele Twists einge­baut, dass man hier leicht die Über­sicht ver­liert. Zumin­d­est bis jet­zt: Wir wagen uns an eine Erk­lärung des Endes und greifen die wichtig­sten Fra­gen auf.

Achtung, Spoil­er: Dir sollte klar sein, dass wir nach­fol­gend auf das Ende der ersten Staffel einge­hen wer­den. Und das hat es, wie erwäh­nt, in sich. Wenn Du die zehnte Folge von „War­rior Nun” noch nicht gese­hen hast, soll­test Du hier nicht weit­er­lesen und erst zu einem späteren Zeit­punkt zurück­kehren. 

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Recap zu „Warrior Nun”: Was passierte im Finale von Staffel 1?

Eigentlich war doch alles ganz klar: Ava wollte eine 6-Meter-Wand durch­drin­gen, die Über­reste des Engels Adriel bergen und diese anschließend ver­nicht­en. Immer­hin soll das zum Ende der Dämo­nenbe­suche auf der Erde führen. Natür­lich musste die Aktion im Vatikan ganz geheim durchge­führt wer­den, denn Kar­di­nal Duret­ti ist schließlich der Bösewicht, der die Über­reste selb­st an sich reißen und die Dämo­nen unter seine Kon­trolle brin­gen will. Gle­ichzeit­ig taucht die tot­geglaubte Lilith wieder auf, hat ähn­liche Kräfte wie Ava und platziert sich dadurch ganz klar als per­fek­te Gegen­spielerin.

Oder doch nicht? Die zehnte Folge von „War­rior Nun” dreht die Sto­ry zum Ende hin gle­ich an mehreren Stellen in eine neue Rich­tung. Ava find­et keine Über­reste, dafür einen ziem­lich lebendi­gen Adriel. Es stellt sich zudem her­aus, dass er eigentlich gar kein Engel ist und den Heili­gen­schein offen­bar nur gestohlen hat. Das Kreuzschw­ert sowie alle anderen Reliquien aus Divini­um sind zudem aus eingeschmolzenen Tarask-Dämo­nen hergestellt und irgend­wie doch nicht so göt­tlich. Außer­dem hat der frischge­back­ene Papst Duret­ti keinen blassen Schim­mer von all den Ver­schwörun­gen. Pater Vin­cent steck­te stattdessen hin­ter dem Anschlag auf Shan­non und nen­nt Adriel seinen „Meis­ter”. Ach ja: Und da wäre auch noch Lilith, die wohl einen Aus­flug in die Hölle unter­nom­men hat, nun selb­st über Superkräfte ver­fügt, aber ent­ge­gen erster Andeu­tun­gen doch nicht auf die Seite des Bösen gewech­selt ist. Dafür bekommt sie langsam graue Haare. Wieso auch immer.

Die finale Folge endet damit, dass unsere Non­nen-Truppe Adriel im Vatikan kon­fron­tiert. Dieser beschwört jedoch einige Dämo­nengeis­ter her­auf und het­zt besessene Besuch­er auf die Helden. Als diese Mary über­wälti­gen und unter sich begraben, endet die Episode – und wir bleiben mit vie­len offe­nen Fra­gen zurück. Zudem wis­sen wir nun, dass der gesamte Orden auf ein­er Lüge basiert. Vie­len Dank für diesen Cliffhang­er, Net­flix.

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Huch? Der Kar­di­nal ist gar kein Bösewicht. — Bild: Net­flix

Ende erklärt: Was ist Adriel wirklich und wo kommt der Heiligenschein her?

Zuerst stellen wir eine Sache klar: Die Serie „War­rior Nun” weicht stark von ihrer Vor­lage ab. Hier find­en wir defin­i­tiv keine Antworten auf unsere Fra­gen. Dementsprechend bleibt uns aktuell nichts anderes übrig, als das Geschehen zu inter­pretieren. Zu den großen Fra­gen gehört, wer Adriel nun wirk­lich ist. Er hat selb­st bere­its deut­lich gemacht, dass er kein Engel ist. Der Rück­blick in die Ver­gan­gen­heit zeigt zudem, dass er mit dem Heili­gen­schein in der Hand (und nicht auf dem Kopf) aus einem Por­tal kommt und offen­bar vor einem Tarask-Dämon flieht.

Im Finale wird Adriel als Teufel und Dieb beze­ich­net. Aber wir kön­nen schon eines davon auss­chließen: Wir sind der Mei­n­ung, dass er in Wahrheit auf keinen Fall Luz­ifer per­sön­lich ist (wie einige andere Mag­a­zine behaupten). Denn es ergibt keinen Sinn, dass er vor seinen eige­nen Dämo­nen flieht. Außer­dem behauptet er selb­st, dass die Real­ität kom­pliziert­er ist als die Unterteilung in Gut und Böse. Him­mel und Hölle kön­nten dem­nach kom­plex­er sein, als die Men­schen denken. Das spricht dafür, dass er ein über­natür­lich­es Wesen ander­er Art ist, das sich zwis­chen den Wel­ten bewegt. Wir schließen zudem auch aus, dass er ein himm­lis­ches Wesen (etwas anderes als ein Engel) ist.

Wieso wir das glauben, hat auch mit der näch­sten großen Frage zu tun: Wenn der Heili­gen­schein nicht Adriel gehört, wo kommt er dann her? Bleiben wir dabei, dass die Tarask wirk­lich Dämo­nen der Hölle sind. Dann muss der Heili­gen­schein auch aus dieser stam­men, son­st müsste Adriel doch stattdessen von Engeln gejagt wer­den. Somit ist es denkbar, dass der Besitzer des mächti­gen ringför­mi­gen Arte­fak­ts jemand ist, der das gute Stück irgend­wo in einem Schrank herum­liegen hat und nicht aktiv benutzt. Ein leicht­es Ziel für einen geübten Dieb eben. Das führt uns zur Annahme, dass dies der Heili­gen­schein von Erzen­gel Luz­ifer beziehungsweise dem Teufel höch­st­per­sön­lich ist. Was auch erk­lären würde, wieso die Dämo­nen über den Dieb­stahl nicht ger­ade amüsiert sind.

Es wäre schon ziem­lich gewagt, dem Teufel seinen alten Heili­gen­schein zu stehlen. Aber wom­öglich hat­te Adriel keine Alter­na­tive. Denn wir glauben, dass er ohne Weit­eres keinen Zugang zum Him­mel hat. Er hat sich ver­mut­lich über eine lange Zeit in der Hölle aufge­hal­ten, ist in irgen­dein­er Form vielle­icht sog­ar selb­st ein Dämon. Das würde auch erk­lären, wieso er Geis­ter her­beirufen kann und eine Verbindung zum Divini­um hat. Klar ist zudem, dass er nicht alleine ist. Offen­bar will er das im Geheimen durch ihn ent­wor­fene Por­tal von Jil­lian nutzen, um eine andere Per­son endlich wiederzuse­hen. Wer oder was das ist, bleibt am Ende der ersten Staffel von „War­rior Nun” völ­lig unklar.

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Lilith kehrte über­raschend zurück. Und bringt unsere The­o­rien durcheinan­der. Aber lies selb­st. — Bild: Net­flix

Was ist mit Lilith passiert und sind die Tarask wirklich Dämonen?

Du find­est, wir haben eine schlüs­sige The­o­rie aufgestellt? Gut. Die reißen wir näm­lich nun wieder ein. Denn es gibt noch Lilith, die alles auf den Kopf stellt. Sie wurde von einem beson­ders spießi­gen Tarask durch­löchert und anscheinend mit in die Hölle geschleppt. Sie kehrt jedoch zurück und ver­fügt anschließend über ähn­liche Kräfte wie Ava. Zu allem Über­fluss wollte sie ver­hin­dern, dass die Kampfnonne in die Kam­mer von Adriel ein­dringt. Weil das ihr aller Ende sein kön­nte, meinte sie. Das deutet darauf hin, dass die Tarask wom­öglich doch nicht die Bösen sind.

Wie Adriel selb­st sagte, ist Glaube eigentlich nur ein Mit­tel zur Kon­trolle. Wom­öglich ist das Bild falsch, das die Men­schen von Dämo­nen haben. Wer sagt, dass die gruseli­gen Krea­turen mit ihren schar­fen Klauen nicht auch auf der guten Seite ste­hen und Adriel ein­fach nur – mit allen Mit­teln – aufhal­ten wollen, um Schlim­meres zu ver­hin­dern? Zumin­d­est Lilith und ihre Ambi­tio­nen deuten auch in diese Rich­tung. Außer­dem gehen wir davon aus, dass man ihr die neuen Fähigkeit­en absichtlich ver­liehen hat, um Adriel im Finale der ersten Staffel aufzuhal­ten.

Außer­dem leucht­en selb­st die Skelette der Tarask (immer­hin beste­hen sie aus Divini­um) in der Nähe des Heili­gen­scheins. Eine Art Verbindung zwis­chen den Krea­turen und dem wohl himm­lis­chen Arte­fakt existiert also. Deshalb kön­nten sie vielle­icht zusam­men­hän­gen, anstatt von zwei ver­schiede­nen Frak­tio­nen zu stam­men. Sofern wir auch nicht hier auf ein­er falschen Fährte sind – und der Heili­gen­schein eigentlich eine ganz andere und gar nicht himm­lis­che Herkun­ft hat.

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Sind die Tarask wirk­lich böse Dämo­nen? — Bild: Net­flix

Ist der Heiligenschein himmlisch und wohin führt das Portal?

Bei all den Twists stellt sich eine weit­ere Frage: Ist der Heili­gen­schein wirk­lich ein Heili­gen­schein? Oder ist er, wie leicht angedeutet, etwas ganz anderes? Wir ler­nen am Ende von „War­rior Nun”, dass dieser auch als eine Art Schlüs­sel fungiert, der in Verbindung mit Adriel ein Tor öffnet (ver­mut­lich zu sein­er Heimat). Durch dieses schre­it­et auch Jil­lians Sohn Michael hin­durch, in dessen Kör­p­er Divini­um steckt. Ob der Junge nur rein zufäl­lig den Namen eines Erzen­gels trägt, wis­sen wir übri­gens noch nicht. Wom­öglich ist das aber eine Andeu­tung. Das zeigte uns allein Lilith, die (offen­bar) in der Hölle lan­dete. Gle­ich­es passierte übri­gens auch mit den jew­eili­gen Liliths in den TV-Serien „Chill­ing Adven­tures of Sab­ri­na” und „The Order”. Der Hin­ter­grund dazu: Lilith war im christlichen Glauben die erste Frau Adams, lan­dete in der Hölle und wurde zur Mut­ter aller Dämo­nen.

Inter­pretieren wir deshalb in den Namen Michael (zu viel?) Bedeu­tung hinein? Kön­nte der Heili­gen­schein auch ein­fach nur eine mächtiges Werkzeug sein, das den Weg in (eine Art) Him­mel ebnet? Wohin son­st soll­ten die Serien­mach­er einen Jun­gen mit Erzen­gel-Namen schick­en? Damit wäre weit­er­hin klar, dass der Heili­gen­schein himm­lis­chen Ursprungs ist. Wen­ngle­ich das Leucht­en der Tarask auch dafür sprechen kann, dass es sich um ein Höl­lenarte­fakt han­delt, soll­ten es wirk­lich Dämo­nen sein. Nein – wir glauben eher, dass es etwas Himm­lis­ches ist.

Das aus Tarask gewonnene Divini­um leuchtet in der Nähe des Heili­gen­scheins. Stammt bei­des aus der gle­ichen Welt? — Bild: Net­flix

Was hat Pater Vincent vor und ist er ein Mensch?

Die wohl größte Über­raschung war Pater Vin­cent. Kämpfte er die ganze Staffel so tapfer an der Seite der Helden, ist er doch offen­bar ein Unter­tan von Adriel, der diesen auch noch „Meis­ter” nen­nt. Und das wirft so einige Fra­gen auf. Denn eigentlich wusste doch nie­mand, dass der Fake-Engel vor knapp 1000 Jahren lebend unter dem Vatikan einges­per­rt wurde. Wie also kon­nte er aus seinem Gefäng­nis her­aus mit Vin­cent kom­mu­nizieren? Eine Möglichkeit wäre, dass der Aus­tausch durch die Verbindung mit Divini­um ablief. Diese Fähigkeit haben wir bis­lang schon bei Michael gese­hen, der den Rohstoff in seinem Blut hat. Und der Pater trägt Divini­um offen­bar in seinen Tat­toos, wir wir gegen Ende der Serie sehen.

Nun bleibt noch offen, welche Moti­va­tion der Pater hat. Hier muss erst die zweite Staffel zeigen, wieso er Adriel dabei hil­ft, durch das Por­tal zu kom­men.

Anm. d. Redak­tion: In ein­er älteren Ver­sion des Artikels haben wir Pater Vin­cent unter­stellt, dass er gar kein Divini­um in sich trägt. Hier haben wir offen­bar etwas überse­hen. Danke für die entsprechen­den Hin­weise, die von mehreren Lesern bei uns einge­gan­gen sind. Wir haben diesen Abschnitt entsprechend über­ar­beit­et.

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Pater Vin­cent wirk­te bis zur let­zten Episode wie in durch und durch guter Kerl. — Bild: Net­flix

Verwirrend. Und wie sieht es nun wirklich aus?

Du hast bere­its gemerkt: Es gibt mehrere plau­si­ble Erk­lärun­gen, die sich aber alle zusam­men eher wider­sprechen. Und deshalb haben wir eine The­o­rie, wie „War­rior Nun” nach diesem Ende die offe­nen Fra­gen in Staffel 2 auflöst: Wir glauben, dass die Mach­er hier ein­fach das Konzept von „Es ist kom­plex­er als Gut und Böse” weit­er auf­greifen und uns eine vielschichtige Welt an über­mächti­gen Wesen präsen­tieren, die über Jahrtausende Ein­fluss auf die Men­schheit nah­men und so das Bild von Him­mel und Hölle formten. Kein Schwarz-Weiß: Die Engel sind nicht die Guten, die Dämo­nen aber auch nicht Bösen. Wir haben es wom­öglich nur mit Unsterblichen zu tun, die aus anderen Wel­ten stam­men und eigene Ziele ver­fol­gen. Wesen, die wom­öglich selb­st an einen Gott glauben, dessen Exis­tenz sie nicht beweisen kön­nen.

Im Netz haben wir auch eine The­o­rie gefun­den, laut der Adriel und die Tarask Aliens mit hochen­twick­el­ter Tech­nolo­gie (der Heili­gen­schein) sind. Das schließen wir jedoch aus, da sie offen­bar bere­its in der Rück­blende das Konzept von Him­mel und Hölle kan­nten, als Adriel einen Fuß auf die Erde set­zte. Außer­dem würde sich das zu weit von der Vor­lage von „War­rior Nun” ent­fer­nen und aus ein­er Fan­ta­sy-Serie ein Sci-Fi-Pro­jekt machen.

Klar ist, die Net­flix-Serie kann in der zweit­en Staffel einen ein­fachen Weg ein­schla­gen (Adriel ist ein ander­er Dämon, die Fähigkeit­en von Lilith wer­den nicht weit­er the­ma­tisiert. Punkt.) oder die bere­its gegebe­nen Hin­weise auf­greifen und die klare Tren­nung von Him­mel und Hölle kom­plett auf­brechen. Wir sind sehr ges­pan­nt, wie es weit­erge­ht. Tat­säch­lich fällt uns keine Serie der ver­gan­genen Jahre ein, die am Ende der­art kom­plexe Twists und so viele Fra­gen aufwirft. Zum Glück ist eine Fort­set­zung bere­its sich­er.

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Ava kann durch Wände laufen. Lei­der kann selb­st sie aber noch nicht sehen, wie es in Staffel 2 weit­erge­ht. — Bild: Net­flix

Hast Du eigene Erk­lärun­gen zum großen Finale von „War­rior Nun?” Disku­tiere mit uns im Kom­men­tar-Bere­ich!

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