Elizabeth Smart in der Doku "Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart"
© Courtesy of Netflix 2025
Tom Hiddleston als Jonathan Pine, Camila Morrone als Roxana und Diego Calva als Teddy in "The Night Manager".
Auf dem Bild ist ein Fernseher zu sehen, auf dem die Benutzeroberfläche mehrerer Streamingdienste angezeigt wird. Im Fokus steht die Disney+ App, die in der Mitte hervorgehoben ist. Eine Hand im Vordergrund hält eine Fernbedienung, bereit zur Auswahl. Das Bild vermittelt eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre und symbolisiert das gemeinsame Streamingerlebnis unter dem Motto Disney+ teilen.

Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart – die wahre Geschichte hinter der Netflix-Doku

Ein spek­takulär­er Ent­führungs­fall, der die US-Öffentlichkeit monate­lang in Atem hielt und der bis heute nach­wirkt: Die fes­sel­nde wahre Geschichte hin­ter „Kid­napped: Der Fall Eliz­a­beth Smart” fassen wir im Fol­gen­den für Dich zusammen.

Das Wichtigste in Kürze 

  • Net­flix zeigt die rund 90-minütige Doku Kid­napped: Der Fall Eliz­a­beth Smart” ab dem 21. Jan­u­ar 2026. 
  • Eliz­a­beth Smart wurde im Juni 2002 ent­führt und erst gut neun Monate später befre­it. 
  • Der Täter und seine Helferin wur­den gefasst und zu lan­gen Haft­strafen verurteilt. 
  • Eliz­a­beth Smart engagiert sich seit Jahren unter anderem gegen sex­uelle Gewalt. 

Elizabeth Smart: Die wahre Geschichte hinter ihrer Entführung 

Fed­er­al Heights, ein wohlhaben­des Vier­tel von Salt Lake City, Haupt­stadt des US-Bun­desstaates Utah. Hier wohnt auch die Mor­mo­nen-Fam­i­lie von Ed und Lois Smart mit ihren sechs Kindern. Es ist die Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2002, die Nacht, die für ein Mit­glied der Fam­i­lie alles verän­dern sollte.  

Die 14-jährige Eliz­a­beth und ihre neun­jährige Schwest­er Mary Kather­ine schlafen in ihrem gemein­samen Zim­mer, als plöt­zlich ein Mann vor ihren Bet­ten ste­ht: weiß, mit­tel­groß, mit­tleren Alters. Der Ein­brech­er bedro­ht Eliz­a­beth mit einem Mess­er und zwingt sie, mit ihm das Zim­mer zu ver­lassen. Mary Kather­ine stellt sich schlafend.  

Als sie glaubt, ihre Schwest­er und der Mann haben das Haus ver­lassen, will sie ihre Eltern alarmieren. Dabei läuft sie beina­he Eliz­a­beth und dem Ent­führer in die Arme. Mary Kather­ine ver­steckt sich in ihrem Bett. Erst rund zwei Stun­den später, gegen 4 Uhr am Mor­gen des 5. Juni, weckt sie ihre Eltern. 

Die Suche: Elizabeth Smart ist wie vom Erdboden verschluckt 

Von Eliz­a­beth Smart und ihrem Ent­führer fehlt jede Spur. Es gibt auch keine Lösegeld­forderung. Ed und Lois Smart richt­en sich via TV an den Ent­führer. Sie starten eine Kam­pagne, die auf ihre Tochter aufmerk­sam machen soll. Ed Smart set­zt sog­ar 250.000 US-Dol­lar Beloh­nung für sach­di­en­liche Hin­weise aus.  

Eine Suchak­tion mit tausenden Frei­willi­gen und Hun­den sowie Flugzeu­gen endet nach mehreren Tagen ergeb­nis­los. Die Polizei ermit­telt einen Verdächti­gen, der stellt sich jedoch als unschuldig her­aus. Im Okto­ber 2002, rund vier Monate nach dem Ver­schwinden ihrer Schwest­er, erin­nert sich Mary Kather­ine an ein Detail aus der Nacht der Ent­führung: an die Stimme des Mannes, der sie über­fall­en hat.  

Der Ent­führer könne ein Mann namens Immanuel sein, der im Novem­ber 2001 einen Tag bei den Smarts am Haus gear­beit­et habe. Ein Obdachlos­er, der für ein paar Dol­lar im Garten und auf dem Dach tätig war.  

Mary Katherine Smart in der Doku "Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart"

Monate nach der Ent­führung erin­nert sich Mary Kather­ine an ein wichtiges Detail. — Bild: 2025 Net­flix, Inc.

Die Polizei ist zunächst skep­tisch, da Immanuel nur sehr kurz bei den Smarts gear­beit­et hat­te. Zudem war seit­dem fast ein Jahr ver­gan­gen und Mary Kather­ine hat­te nur wenige Worte des Ent­führers gehört. Das Phan­tom­bild des mut­maßlichen Ent­führers veröf­fentlicht die Polizei daher erst am 3. Feb­ru­ar 2003.  

Die TV-Sendung „America’s Most Want­ed” zeigt das Bild und weit­ere Infor­ma­tio­nen lan­desweit. Das ist der Durch­bruch bei der Suche nach dem Mäd­chen – die entschei­dende Wende in der wahren Geschichte von Eliz­a­beth Smart. 

Endlich frei: Der Entführer fliegt auf 

Denn Ver­wandte des Gesucht­en melden sich nach der TV-Ausstrahlung bei der Polizei: Es han­dele sich bei Immanuel” um Bri­an Mitchell, einen 1957 in Salt Lake City gebore­nen Mann, der zulet­zt als Obdachlos­er und selb­st ernan­nter Prophet aufge­fall­en war.  

Am 12. März 2003 wird Mitchell unab­hängig voneinan­der von zwei Paaren in Sandy/Utah, nur wenige Kilo­me­ter von Fed­er­al Heights ent­fer­nt, zusam­men mit ein­er Frau und einem Mäd­chen gese­hen. Die Zeu­gen melden sich sofort bei der örtlichen Polizei, die wenig später das verdächtige Trio auf­greift.  

Die Frau ist Mitchells Ehe­frau Wan­da Barzee, das Mäd­chen tat­säch­lich Eliz­a­beth Smart – verklei­det mit ein­er Perücke, Son­nen­brille, Schleier und einem um den Kopf gewick­el­ten T-Shirt. Mitchell und Barzee wer­den festgenom­men, Eliz­a­beth trifft auf der Polizei­wache ihre Fam­i­lie wieder – nach über neun Monat­en in der Gewalt ihres Ent­führers. 

Was Elizabeth Smart während ihrer Entführung erlebte 

Direkt nach ihrer Befreiung scheint Eliz­a­beth noch unter dem Bann ihres Ent­führers zu ste­hen. Sie nen­nt sich Augus­tine Mar­shall – das ist der Name, den Mitchell ihr gab. Die lange Iso­la­tion von ihrer Fam­i­lie, die Ent­fer­nung von ihrem nor­malen behüteten Leben zeigt Wirkung.  

Was Eliz­a­beth in den Monat­en zuvor erlebt, ist kaum vorstell­bar. Mitchell betra­chtet das Mäd­chen in ein­er Art religiösen Wahn als seine Zweit­frau, die ihm im Kampf gegen den Antichris­ten beis­te­hen solle.  

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Er verge­waltigt Eliz­a­beth noch in der Nacht der Ent­führung und später immer wieder, an eini­gen Tagen sog­ar mehrfach. Er dro­ht, sie umzubrin­gen, flößt ihr Alko­hol und Dro­gen ein, um ihren Wider­stand zu brechen. Mitchell lässt sein Opfer hungern, füt­tert es mit Müll. Zeitweise wird Eliz­a­beth an einen Baum gefes­selt, um sie an der Flucht zu hin­dern.  

Mitchell, Barzee und ihr Opfer hausen in Kellern und Zel­ten, campieren unter freiem Him­mel. Zunächst in und um Salt Lake City, später auch im kali­for­nischen San Diego. 

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Der Täter: Brian Mitchell 

Bri­an Mitchell ist zum Zeit­punkt der Ent­führung von Eliz­a­beth Smart das, was wir eine gescheit­erte Exis­tenz nen­nen. Nach schwieriger Kind­heit in ein­er Groß­fam­i­lie, Jugend­knast, Alko­hol- und Dro­gen­prob­le­men und zwei gescheit­erten Ehen mit ins­ge­samt vier Kindern heiratet er Mitte der 1980er-Jahre Wan­da Barzee, geschiedene Mut­ter von sechs Kindern.  

Bei­de engagieren sich in ein­er Mor­mo­nen-Gemeinde. Schließlich nen­nt sich Mitchell „Immanuel David Isa­iah” und behauptet, ein Prophet Gottes zu sein, der Visio­nen hat. Das Paar lebt auf der Straße, bet­telt und predigt. Es wird aus der Kirche aus­geschlossen, wenig später ent­führt Mitchell dann Eliz­a­beth Smart.  

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Bri­an Mitchell und Wan­da Barzee wer­den noch im März 2003 wegen schw­er­er Ent­führung, schw­er­er sex­ueller Nöti­gung und schw­eren Ein­bruchs angeklagt. Der Prozess gegen Mitchell kommt jedoch lange Zeit nicht in Gang, denn der Angeklagte wird wieder­holt für ver­hand­lung­sun­fähig erk­lärt.  

Das Gerichtsver­fahren gegen ihn begin­nt somit erst im Novem­ber 2010. Am 10. Dezem­ber 2010 befind­en die Geschwore­nen Mitchell der Ent­führung und des unrecht­mäßi­gen Trans­ports ein­er Min­der­jähri­gen mit der Absicht, sex­uelle Hand­lun­gen an ihr vorzunehmen, für schuldig. 

Ein halbes Jahr später verkün­det ein Richter das Urteil: zweimal lebenslänglich in einem Bun­des­ge­fäng­nis. Bri­an Mitchell sitzt bis heute ein. 

Die Mittäterin: Wanda Barzee 

Mitchells Frau und Mit­tä­terin Wan­da Barzee wird im Novem­ber 2009 wegen ihrer Beteili­gung an der Ent­führung zu 15 Jahren Haft verurteilt. Im Sep­tem­ber 2018 kommt die 72-Jährige nach neun Jahren frei, da ihr die Haftzeit vor dem Prozess angerech­net wird. Nach ihrer Ent­las­sung ist sie im Bun­desstaat Utah als Sex­u­al­straftä­terin reg­istri­ert.  

Am 1. Mai 2025 wird Barzee festgenom­men, weil sie gegen das Gesetz des Bun­desstaates Utah ver­stoßen hat, das die Bewe­gungs­frei­heit von Sex­u­al­straftätern ein­schränkt: Sie hat­te sich in einem Park aufge­hal­ten. 

Die wahre Geschichte von Elizabeth Smart: Ihr Leben nach der Entführung 

Wichtiger als das weit­ere Leben von Täter und Täterin ist aber die Frage, welche Kon­se­quen­zen die Ereignisse für das Opfer haben. Von außen betra­chtet gle­icht der Lebenslauf von Eliz­a­beth Smart dem ein­er nor­malen jun­gen Frau. Nach der High­school studiert sie Musik, macht ihren Abschluss. 

2012 heiratet sie, heute ist sie Mut­ter dreier Kinder. Aber die wahre Geschichte von Eliz­a­beth Smart hat noch eine ganz andere Seite. Schon bald nach der Ent­führung begin­nt sie, sich für die The­men zu engagieren, die für ihr weit­eres Leben bes­tim­mend sein soll­ten: Kindesmis­shand­lung, die Opfer sex­ueller Gewalt, ver­mis­ste Per­so­n­en.  

Bere­its 2006 spricht sie vor dem US-Kongress, um ein Gesetz gegen Sex­u­al­straftäter zu unter­stützen. 2011 grün­det sie die Eliz­a­beth Smart Foun­da­tion, die sich für Opfer sex­ueller Gewalt ein­set­zt und Präven­tion betreibt. Sie arbeit­et als TV-Jour­nal­istin und Pro­duzentin, schreibt Büch­er, hält Vorträge.  

Als sie 2019 an Bord ein­er Lin­ien­mas­chine von einem männlichen Pas­sagi­er sex­uell belästigt wird, gibt sie die passende Antwort. Sie meldet den Vor­fall bei der Air­line und, noch viel wichtiger, startet eine Ini­tia­tive namens Smart Defense, die Mäd­chen und Frauen helfen soll, sich bei sex­uellen Über­grif­f­en selb­st vertei­di­gen zu kön­nen. 

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