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Kupfer oder Glasfaser? So steht es um Deutschlands Gigabit-Zukunft

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Der Glasfaser-Ausbau in Deutschland geht nur sehr schleppend voran. Stattdessen wird weiterhin auf veraltete Kupferkabel-Technologie gesetzt. Das birgt viele Gefahren – nicht nur für den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern auch für den Wettbewerb. Welche Gefahren das sind und wie man ihnen aus dem Weg geht, erfährst Du hier.

Glasfaser gehört die Zukunft. Hier in Deutschland ist davon bislang leider nur wenig zu spüren, enthüllt eine Studie der Bertelsmann Stiftung.

 

Bertelsmann-Studie: Niedrige Ziele – schlechtes Ranking

Das Ergebnis ist nahezu erschreckend: Gerade einmal Platz 28 von 32 belegt Deutschland laut Studie im OECD-Vergleich zur Versorgung mit Glasfaseranschlüssen. Während andere Länder die Zeichen der Zeit erkannt haben und auf der Datenautobahn zum Überholen ansetzen, bewegt sich Deutschland weiter auf der Kriechspur.

Einen der Hauptgründe sieht die Bertelsmann Stiftung in der Politik: „Das liegt auch daran, dass sich die Bundesregierung die Ziele nicht hoch genug steckt.“ Zum Vergleich: Während die Europäische Union bis 2020 jedem zweiten Verbraucher eine Bandbreite von 100 Mbit/s und schneller zur Verfügung stellen möchte, plant Deutschland laut Studie lediglich mit 50 Megabit je Sekunde.

 

 

Vectoring statt Glasfaserausbau

Dieser Wert wurde laut Kritikern nicht ohne Hintergedanke festgelegt. Für eine Geschwindigkeit von 50 Mbit/s ist eine Glasfaserleitung nicht zwingend erforderlich, sondern kann mittels des sogenannten Vectoring-Verfahrens auf die altgedienten Kupferkabelleitungen zurückgegriffen werden.

Kirsten Witte von der Bertelsmann Stiftung sieht das Verfahren allerdings kritisch: „Im Ergebnis führt die Genehmigung der Vectoring-Strategie zu einem deutschen Sonderweg und verhindert einen konsequenten Glasfaserausbau.“

 

 

Vodafone investiert in Zukunftstechnologie

In die gleiche Kerbe schlägt auch Vodafone Deutschland-CEO Hannes Ametsreiter: „Wir haben in Deutschland eine Übertragungstechnologie, die 125 Jahre alt ist: das Kupferkabel. Dessen Möglichkeiten sind begrenzt, Glasfaser dagegen überträgt in Lichtgeschwindigkeit. Diese Technologie wird für die nächsten 100 Jahre den Standard setzen, denn es gibt schlicht nichts Schnelleres als das Licht.“

Vodafone hat die Zeichen der Zeit erkannt und mit der großen Gigabit Offensive einen ambitionierten Bauplan für Deutschlands digitale Zukunft vorgelegt. Das Milliarden Euro schwere Ausbauprogramm soll der Bundesrepublik den Weg in die Gigabit-Gesellschaft ebnen, einer vernetzten Welt, in der Industrie 4.0 und Internet of Things den Takt angeben. „Schon heute entscheiden sich zwei Drittel unserer Kabelkunden für Geschwindigkeiten von 200 bis 500 Megabit“, sagt Ametsreiter.

 

Neue Technologie: Politik muss Stellung beziehen

Doch damit der Schritt zur Gigabit-Gesellschaft in absehbarer Zeit gelingt, muss sich auch die Politik klar zur Glasfaser-Technologie bekennen – diese Meinung vertritt auch Roland Koch, Aufsichtsrat bei Vodafone und ehemals hessischer Ministerpräsident. Seiner Meinung nach muss Deutschland aus dem geförderten Kupfer-Netzausbau aussteigen und sich auf die Förderung modernster Glasfasertechnik konzentrieren.  Die Große Koalition habe bei der Versorgung Deutschlands mit schnellem Internet zu wenig erreicht. Jetzt drohe die Fortsetzung der Langsamkeit.

 

Geforderte Regelung birgt Gefahr der Remonopolisierung

Aufgrund technischer Restriktionen profitiert vor allem die Telekom von der Brückentechnologie des Vectoring-Verfahrens, was den derzeitigen Marktführer im Segment Festnetz in eine sehr komfortable Situation bringt. Zudem spricht sich Matthias Machnig (SPD), Staatssekretär und Vertreter des Wirtschaftsministeriums, bereits seit geraumer Zeit für „Regulierungsferien“ von bis zu sieben Jahren für den ehemals staatlichen Telekommunikationskonzern aus.

Roland Koch befürchtet, dass diese Regelung den Ausbau von Glasfaser seitens der Deutschen Telekom stark verlangsamen würde und im schlimmsten Fall zu einer Remonopolisierung führen könnte. Schon heute schöpfe die Telekom rund 75 Prozent des erwirtschafteten Branchen-Gesamtgewinns ab. Doch paradoxerweise schulterten nicht die Telekom, sondern die Wettbewerber derzeit mehr als 50 Prozent aller Zukunftsinvestitionen in Deutschlands Netze. Offizielle Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen, dass zwei von drei Glasfaserkundenanschlüsse von Wettbewerbern kommen – und nicht von der marktmächtigen Telekom.

 

Mehr Infos zum Glasfaserausbau und anderen aktuellen Netz-Themen findest Du in unserem großen Netz-Hub.

 

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