Kuriose KI: Die ungewöhnlichsten Anwendungen für künstliche Intelligenz

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Kuriose KI: Die ungewöhnlichsten Anwendungen für künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) kann Dir heute schon den Alltag enorm erleichtern. Chatbots, Gesichtserkennung auf dem Smartphone und Sprachassistenten sind stets zur Stelle. Doch es gibt auch noch verblüffende Anwendungen, die mit dem Alltag rein gar nichts mehr zu tun haben.

Wir haben für Dich die ungewöhnlichsten KI-Anwendungen zusammengestellt. Manche können total nützlich sein, andere sind einfach nur kurios. Von der dichtenden Shakespeare-KI über maschinelle Lehrer für Fremdsprachen bis zu einem selbstlernendem Schach-Genie ist alles dabei. Auf geht’s.

Künstliche Intelligenz ist bereits in unserem Alltag präsent

In Deinem persönlichen Alltag ist KI bereits vielerorts zu finden. Die an den Verkehr angepasste Route nach Hause zum Beispiel. Oder die Gesichtserkennung zum Entsperren Deines Smartphones. Nicht zu vergessen die automatisch vorgeschlagenen Songs bei Deezer. Solche KI-Anwendungen funktionieren aus heutiger Sicht relativ unspektakulär, aber zuverlässig. Sie sind so gut in unseren Alltag integriert, dass wir sie kaum noch wahrnehmen und als normal empfinden. Im Gegensatz dazu treiben es unsere ungewöhnlichen Fundstücke auf die Spitze. Denn dabei geht es um beeindruckende Fähigkeiten, die die Technik heute schon beherrscht.

KI kreiert Parfüm

Erinnerst Du Dich noch an Jean-Baptiste Grenouille, den Hauptdarsteller aus Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“? Er wurde mit einem unglaublichen Geruchsinn und verfolgte die Vision zum größten Parfümeur aller Zeiten zu werden. Konkurrenz macht ihm jetzt die künstliche Intelligenz Philyra von der International Business Machines Corporation (IBM). Denn dem deutschen Parfümhersteller Symrise ist es gelungen, mithilfe von Philyra gleich zwei Düfte zu kreieren. Diese sollen im nächsten Jahr in Brasilien auf den Markt kommen, teilt das Unternehmen Symrise in einer Pressemitteilung mit.

In Zusammenarbeit mit dem J. Watson Research Center von IBM ließ der Dufthersteller die KI rund 1,7 Millionen Duftformeln aus seinem Bestand analysieren. Zusätzlich wurde Philyra mit Informationen über Standorte und Altersgruppen der Kunden versorgt. Entstanden sind so zwei Duftnoten, die extra an den brasilianischen Markt angepasst sind. So erinnert einer der Düfte an den Geruch der exotischen Küche, während der zweite Duft hingegen eine florale Note hat.

Die Duft-Kreation verlangt eine besonders präzise Arbeitsweise, selbst minimale Abweichungen von vorgegebenen Mengen zerstören den Duft oder kreieren eine völlig andere Note. Aus diesem Grund arbeitet die künstliche Intelligenz natürlich gemeinsam mit Menschen. Denn Philyra entwickelt Duftvorschläge, die dann von Symrise-Parfümeur David Apel ausgearbeitet und veredelt werden.

KI-Sonette à la Shakespeare von IBM

William Shakespeare schrieb vor über 400 Jahren 38 Dramen, epische Versdichtungen und ganze 154 Sonette. Forscher von IBM Australien haben die 154 Sonette als Grundlage für eine eigens entwickelte künstliche Intelligenz genommen. Der Computer sollte anhand der Original-Verse selbst das Dichten erlernen. Zum Testen und Entwickeln bekam die KI auch noch 2.600 zusätzliche Sonette von Project Gutenberg unter die virtuellen Augen.

War dabei der Wunsch der Vater des Gedankens? Herausgekommen ist zumindest eine poetische Intelligenz, die auf den ersten Blick ganz ordentliche Verse abliefert. Echte Literaturkritiker konnte der Bot bislang jedoch noch nicht überzeugen. Denn der virtuelle Shakespeare mit dem Namen Deepspeare habe schlicht zu wenig Emotionen in die Sonette gebracht. Reim und Rhythmus sei der Dichtungs-Maschine allerdings gelungen. Das ist auch die Erkenntnis der IBM-Forscher. Die Intelligenz, um Sonette zu schreiben, ließe sich nun auch bei anderen künstlichen Intelligenzen und auf ganz anderen Gebieten nutzen. Sollte eine KI also mal Langeweile haben, schreibt sie vielleicht in Zukunft ja einfach ein paar Verse.

Kuriose KI

KI löst Zauberwürfel in Rekordzeit

Rubik’s Cube, der bunte Zauberwürfel aus den 80ern, ist das wohl bekannteste Drehpuzzle. Wer den Zauberwürfel lösen möchte, verbringt beim Knobeln viel Zeit mit dem Drehen der Seiten. Der Weltrekord bei menschlichen Zauberwürfel-Spielern liegt aktuell bei überragenden 4,59 Sekunden. Moderne Roboter würden darüber aber wohl nur müde lächeln, wenn sie es denn könnten. Denn die absolute KI-Bestzeit im Lösen eines Zauberwürfels liegt seit März 2018 liegt bei sagenhaften 0,38 Sekunden. Ein komplett verdrehter Würfel ist also mittlerweile so schnell gelöst, dass ein menschliches Auge die einzelnen Züge gar nicht mehr wahrnehmen kann.

Laut den Entwicklern Ben Katz und Jared Di Carlo ließe sich mit etwas Feintuning der Hardware wohl auch noch eine weitere Zehntelsekunde aus dem Robo herausholen.

Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer: Dieser Roboter soll japanischen Kindern Englisch beibringen

Das japanische Bildungsministerium möchte in Zukunft ganz offiziell an 500 Schulen im Land englischsprachige Roboter einsetzen. Diese sollen sowohl Schülern als auch Lehrern bei der fremden Sprache helfen. Der Grund dafür ist einfach: Laut dem Online-Magazin Nhk World Japan fehlen an japanischen Grundschulen Englischlehrer, die die Aussprache perfekt beherrschen. Und weil das Bildungsministerium nicht an jeder Schule Muttersprachler einsetzen kann, sollen ab April 2019 kleine Roboter zum Einsatz kommen. Sie beherrschen die englische Sprache natürlich perfekt und sind so intelligent, dass sie sich mit den Kindern unterhalten können. Dabei lernen die Schüler automatisch sowohl die richtige Aussprache als auch Kommunikationsfähigkeiten.

GigaCube

Streetview-KI sagt zukünftiges Stadtbild voraus

Im Gegensatz zu den 154 Shakespeare-Sonetten der dichtenden IBM-Robos konnten die Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA aus dem Vollen schöpfen. Satte 1,6 Millionen Streetview-Aufnahmen von Straßenverläufen aus amerikanischen Städten bekam die KI zu sehen. Der Clou dabei: Es handelt sich um Bildpaare, die jeweils ein paar Jahre auseinander liegen.

So konnte die künstliche Intelligenz lernen, wie sich einzelne Stadteile mit der Zeit entwickelt haben. Und mit diesem Wissen soll es möglich sein, auch das zukünftige Aussehen von anderen Nachbarschaften vorauszusehen. Die Ergebnisse können etwa bei der Stadtentwicklung helfen und zeigen, welche Auswirkungen verschiedene Faktoren wie Durchschnittseinkommen, Bildungsstand, angrenzende Nachbarschaften und Alter der Gebäude auf die Stadtentwicklung haben können.

Alpha-Zero: In nur vier Stunden zum Schach-Genie

Erinnerst Du Dich noch an Alpha-Go? Die KI aus dem Hause Google machte vor ein paar Jahren Schlagzeilen als sie die weltbesten Go-Spieler (Go ist ein strategisches Brettspiel) besiegte. In der Zwischenzeit hat Google die Intelligenz selbstverständlich weiterentwickelt. Heute hört sie auf den Namen Alpha-Zero und kann sich selbst neue Spiele beibringen. Dazu braucht sie bloß die Spielregeln zu kennen und einen Nachmittag Zeit, um gegen sich selbst zu spielen. Als Streber kann man Alpha-Zero schon gar nicht mehr bezeichnen. Denn was der Bot zustande gebracht hat, geht weit über konzentriertes Lernen hinaus. Nur vier Stunden nachdem Alpha Zero die Schach-Regeln gelernt hatte, gab es ein Match aus 100 Partien gegen den bislang stärksten Schachcomputer der Welt zu bestreiten. Das Resultat ist eindeutig: Alpha Zero hat kein einziges Spiel verloren.

Schneller, schlauer, besser

Die verschiedenen Fertigkeiten, die unseren ungewöhnlichen KI-Fundstücken zugrunde liegen, lassen sich natürlich auch in ganz anderen Bereichen benutzen. Die Fähigkeiten von künstlicher Intelligenz werden deshalb auch in den kommenden Jahren immer weiter zunehmen. Wir Menschen werden davon weiterhin profitieren, wie wir es auch heute schon ganz selbstverständlich tun. Die Zukunft bleibt spannend.

Welche KI-Features nutzt Du mit Deinem Smartphone heute schon? Hinterlasse uns einen selbstgeschriebenen Kommentar.

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