Was ist Nvidia Raytracing? Eine einfache Erklärung

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Was ist Nvidia Raytracing? Eine einfache Erklärung

Mit den neuen Geforce-Grafikkarten der RTX-2000-Generation präsentiert Hersteller Nvidia erstmals Produkte, die hardwareseitiges Echtzeit-Raytracing unterstützen. Das Feature soll die Optik von unterstützen Spielen deutlich verbessern. Falls Du Dich fragst, was genau diese Neuerung verändert, haben wir hier die Erklärung für Dich.

Was bedeutet Raytracing?

Ist von Raytracing die Rede, geht es grundsätzlich um realistische Berechnungen von Lichtstrahlen und Reflexionen. Das Wort selbst bedeutet in etwa, dass einzelne Strahlen verfolgt werden. Die Technologie hat zum Teil nicht nur auf die Grafik, sondern auch auf das Gameplay Auswirkungen.

Selbst die neuen RTX-Grafikkarten von Nvidia haben allerdings nicht genügend Leistung, um „echtes“ Raytracing in Spielen für alle Effekte zu ermöglichen. Deshalb wenden Games das Feature nur für bestimmte Verbesserungen an. Etwa für realistischere Reflexionen, besseres Licht oder einfach nur eine bessere Schattendarstellung.
Einige Spiele auf dem PC unterstützen Raytracing bereits. Prominente Beispiele sind:

Bislang nur angekündigt, ist der Raytracing-Support für Shadow of the Tomb Raider. Wann das Feature per Patch nachgreicht wird, lassen die Entwickler nach wie vor offen.

Grafische Verbesserungen

Raytracing verbessert die Grafik eines Spiels bei Lichtsetzung und Reflexion. Ohne RTX-Grafikkarte und Raytracing zeigen Spiegelungen in einem Game in der Regel nur Dinge an, die sich auch in Deinem Sichtfeld befindet. Ist das Nvidia-Feature hingegen aktiviert, können etwa Flammen oder Lichtblitze auf spiegelnden Objekten reflektiert werden, die sich hinter Deiner Spielfigur befinden. Etwa so, wie es auch im echten Leben der Fall wäre.

In den meisten Spielen werden die Lichtquellen per Hand gesetzt. Mit Raytracing können Spiele hingegen eine globale Lichtquelle, etwa eine virtuelle Sonne, als Ausgangspunkt nehmen und den Lichteinfall in Echtzeit berechnen – samt indirekter Beleuchtung. Objekte können den das Licht und dessen Schatten beeinflussen oder den Lichtstrahl sogar ablenken. Durch Raytracing berücksichtigt das Spiel beispielsweise ebenso, auf welches Material der Strahl trifft. Schatten erscheinen Dir dadurch viel realistischer und physikalisch korrekt.

Besonders bemerkbar macht sich das Feature, wenn das Licht auf transparente Objekte oder etwa Glaskugeln trifft, die den Strahl ablenken. Auch hier gilt: Lichtstrahlen werden selbst dann verfolgt und dargestellt, wenn diese gerade nicht in Deinem Sichtfeld sind. Was Raytracing im Idealfall leisten könnte, zeigt Dir das folgende Star-Wars-Video, das in der Unreal-Engine entstanden ist. Leider handelt es sich nur um eine Technik-Demo, die Szenen stammen nicht aus einem Spiel.

Video: Youtube / UnrealEngine

Vorteile bei Spielen

Neben den genannten möglichen optischen Verbesserungen liefert Dir Raytracing auch spielerisch einen Vorteil – zumindest ein wenig. Durch realistischere Schattenwürfe kannst Du womöglich einige Gegner in Shootern eher entdecken, als es Dir ohne das Feature möglich wäre. Etwa, wenn eine Lichtquelle außerhalb Deines Sichtbereichs einen großen Schatten wirft, die ohne Raytracing gar nicht vom Spiel berücksichtigt werden würde.

Besonders die Reflexionen geben Dir mehr Überblick. Pfützen, Spiegel und Co. zeigen Dir, was außerhalb Deines Blickfelds geschieht. Auf Beschuss durch große Waffen wie Flammenwerfer oder Raketen kannst Du in Shootern so schneller reagieren und wirst weniger überrascht. In Rennspielen könnte sich ein anderer Wagen in der Karosserie spiegeln, wodurch Du schneller ein Überholmanöver vereiteln kannst.

Nachteile bei Spielen

Wenn Du auf Raytracing setzen möchtest, solltest Du aber zwei Dinge bedenken: Realistische Schatten können zwar schöner aussehen, aber auch für mehr Dunkelheit sorgen. Werden Lichtstrahlen realistisch berechnet, könnte es gerade innerhalb von Gebäuden mehr Schatten in Spielen geben. Dadurch verlierst Du etwas an Überblick und könntest womöglich von Gegnern überrascht werden, die in der Dunkelheit lauern.

Hinzu kommen die hohen Systemanforderungen, die bei einigen Spielen in keinem Verhältnis zu den optischen Verbesserungen stehen, die Raytracing bringt. Je nach Game verpasst Du also nicht viel, wenn Du den Effekt einfach wieder abschaltest. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn die Bilddarstellung stockt.

Was ist für Raytracing nötig?

Du benötigst insgesamt einen schnellen Computer für Raytracing. Zudem eine RTX-Grafikkarte, die das Feature überhaupt unterstützt. Mit einer Nvidia RTX 2080 bist Du also gut beraten, wenn Du die Technologie nutzen möchtest. Zwar kannst Du realistische Lichtstrahlen und Co. auch mit einer schwächeren Grafikkarte der 2000er-Reihe nutzen, doch je nach Spiel musst Du dann andere Abstriche bei der optischen Qualität machen, damit der Titel noch flüssig läuft.

Bedenke zudem, dass die geforderte Rechenleistung für Raytracing bei einigen Spielen so hoch ausfällt, dass Du für ein flüssiges Spielerlebnis Full HD nutzen musst – die Kombination aus 4K, hohen Grafikeinstellungen und Raytracing könnte selbst den einen oder anderen High-End-Rechner an seine Grenzen bringen. Es ist also nicht gerade günstig, Deinen PC für das Nvidia-Feature fit zu machen.

Ein gutes Beispiel ist an dieser Stelle Battlefield 5. Für die Nutzung von Raytracing wird folgende Hardware empfohlen:

  • Prozessor: Intel Core i7 8700
  • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
  • Grafikkarte: Nvidia RTX 2070
Video: Youtube / NVIDIA GeForce

Zusammenfassung

  • Raytracing sorgt für Realismus bei Licht und Reflexionen.
  • Derzeit benötigst Du eine RTX-Grafikkarte von Nvidia für das Feature.
  • Nutzt Du Raytracing, werden auch Reflexionen und Lichtstrahlen berechnet, die nicht im Sichtfeld Deiner Spielfigur sind.
  • Aktivierst Du die RTX-Technologie, werden Lichtstrahlen auch anders abgelenkt. Je nach Beschaffenheit des Objekts, auf das der Strahl trifft.
  • Raytracing-Reflexionen können Dir verraten, ob sich ein Gegner hinter Dir befindet.
  • Realistische Schatten können ebenso die Position von anschleichenden Feinden preisgeben.
  • Realistische Schatten haben den Nachteil, dass viele Bereiche in Gebäuden sehr dunkel werden können.
  • Raytracing benötigt sehr viel Leistung und dementsprechend schnelle Hardware.

Was ist Deine Meinung zu Raytracing? Ist das die nächste Grafik-Revolution bei Spielen? Schreib uns Deine Meinung in die Kommentare.

Titelbild: picture alliance / ZUMA Press

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