Studien belegen: Frauen spielen lieber Casual Games

Spiele für Frauen
Die IEM Katowice startet am Donnerstag. Hier das Stadion in Katowice bei der IEM 2019. Foto: Helena Kristiansson
Pokemon Go Feld-Forschung
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Studien belegen: Frauen spielen lieber Casual Games

Frauen zock­en genau so gerne wie Män­ner. Doch welche Games sind bei der weib­lichen Ziel­gruppe beson­ders beliebt? Wir ver­rat­en Dir, welche Kon­solen- und PC-Games bei den Ladies punk­ten und welche Aus­nah­men die Regel bestäti­gen. 

Dass Mädels an der Maus und am Joy­stick längst genau­so auf Zack sind wie ihre männlichen Mit­spiel­er, ist eine bestätigte Tat­sache. So kamen der Ver­band der deutschen Games-Branche und eine europäis­che Studie im Auf­trag von Ipsos Medi­aCT zu dem Ergeb­nis, dass gut die Hälfte aller Gamer weib­lich ist. Doch welche Art von Games spie­len Frauen gerne? Die auf der Game Devel­op­ers Con­fer­ence 2014 vorgestellte Studie The Con­nec­tion Between Boys’ Social Sta­tus, Gam­ing and Con­flict bestätigt: Frauen und Mäd­chen zock­en lieber Casu­al Games wie Tetris und Can­dy Crush. Also Spiele, die gängige Leis­tungs- und Wet­tbe­werbs-Maxi­men unter­graben. Und tat­säch­lich: Da ist etwas dran.

Ich will doch nur spielen: Mit Spaß und Strategie 

Dass sich Män­ner und Frauen in ihrem Spielver­hal­ten und den bevorzugten Gen­res unter­schei­den, ist mit­tler­weile klar. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen aus ein­er anderen Moti­va­tion zock­en als Män­ner. Die amerikanis­che Gam­ing-Analyse-Agen­tur Quan­tic Foundry beschäftigt sich aus­führlich mit der Gamer Moti­va­tion und stellt fest: Während für die meis­ten Frauen der Spaß, „Fan­ta­sy“ und die Inter­ak­tion mit anderen Spiel­ern im Fokus ste­hen, sind für Män­ner die „Com­pe­ti­tion“ (Wet­tkampf) und „Destruc­tion“ (Zer­störung) primäre Anreize, um in virtuelle Wel­ten abzu­tauchen. Sta­tis­tisch präferieren die meis­ten weib­lichen Zock­er also Spiele mit sozialen Inhal­ten und strate­gis­chen Zie­len wie beispiel­sweise beim Spieleklas­sik­er Die Siedler.

Gender und Gaming: Wann Zocker-Ladys Waffen zücken

Aber wollen Mädels wirk­lich nur knuf­fige Wusel­we­sen, Gehirn-Jog­ging und kollek­tiv­en Fuch­telspaß mit Nin­ten­dos Wii-Kon­sole? Eine weit­ere Umfrage von Quan­tic Foundry beant­wortet das mit einem klaren Nein. Die Studie schlüs­selt auf, welche Gen­res Mädels bevorzu­gen und nen­nt auch Kon­solen- und PC-Games, die nicht ins typ­is­che Gen­der-Schema passen. Ein paar action­re­iche PS4-Spiele für die weib­liche Ziel­gruppe haben wir Dir bere­its vorgestellt.

Unter den Open-World-Spie­len ist zum Beispiel das His­to­rien-Aben­teuer Assassin’s Creed: Syn­di­cate bei den Damen über­durch­schnit­tlich beliebt. Fast jede Dritte taucht gerne als Anführerin der Assas­si­nen-Brud­er­schaft ins Vik­to­ri­an­is­che Zeital­ter ab und legt sich mit mörderischen Tem­plern an, um Lon­don von krim­inellen Ban­den zu befreien.

Einen bemerkenswerten Aus­reißer macht auch das Videospiel Drag­on Age: Inqui­si­tion in der Kat­e­gorie der west­lichen Rol­len­spiele (RPG). 48 Prozent der befragten Frauen stürzen sich in der fan­tastis­chen Welt von Thedas in epis­che Schlacht­en, um ver­nich­t­ende Kämpfe gegen Drachen und die spir­ituellen Eliten des Reich­es zu führen.

Dann wären da noch Sci­ence-Fic­tion-MMOs (Mas­sive­ly Mul­ti­play­er Online RPGs), die ten­den­ziell eher sel­ten auf dem Spielplan von Frauen ste­hen. Das pop­ulärste Game in diesem Genre, Star Wars: The Old Repub­lic, kommt trotz­dem bei fast jed­er drit­ten Spielerin gut an.

„Nur eine Fleischwunde“: Explosive Action mit Lara Croft

Zu virtuellen Waf­fen greifen Mädels auch gerne bei Erkun­dungsspie­len, wobei das Spiele-Fran­chise Tomb Raider wohl eines der bekan­ntesten Vertreter ist. Wie gewohnt ist auch bei dem zwölften und (bis­lang) let­zten Teil der Action-Adven­ture-Serie Shad­ow of the Tomb Raider Geschick­lichkeit im Kampf und Kno­belkom­pe­tenz bei Schatz­suchen gefragt. Klar­er Plus­punkt bei diesem Kon­solen- und PC-Game: für manche Frauen ist Lara Croft qua­si die Antwort auf Indi­ana Jones und eine starke Iden­ti­fika­tions­fig­ur. Dieser Fak­tor ist für Frauen näm­lich eben­falls wichtiger als für Män­ner, wie die Studie von Quan­tic Foundry zeigt.

Life is Strange: Die richtige Entscheidung mit bitterem Ende

Spiele für Frauen: Vor diesem Hin­ter­grund dürfte auch das preis­gekrönte 3D-Adven­ture Life is Strange für weib­liche Gamer inter­es­sant sein. Heldin der Geschichte ist die Fotografie-Stu­dentin Max Caulfield, die in drama­tis­chen Aus­gangssi­t­u­a­tio­nen moralis­che Entschei­dun­gen tre­f­fen muss, um ihre Fre­undin Chloe zu ret­ten. Die Geschichte endet in ein­er finalen, alles entschei­den­den Frage. Hier geht es nicht darum, eine möglichst per­fek­te Spiel-Per­for­mance abzuliefern, son­dern um die emo­tionale Reise der Charak­ter. Diese ist so span­nend, dass es mit Life is Strange 2 bere­its eine Fort­set­zung mit zwei männlichen Pro­tag­o­nis­ten gibt.

Mystik trifft Manga: Psychedelisches Rollenspiel mit Persona 5

High-Fan­ta­sy-MMOs wie The Elder Scrolls Online (TESO) und Guild Wars ste­hen bei Frauen eben­falls hoch im Kurs – vor allem in Form von japanis­chen Rol­len­spie­len (Japan­ese Role Play­ing Games, kurz JRPG) wie Final Fan­ta­sy. Auf der Playsta­tion kön­nte zum Beispiel Per­sona 5 laufen, das soziale Hand­lungsaspek­te mit run­den­basierten Kämpfen und Dun­geon-Crawl­ing-Ele­menten in einem aufre­gen­den Plot zusam­men­bringt. Aus der Sicht japanis­ch­er High-School-Schüler ergrün­d­est Du mit über­natür­lichen Kräften die Psy­che und Herzen der Stadt­be­wohn­er Tokios und driftest dabei seri­en­typ­isch ins Mys­tis­che ab.

 

The Bard’s Tale 4: Knobeln und kämpfen im Dungeon

Mit Runen-Sudokus, Far­ben­rät­seln und keltisch­er Musik in ein­er unter­halt­samen Sto­ry kön­nte auch das Kon­solen- und PC-Game The Bard’s Tale 4 weib­lichen Spiel­ern gefall­en. Du kno­belst Dich durch die Hand­lung, in dem Du zum Beispiel Zah­n­räder in die richtige Posi­tion bringst oder Opfer­schalen füllst, um ver­riegelte Türen und geheime Tore zu öff­nen. Dafür kannst Du unter­schiedliche Charak­tere wie Magi­er, Kämpfer und Bar­den in Deine „Par­ty“ aufnehmen, die entsprechend ihrer „Klasse“ beson­dere Fähigkeit­en mit­brin­gen. Pack­ende Kämpfe run­den das Dun­geon-Crawl-Rol­len­spiel ab.

 

Spiele für Frauen: Lieber bauen als ballern

Zurück zur Aus­gangs­these: Sind Casu­al Games tat­säch­lich das bevorzugte „Frauen-Ding“? Laut der Umfrage von Quan­tic Foundry ja. Mit 69 Prozent teilen sich Casu­al Puz­zler tat­säch­lich den ersten Platz mit Fam­i­lien- und Farm­sim­u­la­tio­nen. Social Games wie Die Sims und Far­mville ziehen dem­nach beson­ders viele Zock­erin­nen an.

Die Wahrschein­lichkeit, dass Du bei MOBAs (Mul­ti­play­er Online Bat­tle Are­na) Damen triff­st, ist hinge­gen mit zehn Prozent eher ger­ing. Noch sel­tener ist die weib­liche Baller-Frak­tion bei Ego-Shootern wie Call of Duty oder Counter-Strike vertreten. Renn­spiele liegen mit sechs Prozent eben­falls auf den hin­teren Rän­gen. Das Schlus­slicht – und damit die größte Män­ner­domäne – sind Sport-Games, die nur zwei Prozent der Ladys ins Schwitzen brin­gen.

Nichts desto trotz: Frauen mis­chen die dig­i­tale Spiele-Welt mit­tler­weile mächtig auf und sind für die Gam­ing-Indus­trie eine nicht zu unter­schätzende Ziel­gruppe.

Hast Du weit­ere Spiele für Frauen ent­deckt? Schreib uns, welche Kon­solen- und PC-Games Dein­er Mei­n­ung nach den Geschmack der weib­lichen Ziel­gruppe tre­f­fen.

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