Boost Thyroid: Eine Health-App für Autoimmunerkrankte und die Wissenschaft

F-LANE-Finalist 2019 Boost Thyroid
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Boost Thyroid: Eine Health-App für Autoimmunerkrankte und die Wissenschaft

Hast Du schon mal was von Hashimo­to gehört? Unter dieser bis­lang wenig bekan­nten Autoim­munkrankheit lei­den weltweit Mil­lio­nen Men­schen. Das Start-up Boost Thy­roid möchte das Leben der Betrof­fe­nen mit ein­er App nicht nur erle­ichtern, son­dern langfristig verbessern. Wir stellen Dir die dig­i­tale Lösung des diesjähri­gen F-LANE-Final­is­ten vor.

Weltweit sind rund 350 Mil­lio­nen Men­schen von Hashimo­to, ein­er Erkrankung der Schild­drüse betrof­fen – über­wiegend Frauen. Den­noch ist die Krankheit weit­ge­hend unbekan­nt und ver­hält­nis­mäßig schlecht erforscht. Die Wis­senschaft­lerin Dr. Vedrana Högqvist Tabor hat mit ihrem Start-up Boost Thy­roid eine App entwick­elt, die das ändern kön­nte.

Am 21. Novem­ber ist Demo Day. Der Livestream startet um 11:30 Uhr:

Hilfe für Hashimoto-Patienten: Wissen als wichtigste Grundlage

Die Moti­va­tion für die Grün­dung von Boost Thy­roid kön­nte kaum per­sön­lich­er sein. Vedrana lei­det selb­st an Hashimo­to und ken­nt die gesund­heitlichen Prob­leme gut. Das Tück­ische an der Schild­drüsenkrankheit sind die kom­plex­en, viel­seit­i­gen Symp­tome, die sowohl von Betrof­fe­nen als auch Ärzten oft nicht richtig gedeutet wer­den – auch, weil das Wis­sen über die Krankheit fehlt. „Ich habe fest­gestellt, dass viele Infor­ma­tio­nen im Netz nicht aus wis­senschaftlich belegten Quellen stam­men. Ich denke, dass Betrof­fene aber genau das brauchen“, weiß Vedrana. Denn je eher Hashimo­to erkan­nt wird, desto geringer ist das Risiko von schw­er­wiegen­den Fol­gen wie Unfrucht­barkeit, Fet­tleibigkeit oder Herz­erkrankun­gen. Mit ihrem Start-up Boost Thy­roid möchte Vedrana eine frühzeit­ige Diag­nose ermöglichen und Kom­p­lika­tio­nen durch ein besseres Gesund­heits­man­age­ment ver­mei­den.

Boost Thyroid-App: Gesundheits-Tracking für die Wissenschaft

Die Health-App von Boost Thy­roid kom­biniert einen wis­senschaftlichen Ansatz mit prak­tis­chen Fea­tures, die den NutzerIn­nen dabei helfen, Symp­tome zu erken­nen und die Krankheit bess­er zu ver­ste­hen. Betrof­fene kön­nen zum Beispiel ihre Symp­tome, Labortests und Blutwerte mit einem per­son­al­isierten Track­ing-Tool doku­men­tieren und erhal­ten so Ein­blicke in ihre Schild­drüsen­ge­sund­heit. Die Infor­ma­tio­nen kön­nen auch den Aus­tausch mit behan­del­nden Ärzten vere­in­fachen.

Außer­dem bietet die App die Möglichkeit, die Dat­en anonymisiert an kooperierende Forschungsin­sti­tute weit­erzuleit­en. Diese Infor­ma­tio­nen dienen als Grund­lage für größere Stu­di­en, die wichtige Erken­nt­nisse über die Krankheit liefern kön­nen. Let­z­tendlich kön­nte das auch zur Entwick­lung neuer, präven­tiv­er und indi­vid­u­al­isier­bar­er Behand­lungsmöglichkeit­en führen. Dafür arbeit­et Boost Thy­roid bere­its mit renom­mierten Forschung­sein­rich­tun­gen wie der Uni­ver­si­ty of Oxford zusam­men.

Digitalisierung als Chance: Vom Forschungslabor ins eigene Unternehmen

Das Wirtschafts­magazin Forbes zählt Boost Thy­roid bere­its zu den 53 wichtig­sten, von Frauen geführten Health-Tech-Unternehmen. Vedrana hat aber noch größere Pläne und möchte die Patien­ten­reise unter anderem durch maschinelles Ler­nen weit­er per­son­al­isieren. „Aktuell haben wir noch eine rel­a­tiv kleine Nutzer­ba­sis im Ver­gle­ich zu den 350 Mil­lio­nen Men­schen, die an dieser Krankheit lei­den. Ich denke, wir wer­den in fünf Jahren noch mehr Men­schen helfen kön­nen.“ Welche Chan­cen die Dig­i­tal­isierung dabei birgt, hat Vedrana früh erkan­nt. „Etwa ab 2012 fiel mir auf, wie dig­i­tale Tech­nolo­gien und trag­bare Sen­soren die Gesund­heits­branche verän­derten. Ich inter­essierte mich sehr für die Dat­en, wie sie genutzt wer­den und im All­t­ag der Patien­ten weit­er­helfen kön­nen.“ Dies gab den Anstoß, ihren dama­li­gen Job an einem schwedis­chen Forschungsin­sti­tut zu kündi­gen und ein eigenes E-Health-Pro­jekt für Hashimo­to-Patien­ten zu starten.

Erfolgsgeschichte einer „ungewöhnlichen“ Gründerin

Die ersten Schritte bestanden aus viel Aufk­lärungs- und Überzeu­gungsar­beit. Das lag nicht nur an der mäßi­gen Bekan­ntheit der Krankheit, son­dern auch daran, dass Vedrana eine eher „ungewöhn­liche Grün­derin“ ist, wie sie sagt: „Ich bin schon etwas älter und man sieht es eher sel­ten, dass eine Frau ein Health-Tech-Start-up grün­det – noch dazu in Deutsch­land, obwohl ich nicht aus Deutsch­land stamme.“ Bei ihrer Suche nach per­son­eller und finanzieller Unter­stützung stieß sie daher oft auf Vor­ein­genom­men­heit. „Mit­tler­weile gibt es viel mehr Ver­anstal­tun­gen für Frauen, bei denen sie Mit­be­grün­der find­en und ihre Idee teilen kön­nen. Es ist ein­fach­er als noch vor fünf, sechs Jahren“, stellt sie fest.

F-LANE-Finale beim Demo Day in Berlin bietet weitere Chancen

Als anerkan­nte Wis­senschaft­lerin hält Vedrana heute bei großen Fachkon­feren­zen und Ver­anstal­tun­gen weltweit Vorträge, um Hashimo­to bekan­nter zu machen. Als erfol­gre­iche Grün­derin hat sie mit­tler­weile aber auch gute Argu­mente, um Inve­storen aufzuzeigen, dass es sich lohnt, Geschäft­sideen von Frauen zu unter­stützen: „Inve­storen kön­nen es jed­er Grün­derin – auch jed­er ungewöhn­lichen Grün­derin – ermöglichen, wun­der­bare Dinge zu tun.“ Davon kann sie am 21. Novem­ber hof­fentlich auch das Pub­likum und die Inve­storen beim Demo Day in Berlin überzeu­gen.

Mit welchen dig­i­tal­en und tech­nol­o­gis­chen Ideen die anderen vier F-LANE-Final­is­ten soziale Her­aus­forderun­gen lösen möcht­en, erfährst Du in unseren Start-ups-Porträts:

Denkst Du auch, dass eine App das Leben von Erkrank­ten nach­haltig verbessern kann? Schreib uns, ob und warum Du Boost Thy­roid unter­stützen würdest!

Titel­bild: Voda­fone Insti­tut

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