Rebecca Ferguson als Sarah in Mercy
© Amazon MGM Studios
Auf dem Bild in dem Artikel zu Lets Dance 2026 ist die Jury zu sehen.
Auf dem offiziellen Gruppenbild zum Dschungelcamp 2026 posieren zwölf Teilnehmer:innen vor tropischem Dschungelhintergrund. Unter ihnen sind Stephen Dürr, Patrick Romer, Gil Ofarim, Eva Benetatou, Mirja du Mont, Hardy Krüger, Samira Yavuz, Simone Ballack, Nicole Belstler-Boettcher, Umut Tekin und Hubert Fella.

Mercy: Das Ende des SciFi-Krachers mit Chris Pratt und Rebecca Ferguson erklärt

Im Sci­Fi-Kracher „Mer­cy“ gerät Chris Pratt ins Visi­er ein­er Kün­stlichen Intel­li­genz. Hier erk­lären wir Dir das Ende des Films und wagen eine Inter­pre­ta­tion mit Blick auf die Moral der Geschichte.

Regis­seur Timur Bek­mam­be­tov („Want­ed“) hat mit „Mer­cy“ einen span­nen­den Thriller vorgelegt, in dem Chris Pratt aus dem Nichts von der KI Mad­dox (Rebec­ca Fer­gu­son) als Mörder angeklagt wird. Was auf den ersten Blick wie ein gener­isch­er Sci­Fi-Film aussieht, ent­pup­pt sich im Ver­lauf der Hand­lung als span­nende Auseinan­der­set­zung mit dem The­ma „KI“, die Raum für Inter­pre­ta­tio­nen lässt.

„Mer­cy“ endet mit einem finalen Twist, der in Fankreisen schon jet­zt umstrit­ten ist. Hier erk­lären wir Dir, was hin­ter dem ver­meintlichen Mord an Nicole steckt, welche Fra­gen der Film aufwirft, wie er sie beant­wortet und welche Moral let­ztlich in „Mer­cy“ steckt.

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Das Ende von Mercy: Wer hat Nicole getötet?

Achtung: Ab hier fol­gen mas­sive Spoil­er zur Hand­lung und zum Ende von „Mer­cy“!

Der zen­trale Hand­lungsstrang ist die Frage nach dem wahren Mörder von Nicole (Annabelle Wal­lis), der Ehe­frau von Chris Raven (Chris Pratt). Ob Nicole aber über­haupt ermordet wurde, einen Unfall hat­te oder eines natür­lichen Todes gestor­ben ist, lässt der Film offen, was das Ende so span­nend macht. Stattdessen rück­en näm­lich der staatliche Jus­ti­zap­pa­rat Mer­cy und dessen „KI-Rich­terin“ Mad­dox (Rebec­ca Fer­gu­son) in den Fokus der Handlung.

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Rob Nel­son (Chris Sul­li­van), ein enger Ver­trauter von Chris, hat die Sit­u­a­tion eskalieren lassen. Sein Ziel ist die Zer­störung des Sys­tems, indem er mit Chris dessen promi­nen­testen Unter­stützer stürzt. Sein Motiv ist Rache: Robs Brud­er David Webb war der erste, den Mad­dox verurteilte und hin­richt­en ließ.

Am Ende gelingt es Chris, Rob zu stop­pen. Doch Rob behar­rt darauf, dass sein Brud­er unschuldig gewe­sen sei und entschei­dende Beweise dafür ver­schwun­den seien. Mad­dox analysiert die Sit­u­a­tion noch ein­mal und find­et her­aus, dass Jaq (Kali Reis) damals Davids Handy, das ihn ent­lastet hätte kön­nen, ver­schwinden ließ, um den Erfolg und die Unfehlbarkeit von Mer­cy zu garantieren. So wer­den Rob und schlussendlich auch Jaq über­führt und verhaftet.

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Menschen vs. KI im SciFi-Film

„Mer­cy“ stellt im Kern die Frage, ob ein auf kün­stlich­er Intel­li­genz basieren­des Jus­tizsys­tem über­haupt funk­tion­ieren kann. Das Ende des Films lässt dabei mehrere Deu­tun­gen zu, die sich teil­weise wider­sprechen. Auf­fäl­lig ist jedoch, dass die KI selb­st nicht ein­deutig als grund­sät­zlich „böse“ geze­ich­net wird. Vielmehr präsen­tiert der Film Mer­cy und die KI-Rich­terin Mad­dox zunächst als tech­nisch funk­tion­ierende Werkzeuge, deren Ein­satz prob­lema­tisch wird, sobald men­schliche Fak­toren ins Spiel kommen.

Bei ein­er Inter­pre­ta­tion des Endes liegt die zen­trale Kri­tik nicht in der Tech­nolo­gie selb­st, son­dern in ihrer Anwen­dung. Mer­cy und Mad­dox arbeit­en tech­nisch kor­rekt. Das Prob­lem entste­ht erst, wenn Men­schen das Sys­tem manip­ulieren oder unvoll­ständig mit Infor­ma­tio­nen versorgen.

Diese Lesart wird ins­beson­dere durch Jaq gestützt. Ihre bewusste Manip­u­la­tion von Beweis­ma­te­r­i­al führt dazu, dass Mad­dox zu falschen Schlüssen kommt. Die KI verurteilt nicht aus Willkür, son­dern auf­grund der Fak­ten­lage, die ihr präsen­tiert wird. Die Kon­se­quenz: Nicht die KI ist schuld am Fehlurteil, son­dern der Men­sch, der sie falsch füt­tert. Die Lösung lautet daher: bessere Regeln, stren­gere Kon­trolle, trans­par­entere Dat­en – und ver­ant­wor­tungsvollere Men­schen, die mit der Tech­nolo­gie umgehen.

In dieser Per­spek­tive fungiert „Mer­cy“ als Mah­nung vor ein­er unkon­trol­lierten Ein­führung von KI in sen­si­blen Bere­ichen wie der Jus­tiz, ohne deren moralis­che und gesellschaftliche Fol­gen aus­re­ichend zu bedenken.

Ist Mercy KI-Kritik?

Über diese War­nung hin­aus lässt sich das Ende jedoch auch grund­sät­zlich­er lesen. Dabei ver­schiebt sich der Fokus weg von indi­vidu­eller Manip­u­la­tion hin zur struk­turellen Gewalt des Sys­tems selbst.

Diese Inter­pre­ta­tion set­zt beim ungek­lärten Tod von Nicole an. Der Film macht nie ein­deutig klar, ob über­haupt ein Mord vor­liegt. Den­noch wird Chris auf Basis dig­i­taler Spuren und algo­rith­mis­ch­er Logiken als Täter iden­ti­fiziert. Wahrheit wird dabei nicht ermit­telt, son­dern durch Wahrschein­lichkeit­en erset­zt. Überwachung, Daten­lück­en und sta­tis­tis­che Logik genü­gen, um ein Todesurteil auszusprechen.

Chris (Chris Pratt) gerät zu Unrecht ins Fadenkreuz der KI. — Bild: Ama­zon MGM Studios

Hier braucht es keine Täter:innen mehr – lediglich aus­re­ichend belas­tende Dat­en und ein Sys­tem, das ohne Zweifel urteilt. Mad­dox han­delt nicht böswillig, son­dern streng logisch. Ger­ade darin liegt der Schreck­en: Men­schliche Unsicher­heit, Moral oder Kon­text spie­len keine Rolle mehr. Das Sys­tem funk­tion­iert effizient, aber unmenschlich.

Aus dieser Per­spek­tive ist Mer­cy eine deut­liche Kri­tik an der Idee, moralis­che Entschei­dun­gen an Algo­rith­men auszu­lagern. Selb­st wenn die KI tech­nisch fehler­frei arbeit­et, bleibt das Sys­tem ethisch prob­lema­tisch, weil es Kom­plex­ität, Ambivalenz und Unwis­sen nicht zulässt.

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Der Twist und die Bedeutung für das Ende

Das Ende des Films öffnet jedoch eine weit­ere, kon­tro­verse Deu­tung. Durch den Twist um Jaq ver­schiebt sich die Ver­ant­wor­tung erneut: Nicht das Sys­tem selb­st, son­dern das indi­vidu­elle Fehlver­hal­ten eines einzel­nen Men­schen wird als Ursache möglich­er Fehlurteile benan­nt. Dadurch wird die KI indi­rekt ent­lastet. Mad­dox erscheint im Ver­gle­ich als ratio­nal, lern­fähig und prinzip­iell fair – während die Men­schen emo­tion­al, kor­rupt oder macht­getrieben handeln.

Szene aus Mercy

In der futur­is­tis­chen Welt von „Mer­cy“ wer­den Straftäter:innen von der KI verurteilt. — Bild: Ama­zon MGM Studios

Vor diesem Hin­ter­grund kann „Mer­cy“ sog­ar als prob­lema­tis­che Erzäh­lung gele­sen wer­den, die die KI zur über­lege­nen Instanz stil­isiert. Die Tat­sache, dass Mad­dox trotz der fast vol­l­zo­ge­nen Fehlverurteilung beste­hen bleibt und lediglich „nachjustiert“ wird, unter­stützt diesen Ein­druck. Die grundle­gende Frage, ob ein KI-basiertes Jus­tizsys­tem moralisch vertret­bar ist, wird dadurch nicht beant­wortet, son­dern umgangen.

Das bessere Ende von Mercy?

Wer „Mer­cy“ mit der Hoff­nung auf klare KI-Kri­tik gese­hen hat, dürfte das Kino ent­täuscht ver­lassen haben. Denn die Kri­tik am Sys­tem wird am Ende durch die Ver­schiebung der Schuld auf Jaq mas­siv abgeschwächt – zumin­d­est mit Blick auf die zweite Inter­pre­ta­tion. Zwar zeigt der Film, wie gefährlich KI im Extrem­fall sein kann, er traut sich aber nicht, die Kon­se­quen­zen durchzuziehen. Doch wie hätte der Regis­seur das anders machen können?

In einem denkbaren alter­na­tiv­en Enden hätte ihre Mad­dox ihr Urteil nicht kor­riegiert und Chris’ Todesurteil beste­hen lassen. Im Film passt die KI ihre „Moral“ an und spricht Chris frei. Dadurch wirkt die Gesam­taus­sage von „Mer­cy“ aber weit weniger kri­tisch . Alter­na­tiv hätte Mer­cy auch abgeschal­tet wer­den oder sog­ar weit­er­ar­beit­en kön­nen, weil die Eliten entschei­den, dass es effizient, kostengün­stig und vielle­icht poli­tisch gewollt ist. Auch das hätte zu ein­er klar­eren und vor allem unmissver­ständlicheren Aus­sage über KI-Nutzung inner­halb der Jus­tiz geführt.

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