Color out of Space: Die Bedeutung und das Ende erklärt

Nicolas Cage auf Poster von Color out of Space
© RLJE Films
Owen Wilson und Nicky Whelan in "Alles erlaubt – Eine Woche ohne Regeln"
Eine Frau schaut über ihren Laptop und Kopfhörern TV.
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Color out of Space: Die Bedeutung und das Ende erklärt

Der neue Hor­ror­film „Col­or out of Space“ ist ein sur­re­al-far­ben­fro­her Alb­traumtrip in den Wahnsinn, der sein­er Vor­lage von Hor­rormeis­ter H.P. Love­craft mehr als gerecht wird. Doch was hat das Ganze zu bedeuten? Was passiert am Ende und worum han­delt es sich bei der Farbe aus dem All wirk­lich? Erfahre es hier!

H.P. Love­craft gilt als ein­er der ein­flussre­ich­sten Hor­ro­rautoren, die je gelebt haben – und das nicht umson­st. Seine Geschicht­en von ural­ten Flüchen, kos­mis­chen Entitäten, dem men­schlichen Wis­sendurst und dem Grauen des Unbekan­nten appel­lieren bis heute auf eine Weise an unsere Uräng­ste, wie es son­st nur wenige kön­nen.

Ger­ade weil sich ein Großteil von Love­crafts Hor­ror aus der Kon­fronta­tion des frag­ilen, men­schlichen Geistes mit dem „Unfass­baren“ speist – und sich damit viel im Kopf abspielt – gel­ten filmis­che Adap­tio­nen sein­er Werke grund­sät­zlich als schw­er­er Stoff. Umso erfreulich­er ist es, dass Richard Stan­leys „Col­or out of Space“ den Kern von Love­crafts Schaf­fen auf den Punkt bringt und den exis­ten­zial­is­tis­chen Schreck­en in ein­er bedrohlich-sur­realen Atmo­sphäre und in faszinierend-ander­sweltlichen Bildern Bahn brechen lässt.

Die Handlung von Color out of Space

Nathan Gard­ner (Nico­las Cage) will mit sein­er Frau There­sa (Joe­ly Richard­son) und ihren Kindern Lavinia (Madeleine Arthur), Ben­ny (Bren­dan Mey­er) und Jack (Julian Hilliard) ein ruhiges Leben auf ein­er abgele­ge­nen, ländlichen Farm führen. Doch eines Tages stürzt ein Mete­orit auf ihr Grund­stück.

Nicola Cage und Joely Richardson in Color out of Space

Das schöne Fam­i­lien­leben wird bald empfind­lich gestört — Bild: Koch Media GmbH

Eine mys­ter­iöse Farbe bre­it­et sich um den Ein­schlagskrater aus und schon bald offen­baren sich selt­same Verän­derun­gen im Umfeld der Fam­i­lie. Natur und Tiere offen­baren groteske Muta­tio­nen und selb­st die Zeit an sich scheint aus dem Gle­ichgewicht zu ger­at­en.

Während die Gard­ners noch ver­suchen zu ver­ste­hen, was um sie herum geschieht, begin­nt die Farbe aus dem All auch zunehmend Ein­fluss auf Kör­p­er und Geist der Men­schen zu nehmen. Für sie begin­nt ein Kampf gegen den um sich greifend­en Wahnsinn und eine Macht, die all ihre Vorstel­lun­gen über­schre­it­et.

Was ist die Farbe aus dem All?

Eine der drän­gend­sten Fra­gen, die sich im Laufe von „Col­or out of Space“ stellt, ist: Worum han­delt es sich eigentlich bei dieser Farbe aus dem All? Ist sie ein­fach nur ein Ein­fluss aus ein­er anderen Welt, ein Natur­phänomen oder steckt sog­ar ein Bewusst­sein hin­ter dem Wahnsinn, der sich auf der Fam­i­lien­farm aus­bre­it­et?

Eine ein­deutige Antwort gibt es darauf nicht. Das liegt unter anderem an der Beson­der­heit von Love­crafts Geschicht­en und seinem Genre des kos­mis­chen Hor­rors. Das Gefühl der Angst entste­ht hier vor allem dadurch, dass die Bedro­hun­gen so ander­sar­tig, fremd und unbe­grei­flich mächtig sind, dass sie den men­schlichen Ver­stand über­steigen.

GigaTV Film-Highlights

Auch der Film spielt mit dieser Auf­fas­sung und ver­sucht gar nicht erst, die Farbe aus dem All all­ge­me­ingültig zu erk­lären. Genau wie die selt­samen Vorgänge in dem stark von Love­craft inspiri­erten Hor­ror­film „Der Leucht­turm“ – den wir Dir bere­its an ander­er Stelle erk­lärten – bleibt sie ein Mys­teri­um. Für den­jeni­gen, der ver­sucht es zu ver­ste­hen, kann das nur Furcht, Hoff­nungslosigkeit oder Wahnsinn bedeuten.

Dies verdeut­licht auch die let­zte Szene des Films, als Ward Philips (Elliot Phillips), Hydrologe und einziger Über­leben­der der Ereignisse, ver­sucht, Worte für das erlebte Grauen zu find­en: „Es war nur eine Farbe aus dem All. Ein Bote aus Gefilden, deren Exis­tenz unser Hirn lähmt und uns wie betäubt in die Abgründe star­ren lässt, die sich vor unseren entset­zten Augen auf­tun.“

Color out of Space: Erklärungsansätze für die Farbe aus dem All

Obwohl es für die Farbe und die beglei­t­en­den Phänomene keine klaren Antworten gibt, liefert „Col­or out of Space“ genü­gend Inter­pre­ta­tion­sspiel­raum, worum es sich dabei han­deln kön­nte. Fol­gende The­o­rien kön­nten das alb­traumhafte Treiben im Film erk­lären.

Die wissenschaftlichen Erklärungen

Eine Möglichkeit wäre, dass es sich bei der Farbe aus dem All um eine Form kos­misch-radioak­tiv­er Strahlung oder ein­er chemis­chen Verbindung han­delt.

Dies wäre keineswegs ver­wun­der­lich, schließlich kön­nte ein Mete­orit aus aller­hand gefährlichen Min­er­alien und Stof­fen beste­hen, die bei seinem Ein­schlag vor dem Gard­ner-Haus freige­set­zt wur­den.

Ist die Farbe radioaktive Strahlung?

Für diesen Erk­lärungsansatz spricht eine Beobach­tung des Wis­senschaftlers Ward. Er bemerkt, dass die von der Farbe mutierten Tiere so ausse­hen, als wären sie von radioak­tiv­er Strahlung ver­bran­nt wor­den. Nicht nur wer die auf wahren Tat­sachen beruhende Sky-Serie „Cher­nobyl“ gese­hen hat, weiß, welch schreck­liche Fol­gen Strahlung haben kann.

Szene aus Color out of Space

Kön­nte die Farbe eine natür­liche Ursache haben? — Bild: Koch Media GmbH

Außer­dem gener­ieren manche radioak­tiv­en Stoffe eine gewaltige Hitze – vor allem bei der Kernspal­tung – was erk­lären kön­nte, warum sich der Mete­orit zu Anfang sprich­wörtlich in den Boden bren­nt. Ob Strahlung aber wirk­lich so üble Muta­tio­nen inner­halb eines so kurzen Zeitraums her­vor­rufen kön­nte, wie dies in „Col­or out of Space“ passiert, bleibt jedoch fraglich.

Außer­dem stößt dieser Erk­lärungsansatz an seine Gren­zen, wenn wir die selt­samen Zeitver­schiebun­gen und das stetig mit mehr Bewusst­sein in Erschei­n­ung tre­tende, ten­take­lar­tige Licht in Betra­cht ziehen.

Ist ein chemischer Stoff für den Wahnsinn der Familie verantwortlich?

Bei seinen Tests am Grund­wass­er der Gar­den­ers find­et Ward her­aus, dass eine starke chemis­che Belas­tung vor­liegt. Er beschwört sog­ar Lavinia Gar­den­er, sie solle sich von dem Wass­er fern­hal­ten und es möglichst nicht trinken.

Kön­nte also durch den Mete­oriten ein chemis­ch­er Stoff ins Grund­wass­er gelangt sein, der die Men­schen mehr und mehr bee­in­flusst? Löst er vielle­icht sog­ar Hal­luz­i­na­tio­nen und Film­risse aus und treibt die Fam­i­lie in den Wahnsinn? Das wäre dur­chaus möglich.

Julian Hilliard in Color out of Space

Auch der jüng­ste Sohn Jack wird vom Ein­fluss der Farbe nicht ver­schont. — Bild: Koch Media GmbH

In Verbindung mit der Strahlung ließen sich so sowohl die Muta­tio­nen, als auch die Zeit­sprünge erk­lären. Doch erscheinen die Ereignisse auf der Farm mit zunehmender Lauf­dauer so ver­rückt, dass eine solch sim­ple Auflö­sung unzure­ichend erscheint.

Ins­beson­dere, weil Ward selb­st das Wass­er ja nicht kon­sum­iert hat und auch nicht genü­gend Zeit auf dem ver­hält­nis­mäßig kleinen Gebi­et ver­bringt, um ähn­liche Hal­luz­i­na­tio­nen wie die Gard­ner-Fam­i­lie zu erfahren. Den­noch sieht er die von Lavinia her­vorgerufene Alb­traumvi­sion und Fam­i­lien­vater Nathan, nach­dem dieser schon erschossen wurde.

So logisch Teile der wis­senschaftlichen Erk­lärung also erscheinen, es muss ver­mut­lich etwas Fin­ster­eres oder zumin­d­est Bewussteres für die Ereignisse ver­ant­wortlich sein.

Die Alien-Erklärung: Stecken Außerirdische dahinter?

Da der Mete­orit aus dem Weltall stammt, liegt die Fol­gerung nicht weit, dass Aliens mit der selt­samen Farbin­va­sion in Verbindung ste­hen. Dabei kön­nte die Farbe an sich ein außerirdis­ches Wesen sein, oder auch eine Tech­nolo­gie, welche die Erde und ihre Lebe­we­sen unter­sucht.

Für die The­o­rie, dass es sich bei der Farbe um Aliens oder eine Vielzahl von Alienor­gan­is­men han­delt, gibt es mehrere Hin­weise. Allein die Tat­sache, dass sich die Farbe von Anfang an verdächtig bewusst ver­hält und zunehmend in Form ten­take­lar­tiger Lichter in Erschei­n­ung tritt, spricht für diese Annahme. Im späteren Ver­lauf greift die Farbe poten­tielle Gefahren wie den Sher­iff sog­ar aktiv an.

Brendan Meyer und Nicolas Cage in Color out of Space

Wer­den Nathan und seine Fam­i­lie von Aliens ange­grif­f­en? — Bild: Koch Media GmbH

Die pur­purne Farbe von Luft und Pflanzen würde dabei anzeigen, dass die Außerirdis­chen per­fek­te Lebens­be­din­gun­gen für sich erschaf­fen. Sog­ar der Zeit­fluss passt sich den Aliens an. Die schreck­lichen Muta­tio­nen von Men­sch und Tier kön­nten dabei das Pro­dukt von Tests an oder der Ernte von Gen­ma­te­r­i­al sein.

Oder es han­delt sich schlicht um die Reak­tion auf die frem­dar­ti­gen Energien, Tech­nolo­gien oder bio­chemis­chen Stoffe, welche die Aliens nutzen oder aus denen sie beste­hen.

Ist die Farbe ein außerirdisches Schwarmbewusstsein?

Vielle­icht ver­fü­gen die Aliens sog­ar über eine Art Schwarm­be­wusst­sein, mit welchem sie untere­inan­der kom­mu­nizieren. Ein Hin­weis darauf find­et sich im Finale von „Col­or out of Space“, als wir über Lav­ina einen Ein­blick in die Ursprungswelt des Mete­oriten bekom­men.

Befind­et sie sich schon lange genug unter dem Ein­fluss der Farbe, dass sie in das gesam­melte Bewusst­sein des außerirdis­chen Organ­is­mus aufgenom­men wird? Dem­nach wür­den die Men­schen als Wirte dienen, um sie dem Kollek­tiv einzuord­nen.

Die Lovecraft-Erklärung: Ist eine Beschwörung schuld?

Der let­zte Erk­lärungsansatz geht davon aus, dass die Farbe aus dem All und die damit ein­herge­hen­den Schreck­en in Love­craft-Manier her­beigerufen wur­den. Am Anfang von „Col­or out of Space“ sieht man näm­lich, wie Lavinia ein Hex­en­ritu­al durch­führt.

Dafür benutzt sie eine Kopie des soge­nan­nten „Necro­nom­i­cons“, ein fik­tives Buch aus Love­crafts Erzählwelt. Dort ist der dicke Wälz­er ein fin­steres Arte­fakt, das vor okkul­ten Rit­ualen und dun­klen Geheimnis­sen nur so überquillt. Nur eine Seite ver­mag es, den men­schlichen Ver­stand in den Wahnsinn zu treiben – und mächtige Entitäten in unsere Welt zu holen.

Madeleine Arthur in Color out of Space

Hat Lav­ina (Madeleine Arthur) eine fin­stere Macht in ihre Welt ein­ge­laden? — Bild: Koch Media GmbH

So unschuldig Lavinias kleines Rit­u­al im Ver­gle­ich zu dieser unheilschwan­geren Beschrei­bung ausse­hen mag, hat sie am Ende vielle­icht doch eine gefährliche, kos­mis­che Wesen­heit beschworen? Wenn man einige Details im Film betra­chtet, dann ist das dur­chaus möglich.

Schließlich ist Lavinia das einzige Fam­i­lien­mit­glied, das von dem Ein­fluss der Farbe kaum geistige oder kör­per­liche Fol­gen zu spüren bekommt. Während in ihrer Fam­i­lie ein­er nach dem anderen den Ver­stand ver­liert, behält Lavinia weit­ge­hend die Kon­trolle.

Das kön­nte daher kom­men, dass sie als Urhe­berin des Rit­u­als Schutz vor den mys­ter­iösen Kräften genießt. Selb­st als sie mit der Mon­strosität, die einst ihre Mut­ter und ihr Brud­er waren, einges­per­rt wird, kommt sie nicht zu Schaden.

Nicolas Cage in Color out of Space

Vater Nathan wird von den mys­ter­iösen Kräften schnell über­man­nt. — Bild: Koch Media GmbH

Später ritzt sich Lavinia sog­ar Sym­bole aus dem Necro­nom­icum auf den Kör­p­er, wobei vor allem das Zeichen auf ihrer Stirn beson­ders her­vorsticht. Denn als die Farbe im Finale des Films eine Verbindung mit ihr einzuge­hen scheint, kann man in der Vision auf der Spitze des Berges für einen kurzen Moment eben dieses Sym­bol aufleucht­en sehen. Dies ist ein weit­er­er Hin­weis darauf, dass Lavinia eine Art kos­mis­ch­er Got­theit auf die Erde gerufen hat.

Beson­ders inter­es­sant erscheint unter diesem Blick­punkt, dass Lavinias Zauber­spruch vom Anfang tat­säch­lich gewirkt hat. Sie bit­tet in dem Rit­u­al darum, dem Landleben zu entkom­men – was ihr zum Schluss auch gelingt, wenn auch anders als vielle­icht vorgestellt.

Color out of Space: Was bedeutet das Ende?

Am Ende von „Col­or out of Space“ wird eine Lich­t­ex­plo­sion aus­gelöst, die nicht nur Lavinia, son­dern auch das von der Farbe kon­t­a­minierte Gebi­et aus­löscht. Hat das Mäd­chen durch die Zeichen auf ihrem Kör­p­er ein Gegen­ritu­al ges­tartet? Wurde sie in die frem­dar­tige Welt oder Dimen­sion der Farbe hineinge­zo­gen? Oder erre­icht die Alien­macht auf diese Weise ihren beab­sichtigten Höhep­unk­te? Das bleibt let­ztlich offen für Inter­pre­ta­tio­nen.

Ward kann sich ger­ade noch rechtzeit­ig in den Keller des Haus­es ret­ten, bevor sich Lavinia und die Farbe buch­stäblich in Luft auflösen. Zurück bleibt nur graue Asche und eine kom­plett farb- und trost­lose Land­schaft. Doch ist die Farbe wirk­lich endgültig von der Welt ver­schwun­den?

Video: Youtube / RLJE Films

In der let­zten Szene des Films sieht man einen geal­terten Ward, wie er über den Wasser­massen eines Damms ste­ht. Das Gelände, auf dem das Haus der Gar­den­ers stand, wurde für das Pro­jekt über­flutet. Doch Ward traut dem Frieden nicht und merkt an, dass er dieses Wass­er niemals trinken wird.

Da im Him­mel über dem Damm noch immer ein leicht­es Leucht­en der Farbe zu erken­nen ist, sind wir geneigt, ihm zuzus­tim­men: Die Farbe aus dem All ist nicht wirk­lich ver­schwun­den. Sie schlum­mert nur und wartet darauf, sich weit­er in der Welt auszubre­it­en.

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Welche Inter­pre­ta­tion von „Col­or out of Space“ gefällt Dir am besten? Sag es uns in den Kom­mentaren.

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