Moderator Rudi Cerne beim ZDF-Format "Aktenzeichen XY...ungelöst".
© ZDF/Nadine Rupp
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True Crime bei Aktenzeichen XY ungelöst: 5 spannende Fälle der Fahndungssendung

Seit mehr als 50 Jahren sind die Macher:innen von Akten­ze­ichen XY… ungelöst mit deutsch­landweit­en Ermit­tlungs­be­hör­den dem Ver­brechen auf der Spur. Noch immer fes­selt das ZDF-For­mat Mil­lio­nen Zuschauer:innen und stellt regelmäßig andere Pro­gramme in den Schat­ten. Wir stellen Dir fünf span­nende Fälle der True-Crime-Rei­he vor, von denen einige dank der Sendung gelöst wer­den kon­nten.

Mit mehr als fünf Mil­lio­nen Zuschauen­den verze­ich­nete die ZDF-Sendung Akten­ze­ichen XY…ungelöst am 9. Juni laut Quoten­meter die größte Tages­re­ich­weite – noch vor der Tagess­chau im Ersten. An dem Konzept der Fah­n­dungssendung hat sich seit der Pre­miere am 20. Okto­ber 1967 so gut wie nichts geän­dert: Zuschauer:innen kön­nen durch ihre Hin­weise dabei helfen, ungelöste Krim­i­nalfälle aufzuk­lären. Das ist bere­its bei knapp 40 Prozent der ins­ge­samt mehr als 4.800 vorgestell­ten Fälle gelun­gen, zeigt die XY-Sta­tis­tik des ZDF. Fünf span­nende Fälle von Akten­ze­ichen XY sind uns beson­ders im Gedächt­nis geblieben.

Moderator Rudi Cerne im ZDF-Studio für die Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst".

Mod­er­a­tor Rudi Cerne im Stu­dio. — Bild: ZDF/Nadine Rupp

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Täter sitzt im Studio und sucht nach seiner vermissten Verlobten

Im Okto­ber ver­gan­genen Jahres befasste sich Akten­ze­ichen XY zum zweit­en Mal mit dem Fall der ver­mis­sten Maria Baumer. Schon 2012 war ihr Ver­lobter in der ZDF-Sendung zu Gast und bat die Zuschauer um Hil­fe bei der Suche nach ihr. Was zum Zeit­punkt der ersten Ausstrahlung noch nie­mand wusste: Die junge Frau war bere­its seit eini­gen Monat­en tot. Pilzsamm­ler fan­den ihre Leiche im Herb­st 2013. Mit­tler­weile wurde der Ver­lobte wegen Mordes schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Frage, ob im XY-Stu­dio tat­säch­lich ein Mörder saß, könne seit­dem mit Ja beant­wortet wer­den, so Mod­er­a­tor Rudi Cerne. „Die ganze Sit­u­a­tion ging mir im Nach­hinein natür­lich auch ganz schön unter die Haut.“ Er habe es nie für möglich gehal­ten, dass die Geschichte des Mannes eine Lüge war. Im Prozess wies der Verurteilte die Schuld an Marias Tod von sich. In einem lan­gen Indizien­ver­fahren kam die Schwurg­ericht­skam­mer jedoch zu dem Schluss, dass er die damals 26-Jährige mit Medika­menten vergiftet hat.

Moderator Rudi Cerne im ZDF-Studio für die Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst".

Rudi Cerne — Bild: ZDF/Nadine Rupp

Vermisstes Mädchen sieht Eltern bei Aktenzeichen XY – und kehrt zurück

„Du bist immer willkom­men. Lul­je­ta, bitte melde dich“, wen­den sich die Eltern in der Spezialaus­gabe Wo ist mein Kind? von Akten­ze­ichen XY an ihre ver­mis­ste Tochter. Die 14-Jährige aus Mech­er­nich bei Bonn war zu diesem Zeit­punkt seit gut einem Jahr ver­schwun­den. Mil­lio­nen Men­schen sehen den bewe­gen­den Appell. Eine von ihnen ist Lul­je­ta, die beim Durchzap­pen zufäl­lig ihre Mut­ter im Fernse­hen ent­deckt und daraufhin beschließt, zu ihrer Fam­i­lie zurück­zukehren. Die Schü­lerin hat­te offen­bar im Inter­net einen sieben Jahre älteren Mann ken­nen­gel­ernt, der die Eltern bei einem über­raschen­den Besuch im April 2014 um die Erlaub­nis zur Ver­lobung bat. Es kam zum Stre­it, woraufhin Lul­je­ta nachts aus dem Fen­ster klet­terte und einen Abschieds­brief hin­ter­ließ. Ein paar Tage später tauchte sie bei der Polizeis­ta­tion Köln-Hürth auf, ver­schwand daraufhin aber erneut. Erst der bewe­gende TV-Aufruf ihrer Eltern nimmt dem Mäd­chen die Angst, nach Hause zurück­zukehren.

Tödliche Schüsse: Aktenzeichen XY berichtet über Augsburger Polizistenmord

Im Okto­ber 2011 will eine Polizeistreife einen Motor­rad­fahrer und seine Begleitung kon­trol­lieren, die um 3 Uhr nachts auf einem Wald­park­platz bei Augs­burg ste­hen. Als die bei­den plöt­zlich flücht­en, begin­nt eine Ver­fol­gungs­jagd, bei der die Verdächti­gen mit ihrer Mas­chine stürzen. Als die Beamten aussteigen, eröff­nen die Män­ner das Feuer. Der Polizist Math­ias Vieth (41) stirbt, seine Kol­le­gin Diana K. erlei­det Ver­let­zun­gen. Die Behör­den suchen per Sofort­fah­n­dung nach den Tätern, jedoch ohne Erfolg.

Nach­dem Akten­ze­ichen XY im Novem­ber 2011 über den Fall berichtet, wer­den zwei tatverdächtige Brüder festgenom­men. Einem von ihnen kön­nen DNA-Spuren zuge­ord­net wer­den, die am Tatort gefun­den wur­den: Rudolf Rebar­cyk hat nach Angaben von Merkur bere­its im Jahr 1975 den Augs­burg­er Polizis­ten Bernd-Dieter Kraus erschossen und ver­brachte dafür 19 Jahre im Gefäng­nis. Für den Angriff auf die Polizist:innen wird Rebar­cyk im Feb­ru­ar 2014 zu ein­er lebenslan­gen Frei­heitsstrafe mit anschließen­der Sicherungsver­wahrung verurteilt. Gut ein Jahr später erhält sein Brud­er, Raimund Mayr, eben­falls lebenslänglich.

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Urteil nach fast 30 Jahren: Tonbandgerät führt Polizei zum Entführer

Über einen nicht weniger span­nen­den Fall berichtete Akten­ze­ichen XY gle­ich mehrmals. Die Schü­lerin Ursu­la Her­rmann aus Ech­ing am Ammersee ver­schwindet Mitte Sep­tem­ber 1981 spur­los. Als der heute bekan­nte Ent­führer von ihrer Fam­i­lie zwei Mil­lio­nen Mark Lösegeld fordert, ist die Zehn­jährige bere­its tot, erstickt in ein­er ver­grabenen Holzk­iste im Wald. Der Täter kon­tak­tiert die Eltern zuvor tele­fonisch und spielt bei den Anrufen die Erken­nungsmelodie von Radio Bay­ern 3 mit einem Ton­band ab. Erst Jahrzehnte später und nach mehreren Bericht­en in Akten­ze­ichen XY führt das Ton­bandgerät die Polizei zu Wern­er M. aus Kap­peln in Schleswig-Hol­stein, der in den 80er-Jahren in Utting am Ammersee gelebt hat­te. Das Gericht verurteilte ihn im März 2010 zu lebenslanger Haft.

Zwölfjähriger nimmt Verfolgung auf – und liefert Hinweise zu Einbrechern

Mit einem han­del­süblichen Schrauben­dreher ver­schaf­fen sich Anfang Juli 2020 zwei unbekan­nte Män­ner mit­ten am Tag Zutritt in ein Krefelder Ein­fam­i­lien­haus. Sie nehmen eine teure Her­re­n­arm­ban­duhr und Bargeld im Wert von mehreren Tausend Euro an sich. Bevor sich die Ein­brech­er noch mehr aneignen, kehren die Haus­be­wohn­er zufäl­lig früher zurück. Ein Vater und sein zwölfjähriger Sohn betreten den Flur − etwas stimmt nicht. Direkt stür­men die Täter die Treppe hin­unter, bedro­hen den Fam­i­lien­vater mit dem Schrauben­dreher und set­zen ihn mit Reiz­gas außer Gefecht. Dann fliehen die Män­ner. Der Zwölfjährige nimmt die Ver­fol­gung auf.

Während er die Flüchti­gen ver­fol­gt, macht er auf der Straße Pas­san­ten darauf aufmerk­sam. Die Polizei kann deswe­gen später bei Akten­ze­ichen XY…ungelöst eine gute Beschrei­bung zum Flucht­fahrzeug präsen­tieren: Ein dunkel­blauer oder dunkel­grün­er Alfa Romeo 147, erst­mals zuge­lassen im Jahr 2002. Die Chan­cen, dass auch dieser Fall mit Hil­fe der Zuschauer:innen aufgek­lärt wird, ste­hen also nicht schlecht.

True Crime als Quotenstar: Der Erfolg von Aktenzeichen XY…ungelöst

Das True-Crime-Genre hat sich in den ver­gan­genen Jahren zum echt­en Unter­hal­tungs-Trend entwick­elt, sei es in Form von Serien wie Die Schlange bei Net­flix, Fil­men oder Pod­casts. Im Gegen­satz zu anderen For­mat­en beruht der langjährige Erfolg bei Akten­ze­ichen XY…ungelöst vor allem darauf, dass sich die Zuschauer:innen aktiv ein­brin­gen und zur Aufk­lärung der Straftat­en beitra­gen kön­nen. Die hohe Reich­weite und Ein­schaltquote der Sendung steigern die Aufk­lärungschan­cen – selb­st wenn manche Fälle schon Jahrzehnte zurück­liegen und über­raschende Wen­dun­gen nehmen kön­nen.

Welch­er Fall von Akten­ze­ichen XY…ungelöst ist Dir beson­ders in Erin­nerung geblieben? Wir freuen uns auf Deinen Kom­men­tar!

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