“Terminator: Dark Fate“ in der featured-Filmkritik: Schicksalsjahre einer Kämpferin

Terminator 6: Arnold Schwarzenegger als Terminator und Linda Hamilton als Sarah Connor
© 2019 Twentieth Century Fox
Elisabeth Moss in Der Unsichtbare
Freud im Büro

“Terminator: Dark Fate“ in der featured-Filmkritik: Schicksalsjahre einer Kämpferin

Und wieder ste­ht die Zukun­ft auf dem Spiel! Ein neuer Ter­mi­na­tor wurde durch Zeit und Raum geschickt. Ob der sech­ste Film das Fran­chise revi­tal­isiert oder ihm den Todesstoß ver­set­zt, erfährst Du in der fea­tured-Filmkri­tik zu Ter­mi­na­tor: Dark Fate.

Kult-Fran­chis­es wer­den gemolken und zwar mit voller Kraft. Die neue Strate­gie dabei: Ver­giss all’ die verko­rk­sten Fort­set­zun­gen – es gibt ein Reboot mit Sequel-Funk­tion. 2018 set­zte Hal­loween das gle­ich­namige Orig­i­nal fort und ignori­erte alle anderen bish­eri­gen Filme. Ter­mi­na­tor: Dark Fate sein­er­seits ignori­ert Ter­mi­na­tor 3: Rebel­lion der Maschi­nen (2003), Ter­mi­na­tor: The Sarah Con­nor Chron­i­cles (2008, Serie), Ter­mi­na­tor – Die Erlö­sung (2009) sowie den jüngst gescheit­erten Ter­mi­na­tor: Genisys (2015) und knüpft unmit­tel­bar an Ter­mi­na­tor 2: Tag der Abrech­nung (1991) an.

Tag der Abrechnung

1984: Sarah Con­nor (Lin­da Hamil­ton) wird schla­gar­tig aus ihrem Leben als Bedi­enung geris­sen, als ein Killer-Robot­er, der Ter­mi­na­tor T-800 (Arnold Schwarzeneg­ger), aus der Zukun­ft Jagd auf sie macht. Ein Sol­dat aus der gle­ichen Zeit in der Zukun­ft ret­tet sie und erzählt ihr, dass ihr Sohn kün­ftig den Wider­stand anführen wird. Und das gegen eine kün­stliche Intel­li­genz namens Skynet.

1994: Zehn Jahre nach den Ereignis­sen sitzt Sarah Con­nor in der Psy­chi­a­trie. Ihr neun­jähriger Sohn John (Edward Fur­long) knackt Bankau­to­mat­en, wächst bei Pflegeel­tern auf und gerät ins Visi­er eines weit­er­en­twick­el­ten Ter­mi­na­tors aus der Zukun­ft, dem T-1000 (Robert Patrick). Als Beschützer ste­ht ihm ein umpro­gram­miertes Exem­plar der T-800-Rei­he zur Seite. Sie befreien Sarah Con­nor gemein­sam und kön­nen Skynet und die Über­nahme durch die Maschi­nen ver­hin­dern – vor­erst.

Terminator Dark Fate: Alte Hardware, neue Software

2020: In Mexiko-Stadt mate­ri­al­isieren sich zwei weit­ere Zeitreisende. Das Ter­mi­na­tor-Mod­ell Rev-9 (Gabriel Luna) mit der Fähigkeit, sich in zwei Ein­heit­en zu split­ten, sucht nach der jun­gen Mexikaner­in Daniel­la Ramos (Natalia Reyes), um sie zu ter­minieren. Die kyber­netisch aufge­motzte Wider­stand­skämpferin Grace (Macken­zie Davis) hinge­gen will das Mäd­chen beschützen. Hil­fe bekom­men sie von ein­er ver­bit­terten und alten Sarah Con­nor (Lin­da Hamil­ton), die sich damit kon­fron­tiert sieht, nicht mehr das wichtig­ste Glied in der Kette der Ereignisse zu sein.

Fast wie neu: Das Reboot-Prinzip

Dass „pre-sold movies“, also jene Filme, deren Inhalte und Fig­uren die poten­tiellen Zuschauer schon ken­nen, für Film­stu­dios attrak­tiv­er sind, ist kein Geheim­nis. Das Por­tal Econ­o­mist hat dafür mal den Begriff Pot­ter­ing (nach der Har­ry-Pot­ter-Rei­he) gebraucht. Und neue und eher unbekan­ntere Stoffe haben es beim Pub­likum erfahrungs­gemäß sowieso schw­er­er.

Aus diesem Grund wer­den auch schon mal Filme in ein Fran­chise hineingeschrieben, die eigentlich nicht dazuge­hören – um den ’schon verkauften Namen’ aufs Plakat kleben zu kön­nen. Als Beispiel sei hier der Film 10 Clover­field Lane genan­nt, dessen ursprünglich­es Skript, laut Vari­ety, nichts mit dem Fran­chise zu tun hat­te und dann ‚passend’ gemacht wurde.

Bei Ter­mi­na­tor ist der Fall natür­lich etwas anders. Nach drei Fort­set­zun­gen – eine schlim­mer als die andere – und ein­er TV-Serie kehrte James Cameron für Dark Fate zum Fran­chise zurück, entwick­elte die Sto­ry mit und küm­merte sich um die Vor­pro­duk­tion. Bei der imdb wer­den mit­tler­weile fünf Per­so­n­en für die Sto­ry und die Idee von Dark Fate gelis­tet und drei für das Drehbuch. Und wofür? Für eine Sto­ry, die das Fran­chise in ähn­lich­er Weise wieder­beleben möchte, wie Star Wars: Das Erwachen der Macht, in dem die Orig­i­nal­filme pein­lich genau kopiert wer­den. Ohne Über­raschun­gen. Den einzi­gen Twist in Dark Fate riecht man 50 Minuten gegen den Wind.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Sarah Con­nor gehört sicher­lich zu den weib­lichen Action-Iko­nen und darf im gle­ichen Atemzug genan­nt wer­den wie Ellen Rip­ley aus Alien. Insofern ist es für Fans des zweit­en Ter­mi­na­tor-Films sicher­lich ein Stück Nos­tal­gie, Lin­da Hamil­ton erneut in dieser Rolle zu sehen. Und ins­beson­dere, wenn sie sich die Lein­wand mit Arnold Schwarzeneg­ger teilt, gibt es schöne Momente, die unaufgeregt an die ersten bei­den Filme erin­nern. Trotz­dem wirkt die Per­for­mance an eini­gen Stellen etwas hölz­ern und unnötig unterkühlt. Abso­lut überzeu­gend hinge­gen wirkt Macken­zie Davis als upge­gradete Sol­datin Grace. Dafür, dass ihrer Fig­ur bisweilen unnötig kaltschnäuzige Dialoge in den Mund geschrieben wur­den, kann die Schaus­pielerin nichts. Abliefern tut sie trotz­dem; verbindet hand­feste Action­se­quen­zen mit her­zlich warmer Mimik und erin­nert dies­bezüglich im allerbesten Sinne an die Lin­da Hamil­ton von 1991.

Referenz-Misch-Masch

Obwohl die bish­eri­gen Fort­set­zun­gen ignori­ert wer­den, scheinen sie konzep­tionell auf die eine oder andere Art einge­flossen zu sein. So erin­nern die Sequen­zen in der dystopis­chen Zukun­ft stark an Ter­mi­na­tor: Die Erlö­sung, zumin­d­est was Farbe und Maschi­nen ange­ht. Flüs­sig­met­all auf fes­tem Endoskelett? Doch, doch, mit seinem Konzept erin­nert der Rev-9 an den T-X aus Ter­mi­na­tor 3: Rebel­lion der Maschi­nen. Aber das ist bis dato nur eine Ver­mu­tung.

Bessere Fortsetzung mit Nostalgie-Bonus

Ter­mi­na­tor: Dark Fate ist mit­tler­weile der dritte Film, der sich als direk­te Fort­set­zung ver­ste­ht. Und zweifels­frei befriedigt er den Hunger nach ein­er ‚echt­en’ Fort­set­zung – irgend­wie jeden­falls. Dass er dabei alte The­men wiederkäut, liegt lei­der auch in der begren­zten Prämisse des Stoffes. Action­fre­unde hinge­gen kom­men voll auf ihre Kosten. Beson­ders das Finale hat Regis­seur Tim Miller grandios im Griff. Das macht Spaß, das ist kurzweilig. Aber lei­der beste­ht so ein Film ja nicht nur aus dem Ende.

Filmtipp für Fre­unde des Actionk­i­nos.

Ter­mi­na­tor: Dark Fate

Genre:                    Action / Sci­ence Fic­tion

Bun­desstart:           24.10.2019

Laufzeit:                 123 Minuten

FSK:                       Ab 16 Jahren

Regie:                    Tim Miller

Drehbuch:               David S. Goy­er, Justin Rhodes, Bil­ly Ray

Hat Dir Ter­mi­na­tor: Dark Fate gefall­en? Oder was müsste das Fran­chise tun, um wieder inter­es­sant für Dich zu wer­den? Wir freuen uns auf Deine Ideen in den Kom­mentaren.

Titel­bild: © 2019 Twen­ti­eth Cen­tu­ry Fox

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