Bong Joon-ho bei der Oscarverleihung 2020
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Für mehr Vielfalt bei den Oscars: So sehen die neuen Regeln der Academy aus

Mit einem neuen Regel­w­erk will die Acad­e­my dafür sor­gen, dass Min­der­heit­en bei zukün­fti­gen Oscarver­lei­hun­gen stärk­er repräsen­tiert sind. Die Inten­tion ist löblich, doch schränken die neuen Regeln die Filmemach­er wom­öglich zu sehr ein?

Einige Klas­sik­er der Filmgeschichte hät­ten unter den neuen Bedin­gun­gen wom­öglich keine Chance auf einen Oscar gehabt. Vor allem wegen des soge­nan­nten Stan­dard A: Dieser ist nur erfüllt, wenn die Filmemach­er eine der fol­gen­den drei Vor­gaben ein­hal­ten:

  1. Ein Schaus­piel­er, der eine sig­nifikante Rolle spielt, gehört ein­er „unter­repräsen­tierten Gruppe” an. Dazu zählen Asi­at­en, Hispanics/Latinos, Afroamerikan­er, amerikanis­che Ure­in­wohn­er, Mit­tel- und Nordafrikan­er, Hawai­ian­er und andere Min­der­heit­en.
  2. 30 Prozent der Beset­zung kom­men aus min­destens zwei der fol­gen­den unter­repräsen­tierten Grup­pen: Min­der­heit­en aus Punkt 1, Frauen, LGBTQ-Com­mu­ni­ty, Men­schen mit kör­per­lichen oder geisti­gen Behin­derun­gen.
  3. Der Film wid­met sich – etwa durch seine Hand­lung – inten­siv ein­er der im vor­ange­gan­genen Punkt genan­nten vier Grup­pen.

Diese verbindlichen Kri­te­rien gel­ten ab den Oscars 2024. Wie schw­er wer­den sie einzuhal­ten sein? Deutsche Medi­en wie BILD.de und auch Spiegel Online befürcht­en: Das wird nicht ein­fach. Filme wie „The Irish­man”, „Das Schweigen der Läm­mer” oder „Jen­seits von Afri­ka” hät­ten es unter diesen Umstän­den schw­er gehabt, heißt es in der jew­eili­gen Berichter­stat­tung. Schließlich seien die wichti­gen Schaus­piel­er in den genan­nten Klas­sik­ern über­wiegend weiß.

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Sind die neuen Oscar-Regeln gar nicht so strikt?

Die New York Times wiederum sieht die neuen Oscar-Regeln weniger drama­tisch. Zwar wür­den die let­zten bei­den Kri­te­rien von Stan­dard A enor­men Ein­fluss auf die Sto­ry und Beset­zung eines Films nehmen. Doch die erste Anforderung sei rel­a­tiv ein­fach zu erfüllen. Beispiele dafür gebe es viele. Etwa der über­wiegend mit weißen Schaus­piel­ern beset­zte Film „Jok­er”, in dem die Afroamerikaner­in Zazie Beetz eine Bekan­nte des Hauptcharak­ters verkör­pert. Oder „La La Land”, für das John Leg­end in ein­er Neben­rolle die Quote erfüllt.

Welche Anforderun­gen bein­hal­ten die neuen Oscar-Regeln noch? Stan­dard B ver­langt, eine der fol­gen­den Vor­gaben zu erfüllen:

  1. Min­destens zwei Abteilungsleit­er gehören ein­er der in Stan­dard A.2 genan­nten vier Grup­pen an. Eine Führungskraft kommt aus ein­er der unter­repräsen­tierten Grup­pen in Stan­dard A.1..
  2. Min­destens sechs Staff-Mit­glieder kom­men aus ein­er der unter­repräsen­tierten Grup­pen in Stan­dard A.1.
  3. Min­destens 30 Prozent der Film­crew kom­men aus ein­er der in Stan­dard A.2 genan­nten vier Grup­pen.

Beson­ders Punkt 1 sei laut der New York Times ein­fach zu erfüllen. Schließlich wür­den Bere­iche wie die Maske oder das Kostümde­sign ohne­hin oft von Frauen geleit­et – was bere­its die halbe Miete sei.

Die Stan­dards C und D seien noch leichter einzuhal­ten. Für Stan­dard C genüge es etwa, zwei Prak­tikan­ten aus ein­er der genan­nten Min­der­heit­en einzustellen. Stan­dard D ver­langt es, dass mehrere Führungskräfte aus dem Ver­trieb, der Öffentlichkeit­sar­beit und dem Mar­ket­ing Min­der­heit­en ange­hören. Auch das sei keine große Hürde.

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