Eine Szene aus der Serie "Salvador" mit Luis Tosar als Sanitäter Salvador
© Jaime Olmedo/Netflix © 2024
Mark Fischbach in einer Szene von "Iron Lung".
Szenenbild aus der Netflix-Dokuserie "Inside America's Next Top Model", das ehemalige Teilnehmerinnen zeigt.

Salvador: Das Ende erklärt – warum rächt sich der Vater nicht?

Ret­tungssan­itäter Sal­vador infil­tri­ert die Neon­azi-Szene, nach­dem seine Tochter Mile­na ermordet wurde – aber find­et er die Antworten, die er sucht? Wir erk­lären das Ende der Thrillerserie „Sal­vador” auf Net­flix. Im Zen­trum ste­hen Trauer, Schuld und die Frage nach moralis­ch­er Verantwortung.

Achtung, der fol­gende Text enthält Spoil­er! Wenn Du die Serie noch nicht gese­hen hast, soll­test Du lieber nicht weiterlesen.

Wie entwickelt sich die Serie Salvador bis zum Ende?

Die acht­teilige spanis­che Serie „Sal­vador” begin­nt damit, dass der Ret­tungssan­itäter Sal­vador Aguirre (Luis Tosar) eines Abends zu einem Ein­satz gerufen wird. Vor einem Fußball­spiel in Madrid find­et eine Kundge­bung von Ultra-Fans statt. Der Neon­azi-Trupp White Souls attack­iert die Polizei mit Molo­tow­cock­tails und geht gewalt­sam auf die Anhänger:innen des geg­ner­ischen Teams los.

Mit­ten­drin trifft Sal­vador zufäl­lig auf seine Tochter Mile­na (Can­dela Arestegui), die er jahre­lang nicht gese­hen hat. Die bei­den sind ent­fremdet, seit der ehe­ma­lige Arzt seine Fam­i­lie ver­lassen hat. Damals kämpfte er mit Alko­hol- und Spiel­sucht. Er will alles daranset­zen, Wiedergut­machung zu leis­ten – für das, was er einst zer­stört hat. Aber jet­zt muss Sal­vador schock­iert fest­stellen, dass Mile­na sich den Neon­azis angeschlossen hat.

Eine Szene mit vermummten Demonstrant:innen aus der Netflix-Serie "Salvador"

Mit­ten im Tumult stößt Sal­vador auf seine Tochter Mile­na (Mitte). — Bild: Jaime Olmedo/Netflix © 2024

Bei dem Auf­marsch wird Mile­na ver­let­zt und lan­det im Kranken­haus. Bevor Sal­vador die Chance hat, noch ein­mal mit sein­er Tochter zu reden, wird sie in der Klinik ermordet. Für Sal­vador bricht eine Welt zusam­men, und er sucht verzweifelt nach Antworten. Die Polizei will ihm jedoch nicht helfen – wegen Mile­nas Verbindung zu den White Souls.

Schließlich beschließt er, die Sache selb­st in die Hand zu nehmen: Er infil­tri­ert die gewalt­tätige Gruppe und beg­ibt sich auf eine düstere Reise in den Abgrund der recht­sradikalen Szene. Das Ende von „Sal­vador” ist über­raschend, weil es nicht auf Rache hin­aus­läuft, son­dern auf Verantwortung.

Am Ende von „Sal­vador” wird klar, wer Mile­na ermordet hat, wer es ver­tuschte – und warum Sal­vadors größter Tri­umph seine Entschei­dung gegen Gewalt ist.

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Warum infiltriert Salvador die Neonazi-Truppe?

Sal­vador ist außer sich vor Trauer und Wut über den Tod sein­er Tochter. Als die Ermit­tlungs­be­hör­den ihn abweisen, verzweifelt er fast. Doch dann erken­nt er, dass er nur ver­ste­hen kann, was mit Mile­na passiert ist, wenn er in die Welt ein­taucht, der sie ange­hört hat. Die White Souls nehmen ihn bere­itwillig auf. Einige von ihnen zeigen sog­ar Empathie und ver­mit­teln ihm in sein­er Ori­en­tierungslosigkeit ein Gefühl von Zugehörigkeit.

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Zen­tral in „Sal­vador” ist die Frage, wie extrem­istis­che Grup­pierun­gen ver­let­zliche Men­schen an sich binden. Sal­vadors Schmerz und seine Schuldge­füh­le machen ihn anfäl­lig für Manip­u­la­tion, auch wenn er die Überzeu­gun­gen der Neon­azis nicht teilt. Er wird außer­dem mit den Ide­olo­gien, Struk­turen und Dynamiken der Truppe kon­fron­tiert. Bis zum Ende fragt sich Sal­vador verzweifelt, wie seine Tochter in diese Szene ger­at­en konnte.

Die Mitglieder der White Souls stehen in einer Bar.

Steckt wirk­lich jemand der White Souls hin­ter dem Mord an Mile­na? — Bild: Jaime Olmedo/Netflix © 2025

Wer hat Milena ermordet? Am Ende von Salvador kommt die Wahrheit ans Licht

Lange Zeit wirkt es so, als sei jemand von den White Souls für Mile­nas Tod ver­ant­wortlich. Die Gewalt, die Geheimniskrämerei und die poli­tis­chen Verbindun­gen der Gruppe wirken verdächtig. Kurz vor dem Ende von „Sal­vador” aber wird klar, dass jemand anders Mile­na ermordet hat.

Der Täter ist aus­gerech­net Mateo, Mile­nas Fre­und seit Kinderta­gen, dem sie immer ver­traut hat. Sein Motiv: Er ist von ihr besessen und glaubt, dass sie ihm Zunei­gung schuldet, weil er fre­undlich zu ihr ist. Aber als sie ihn zurück­weist, ver­set­zt das seinem Ego einen harten Stoß – und er begin­nt, sie zu has­sen. Mateo tötet Sal­vadors Tochter also nicht aus ide­ol­o­gis­chen Grün­den, son­dern weil sie seine Avan­cen ablehnt.

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Das Ver­brechen bringt eine harte Wahrheit ans Licht: Gefahr geht nicht nur vom recht­sex­tremen Umfeld aus, son­dern auch von ver­let­zter Männlichkeit und Anspruchsdenken.

Mehrere Mit­glieder der White Souls wis­sen, dass Mateo ein Mörder ist. Auch Politiker:innen, die die Gruppe heim­lich steuern, ken­nen die Wahrheit. Aber sie alle schweigen. Sie wollen ihre eigene Agen­da nicht gefährden und fürcht­en, dass ihre Bewe­gung zer­stört wer­den könnte.

Die Serie macht also deut­lich, dass Extrem­is­mus nicht nur durch gewalt­bere­ite Anhänger:innen über­lebt, son­dern auch durch ein­flussre­iche Men­schen, die sie beschützen. Doch am Ende der Serie gelingt es Sal­vador, den Mörder von Mile­na zu stellen und der Polizei zu übergeben.

Welche Rolle spielt Julia in Salvador und was passiert am Ende mit ihr?

Julia (Clau­dia Salas) gehört zu den ambiva­len­testen Fig­uren der Thrillerserie. Sie ist Teil der White Souls und trägt sog­ar ein Tat­too mit der Zahl 18. Die Zif­fern wer­den in Neon­azi-Kreisen als Code für „Adolf Hitler” ver­wen­det – wegen der Ini­tialen A.H. und der Stelle der Buch­staben im Alpha­bet. Doch die junge Frau han­delt weniger aus ide­ol­o­gis­ch­er Überzeu­gung als aus per­sön­lich­er Not und fehlen­den Perspektiven.

Als Mut­ter kämpft sie darum, ihre Tochter zurück­zubekom­men, die in einem Heim lebt. Dieser Wun­sch bringt sie schließlich dazu, mit der Polizei zu kooperieren. In Sal­vador find­et sie eine uner­wartete Bezugsper­son, die sich zu ein­er Art Vater­fig­ur entwick­elt. Er zeigt ihr, dass ein anderes Leben möglich ist. Gle­ichzeit­ig ist sie eine der weni­gen Per­so­n­en inner­halb der White Souls, die moralis­che Zweifel hat.

Julia macht einen Deal mit der Polizei und bekommt ihre Tochter zurück, um sich ein neues Leben aufzubauen. Im Gegen­zug sagt sie als Zeu­g­in gegen die White Souls aus. Am Ende von „Sal­vador” find­et sie Sta­bil­ität und das Leben, das sie sich gewün­scht hat. Ihre Entwick­lung macht deut­lich, wie schw­er der Ausstieg aus ein­er Neon­azi-Gruppe sein kann – aber auch, dass er möglich ist.

Julia und Salvador sprechen vor einem Rettungswagen miteinander.

Julia und Sal­vador bauen ein Ver­trauensver­hält­nis auf. — Bild: Jaime Olmedo/Netflix © 2025

Warum verzichtet Salvador am Ende auf Rache?

Sal­vador zer­bricht fast, als er her­aus­find­et, wer seine Tochter ermordet hat. Er entwick­elt gewalt­tätige Rachefan­tasien. Doch dann kommt alles anders. Als Mateo von den White Souls bru­tal zusam­mengeschla­gen wird, entschei­det Sal­vador sich für seine Pflicht als Ret­tungssan­itäter – und ret­tet Mateos Leben. Er ret­tet also das Leben des Mörders sein­er Tochter, weil er nicht zulassen kann, dass noch jemand stirbt.

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Am Ende find­et Sal­vador eine Art Wiedergut­machung, indem er Mateo ret­tet, statt seinen gewalt­täti­gen Rachefan­tasien nachzugeben. Damit beweist er, dass er ein guter Arzt geblieben ist, der nie­man­dem schaden will.

Dank Julia wer­den die White Souls vor­erst zer­schla­gen: Die Polizei ver­haftet alle Mit­glieder. Von echter Gerechtigkeit kann jedoch keine Rede sein. Denn die wahren Drahtzieher:innen kom­men ungeschoren davon – genau­so wie die ver­ant­wortlichen Politiker:innen.

Wenn Thriller Dein Ding sind, schau Dir „Caught Steal­ing” an – wir haben uns das Ende des Films genau vorgenommen:

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