Film-Review: „Thor 3: Tag der Entscheidung“ – Der beste Flash Gordon seit Jahren

Film-Review: „Thor 3: Tag der Entscheidung“ – Der beste Flash Gordon seit Jahren

Asgard steht vor dem Untergang! In einem intergalaktischen Abenteuer versuchen Thor, Hulk und Valkyrie die Göttin des Todes zu stoppen und den Ragnarök, den Kampf der Götter, aufzuhalten. Ob Thor 3 funktioniert und warum er einen ganz anderen Ton als seine Vorgänger anschlägt, erfährst Du genau hier.

Von allen Figuren, die das Marvel Cinematic Universe (MCU) bietet, unterliegt der nordische Donnergott Thor den größten Veränderungen – also weniger optisch als charakteristisch. . Und ein Blick in den Trailer verrät uns, dass die gesamte Franchise erneut eine andere Marschrichtung einschlägt.

Ragnarök: Der Tag, an dem Asgard still stand

Kurz vorweg: Das Debakel um deutsche Verleihtitel nervt! Also so richtig. Die Apokalypse ist zwar genau genommen auch ein Tag der Entscheidung, klingt aber furchtbar generisch. Wie so oft kann der Verleiher nur bedingt etwas dafür. Denn gleiche Filmtitel sind in Deutschland und vielen europäischen Ländern verboten. Das sorgte auch schon beim Vorgänger dafür, dass aus „The Dark World“ hierzulande „The Dark Kingdom“ wurde, vermutlich wegen des russischen Fantasyfilms „Dark World – Das Tal der Hexenkönigin“. Und in diesem Fall? Obwohl es nicht offiziell bestätigt wurde, könnte der Monsterfilm „Ragnarok“ aus dem Jahr 2014, der Grund dafür sein, dass Thor 3 hierzulande eben nicht als „Thor: Ragnarok“ in die Kinos kommt. Sei es drum. Lassen wir den Titel mal außer Acht.

Obwohl… Eigentlich geht es in Thor 3: Tag der Entscheidung genau darum. Angefangen von der potentiellen Thronfolge bis zum stärksten Avanger möchte jeder irgendeinen Titel erringen, einfordern oder vergessen. Das kosmische Abenteuer beginnt mit dem Auftauchen von Hela (Cate Blanchett). Mit ungeahnter Kraft beraubt sie Thor der wichtigsten Dinge in seinem Leben und setzt einen Kataklysmus in Gang, der den Untergang Asgards einläutet und Thor (Chris Hemsworth) sowie seinen Bruder Loki (Tom Hiddleston) auf den Planeten Sakaar zwingt. Vom überschwänglichen Grandmaster (Jeff Goldblum) in die Arena gezwungen trifft er dort unter anderem auf den Hulk, Valkyrie und andere Frenemys – mit denen er sich arrangieren muss, wenn er Asgard retten will.

Asgardians of the Galaxy: Humor, Eloquenz & viel Charakter

Regisseur Taika Waititi hat bereits mit seiner wunderbar menschelnden Vampir-Mockumentary „5 Zimmer, Küche, Sarg“ ein Händchen für das richtige Timing bewiesen. Und nachdem Guardians of the Galaxy 1+2 und Doctor Strange bereits voll und ganz auf Humor gesetzt haben, darf man schlussfolgern, dass Marvel mittlerweile dazu übergegangen ist, seine spacigsten Helden lieber mit einem Augenzwinkern zu erzählen.

Stellt man das Team aus Thor 3 mal den Guardians gegenüber, springt einem sofort die formelhafte Zusammensetzung entgegen. Da erinnert Thors Sprücheklopferei schnell an Star-Lord, Hulk an Drax, Valkyrie an Gamora, und so weiter. Spätestens aber, wenn an einer Stelle der Gruppenname „Revengers“ verhandelt wird und peinliches Schweigen herrscht, wird klar, dass die Macher sich des Szenarios vollkommen bewusst waren.

Alte Drehbuchweisheit: Wenn Dir keine Oscar-reife Story einfällt, sorg wenigstens für einprägsame Charaktere. Das haben Genre-Urgesteine wie Sam Raimi (Armee der Finsternis) schon verinnerlicht und das macht auch Thor: Tag der Entscheidung zu einem Genuss für Aug und Ohr. Höhepunkte liefert sicherlich die Screwball-Comedy zwischen Thor und Hulk. Auch Neuzugang Valkyrie (Tessa Thompson) bleibt im Gedächtnis. Mit Odins Ex-Kriegerin bekommt der Marvel-Kader eine weitere toughe Frauenfigur. Eine, die nicht auf Knopfdruck sexy zu sein braucht, sondern mit Eloquenz und Charakter überzeugt. Und ’nem coolen Raumschiff.

Davon bekommen wir eventuell auch noch mehr zu sehen. Zusammen mit anderen Darstellerinnen aus dem MCU (Marvel Cinematic Universe) stand Tessa Thompson bei Marvel Studios auf der Matte und wünschte sich einen Film mit weiblichem Hauptcast. In den Comics gibt es einen rein weiblichen Avengers-Ableger, genannt Lady Liberators. Ursprünglich als Gag konzipiert könnte das Thema schneller auf den Tisch kommen, als Du denkst. Insbesondere seitdem Konkurrent DC mit  Wonder Woman einen Box-Office-Traum gezaubert hat.

Retro-Action meets Ragnarök

Thor 3: Tag der Entscheidung bringt eine Kombination mit sich, die von B-Movies wie „Flash Gordon“ bis zu A-Listern wie „Guardians of the Galaxy“ oft überzeugt: Bunte Sci-Fi-Action, Comedy und geile Musik – in diesem Fall feinster Synthie Score und Rock. Und ja – der Immigrant Song von Led Zeppelin aus dem ersten Trailer findet sich auch im Film wieder.

Thor 3: Tag der Entscheidung verwandelt nordische Mythologie in eine galaktische Weltraumschlacht und geht damit sicherlich den bequemsten Weg. Aber der ist so sympathisch, überdreht und actiongeladen, dass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Zahlreiche Cameos und Gastauftritte sind sicherlich einen zweiten Blick wert.

Du stehst auf Marvel? Dann findest Du auf Featured unter anderem Reviews zu Doctor Strange und Spider-Man: Homecoming. Und wenn Du wissen willst, was in nächster Zeit bei Marvel abgeht, kannst Du das im Artikel Monster, Mythen und Mutanten.

Ab dem März 2018 findest Du Thor 3 auch in der Vodafone Videothek.

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Hast Du Thor 3: Tag der Entscheidung schon gesehen? Darf es gerne mehr Sci-Fi bei Marvel sein, oder bleibst Du lieber auf der Erde? Schwing‘ den Hammer – in den Kommentaren.

Titelfoto: © 2017 Marvel/Disney

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