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Die Vampirin Nadja vor einer geöffneten Flugzeugklappe
K. J. Apa alias Archie in der Netflix-Serie Riverdale
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Blood Red Sky in der featured-Filmkritik: Filmblutgruppe B-Positiv

Auf dem Weg nach New York wird ein Flugzeug gekapert. Was die Ent­führer allerd­ings nicht wis­sen: Eine Pas­sagierin besitzt die nöti­gen (über­natür­lichen) Fähigkeit­en, um ihnen einen Strich durch die Rech­nung zu machen. Welche High­lights der deutsche Vam­pir­film zu bieten hat und an welchen Kan­ten man sich fes­t­beißt, erfährst Du in der fea­tured-Filmkri­tik zu „Blood Red Sky“.

Vam­pire, Wer­wölfe und Zom­bies – die klas­sis­chen Film­mon­ster eben – sind als Genre im Prinzip auserzählt. Deshalb rück­en bei For­mat­en wie „The Walk­ing Dead“ oder „Teen Wolf“ auch eher die men­schlichen Schick­sale in den Vorder­grund. Genau darauf set­zt auch Autor und Regis­seur Peter Thor­warth und ver­frachtet dafür eine allein­erziehende Vam­pirin in ein Flugzeug, das von Ter­ror­is­ten ent­führt wird. Deren Schaus­pielerin Peri Baumeis­ter ver­rät im fea­tured-Inter­view, was sie vom Vam­pir-Genre hält:

Stakes on a Plane: Vampire vs. Flugzeugentführer

Nad­ja (Peri Baumeis­ter) ist mit ihrem Sohn Elias (Carl Anton Koch) auf dem Weg in die USA, um dort das poten­zielle Heilmit­tel für ihre ominöse Krankheit zu emp­fan­gen. Aber bere­its kurz nach­dem das Flugzeug in Berlin abhebt, wird ihr und den restlichen Passagier:innen klar, dass sie die Lan­dung vielle­icht nicht mehr erleben wer­den. Denn mit an Bord befind­et sich eine Gruppe Ter­ror­is­ten, die den Flieger kapern. Als Berg (Dominic Pur­cell), der Kopf der Bande, seinen Kom­plizen Eight­ball (Alexan­der Scheer) anweist, die Reisenden in Schach zu hal­ten, kommt es zu einem Zwis­chen­fall, durch den Nad­ja eine fol­gen­schwere Entschei­dung trifft – und ihr dun­kles Geheim­nis offen­bart: Sie ist eine Vam­pirin. Hoch über den Wolken ent­bren­nt ein klaus­tro­pho­bis­ches Katz-und-Maus-Spiel zwis­chen ihr und den Luft­pi­rat­en.

Blood Red Effects: Lebenssaft für Genrefans

Regis­seur Peter Thor­warth ist unter anderem für Feel-Good-Kla­mauk wie „Der let­zte Bulle“ bekan­nt. Blood Red Sky ist defac­to sein erster Hor­ror­film. Vielle­icht wirken einige Szenen deshalb etwas plaka­tiv, so als ob man ver­sucht bekan­nte Ver­satzstücke ander­er Vam­pir­filme zu kopieren – wir kön­nten an dieser Stelle aber nur mut­maßen. Oft hinge­gen lei­den deutsch(sprachig)e Hor­ro­filme an man­gel­n­dem Bud­get für Spezial­ef­fek­te. Blood Red Sky ist dies­bezüglich eine angenehme Aus­nahme. Für die prak­tis­chen Effek­te, wie Mias Vam­pir­fratze, zeich­net sich Masken­bild­ner Mark Couli­er ver­ant­wortlich. Zu dessen Lor­beeren gehören beispiel­sweise die Har­ry-Pot­ter-Filme, aber auch seine Oscar-prämierte Arbeit im Polit-Biopic „Die Eis­erne Lady“. Das wirkt wer­tig und hebt den Vam­pir-Thriller auf ein inter­na­tionales Mit­tel­maß.

Red Blood Sky Mutter und Sohn

Nad­ja (Peri Baumeis­ter) und ihr Sohn Elias (Carl Anton Koch) eng umschlun­gen während des Fluges. — Bild: COURTESY OF NETFLIX

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Blutgruppe: Zugkräftige Namen auf der Besetzungsliste

Dein Gen­re­film soll das inter­na­tionale Pub­likum erre­ichen, hat aber ’nur’ A-Liga-Schauspieler:innen aus heimis­chem Anbau zu bieten. Was tust Du? Genau, Du beset­zt noch zwei einiger­maßen bekan­nte US-TV-Gesichter, damit das Ganze den passenden Flair bekommt.

Haupt­darstel­lerin Peri Baumeis­ter spielte schon die meis­ten ihrer Kolleg:innen in der unter­schätzten Milieu-Serie „Sky­line“ an die Wand. Auch Blood Red Sky kön­nte sie zweifels­frei alleine rock­en. Aber nein, da muss plöt­zlich noch Action-Bull­dogge Dominic Pur­cell (DCs „Leg­ends of Tomor­row“) als Luft­pi­rat auf­tauchen – ohne jed­we­den Mehrw­ert für den Film. Und Gra­ham McTavish, der in der Erfol­gsserie „Preach­er“ als untot­er Cow­boy glänzte, ist in Blood Red Sky als US-Gen­er­al so fehl am Platz, wie ein Bauchn­abel auf der Stirn. Es ist nicht so, dass die bei­den ihre Rollen schlecht spiel­ten, aber sie sind für die Sto­ry selb­st uner­he­blich und lenken unnötiger­weise von den eigentlichen Hauptdarsteller:innen ab.

Blood Red Sky

Dominic Pur­cell spielt den Flugzeu­gent­führer Berg. — Bild: COURTESY OF NETFLIX

Unaus­ge­goren wirkt dage­gen die Entschei­dung, Charak­ter­nase Alexan­der Scheer (u.a. „Gun­der­mann“) als psy­chopathis­chen Hand­langer Eight­ball zu beset­zen. Nette Idee, aber entwed­er Drehbuchau­tor Ste­fan Holtz hat­te keinen Plan, was er mit der Fig­ur anfan­gen wollte oder Regis­seur Thor­warth wusste schlicht nicht, wie er Scheer zu insze­nieren hat­te. Sobald Eight­ball die Bühne betritt, ist der Film lei­der unfass­bar vorherse­hbar.

B-Movie Sky: Wer hoch hinaus will, kann tief fallen

Stream­ing-Plat­tfor­men wie Net­flix bieten endlich auch deutschen Gen­re­pro­duk­tio­nen eine Per­spek­tive. Angenehm. Muss doch möglich sein, dass neben roman­tis­chen Komö­di­en und Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung, noch andere Pro­duk­tio­nen über die Stu­dio­gren­zen schwap­pen. Und generell ist die Prämisse „Irgend­was on a Plane“ eine Steil­vor­lage, für entspan­nte Feier­aben­dun­ter­hal­tung; siehe „Snakes on a Plane“, „Ghosts on a Plane“ oder „Zom­bies on a Plane“.

Ganz so stumpf muss es ja nicht sein, aber Blood Red Sky zer­denkt sich selb­st und kon­stru­iert mehr Dra­ma als gut­tut. Wie ziehe ich ein Kind groß, wenn ich eine Vam­pirin bin? Span­nende Frage und wom­öglich Mate­r­i­al für eine hüb­sche Hor­ror-Dra­ma-Serie – aber doch nicht für einen Film, in dem Zuschauer:innen ein­fach nur Vam­pir-Action erwarten, gurgel­nde Kehlen und den einen oder anderen Eck­zahn. Da will Blood Red Sky stel­len­weise mehr, als er in der Lage ist abzuliefern.

Blood Red Sky: Überzeugendes B-Movie mit Potential

Blood Red Sky liefert einen Vam­pir-Thriller in luftiger Höhe und muss sich hin­ter anderen inter­na­tionalen Pro­duk­tio­nen gle­ich­er Bauart nicht ver­steck­en, zumin­d­est in punc­to Effek­te und Ausstat­tung. Haupt­darstel­lerin Peri Baumeis­ter macht als mon­ströse Vam­pirin eine gute Fig­ur. Der übrige Cast sieht dage­gen lei­der etwas blass aus – eine Kun­st, wenn man bedenkt, dass die Pro­tag­o­nistin untot ist. Das Konzept der besorgten Vam­pir-Mut­ter, würde sich als Serie bess­er erzählen und wirkt hier wie unnötiger Bal­ast für die Laufzeit.

Unterm Strich unter­hält Blood Red Sky Vam­pir­fans angemessen. Gerne mehr davon.

P.S.: Und hier, wie oben ange­sprochen, drei Vam­pir­filmtipps:

  • Stephen King’s The Night Fli­er (1997): Ein skru­pel­los­er Jour­nal­ist ermit­telt im Fall eines Serienkillers, der sich von Flughafen zu Flughafen mordet und vorgibt ein Vam­pir zu sein.
  • Durst (2009): Ein katholis­ch­er Priester über­lebt als einziger ein Exper­i­ment und entwick­elt danach einen unkon­trol­lierten Blut­durst. Während ihn einige als Art Heili­gen verehren, has­st er sich zunehmend selb­st.
  • Vam­pire Hunter D: Blood­lust (2000): In ein­er dystopis­chen Zukun­ft wird der Vam­pir­jäger und Hal­b­vam­pir D damit beauf­tragt, die Tochter eines Adli­gen aus den Fän­gen eines eigentlich friedlichen Vam­pirs zu befreien.
Blood Red Sky / Transat­lantic 473
Orig­inalti­tel: Blood Red Sky
Genre: Thriller / Hor­ror
Bun­desstart: 23. Juli 2021 (Net­flix)
Laufzeit: 121 Minuten
FSK: ab 18 Jahren
Regie: Peter Thor­warth
Drehbuch: Peter Thor­warth, Ste­fan Holtz
Vor­lage: Orig­i­nal-Drehbuch

Welche Vam­pir­filme kön­nen bei Dir immer lan­den? Wir freuen uns auf Deine Tipps!

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