Lucas (Jeremy T. Thomas) und Julia (Keri Russell) verstecken sich im Film Antles
© Walt Disney Studios Motion Pictures
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

Antlers in der featured-Filmkritik: Ein Horrorstreifen zum Gähnen

Der Hor­ror­film „Antlers“ wirbt mit Guiller­mo del Toro als Pro­duzent und ver­spricht viele Gänse­haus­mo­mente. Ob das allerd­ings aus­re­icht oder uns aus anderen Grün­den die Haare zu Berge ste­hen, erfährst Du in der featured-Filmkritik.

In ein­er namen­losen Kle­in­stadt mit­ten im US-Bun­destaat Ore­gon geht es gäh­nend lang­weilig zu. Das ändert sich schla­gar­tig, als Sher­iff Paul Mead­ows (Jesse Ple­mons) zu mehreren Tatorten gerufen wird, bei denen die Opfer schlimm zugerichtet wor­den sind. Das Mys­ter­iöse ist, dass keine Tiere die Leichen so hin­ter­lassen haben kön­nten. Pauls Schwest­er Julia (Keri Rus­sell) geht der­weil einem anderen Rät­sel nach: Warum ist ihr Schüler Lucas (Jere­my T. Thomas) so still und seine Zeich­nun­gen und Erzäh­lun­gen im Unter­richt so gruselig? Hän­gen Pauls Fall und das Ver­hal­ten von Julias Schüler etwa zusam­men? Und wer steckt hin­ter den grausamen Morden?

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Antlers: Eine Nullachtfünfzehn-Horrorgeschichte

Antlers basiert auf der Kurzgeschichte „The Qui­et Boy“ von Nick Antosca, der auch für das Drehbuch mitver­ant­wortlich war. Dreh- und Angelpunkt ist sowohl in der Kurzgeschichte als auch im Film eine indi­gene Sage um ein mys­tis­ches und gruseliges Wesen, das einem Hirsch ähnelt. Daher auch der Titel des Films: Antlers (englisch für Geweih). Dieses blutrün­stige Geti­er nimmt Rache an den Men­schen, die die Natur aus­ge­beutet haben.

In der Kle­in­stadt im Film bauen die Men­schen Rohstoffe in Minen ab. Viele haben ihre Jobs ver­loren und einige sind dadurch in die Dro­gen­ab­hängigkeit gerutscht. Diese Tat­sache liefert dem Film aber nur einen Rah­men und trägt nicht weit­er zur Sto­ry bei. Genau­so wenig wie die Hin­ter­grundgeschicht­en der Hauptcharak­tere Julia und Paul, die fast gän­zlich fehlen. Was sehr schade ist, denn ein Hor­ror­film lebt nicht nur von den Schreck­mo­menten. Lediglich der junge Schüler Lucas hat ein wenig mehr Tiefe bekom­men. Nur dadurch kannst Du einige sein­er Hand­lun­gen im Ver­lauf des Films ver­ste­hen. So zum Beispiel, warum er seinen Vater Frank (Scott Haze) und seinen Brud­er Jake (Arlo Haj­du) ver­steckt und damit schützt.

Julia (Keri Russell) zweigt dem Vater eines Schülers dessen Zeichnung im Film Antlers

Lehrere­in Julia (Keri Rus­sell) ist ver­wirrt: Ihr Schüler Lucas zeich­net besorgnis­er­re­gende Bilder. — Bild: Walt Dis­ney Stu­dios Motion Pictures

Du hast den Hor­ror­film bere­its gese­hen? Wir ver­rat­en Dir alles, was Du zu dem Mon­ster aus Antlers wis­sen musst und erk­lären Dir, was das Ende des Films zu bedeuten hat:

Antlers: Die Erk­lärung zum Mon­ster-Hor­ror und die Bedeu­tung des Endes

Ein guter Cast und wenig Hintergrund

Fol­gen­des Prob­lem ergibt sich durch die unzure­ichen­den Vorgeschicht­en: Die Charak­tere,  allen voran Julia, fügen sich und ihre Hand­lun­gen wenig glaub­haft in die Geschichte ein. Und das trotz der wirk­lich gelun­genen schaus­pielerischen Leis­tung von Keri Rus­sell und Jesse Ple­mons. Warum sich Julia so um Lucas sorgt, wird zwar nach und nach klar, wirk­lich prick­el­nd oder weg­weisend ist dieser Erzählstrang aber lei­der nicht. So ist es auch beim Auftritt des  indi­ge­nen Ex-Sher­iffs War­ren (Gra­ham Greene), der die bei­den Geschwis­ter Julia und Paul sehr platt auf die mythol­o­gis­che Fährte brin­gen muss. Das ist schade, denn mit nachvol­lziehbaren Hin­ter­grundgeschicht­en kön­nte Antlers Gänse­haut­mo­mente verursachen.

Der Cast von Antles geht einen Flur entlang

In Antlers kom­men Sher­iff Paul (Jesse Ple­mons), der junge Lucas (Jere­my T. Thomas) und Julia (Keri Rus­sell) ein­er mys­ter­iösen Krea­tur auf die Spur. — Bild: Walt Dis­ney Stu­dios Motion Pictures

Produziert von Guillermo del Toro: Ein großer Name reicht nicht

Ja, es ist ein Hor­ror­film, aber ein biss­chen mehr Tief­gang hätte es schon sein dür­fen. Ger­ade, wenn man bedenkt, dass Antlers mit Hor­ror- und Sto­ry-Lieb­haber Guiller­mo del Toro als Pro­duzen­ten bewor­ben wird. Dass dieser näm­lich dur­chaus Wert auf solide Erzäh­lun­gen und Charak­tere mit span­nen­der Hin­ter­grundgeschichte legt, bewies er bere­its mit Fil­men wie „Pans Labyrinth“ oder „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“. Die Geschichte aus Antlers hinge­gen wabert vor sich hin, zieht den Film oft­mals zu sehr in die Länge und selb­st die Schock­mo­mente, die zu erwarten sind, haben uns nicht aus dem Kinoses­sel gehauen. Du soll­test also nicht zu viel davon erwarten, dass del Toro auf dem Plakat steht.

Guiller­mo del Toro gilt als visionär­er Regis­seur, Pro­duzent und Drehbuchau­tor. Welche Filme Du von ihm unbe­d­ingt gese­hen haben soll­test, ver­rat­en wir Dir hier:

Guiller­mo del Toro: Die besten Filme des Oscar-Preisträgers

Das Fazit: Vorhersehbare Momente ohne nervenaufreibende Schreck-Sekunden

Hor­ror­filme mit Mon­stern leben von ihren Effek­ten, Geräuschen und bildge­walti­gen Auftrit­ten der fiesen Gestal­ten. Die Szenen, in denen der Dämon seine großen Auftritte hat, sind nett, mehr aber auch nicht. Zu sel­ten siehst Du das Wesen und dann auch nur sehr schemen­haft. Spoil­er­war­nung: Gruselig sind einzig die Momente, in denen sich Lucas Vater Frank zunehmend selb­st zum Dämon ver­wan­delt. Das war’s dann aber auch. Da hil­ft auch kein großes Finale mehr, in der Julia abso­lut sinnbe­fre­it alles gibt und zum Schluss dann auch noch eine Aktion tätigt, die zwar kon­se­quent, aber den­noch aufge­set­zt und dadurch frag­würdig erscheint. Antlers ist ein Hor­ror­film ohne große Schock­mo­mente und mit schwach­er, abso­lut vorherse­hbar­er Geschichte. Schock­ierend langweilig.

Antlers
Genre: Hor­ror  
Bun­desstart: 28. Okto­ber 2021  
Laufzeit: 99 Minuten  
FSK: ab 16 Jahren freigegeben  
Regie: Scott Coop­er  
Drehbuch: Nick Antosca, Hen­ry Chaisson  

Du gruselst Dich gerne, und zwar nicht nur an Hal­loween? Ver­rate uns in den Kom­mentaren, welch­er Hor­rorstreifen Dir die Haare zu Berge ste­hen lässt.

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