Biegsame Displays und faltbare Smartphones: Macht Samsung jetzt ernst?

Biegsame Displays und faltbare Smartphones: Macht Samsung jetzt ernst?

Faltbare Smartphones werden als das nächste große Ding der Tech-Welt gehandelt. Kein Wunder also, dass es in der Gerüchteküche heiß hergeht. Wer bringt endlich das erste faltbare Smartphone auf den Markt? Es sieht so aus, als stünde Samsung mit seinem Galaxy X jetzt kurz vor dem Durchbruch.

Ob Huawei, LG oder Microsoft: Auf Biegen und Brechen forschen die Global Player an Technologien für faltbare Smartphones und befeuern Spekulationen regelmäßig mit neuen, scheinbar geleakten Konzepten. Jetzt soll Samsung tatsächlich die größten Hürden in der Entwicklung geknackt haben und heimlich einen Prototyp seines Galaxy X vorgeführt haben.

Galaxy X: Geheime Vorführung auf der CES 2018?

Dass Samsung bei seinem „Project Valley“ große Fortschritte machen würde, vermeldeten „Insider“ und Newsportale immer wieder. Bei der diesjährigen CES 2018 in Las Vegas sollen die Südkoreaner nun angeblich die Hüllen fallen gelassen haben: Laut dem koreanischen Branchen-Magazin Etnews habe Samsung hinter verschlossenen Türen einen Prototyp seines Galaxy X vorgestellt – allerdings nur vor wenigen ausgewählten Partnern. Aus diesem Kreis sollen auch die jüngsten News zum faltbaren Smartphone stammen.

Es knickt und knickt und knickt… – angeblich

Laut diesen Insidern soll das Galaxy X einen 7,3 Zoll großen, gekrümmten OLED-Display besitzen. Der eigentliche Durchbruch liege darin, dass Samsungs Display-Technik angeblich bis zu 200.000 Faltvorgänge überstehen würde. Der Verschleiß des Bildschirms durch das Falten galt bislang als größte Herausforderung. Mit der Produktion soll Samsung sogar noch in diesem Jahr beginnen. Dabei hatte der Konzern selbst erst angekündigt, dass solche Produkte frühestens 2019 erhältlich sein könnten.

 

Wann kommt es, und wenn ja: Wie viele?

In den letzten Jahren befeuerte Samsung die Gerüchteküche nahezu im Wochentakt. Schon 2016 berichteten Bloomberg und Etnews, dass gleich zwei Smartphones mit faltbaren OLED-Bildschirmen in Planung seien. Auch andere Leaks gaben zu verstehen, dass das faltbare Mobilgerät in zwei Varianten namens Galaxy X1 und Galaxy X1+ erscheinen soll, die sich in der Mitte über eine Art Scharnier knicken lassen. Allerdings wurde auch vermutet, dass Samsung dieses Produkt eher als Experiment versteht und nur in limitierter Auflage von 100.000 Stück verkaufen wolle.

Das Wettrennen um die faltbaren Smartphones

Dass ein wirklich faltbarer OLED-Bildschirm technisch machbar ist, steht längst außer Frage. Schon im Juli 2015 meldete Samsung sein erstes Patent für ein faltbares Tablet an und präsentierte auf der Display Week 2016 ein 5,7-Zoll AMOLED-Display, das sich beinahe wie Papier einrollen und falten ließ. Ebenso soll das berüchtigte Galaxy X im letzten Jahr bereits bei einer Zulassungsbehörde aufgetaucht sein und eine Bluetooth-Zertifizierung erhalten haben. Wie das Smartphone mit biegsamem Display aussehen könnte, zeigte ein Video von Present Tech.

Auf dem Weg zur Spitze: Huawei plant ebenfalls faltbares Smartphone

Auch Huawei möchte sich in dem umkämpften Segment als Vorreiter behaupten. Wie CEO Richard Yu im Oktober letzten Jahres in einem Interview mit CNET ankündigte, habe das Unternehmen bereits einen faltbaren Smartphone-Prototyp entwickelt. Das finale Modell möchten die Chinesen sogar schon 2018 präsentieren. Dieses Ziel scheint mehr als ambitioniert – schließlich werden die Karten auf dem Patente-Tisch fast wöchentlich neu gemischt und die vermeintlichen Hauptkonkurrenten sind nicht unbedingt das größte „Problem“. Besonders spannend wird es, wenn ein eher unbekannter Mitspieler quasi aus dem Nichts das Wettrennen um die flexible Technik aufmischt.

Rollbar und biegsam: Smartphone-Watch auf der IFA

Auf der IFA 2017 präsentierte die kalifornische Firma Royole den Prototyp eines Smartphones, dessen hauchdünnes, flexibles Display sich scheinbar mühelos einrollen lässt. Auch das Mobile Device selbst soll sich so stark biegen lassen, dass Du es als Smartwatch tragen kannst. Der ausgestellte Prototyp unter einer Glashaube war zwar noch nicht im Betrieb, ein funktionstüchtiges Modell soll aber bereits existieren. Ob Royole das Smartphone-Wearable zum marktreifen Produkt weiterentwickeln wird, ist unklar. Wegweisend ist der Prototyp aber allemal, denn seine extrem flexible Sensor- und Display-Technologie ließe sich nicht nur für Smartphones nutzen, sondern würde auch ganz neue Bauweisen anderer Devices ermöglichen.

Lenovo, LG und Microsoft falten ebenfalls Patentanträge

Auch LG meldete 2015 ein Patent für ein neuartiges Phablet an, dessen Genehmigung aber erst im Januar 2017 durchgewinkt wurde. Etwas skurril dabei ist, dass sich nur der obere Teil des Smartphones nach hinten falten lassen soll.

Ebenso präsentierte Lenovo im letzten Jahr auf der Tech World Conference in San Francisco ein Hybrid-Tablet, das sich mittig zum 5,5-Zoll-Smartphone falten lässt. Der Prototyp des Mobile Device namens Folio ist technisch durchaus interessant und auch schon funktionstüchtig, in der Handhabung aber ebenfalls längst nicht ausgereift.

Immer wieder tauchen auch Gerüchte zum „Surface Phone“ auf, bei dem Apple und Microsoft an ähnlichen Produkten arbeiten sollen. Microsoft scheint mit der Arbeit an seinem flexiblen Smartphone-Tablet gut voranzukommen. Die zwei mittig faltbaren Panels sollen aufgeklappt zu einer Display-Einheit verschmelzen, während das Gerät im Smartphone-Modus nur einen Bildschirm an der Außenseite nutzt.

Nach wie vor ist der Begriff „faltbar“ im Smartphone-Sektor natürlich gewissermaßen dehnbar. Bis Du Dein Smartphone für Origamikünste nutzen kannst, wird es noch eine ganze Weile dauern. Denn flexibel auslegbar sind momentan vor allem die Hinweise und Spekulationen um die faltbaren Mobilgeräte.

Bist Du auch gespannt auf das erste faltbare Smartphone oder glaubst, diese Idee können die Hersteller knicken? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

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