ff7 remake
© Square Enix
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Final Fantasy VII Remake: Das Ende erklärt – unsere Theorie

Wer hätte gedacht, dass es eine Erk­lärung für das Ende vom Final Fan­ta­sy VII Remake benötigt? Square Enix hat einen Abschluss für das Spiel gewählt, der beson­ders dann für offene Fra­gen sorgt, wenn Du Dich nicht allzu gut im FF7-Uni­ver­sum auskennst. Auch Ken­ner dürften aber etwas ver­wirrt sein. Wir erk­lären Dir, was unser­er Mei­n­ung nach passiert ist.

Achtung, gewaltiger Spoil­er-Alarm: Wenn Du das Final Fan­ta­sy VII Remake noch nicht durchge­spielt hast, soll­test Du diese Seite nun ver­lassen und erst dann zurück­kom­men, wenn du das getan hast. Ern­sthaft: Selb­st wenn Du nur das Orig­i­nal gespielt hast, soll­test Du nicht weit­er­lesen. Stattdessen soll­test Du Dir den nach­fol­gen­den (hüb­schen) Screen­shot aus dem Game anse­hen und anschließend unsere Tipps zum Rol­len­spiel durch­le­sen – vielle­icht auch unseren Test inklu­sive Video. Hast du das FF7 Remake dann durchge­spielt (und kennst Du einige Schlüs­sel­mo­mente aus dem Orig­i­nal), geht’s hier weit­er.

FF7 Mako Planet

Cloud, Bar­ret und Tifa bekom­men erk­lärt, wie das Mako durch die Welt fließt. — Bild: Square Enix

Recap: Das passierte am Ende vom Final Fantasy VII Remake

Genug der War­nung. Kom­men wir nun zu dem dur­chaus über­raschen­den Ende vom FF7 Remake, das wohl stark polar­isieren wird. Auch mich selb­st hat der Sto­ry-Twist sehr über­rascht. Kurz noch ein­mal, was passiert ist: Am Ende des Spiels taucht Sephi­roth auf, bevor die Helden Midgar ver­lassen kön­nen. Er öffnet ein Tor und ani­miert Cloud und Co. ihm hier­durch zu fol­gen. Aerith hält ihre Fre­unde jedoch auf und merkt an, dass sie sich an einem Schei­deweg befind­en: Wenn sie das Por­tal durch­schre­it­en und siegre­ich sind, kön­nte sich das auf die Zukun­ft und auch auf die Per­sön­lichkeit­en der Helden auswirken, zu denen sie kün­ftig wer­den.

FF7 Remake Aeris

Aerith hat eine Verbindung zum Plan­eten, was wom­öglich auch erk­lärt, wieso sie gegen Ende plöt­zlich so viele Dinge über Sephi­roth weiß, bevor die Helden das Por­tal betreten. — Bild: Square Enix

Wie sollte es anders sein: Die Truppe schre­it­et durch das Tor – auf der anderen Seite sieht nichts anders aus, dafür hat sich ein großes Mon­ster aus den Geis­tern geformt, die im Ver­lauf des Spiels immer wieder auf­tauchen.

Nacheinan­der kämpft das Team zuerst gegen die Geis­ter selb­st und anschließend gegen Sephi­roth, der sich offen­bar ganz gut mit Geschehnis­sen ausken­nt, die den Plan­eten erst noch erwarten. Zudem lässt der Antag­o­nist viele kryp­tis­che Zeilen fall­en. In ein­er Zwis­chense­quenz ist außer­dem ein SOLDAT mit schwarzen Haaren zu sehen, der das Schw­ert von Cloud trägt und eine ganze Kom­panie an Shin­ra-Hand­langern im Allein­gang besiegt.

Zusät­zlich gibt es im Finale weit­ere kurze Sequen­zen, die noch kom­mende Ereignisse aus dem Orig­i­nal-Spiel Final Fan­ta­sy VII und dem dazuge­höri­gen Film „Advent Chil­dren” zeigen. Am Ende ist von ein­er „uner­warteten Reise” die Rede, bevor der Abspann über den Bild­schirm läuft. Ver­wirrend, nicht wahr? Wir schlüs­seln das für Dich auf. Vor­weg sei gesagt: Offen­bar hat der Sieg über die Geis­ter die Geschichte verän­dert. Und zwar nicht nur die noch anste­hen­den Ereignisse, son­dern auch die Ver­gan­gen­heit.

Die Rolle der Geister: Der Weg in eine ganz neue Storyline

Gegen Ende des Spiels erfahren wir, dass die Geis­ter dafür sor­gen sollen, dass das Schick­sal seinen Lauf wie geplant nimmt. Grob gesagt: Wann immer das FF7 Remake stark von der Hand­lung des Orig­i­nals abwe­ichen wollte, taucht­en diese Geis­ter als neues Sto­ry-Ele­ment auf und kor­rigierten das. So woll­ten sie beispiel­sweise Aerith am Anfang ver­ja­gen, bevor die Shin­ra-Trup­pen Cloud ent­deck­en. Oder sie holten Hojo von den Füßen, als er Cloud (viel früher als im Orig­i­nal) wichtige Infos über seine Ver­gan­gen­heit liefern wollte. Den wohl größten Ein­griff markiert die Wieder­bele­bung von Bar­ret, nach­dem Sephi­roth ihn mit sein­er Klinge durch­bohrt hat­te – sein Tod war nicht vorge­se­hen.

FF7 Barret

So cool Bar­ret auch ist, gegen das Schw­ert von Sephi­roth kon­nte er nichts aus­richt­en. — Bild: Square Enix

Du kannst Dir die Geis­ter somit als Bewahrer der Orig­i­nal-Sto­ry­line von Final Fan­ta­sy VII vorstellen. Einen weit­eren Hin­weis darauf liefert auch der Kampf gegen diese. Gle­ich drei Geg­n­er for­men sich in der Auseinan­der­set­zung: Ein­er kämpft mit Schw­ert, ein­er mit Fäusten und ein­er mit Schuss­waf­fen. Diese Feinde sym­bol­isieren offen­bar die Zukun­fts-Ver­sio­nen von Cloud, Bar­ret und Tifa, zu denen die Helden ursprünglich wer­den soll­ten. Mit dem Sieg unser­er Truppe hat sich das jedoch erledigt und der Weg ste­ht offen für eine Sto­ry­line, die stark vom Orig­i­nal-Spiel abwe­ichen kann.

Das machen auch die kurzen Sequen­zen deut­lich, die etwa den Tod von Aerith oder die Geschehnisse des Films „Final Fan­ta­sy VII: Advent Chil­dren” andeuten. Die Geis­ter zeigen den Helden vor ihrer Nieder­lage, welchen Weg das Schick­sal ursprünglich vorge­se­hen hat­te. All das muss nun aber nicht mehr passieren. Einige Änderun­gen durch den Sieg über die Geis­ter zeigte das Remake bere­its. So hat Big­gs die Ver­nich­tung von Sek­tor 7 offen­bar über­lebt, zudem sehen wir einen Teil der Aus­rüs­tung von Jessie, die im Orig­i­nal zu diesem Zeit­punkt eben­falls nicht mehr am Leben war. Das Remake zeigt aber auch eine noch viel größere Änderung:

Wer ist der SOLDAT mit den schwarzen Haaren?

Für die PSP erschien damals ein Pre­quel zu Final Fan­ta­sy VII, das den Unter­ti­tel „Cri­sis Core” trägt. Pro­tag­o­nist des Spiels ist Zack Fair – und er ist der unbekan­nte SOLDAT mit schwarzen Haaren, den Du im Remake siehst. Die Zwis­chense­quenz ist nahezu iden­tisch mit dem Ende des Pre­quels und spielt zeitlich vor FF7 selb­st. Mit einem Unter­schied: Eigentlich ver­liert Zack den Kampf, wird von zahlre­ichen Kugeln durch­löchert und stirbt in den Armen von Cloud. Let­zter­er erbt daraufhin sein Schw­ert und schleppt sich im Allein­gang nach Midgar. Hier kannst Du Dir das Ende von Cri­sis Core noch ein­mal anse­hen (wohl mit eines der trau­rig­sten Enden der Videospielgeschichte):

Video: Youtube/Shirrako

Durch den Sieg über das Schick­sal im Final Fan­ta­sy VII Remake hat sich die Geschichte aber offen­bar verän­dert: Zack über­ste­ht den Angriff und bringt Cloud selb­st in die Stadt. Sein ursprünglich­es Schick­sal (sym­bol­isiert durch zahlre­iche Geis­ter, die in der Sequenz um die Stadt Midgar schweben und nach der Ver­nich­tung des Boss­es ver­schwinden) wurde damit abgewen­det. Das ist eine große Verän­derung, da der Tod von Zack mit zu den wichtig­sten Ereignis­sen gehört, die Cloud und Aerith erst zu denen gemacht haben, die sie sind.

Eine neue Zeitlinie?

Dass Zack nun offen­bar doch noch am Leben ist, dürfte den Charak­ter von Cloud (sowie Aerith) eigentlich sig­nifikant ändern. Im Netz gibt es hierzu die The­o­rie, dass sein Men­tor aber „nicht wirk­lich” wieder am Leben ist. Es sei nur eine alter­na­tive Zeitlin­ie, in der das passiert ist. So wäre auch erk­lärt, wieso Cloud das Panz­er­schw­ert noch trägt – und nicht Zack. Ich sehe das allerd­ings anders. Ich gehe sehr stark davon aus, dass Cloud immer noch der Alte ist und im Nach­fol­ger des Final Fan­ta­sy VII Remakes auf Zack trifft. Bei­de kön­nten dann das Panz­er­schw­ert tra­gen.

Final Fantasy 7 Remake Cloud Heldenlandung

Das ikonis­che Panz­er­schw­ert von Cloud existiert in der neuen Zeitlin­ie ver­mut­lich dop­pelt. — Bild: Square Enix

Wie ich das erk­läre? Als die Helden durch das Por­tal gin­gen und das Schick­sal besiegten, befan­den sie sich schon auf ein­er neuen Zeitlin­ie. Da sie im Sturm der Ereignisse waren, sind sie jedoch „immun” gegenüber allen Verän­derun­gen der Time­line. Ver­gle­ich­bar wäre meine The­o­rie etwa mit der Serie „Time­less”, die Du auf  Net­flix find­est: Gle­ich in der ersten Folge ändern die Pro­tag­o­nis­ten die Geschichte, was zur Folge hat, dass die Schwest­er ein­er Haupt­fig­ur nie existierte – dafür hat sie aber einen Ver­lobten, den sie nie gese­hen hat. Nur sie und die anderen Zeitreisenden kön­nen sich daran erin­nern, dass es die Schwest­er ein­mal gab und wie die ursprüngliche Zeitlin­ie aus­sah.

Meine The­o­rie ist, dass auch Cloud, Bar­ret, Tifa und Aerith auf ähn­liche Weise wie die Pro­tag­nis­ten aus „Time­less” in ein­er neuen Real­ität gelandet sind. Sie sind sich wom­öglich aber nicht bewusst, dass sich die Welt um sie herum bere­its geän­dert hat. Mit Aus­nahme von Aerith. Eine Sequenz macht deut­lich, dass sie die Verän­derun­gen spürt: Sie läuft an dem Zack aus der Ver­gan­gen­heit vor­bei, der Cloud lebend nach Midgar schleppt. Zu erk­lären wäre das damit, dass sie als Mit­glied des alten Volkes eine Verbindung zum Plan­eten hat. Span­nend: Da Zack gle­ichzeit­ig auch ihr (nicht mehr so tot­er) Ex-Fre­und ist, kön­nte uns im näch­sten Teil viel Kon­flik­t­poten­zial zwis­chen Cloud und seinem alten Men­tor erwarten.

Theorie: Zukunfts-Sephiroth rief die Geister auf den Plan

Für mich ist klar, dass Sephi­roth alle über­raschen­den Verän­derun­gen aus­gelöst hat. Gegen Ende des Spiels macht er an mehreren Stellen deut­lich, dass er Wis­sen über die Zukun­ft mit­bringt. So weiß er etwa, dass er let­z­tendlich besiegt wird. Außer­dem ist ihm bekan­nt, dass ein Mete­or Kurs auf den Plan­eten nimmt. Deshalb will er Cloud auf seine Seite ziehen, um das Schick­sal abzuwen­den. Das mag nach einem guten Plan klin­gen, aber ich denke, dass er und Cloud spätestens bei dessen Durch­führung unter­schiedlich­er Mei­n­ung sein kön­nten. Der Held lehnt den Vorschlag auch selb­stver­ständlich ab.

FF7 Sephiroth

Sephi­roth taucht im Remake mehrmals auf. Das Ende des Spiels deutet darauf hin, dass Cloud sich den Antag­o­nis­ten in vie­len Sit­u­a­tio­nen nicht nur ein­bildet, obwohl nur er ihn (zunächst) sehen kann. — Bild: Square Enix

Zusam­menge­fasst: Sephi­roth weiß Dinge, die er nicht wis­sen darf. Meine The­o­rie ist deshalb, dass wir hier eine Ver­sion von ihm aus der Zukun­ft sehen, die sein Scheit­ern abwen­den will. Wom­öglich stammt dieser Sephi­roth sog­ar aus ein­er Zeit, die nach dem Film „Advent Chil­dren” spielt. Durch sein Ein­greifen hat er ver­mut­lich auch erst die Geis­ter auf den Plan gerufen. Erst­mals tauchen diese gemein­sam mit dem Antag­o­nis­ten auf, als Aerith und Cloud sich ken­nen­ler­nen. Sephi­roth ist hier wohl nicht nur ein Hirnge­spinst des Helden und seine Worte „Du bist zu schwach, um jeden zu ret­ten” beruhen wohl tat­säch­lich auf seinem Wis­sen, dass er Aerith später mit seinem Schw­ert durch­bohrt.

Zunächst habe ich diesen Auftritt nur für eine Anspielung gehal­ten, die sich nicht an den Helden, son­dern an Spiel­er, die das Orig­i­nal ken­nen, richtet. Han­delt es sich um Sephi­roth aus der Zukun­ft, waren die eher wagen Worte aber wohl eher ganz bewusst für Cloud als War­nung gedacht.

Sequel statt Remake?

Sephi­roth dürfte in etwa mit dem alten Mr. Spock aus „Star Trek” (2009) von J. J. Abrams ver­gle­ich­bar sein: Er reist zurück durch die Zeit, bringt das ganze Wis­sen aus der Zukun­ft mit und verän­dert den Lauf der Dinge. Das Final Fan­ta­sy VII Remake ist dem­nach in gewiss­er Weise eher ein Sequel der FF7-Rei­he, sollte der Antag­o­nist wirk­lich aus ein­er Zeit nach „Advent Chil­dren” stam­men.

Gle­ichzeit­ig macht die Sequel-The­o­rie deut­lich, wieso Square Enix das Spiel als „Remake” betitelt, obwohl nur die Midgar-Episode enthal­ten ist. Offen­bar wird näm­lich nur dieser Teil des Orig­i­nals weit­ge­hend iden­tisch bleiben. Da sich die Helden nun nicht mehr auf dem vom Schick­sal vorge­se­hen Pfad bewe­gen, ist kom­plett ungewiss, welche Ereignisse uns im näch­sten Teil erwarten.

Nur eines ist für mich klar: „Remake” wird die Fort­set­zung auf­grund der Änderun­gen nicht mehr im Titel tra­gen kön­nen, da uns eine vielle­icht ganz andere Geschichte erwartet (in der auch Aerith über­leben kön­nte). Ich per­sön­lich finde die Idee von Square Enix sehr gut und bin ges­pan­nt darauf, welchen Weg das Aben­teuer von Cloud und Co. in der neuen Zeitlin­ie ein­schla­gen wird. Vorteil der Sequel-The­o­rie: Die Mach­er kön­nen durch diesen Twist eine alter­na­tive Sto­ry erzählen, ohne das Orig­i­nal mit Füßen zu treten oder etwas am Kanon zu verän­dern.

Wie denkst Du über das Ende? Hast Du eine andere The­o­rie? Teile uns Deine Mei­n­ung im Kom­men­tar-Bere­ich mit.

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