Smart Displays: Das musst Du über die neuen Gadgets wissen

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Smart Displays: Das musst Du über die neuen Gadgets wissen

Während mit digitalen Assistenten ausgestattete Smart Speaker bereits seit Langem in zahlreichen Haushalten zu finden sind, brach das Zeitalter der Smart Displays 2018 erst so richtig an. Noch ist die Anzahl verfügbarer Geräte überschaubar. Doch sowohl das Angebot als auch der mit den Gadgets verbundene Funktionsumfang wachsen beständig.

Du hast bereits das eine oder andere Smart Display gesehen, vielleicht sogar die Präsentation eines solchen auf einer Keynote verfolgt, weißt aber noch immer nicht genau, welche Features eigentlich für die Anschaffung sprechen? In diesem Info-Text stellen wir Dir einige aktuelle Smart Displays im Detail vor – bereits erhältliche sowie kommende Modelle – und gehen genauer auf die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten ein.

Wozu eigentlich ein Smart Display?

Besitzt Du einen Smart Speaker, über den Du via Sprachbefehl und mithilfe eines intelligenten Assistenten beispielsweise Deine Musik ansteuern oder Antworten auf alle nur erdenklichen Fragen aus dem Internet erhalten kannst, weißt Du um die Vorteile eines solchen Gadgets. Die Smart Displays bieten prinzipiell alles, was der Speaker auch kann (häufig mit Abzügen bei der Soundqualität) und ergänzen das Ganze um die visuelle Komponente. Beworben werden sie derzeit primär als Küchenhelfer: Die digitalen Assistenten bieten Rezepte-Skills und über Sprachbefehle steuerst Du Smart-Home-Geräte wie Kameras, Leuchten oder kompatible Entertainment-Systeme an. Video-Anrufe sind natürlich auch möglich – allerdings nicht mit allen Modellen.

Video: Eigenkreation / Pexels (Tim Savage; bruce mars; Scott Webb)

Amazons Echo Show 2: Vorreiter mit großem Bildschirm

Die erste Generation des Amazon Echo Show wurde im Mai 2017 präsentiert und wenig später auf dem Markt eingeführt. Die zweite Generation ist erst seit Oktober 2018 bestellbar (Amazon schreibt derzeit „Lieferbar ab dem 19. November 2018) und wartet mit einigen echten Verbesserungen auf. Auffälligste Neuerung ist das fast die gesamte Vorderseite einnehmende 10-Zoll-Display – beim Vorgänger waren es drei Zoll weniger. Der Bildschirm ist zudem noch etwas besser für die Nutzung von Streaming-Angeboten geeignet, da er beispielsweise einen Skill bietet, mit dem Du über den Sprachbefehl „Alexa, starte Amazon Prime Video“ direkt das hauseigene Unterhaltungsangebot ansteuern kannst. Darüber hinaus stellen die zusätzlichen, visuellen Informationen sicher, dass Du über die abgespielten Inhalte immer bestens informiert bist.

Der Echo Show als intelligente Gegensprechanlage

Verbessert hat sich beim Echo Show aber vor allem die Tonqualität: Den sehr basslastigen Klang kannst Du bei diesem Modell auch noch individuell einstellen. Die Dolby-Lautsprecher findest Du beim neuen Modell nicht mehr an der Unterseite, sondern links und rechts am Gerät (siehe Animation unten) – allein das verbessert den Ton merklich. Von den Speakern profitierst Du zum Beispiel auch dann, wenn Du das Gadget als Gegensprechanlage nutzen möchtest. Kompatible Cams an Deiner Haustür benachrichtigen Dein Smart Display, wenn Besucher auf der Matte stehen. Einige noch nicht integrierte Features sind zudem für die nahe Zukunft angekündigt:

Video: Eigenproduktion

Das Smart Display von Amazon ist in Deiner Küche der ideale Helfer: Das Gerät bietet Dir nämlich eine ganze Reihe von Skills für das Kochen nach Rezept. Da der Bildschirm sehr viel kleiner als der TV-Bildschirm und der Screen eines durchschnittlichen Laptops ist, dürfte der Echo Show 2 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hauptsächlich in der Küche eingesetzt werden. So kannst Du beim Kneten von Teig, beim Abwasch oder beim Rühren von Suppen und Soße Folgen Deiner Lieblingsserie genießen. Das Anschauen von Youtube-Videos funktioniert ebenfalls – allerdings nicht so wie über die Prime-App. Steuere die Video-Plattform einfach über einen der beiden installierten Browser an (Firefox oder Amazons Silk, der bis dato vor allem unter Fire OS auf den Fire Tablets zum Einsatz kam) und rufe Youtube dort auf.

Die Einrichtung des Amazon Echo Show 2

Hast Du den Echo Show der zweiten Generation aufgestellt und möchtest ihn mit Deinen heimischen Geräten verbinden, funktioniert das nun ebenfalls ein wenig einfacher: Du musst lediglich den Befehl „Alexa, suche neue Geräte“ aussprechen. Das schlaue Display sucht anschließend nach den vernetzten Zigbee-Gadgets. Bei ZigBee handelt es sich um eine Spezifikation für drahtlose Netzwerke mit geringem Datenaufkommen – wie beispielsweise ein „Smart-Living“-Zusammenschluss. Die durch den Sprachbefehl ermittelten Geräte siehst Du nun auf dem Display abgebildet. Folgst Du den Anweisungen auf dem Bildschirm, ist es ein Leichtes, sie Gruppen wie „Küche“ oder „Wohnzimmer“ zuzuordnen. Das Interface hat sich für die neue, etwas größere Generation des Echo Show übrigens noch einmal gewandelt.

Google Home Hub: Die kompakte Steuerzentrale für Dein Heim

Amazon hat vorgelegt, aber Google zieht kräftig nach: Anfang Oktober 2018 präsentierte das Unternehmen der Öffentlichkeit seinen Home Hub (erscheint vermutlich 2019 in Deutschland). Dessen Display ist deutlich kleiner als bei der aktuellen Amazon-Variante – lediglich 7 statt 10 Zoll. Allerdings tritt beim Google Home Hub der Entertainment-Faktor auch merklich in den Hintergrund. Stattdessen soll das Smart Display der Knotenpunkt Deines vernetzten Zuhauses sein. Dafür hält er einige spezielle Funktionen und Vorteile gegenüber der Konkurrenz bereit – allerdings auch einen Nachteil.

Video: Youtube / Google

Google-Dienste – aber keine Videotelefonie

Bei der Ausstattung des Home Hub fällt eine Besonderheit auf: Es fehlt die Kamera. Das heißt, dass Videotelefonie wie auf dem Amazon Echo Show 2 nicht möglich ist. Damit spricht dieses Display aber auch gezielt diejenigen an, die für ihre Schaltzentrale ohnehin keine Cam benötigen und diese womöglich aus Datenschutzgründen nicht nutzen würden. Googles Smart Display kommt dafür mit einem neuen Feature namens Home View daher. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein zentrales Dashboard, in dem alle Strippen Deines smarten Zuhauses zusammenlaufen. Die Bedienung desselben erklären wir Dir weiter unten.

Der Hub ist mit den gängigen Google-Diensten verbunden und weist einen entsprechend großen Funktionsumfang auf. Zum Beispiel zeigt der Startbildschirm, auf dem Du unter anderem die Uhrzeit und die aktuelle Wetterlage ablesen kannst, auch persönlich ausgewählte Bilder an, da das Gerät mit Google Fotos verknüpft ist. Bis zu sieben Alben kannst Du für diese Form der Anzeige auswählen.

Die Einrichtung und Bedienung des Google Home Hub

Die Bedienung und Einrichtung des Geräts ist betont simpel. Auf der Rückseite findest Du einige wenige Knöpfe: Über dem Sockel/Speaker befindet sich ein kleiner Button, den Du nach links und rechts verschieben kannst – darüber schaltest Du das Mikrofon ein und wieder aus. Links siehst Du einen länglichen Kippschalter, über den Du die Lautstärke regulierst. Das Verbinden neuer Geräte beziehungsweise die Integration des Home Hubs geht mit der Google-Home-App leicht vonstatten: Öffne die kostenlos im Play Store erhältliche App einfach auf Deinem Smartphone und füge neue Geräte über das Plus-Icon hinzu.

Willst Du das Kontrollpult für Deine Geräte aufrufen, musst Du auf dem Startbildschirm lediglich vom oberen Bildschirmrand nach unten wischen. Das nun erscheinende Drop-Down-Menü hält Icons für die Steuerung von Elementen wie Leuchten, Kameras und Thermostaten bereit. Tippst Du beispielsweise auf das Symbol für die Lampen, zeigt Dir das System eine Übersicht der verbundenen Smart Lights, in der Du die Lichter auswählen und verändern kannst. Neben dem Aus-/An-Knopf gibt es in dem Panel zum Beispiel gesonderte Steuerungselemente für die Helligkeit und die Farbe Deiner Leuchten.

Voice Match für den Home Hub

Voice Match ist praktisch für das Smart Home im Familienverbund: Darüber erkennt der Google Home Hub die Stimmen der einzelnen Bewohner und kann ihnen individuelle Unterstützung anbieten. Persönliche Kalendereinträge oder Erinnerungen kommen dann immer beim richtigen Nutzer an. Auch die Beleuchtung kann individuell auf die Anwender abgestimmt werden.

Lenovo Smart Display: Allrounder mit Google Assistant

Eigentlich sollte dieses Gerät bereits im September auf den hiesigen Markt kommen, doch leider lässt das Lenovo Smart Display auch weiterhin auf sich warten. Anders als bei den beiden vorangegangenen Modellen kannst Du Dir bei der Anschaffung dieses Geräts quasi aussuchen, für welche Form der Nutzung Du es vorgesehen hast. Es gibt nämlich eine 8- und eine 10-Zoll-Version. Da hier als digitaler Assistent der Google Assistant integriert ist, sind Youtube-Videos direkt via Sprachbefehl ansteuerbar – und müssen nicht wie bei Amazon umständlich über einen Browser aufgerufen werden.

Video: Youtube / Lenovo

Als Betriebssystem ist auf dem Lenovo Smart Display das auf Geräte rund um Internet of Things (IoT) ausgelegte Android Things installiert. Das Gadget ist außerdem mit einer Kamera ausgestattet und ermöglicht somit Videotelefonie via Google Duo. Um den Funktionsumfang des Displays zu erhöhen, kannst Du entsprechende Apps installieren. Im Verbund mit dem Google Kalender erinnert Dich das smarte Gadget an Termine und kann sogar ergänzende Anmerkungen und Erinnerungen aussprechen, damit Du zum Beispiel nicht vergisst, eine Bestellung rechtzeitig abzuholen. Alleinstellungsmerkmal des Lenovo-Geräts ist mit Sicherheit auch das ungewöhnliche Design: Die Rückseite, die zumindest in der größeren Ausführung in Holz-Optik daherkommt, ist asymmetrisch – in dem dickeren Teil sind die Speaker verbaut, die einen vergleichsweise klaren, natürlichen Sound erzeugen. Das Design erlaubt es Dir, das Gerät nach Belieben horizontal oder vertikal aufzustellen.

Die Einrichtung des Lenovo Smart Display

Die Ersteinrichtung des Lenovo-Displays könnte einfacher nicht sein: Der Lieferumfang umfasst tatsächlich nur das (einteilige) Kabel für den Anschluss ans Stromnetz. Hast Du das Display aufgestellt, angeschlossen und eingeschaltet, ist die Installation und Account-Verifizierung mit der Google-Home-App auf Deinem Smartphone vonnöten. Danach sucht die Anwendung ganz von alleine nach dem Gerät, auf dem ein Code zur Bestätigung der erfolgreichen Verbindung erscheinen sollte. Du wirst nun gefragt, in welchem Raum Deines Hauses das Smart Display aufgestellt ist. Danach richtest Du Dein WLAN sowie die Stimmerkennung ein. Zum Schluss wählst Du aus einer Liste noch Deine Musik- und Video-Dienste aus und konfigurierst die Video-Telefonie. Ein kleiner Nachteil dabei: Die Mehrheit der Nutzer dürfte nicht allzu viele Google-Duo-Kontakte haben, mit denen diese Form der Kommunikation möglich ist.

Vodafone GigaKombi

Neben den drei hier vorgestellten Smart Displays gibt es einige weitere Modelle, die den noch jungen Markt erobern wollen. Wir haben Dir auf featured auch schon das ein oder andere Gerät vorgestellt – darunter zum Beispiel Archos Hello, bei dem strittig ist, ob es sich wirklich um ein echtes Smart Display oder eher um einen Smart Speaker mit kleinem Zusatzbildschirm handelt. Und auch Facebook mischt mit: Das Modell Portal eignet sich ebenfalls bestens für Videotelefonie. In den kommenden Jahren dürfte das Angebot zudem noch weiter wachsen.

Besitzt Du bereits ein Smart Display? Und falls nicht: Käme für Dich eines der hier genannten Geräte infrage? Teile uns Deine Meinung gerne in den Kommentaren mit.

Titelbild: picture alliance / MAXPPP

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