Digital Life
Was wir dieses Jahr noch von Facebook erwarten können
Facebook ist weiterhin auf Expansionskurs und seine Pläne umfassen dabei WhatsApp, Virtual Reality und noch viel mehr. Wir ziehen ein erstes Zwischenfazit: Wie hat sich Facebook in den vergangenen Monaten entwickelt, was kannst Du vom Social-Media-Riesen noch erwarten und auf was muss in Zukunft verzichtet werden?
Facebook gab letztes Jahr mehrere Milliarden für den Erwerb von WhatsApp und den Hersteller der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift aus. Daneben kündigte man auf der eigenen Facebook-Konferenz F8 die Verbesserung der Arbeit hinter den Kulissen an, sodass vor allem Entwickler besser mit Facebook arbeiten können. Für den durchschnittlichen Nutzer war davon erstmal nicht viel zu spüren. Das Jahr 2015 war dafür umso spannender: Von Internet-Drohnen über erste Neuigkeiten zu Virtual Reality bis zu neuen Facebook-Funktionen gab es bisher schon eine Menge Neuerungen. Auch wenn einige davon erst nach und nach in Deutschland ankommen werden.
Neue Apps braucht das Land
Die bereits große App-Welt von Facebook ist dieses Jahr noch ein wenig größer geworden. Inzwischen nennt der blaue Riese insgesamt 19 Apps sein Eigen, darunter natürlich die Dauerbrenner: die Facebook App selbst, der Messenger und Facebook Groups. Im April veröffentlichte Facebook dann gleich zwei neue Apps. Die erste war Riff, ein Social-Video-Tool, das Dir erlaubt, Videoclips Deiner Freunde zu sehen, mit eigenen Videoclips zu ergänzen und diese mit anderen Freunden zu teilen. Dagegen schlägt Hello eine andere Richtung ein, will informativ sein und arbeitet dabei in etwa wie ein digitales Telefonbuch. Mit Hello siehst Du, wer gerade anruft, wo die Person wohnt, wie viele gemeinsame Freunde Ihr habt und noch vieles mehr. Außerdem lassen sich auch Unternehmen, Restaurants und Orte wie Museen suchen, die Öffnungszeiten anzeigen, Routen für die Navigation erstellen und natürlich einfach nur anrufen. Kürzlich stellte Facebook eine App namens Moments vor, die das Organisieren und Synchronisieren von Fotos verschiedener Freunde vereinfacht. Wenn Du zum Beispiel auf einem Geburtstag bist und alle Deine Gäste verschiedene Fotos schießen, kann das nun alles einfach und bequem in einem gemeinsamen Fotoalbum abgelegt werden. So hat jeder Zugriff auf alle Partyfotos, die an dem Abend entstanden sind. Der neueste Zuwachs zu Facebooks App-Familie ist Mentions, eine Live-Video-Applikation. Sie erlaubt Prominenten, Sportlern und anderen Personen der Öffentlichkeit, Videos auf Facebook zu streamen, an denen die User teilnehmen und kommentieren können.
Änderungen im Hintergrund
Auf der Social-Media-Plattform sind aber auch hier und da an einigen Stellschrauben gedreht worden. So fügte man für Gruppen einen Verkaufen-Button hinzu, mit dem sich Gegenstände ab sofort mit einem Preis, Beschreibung und Abholungsort versehen lassen. Auch am Newsfeed wurde gearbeitet: Mehr Kontrolle über die angezeigten Neuigkeiten und die Möglichkeit, neue Seiten zu entdecken. Außerdem gibt es nun eine Analyse Deines Nutzungsverhaltens, um in Zukunft bessere Vorschläge für Videos und Newsartikel zu machen. Dabei stellt Facebook fest, wie lange Du einen Artikel gelesen oder ein Video geschaut hast, und bietet Dir in Zukunft thematisch ähnliche Inhalte an. Ein weiteres Augenmerk dieses Jahr legte man auf die Sicherheitseinstellung. Mit einem neuen Quick Checkup lassen sich die Einstellungen überblicken, den persönlichen Vorlieben anpassen und Alarmeinstellungen für Fremdlogins einstellen. Auch die hauseigenen Apps haben das eine oder andere Update spendiert bekommen: Der Messenger lässt sich nun auch ohne Facebook-Account nutzen und bietet zudem Videotelefonie an. Als Letztes ist noch On This Day zu erwähnen. Ein Feature, das Dir ermöglicht, in alten Erinnerungen zu schwelgen. Es zeigt Dir täglich an, was Du vor einem, zwei oder drei Jahren an genau diesem Tag gemacht hast und hilft Dir, die schönsten Momente wieder in Erinnerung zu rufen.
Gute Aussichten für die Zukunft
In Zukunft will Facebook noch höher hinaus – sprichwörtlich. Erst vor knapp zwei Wochen stellte der Konzern seine erste eigene Flugdrohne vor. Sie soll mit Hilfe von Solarenergie bis zu 90 Tage lang in 28 Kilometern Höhe ihre Runden drehen und entlegenen Gebieten mit fehlender Infrastruktur die Möglichkeit auf einen Internetzugang geben. Noch dieses Jahr will der Internetriese mit den ersten Testflügen beginnen. Klappt alles wie geplant, würden mehrere Drohnen ein eigenes Netzwerk erstellen, das untereinander und mit den Nutzern am Boden per millimetergenauen Lasern kommuniziert und Daten überträgt. Wer jedoch bereits Internet hat und vor allem ein Fan von Videospielen ist, wartet wahrscheinlich schon sehnlichst auf die Veröffentlichung der Oculus Rift. Noch bevor der Hype die breite Masse erreichte, schlug Facebook zu und sicherte sich die Vorreiter-Firma in Sachen virtuelle Realitäten. Seitdem sind einige Monate und auch Messen vergangen und alle sind sich einig: Das ist der nächste große Schritt im Entertainment-Bereich. Offiziell ist vom ersten Quartal 2016 die Rede, doch in den letzten Tagen gab es erste Gerüchte, man könnte eventuell sogar schon passend zum Weihnachtsgeschäft die erste VR-Brille im Handel ergattern. Es mehren sich auch Gerüchte, dass Facebook an einer News-App arbeitet, die ähnlich wie Twitter funktionieren soll. Dabei sollen die Nutzer eines oder mehrere Themengebiete wählen, die von Interesse sind, und bekommen dann 100 Zeichen lange Kurznachrichten zugeschickt. Klingt die Nachricht interessant, wirst Du mit einem Klick direkt zum vollen Artikel weitergeleitet.
Kleinere Aufräumaktionen
Über das Jahr hat Facebook jedoch auch das ein oder andere Feature entfernt. Zum Beispiel wurden die Likes für Seiten entfernt, wenn die Accounts der Nutzer deaktiviert wurden oder verstorben sind und in den Gedenkzustand versetzt wurden. Laut Facebook will man damit die Statistiken für Unternehmen aktualisieren, um ein besseres Feedback zu bieten. Außerdem wurde aus der Messenger-App die automatische Standortweitergabe für jede gesendete Nachricht deaktiviert. In Zukunft wird der Standort nur noch mitgeteilt, wenn Du das möchtest, ähnlich wie bei WhatsApp. Auf Druck von Aktivisten entfernte Facebook im März eine weitere Funktion: Beim Erstellen eines Status-Updates kannst Du verschiedene Gefühlslagen einstellen: betrunken, verliebt, ungeduldig und viele mehr. Der strittige Punkt war ein aufgedunsenes Smiley mit der Bezeichnung „Feeling Fat“. Eine Online-Petition mit 16.000 Unterschriften sorgte für Aufmerksamkeit und Facebook entfernte den entsprechenden Smiley. Damit bekräftigten sie, dass sie auch in Zukunft auf das Feedback der Community hören und man niemanden zu nahe treten wollte.
Wie man sieht, war Facebook bisher sehr umtriebig dieses Jahr. Wir dürfen gespannt sein, was noch auf uns zukommt.