Welche Frequenz eignet sich wofür
Eine Frau bereitet etwas in der Küche zu und hört einer Audiodeskription über ihr Alexa-Gerät zu.

Was genau kann welche Mobilfunk-Frequenz?

Ger­ade find­et die Ver­steigerung der neuen 5G-Fre­quen­zen statt. Doch was genau sind Fre­quen­zen über­haupt? Welche Fre­quen­zen eignen sich für den Aus­bau in der Fläche und welche, um Höch­st­geschwindigkeit­en in die Stadt zu brin­gen? Und vor allem: Welche Fre­quenz-Bere­iche wer­den in diesem Früh­jahr von der Bun­desnet­za­gen­tur eigentlich ver­steigert?

Mobil­funk braucht Fre­quen­zen, damit die Dat­en vom Mobil­funkmas­ten zu Deinem Smart­phone und zurück gelan­gen. Für die Datenüber­tra­gung wer­den ver­schiedene Fre­quenz-Bere­iche genutzt. Denn Mobil­funk teilt sich das elek­tro­mag­netis­che Spek­trum mit anderen Tech­nolo­gien. Beispiel­sweise nutzen auch Radio, Fernse­hen oder Polizei­funk bes­timmte Fre­quenz-Bere­iche für die Datenüber­tra­gung. Die Bere­iche, die von den Net­z­be­treibern genutzt wer­den kön­nen, sind also begren­zt. Zudem wer­den sie staatlich reg­uliert. Die Nutzung der lizen­zierten Fre­quen­zen ist immer auch an Aufla­gen gebun­den.

Welche Frequenzen werden für den 5G-Ausbau derzeit versteigert?

Alleine Voda­fone betreibt in Deutsch­land rund 25.000 Mobil­funkmas­ten für 2G, 3G und LTE. Einen neuen Mobil­funkmas­ten zu bauen, dauert in Deutsch­land etwa zwei Jahre – von der Anmel­dung, über die behördlichen Genehmi­gun­gen bis zum Bau­ver­fahren. Für das Mobil­funknetz wer­den in Deutsch­land aktuell beispiel­sweise Fre­quen­zen in den Bere­ichen 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz genutzt. Für den 5G-Aus­bau ver­steigert die Bun­desnet­za­gen­tur in diesem Jahr neue Fre­quen­zen in dem Bere­ich zwis­chen 3,4 und 3,7 GHz, sowie im 2 GHz-Bere­ich.

Unterschiede in Reichweite, Leistungsstärke und Durchdringung

Die Fre­quen­zen unter­schei­den sich in ihren physikalis­chen Eigen­schaften. Ein Haup­tun­ter­schei­dungsmerk­mal ist die Größe der Fläche, die ein Mobil­funkmast mit Netz ver­sorgt. Also die Reich­weite, auf der er funkt. Zusät­zlich unter­schei­den sich Mobil­funk-Fre­quen­zen in ihrer ‚Leis­tung‘. Unter­schiedliche Fre­quenz-Bere­iche stellen ver­schieden große Band­bre­it­en zur Ver­fü­gung. Sie unter­schei­den sich in der Stärke der Durch­dringung und in der Latenzzeit (Verzögerungszeit­en), die beim Date­naus­tausch anfällt. Wir unter­schei­den beispiel­haft in hohe, mit­tlere und niedrige Fre­quen­zen, um zu erk­lären, welche Fre­quen­zen sich für welche Nutzung gut oder weniger gut anbi­eten.

Hohe Frequenzen vernetzen viele Gegenstände auf kleiner Fläche (höher als 2,5 GHz)

Hohe Fre­quen­zen sind extrem leis­tungsstark – allerd­ings ver­sorgt ein Mobil­funkmast, der hohe Fre­quen­zen nutzt, nur eine rel­a­tiv kleine Fläche mit dem extrem schnellen Netz. Das hat physikalis­che Gründe: Je höher die Fre­quenz liegt, desto geringer ist die Reich­weite. Fre­quen­zen zwis­chen 3,4 und 3,7 GHz ver­fü­gen unter opti­malen Bedin­gun­gen groben Schätzun­gen zufolge über eine Reich­weite von etwas mehr als drei Kilo­me­tern. Die hohen Fre­quen­zen eige­nen sich dem­nach vor allem für die Ver­net­zung von zahlre­ichen Endgeräten auf kleinem Raum – beispiel­sweise in Großstädten oder Indus­triehallen.

Der Mobilfunk vernetzt Mensch und Maschinen über Frequenzen

So ver­net­zt Mobil­funk Men­schen und Maschi­nen und nutzt dafür schon heute unter­schiedliche Fre­quen­zen. © Voda­fone

Die hohen Fre­quen­zen ermöglichen hohe Band­bre­it­en und geringe Latenzzeit­en, was zum Beispiel wichtig ist, damit sich Autos und andere Verkehrsteil­nehmer in Echtzeit gegen­seit­ig vor Gefahren war­nen kön­nen. In der Indus­trie kön­nen so ganze Robot­er-Straßen opti­mal aufeinan­der abges­timmt arbeit­en. Weil die Reich­weite von hohen Fre­quen­zen eingeschränkt ist, eignen sie sich nicht für den Aus­bau in der Fläche. Um mit den Fre­quen­zen im Bere­ich zwis­chen 3,4 und 3,7 GHz in Deutsch­land ein nahezu flächen­deck­endes Mobil­funknetz zu bauen, bräuchte Deutsch­land deut­lich mehr Mobil­funkmas­ten als bis­lang.

Mittlere Frequenzen funken weiter und dennoch schnell (1 bis 2,5 GHz)

Ver­glichen mit den hohen Fre­quen­zen, ver­sor­gen mit­tlere Fre­quenz-Bere­iche größere Flächen mit schnellem Netz. Deshalb eignen sich mit­tlere Fre­quenz-Bere­iche, um schnelles Netz abseits der Großstädte auch in Vorstädte, Gemein­den und Indus­triege­bi­ete zu brin­gen.

GigaTV Film-Highlights zu Ostern

Niedrige Frequenzen bringen Mobilfunk in die Fläche (kleiner als 1 GHz)

Niedrige Fre­quen­zen eignen sich auf­grund ihrer physikalis­chen Eigen­schaften gut, um Mobil­funk in der Fläche ver­füg­bar zu machen. So kön­nen Fun­klöch­er auf dem Land effek­tiv geschlossen wer­den. Die Band­bre­it­en und Latenzzeit­en in diesen Fre­quenz-Bere­ichen erre­ichen nicht die Spitzen­werte wie mit hohen Fre­quen­zen. Wegen der hohen Durch­dringung kön­nen Gegen­stände auch tief unter der Erde oder hin­ter dick­en Beton­wän­den Dat­en aus­tauschen.

Der fließende Übergang von LTE zu 5G

Für den Aus­bau von 5G wer­den die Net­z­be­treiber zahlre­iche neue Mobil­funkmas­ten bauen. Eben­so wer­den bere­its beste­hende Mobil­funkmas­ten kün­ftig auch für die fün­fte Mobil­funkgen­er­a­tion genutzt. Die heutige LTE-Tech­nik wird im Laufe der Zeit naht­los in 5G aufge­hen. Das bedeutet, die aller­meis­ten heuti­gen LTE-Sta­tio­nen wer­den früher oder später auch 5G-fähig sein. Dafür muss direkt an den Mobil­funkan­ten­nen Soft­ware aus­ge­tauscht und für die höheren Fre­quen­zen passende Funk­tech­nik instal­liert wer­den.

 

Find­est Du unseren Artikel zu den ver­schiede­nen Fre­quen­zen infor­ma­tiv? Und freust Du Dich auch schon auf die fün­fte Mobil­funkgen­er­a­tion? Hin­ter­lasse uns Deinen Kom­men­tar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren