So klingt der Klimawandel: Studierende vertonen 1.200 Jahre Erdgeschichte

So klingt der Klimawandel: Eisberg der bricht.
The New Pope, Jude Law, John Malkovich, Sky

So klingt der Klimawandel: Studierende vertonen 1.200 Jahre Erdgeschichte

Der Kli­mawan­del hat viele Gesichter. Anhand von blanken Zahlen und Dia­gram­men ist es allerd­ings schwierig, die Brisanz der Prob­lematik wirk­lich zu begreifen. Drei Studierende aus Kali­fornien woll­ten den Wan­del unseres Plan­eten deshalb akustisch verdeut­lichen und haben Kli­ma­dat­en der let­zten 1.200 Jahre ver­tont.

Über die Ursachen und Fol­gen des Kli­mawan­dels wird viel disku­tiert. Fest ste­ht, dass es ihn gibt und sein Aus­maß nur schw­er zu erfassen ist. Um dieses kom­plexe The­ma greif­bar­er zu machen, haben drei Absol­ven­ten der Uni­ver­si­ty of Cal­i­for­nia (UC) in Berke­ley ein beson­deres Musikpro­jekt ges­tartet und mith­il­fe der soge­nan­nten Sonifika­tion (zu Deutsch „Verk­lan­glichung“) den Kli­mawan­del hör­bar gemacht.

So klingt der Klimawandel: 1.200 Jahre Erderwärmung in einem Musikstück

Sonifika­tion beschreibt die Darstel­lung von Dat­en in Klän­gen. Für die akustis­che Auf­bere­itung stell­ten die UC-Absol­ven­ten glob­ale Tem­per­atur- und Kohlen­diox­id-Dat­en der let­zten 1.200 Jahre zusam­men. Auf deren Grund­lage kom­ponierte der Sonifika­tion­skün­stler Chris Chafe, Leit­er des Zen­trums für Com­put­er­forschung in Musik und Akustik an der Stan­ford Uni­ver­si­ty, ein Musik­stück, das den Wan­del der glob­alen Durch­schnittstem­per­atur und atmo­sphärischen CO2-Konzen­tra­tion von 850 n. Chr. bis zum Jahr 2016 aufze­ich­net. Wie der Kli­mawan­del in den let­zten 400 Jahren klingt, hörst Du im Video. Das kom­plette Musik­stück hat der US-Radiosender KQED-FM online veröf­fentlicht.

Alarmierender Weckruf: Die Erderwärmung wird hörbar

Am Anfang der Kli­ma-Kom­po­si­tion passiert erst­mal lange Zeit nichts. Deshalb set­zt das Video auch erst im Mit­te­lal­ter ein. Begleit­et von einem kon­stan­ten Piepen, das die Tem­per­atur­mit­tel­w­erte darstellt, erklin­gen tiefe, tänzel­nde Töne, die den Kohlen­stoff­diox­id-Gehalt verdeut­lichen. Diese ruhige Klangkulisse beschreibt den Aus­gangszu­s­tand unseres Plan­eten. Mitte des 19. Jahrhun­derts verän­dert sich die Stim­mung der Kom­po­si­tion allmäh­lich und wird bis 1900 immer bedrohlich­er. Mit der indus­triellen Rev­o­lu­tion begin­nt die CO2-Konzen­tra­tion hör­bar zu steigen. Auch die Tem­per­atur-Töne wan­deln sich zunehmend in ein unan­genehmes, hochfre­quen­tiertes Piepen, das sich in den let­zten Sekun­den des Stücks zu ein­er Art Alarm zus­pitzt.

Datengrundlage für die Klima-Komposition

So hoch wie heute war die CO2-Konzen­tra­tion in der Atmo­sphäre zulet­zt vor drei Mil­lio­nen Jahren – also lange, bevor es Men­schen auf der Erde gab. Bedrohlich ist die aktuelle Sit­u­a­tion jedoch auf­grund der hohen Geschwindigkeit, mit der die Erder­wär­mung in den let­zten Jahren voran­schre­it­et. Die glob­alen Tem­per­atur­w­erte liegen derzeit rund 1,5 Grad über denen vor der indus­triellen Rev­o­lu­tion und sind gut ein Grad höher als in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun­derts. Diese Zahlen mögen ger­ingfügig erscheinen, zeigen aber, dass das Gle­ichgewicht der Erde gestört ist.

Inez Fung, Kli­maforscherin an der UC Berke­ley, ver­gle­icht es mit Fieber: Steigt die men­schliche Kör­pertem­per­atur auch nur um zwei Grad an, ist der Men­sch krank. Wenn die Erde Fieber hat, bee­in­flusst das nahezu alle Organ­is­men und Ökosys­teme. Bemerk­bar macht sich das zum Beispiel am Anstieg des Meer­esspiegels, an extremen Stür­men, anhal­tenden Dür­ren, Über­schwem­mungen und Wald­brän­den. Welche Aus­maße diese „Symp­tome“ annehmen wer­den, wenn wir nichts gegen diese ras­ante Entwick­lung unternehmen, ist kaum vorherse­hbar. Sich­er ist aber: Es wird unan­genehm.

Wir entscheiden, wie die Zukunft klingen wird

Das Ziel des Paris­er Kli­maabkom­mens, die men­schengemachte glob­ale Erwär­mung auf deut­lich unter zwei Grad Cel­sius zu begren­zen, würde die Risiken des Kli­mawan­dels erhe­blich reduzieren. Ob wir dieses Ziel erre­ichen, hängt jedoch von dem Mitwirken jedes Einzel­nen und der Welt­ge­mein­schaft ab. Voda­fone Deutsch­land hat deshalb die Mis­sion Green ges­tartet und set­zt sich mit einem umfassenden Maß­nah­men­pro­gramm für den Erhalt unseres Plan­eten ein.

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