Film-Review: Aufbruch zum Mond – Ein kleiner Schritt für Ryan Gosling, ein großer für Claire Foy

Film-Review: Aufbruch zum Mond – Ein kleiner Schritt für Ryan Gosling, ein großer für Claire Foy

Damien Chazelle inszeniert den wichtigsten Schritt der Raumfahrt als bildgewaltiges Drama mit Starbesetzung. Ryan Gosling glänzt als Raumfahrer Neil Armstrong. Warum sich ein Blick definitiv lohnt, erfährst Du in der featured-Filmkritik zu Aufbruch zum Mond.

Die Buchvorlage „First Man“ von James R. Hansen ist die einzig offizielle Biografie des Raumfahrtpioniers Neil Armstrong. Erst Jahre nach der Veröffentlichung angelten sich Universal und Dreamworks (Steven Spielberg) den „La La Land“-Regisseur Damien Chazelle, um eine Buchverfilmung gebührend zu inszenieren. Sicherlich die erste richtige Entscheidung. Die zweite war das Engagement von Claire Foy, als Neil Amstrongs Ehefrau Janet Shearon.

Aufbruch zum Mond: Traum und Trauma

Neil Armstrong ist intelligent, ruhig – und er hat gerade seine Tochter verloren. Seine Ehefrau Janet unterstützt ihn nach Leibeskräften, kann dem angehenden Astronauten allerdings weniger in den Kopf schauen, als sie es möchte. So versinkt Neil zusehends in seiner Arbeit am Gemini-Projekt. Und im Space Race, dem Wettlauf ins All, mit der Sowjetunion zählt jede Minute, wiegt jedes Opfer doppelt schwer, wirkt jede Entbehrung weniger entbehrlich.

Der Weg zum großen Schritt für die Menschheit ist steinig und bringt nicht nur Neil an seine Grenzen. Denn jeder Schritt näher zum Erdtrabanten scheint ein Schritt weg von seiner Familie zu sein.

Das Perfekte im Unperfekten

Der visuelle Reiz liegt bei Aufbruch zum Mond in den Kontrasten. Monumental orchestrierte Technik-Shots machen jedes Training, jede Testphase, jeden Unfall zu einem Spektakel. Einem Spektakel, das sich vom Einheitsbrei anderer aktueller Blockbuster, durch seine kompromisslose Inszenierung des Unperfekten unterscheidet. Wenn in der Eröffnungssequenz – wir wohnen einem Testflug bei – die Bolzen aus den verschrammten Stahlwänden bersten wollen, und es dabei bedrohlich aus den Boxen dröhnt, weiß der Zuschauer, dass es nicht um Historie im Kuschelmodus geht, sondern um die detailverliebte Rekonstruktion einer Reise, die mit der Apollo-11-Mission ihren Höhepunkt fand. Chapeau, Herr Chazelle.

Menschliche Dramen erleben wir dank der oft aus der Hand gefilmten Bilder von Linus Sandgren fast schon dokumentarisch. Scheinbar spontane Schwenks und Zooms, zusammen mit einer heftigen Bildkörnung imitieren Authentizität. Dazu zählen Bilder mit viel Aktion genauso wie Bilder in denen Claire Foy das Team der Mond-Mission mit einem Blick durchbohrt, der dem Zuschauer spontan die Tränen in die Augen treibt oder eine Gänsehaut verpasst – manchmal sogar gleichzeitig.

Ryan Gosling als Neil Armstrong in Aufbruch zum Mond

Eine Geschichte von Augen und Blicken

Neben der Bildgewalt dramatischer Katastrophenszenen, sind es die stillen Momente, in denen „Aufbruch zum Mond“ vollmondhell strahlt. Und obwohl Ryan Gosling sich erneut als sichere Bank für Charakterrollen beweist, ist es vor allem seine Spielpartnerin Claire Foy, als Ehefrau und Mutter Janet Armstrong, die es vermag, die Aufmerksamkeit sofort auf sich zu ziehen, unabhängig von Einstellungsgröße und musikalischer Untermalung. Während sich das Umfeld von Neil Armstrong als Astronauten beeindrucken lässt, muss Janet Armstrong ihren Ehemann als Vater Neil Armstrong vor dem emotionalen Breakdown bewahren und eine Familie zusammenhalten. Dank Claire Foy zweifeln wir in keiner Sekunde an der Größe dieser Herausforderung.

Auch die Nebencharaktere überzeugen. Hier versammelt sich das Who is Who bekannter Supports. Namen wie Kyle Chandler („The Wolf of Wall Street) oder Shea Whigham („Boardwalk Empire“) glänzen in zahlreichen Nebenrollen, obwohl sie zweifelsfrei auch Hauptrollen tragen könnten.

Ein Genuss für Aug und Ohr

„Aufbruch zum Mond“ zeichnet die Geschichte der Mond-Mission als historisches Drama nach. Und obwohl es mehr ruhige als laute Momente im Film gibt, ist nach knapp zweieinhalb Stunden Laufzeit höchstens das Sitzfleisch eingeschlafen. In den Ohren wird noch stundenlang die Musik von Komponist Justin Hurwitz dudeln. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit schaust Du den nächsten Vollmond, zumindest für einen Augenblick, mit anderen Augen an. Und das ist auch gut so.

„Aufbruch zum Mond“ – ein Filmtipp für Cineasten, Astronauten und Fans von guten Filmen.

Aufbruch zum Mond

OT: First Man

Genre:          Drama / Biopic / Historienfilm

Bundesstart: 08.11.2018

Laufzeit:       142 Minuten

FSK:             Ab 12 Jahren

Regie:          Damien Chazelle

Drehbuch:     Nicole Perlman, Josh Singer

Vodafone und die Mission to the Moon

Der Reiz für den Erdtrabanten reißt nicht ab. Dank Vodafone wirst Du in Zukunft die ersten hochauflösenden Bilder vom Mond bekommen. Das privat finanzierte Projekt Mission to the Moon soll neue Erkenntnisse über unseren Trabanten liefern. In Zusammenarbeit mit Nokia installiert Vodafone ein leistungsstarkes LTE-Netz auf dem Mond. Die High-Tech-Geräte der unbekannten Raumfahrt werden schlussendlich über das Mobilfunknetz gesteuert. Technische Pionierarbeit. Und ein großer Schritt…

 

Welcher historische Moment sollte mit einem eigenen Film verewigt werden? Wir freuen uns auf Deine Ideen in den Kommentaren.

Bilder: Universal Pictures

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren