F-LANE: Start-up Doctory revolutioniert Pakistans Gesundheitssystem

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F-LANE: Start-up Doctory revolutioniert Pakistans Gesundheitssystem

In Pak­istan ist es sehr schw­er, den passenden Doc für spezielle Beschw­er­den zu find­en. Es fehlt an Trans­parenz und aktuellen Infor­ma­tio­nen zu Fachärzten in der Nähe. Allein die Kon­tak­t­dat­en und Öff­nungszeit­en lassen sich nicht mal so eben im Inter­net recher­chieren. Das Start-up Doc­to­ry bere­inigt die Schieflage mit ein­er Such­mas­chine für die Gesund­heitsver­sorgung in Pak­istan.

Mit dem Vorhaben, das Gesund­heitssys­tem in Pak­istan über­schaubar­er zu gestal­ten, hat Doc­to­ry es unter die fünf Final­is­ten des Start-up-Accel­er­a­tors F-LANE, dem Förder­pro­gramm des Voda­fone Insti­tuts zur Stärkung von Frauen im Tech­nolo­giesek­tor, geschafft. Am 2. Mai find­et der finale Pitch auf der Repub­li­ca 2018 statt.

Informationslücke: Wenn die Arztsuche zur Schnitzeljagd wird

Ob Grippe, Hau­tauss­chlag oder Schmerzen im Knie: Im Nor­mal­fall führt deutsche Patien­ten der erste Weg immer zum Hausarzt, der dann zum Facharzt weit­er­ver­mit­telt.  In Pak­istan ste­hen Patien­ten vor der Wahl, an welchen Facharzt sie sich direkt wen­den. Denn All­ge­mein­medi­zin­er gibt es laut Doc­to­ry in Pak­istan nicht. Aber was, wenn man nicht weiß, wer der richtige Ansprech­part­ner ist und wo er zu find­en ist?
So erg­ing es auch der Mut­ter von Mal­i­ha Khalid. Als Jugendliche litt die junge Pak­istaner­in plöt­zlich an Ohn­macht­san­fällen und ihre Mut­ter stand vor der Frage: An welchen Arzt soll ich mich wen­den? Wer wird meine Tochter gut behan­deln und die Symp­tome ernst nehmen? Und wann hat eigentlich welch­er Facharzt geöffnet? Obwohl Mal­i­ha mit ihrer Fam­i­lie in der pak­istanis­chen Haupt­stadt lebte, war das medi­zinis­che Ver­sorgungsnetz uner­gründlich. Das war vor zehn Jahren. Heute möchte Mal­i­ha mit ihrem Doc­to­ry-Team gegen diesen Miss­stand ankämpfen.

Ziel: Nichts weniger als das Gesundheitssystem demokratisieren

Während ihrer Col­lege-Zeit arbeit­et Mal­i­ha in der Telekom­mu­nika­tion. Nach und nach hin­ter­fragt sie den Sinn hin­ter dieser Arbeit und entschei­det sich schließlich dazu, einen Beruf auszuüben, der Sinn stiftet und die Gesellschaft nach­haltig pos­i­tiv bee­in­flusst. Vor vier Jahren begann sie an dem Start-up Doc­to­ry mitzuar­beit­en, das ursprünglich von Ayyaz Kiani gegrün­det wurde. Mit­tler­weile ist Mal­i­ha das Gesicht des Start-ups und auch die Entschei­derin. Ihr Ziel ist es, mit Doc­to­ry ein Tool zu entwick­eln, das das pak­istanis­che Gesund­heitssys­tem demokratisiert und ins­beson­dere Frauen dabei unter­stützt, die passende medi­zinis­che Ver­sorgung für sich und die Fam­i­lie zu find­en. Denn die Frauen sind es, die in pak­istanis­chen Fam­i­lien die Entschei­dun­gen tre­f­fen.

Doctory: So funktioniert es

Das Start-up Doc­to­ry funk­tion­iert wie eine Such­mas­chine: Der Hil­fe­suchende kann über die Plat­tform Gesund­heitsin­for­ma­tio­nen und –dien­stleis­tun­gen recher­chieren, die ins­beson­dere in den zehn größten Städten Pak­istans, darunter Lahore, Karachi und Islam­abad, zu find­en sind. Da Frauen noch immer stark benachteiligt sind, bietet Doc­to­ry vor allem dieser Ziel­gruppe wichtige Infor­ma­tio­nen und Ser­vices. So find­en sich zu den Ein­rich­tun­gen auch Bilder, damit die Suchen­den einen schnellen Ein­blick in die Ein­rich­tun­gen haben. Außer­dem kann bei fehlen­der Mobil­ität eine Fahrt zum Arzt gebucht wer­den. Durch Machine Learn­ing und Feed­back-Mech­a­nis­men verbessert sich das Sys­tem kon­tinuier­lich.

Neuland für Pakistan: Plattform umfasst bereits 5.000 Einrichtungen

Es gibt noch viel zu tun, denn das Start-up ste­ht vor ganz unter­schiedlichen Her­aus­forderun­gen. Als Doc­to­ry sich grün­dete, war in Pak­istan die Idee, einen Arzt über eine Such­mas­chine zu suchen, noch gar nicht angekom­men. Ander­sherum dachte auch kein Medi­zin­er daran, dass es gut sein kön­nte, über Google und Co. gefun­den zu wer­den.  Vom Pak­istan Med­ical and Den­tal Coun­cil, der pak­istanis­chen Zulas­sungsstelle für Fachärzte, erhielt das Start-up ins­ge­samt 40.000 Daten­sätze mit Fachärzten und Zah­närzten in ganz Pak­istan. Doch die Dat­en waren ver­al­tet, einige Medi­zin­er sog­ar schon ver­stor­ben oder ver­zo­gen. Außer­dem gab es oft keine Email-Adressen oder Tele­fon­num­mern. Mit einem motivierten Team recher­chierte Doc­to­ry alle Dat­en für die Städte Lahore, Karachi und Islam­abad und pflegte zunächst 5.000 medi­zinis­che Ein­rich­tun­gen in die Plat­tform ein. Kaum online, gab es gle­ich Anfra­gen aus ganz Pak­istan und ein pos­i­tives Feed­back von Ärzten. Die bekom­men durch das Bew­er­tungssys­tem auch einen Anreiz, sich länger als die üblichen max­i­malen fünf Minuten um einen Patien­ten zu küm­mern. Die Idee funk­tion­iert.

F-LANE: Großes Finale auf der Republica 2018

Am 2. Mai pitcht Mal­i­ha für Doc­to­ry beim Final-Pitch, der im Rah­men der diesjähri­gen Repub­li­ca stat­tfind­et. Dann treten die fünf Final­is­ten des Start-up-Accel­er­a­tors F-LANE nach sechs Wochen Train­ing für eine abschließende Präsen­ta­tion vor ein Pub­likum aus Inve­storen und Medi­en­vertretern. Doc­to­ry hat sich schon jet­zt gegen mehr als 175 Star­tups aus 57 Län­dern durchge­set­zt.

Mit welchen dig­i­tal­en Gesund­heit­stools hast Du schon Erfahrun­gen gemacht? Erzäh­le uns in den Kom­mentaren davon!

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