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Alte Musikkassetten digitalisieren: So funktioniert es

Das waren noch Zeit­en, als es Musikkas­set­ten an jed­er Ecke zu kaufen gab und Mix­tapes auf dem Schul­hof die Runde macht­en. Vielle­icht hast Du auch noch den einen oder anderen akustis­chen Schatz auf Ton­band in Deinen Schubladen liegen. Warum diesen also nicht dig­i­tal­isieren und auf Smart­phone und Co. genießen?

Musikkas­set­ten waren anno dazu­mal über­all zu find­en. Aber auch Hör­spiele wur­den auf den für die dama­lige Zeit dur­chaus kleinen Ton­trägern her­aus­ge­bracht. Doch die Auf­nah­men lei­den unter dem Zahn der Zeit. Mit einem alten Kas­set­ten­spiel­er und einem nor­malen PC oder Mac sowie einem Verbindungsk­a­bel rettest Du alte Schätze ohne Qual­itätsver­luste hinüber in die Neuzeit.

Das brauchst Du, um Musikkassetten zu digitalisieren

Zunächst ein­mal brauchst Du natür­lich ein Abspiel­gerät. Das kann ein alter Walk­man sein, aber auch ein Einzel- oder Dop­pelka­s­set­ten­deck, wie sie früher in soge­nan­nten Bausteinan­la­gen ver­wen­det wur­den. Alter­na­tiv kannst Du auch eine soge­nan­nte Kom­pak­tan­lage bemühen, sofern diese einen Audioaus­gang besitzt. Dazu brauchst Du ein soge­nan­ntes Cinch-Kabel. Je nach­dem, welche Art von Aus­gang Dein Abspiel­gerät besitzt, ist es eine von diesen Vari­anten:

  • Cinch-auf-Klinke-Kabel: Dieses ver­fügt an einem Ende über einen roten und einen weißen oder schwarzen Steck­er. Am anderen Ende befind­et sich ein Steck­er mit 3,5 Mil­lime­ter Durchmess­er und dreifach­er Unterteilung vorn. Er sieht genau­so aus wie übliche Kopfhör­ersteck­er. Sofern Dein Abspiel­gerät einen solchen Aus­gang besitzt, empfehlen wir Dir grund­sät­zlich diese Vari­ante.
  • Klinke-auf-Klinke-Kabel: Dieses hat an bei­den Enden einen Kopfhör­ersteck­er.
  • DIN-auf-Klinke-Kabel: Ganz alte Anla­gen oder auch trag­bare „Kas­set­ten­reko­rder” besitzen häu­fig noch den alten DIN-Anschluss. Dieser ist wie ein Halb­mond geformt und hat 5 Pole. Am anderen Ende befind­et sich wiederum der Kopfhör­ersteck­er (eventuell musst Du weit­ere Adapter ver­wen­den).

Dazu brauchst Du nun noch einen sta­tionären PC oder Mac mit einge­bautem soge­nan­ntem „Line In”-Anschluss. Dieser ist beim PC nor­maler­weise durch eine hell­blaue Buchse gekennze­ich­net. Eventuell benötigst Du dazu noch einen Audio-Adapter von 3,5 Mil­lime­tern auf 6,3 Mil­lime­tern. Das ist dann der Fall, wenn Dein Abspiel­gerät lediglich über einen Anschluss für einen großen Kopfhör­ersteck­er, nicht aber über einen Cinch-Aus­gang ver­fügt.

Du kannst auch einen Lap­top oder ein Mac­Book für die Dig­i­tal­isierung ver­wen­den. Allerd­ings benötigst Du hier, sofern das Auss­teuern des Mikro­fonein­gangs nicht funk­tion­iert, einen speziellen Dig­i­tal­isierungsadapter für „Audio auf USB”, dessen Ein­rich­tung nicht immer ganz ein­fach ist.

Audiokas­set­ten dig­i­tal­isieren mit Audac­i­ty
Video: YouTube/MPProduktion1

So gehst Du beim Digitalisieren vor

Nach­dem Du alle benötigten Einzel­teile zusam­men hast, musst Du diese noch miteinan­der verbinden. Hierzu steckst Du den Kopfhör­ersteck­er Deines Verbindungsk­a­bels in die mit „Line In” oder einem hell­blauen Rand gekennze­ich­nete Buchse an Deinem PC. Das andere Ende verbind­est Du mit dem Aus­gang Deines Abspiel­geräts. Auf dem PC musst Du nun noch die Soft­ware „Audac­i­ty” (oder eine ver­gle­ich­bare Audio-Dig­i­tal­isierungssoft­ware) instal­lieren. Du find­est sie hier für den PC und hier für Mac zum Down­load. Auch eine Lin­ux-Ver­sion ist ver­füg­bar. Nach der Instal­la­tion startest Du das Pro­gramm und siehst eine Ober­fläche mit ver­schiede­nen Optio­nen. Das Mikro­fon­sym­bol ste­ht hier für das ver­wen­dete Auf­nah­megerät. Daneben find­est Du ein Auswahlmenü, in dem Du „Ein­gang” (eventuell mit zusät­zlich­er Beze­ich­nung) auswählst. Hin­weis: Wenn Du das Kabel nicht wie beschrieben hin­ten am Gerät an die hell­blaue Buchse angeschlossen hast, ist der „Ein­gang” oder „Line In” möglicher­weise in der Auswahlliste nicht ver­füg­bar. Dein PC oder Mac ist nun für die Auf­nahme vor­bere­it­et.

Nach­dem Du Deinen ersten Kas­set­ten-Schatz aus­gewählt hast, drehe ihn so, dass Seite „A” vorn ist. Lege die Kas­sette in das Abspiel­gerät (bei Dop­pelka­s­set­ten­decks: in das linke Fach) und schalte es ein. Nun drückst Du zunächst die Rück­spul­taste. Diese ist manch­mal auch ein­fach mit zwei Pfeilen nach links oder der Abkürzung „FR” für „Fast Reverse” gekennze­ich­net. Die Kas­sette wird auf ihren Anfang zurück­ge­spult, was mit eini­gen mech­a­nis­chen Geräuschen ver­bun­den ist. Am Ende hörst Du ein Klack­en und die Kas­sette ist ein­satzbere­it.

Drücke nun am Abspiel­gerät auf „Play” beziehungsweise die Taste mit dem einzel­nen Pfeil nach rechts. Du müsstest nun über Deine angeschlosse­nen Laut­sprech­er den Ton der Kas­sette hören (Hin­weis: Alle Kas­set­ten haben am Anfang und Ende jed­er Seite etwa 5 Sekun­den Leer­band, auf dem kein Ton zu hören ist). Wenn Du nun in Audac­i­ty auf den kleinen roten Kreis drückst, startet Deine (Probe-)Aufnahme.

Musikkas­sette statt Down­load: Come­back des Band­salats
Video: YouTube/spiegeltv

Das solltest Du beim Digitalisieren beachten

Der Ton auf Dein­er Kas­sette ist ana­log gespe­ichert. Das heißt, er beste­ht nicht aus Nullen und Ein­sen, son­dern einem Audiosig­nal mit sich­er verän­dern­der Stärke. Achte während der Dig­i­tal­isierung unbe­d­ingt darauf, dass die gezeigten Auss­teuerungs­balken inner­halb ihrer Begren­zung bleiben und nicht „über­s­teuern”. Soll­ten die Balken hinge­gen sehr flach sein, ist Dein Abspiel- oder Auf­nah­megerät zu leise eingestellt. Unter Win­dows kannst du mit einem Recht­sklick auf das Laut­sprech­er­sym­bol und dann über „Auf­nah­megeräte | Ein­gang | Eigen­schaften | Pegel” die Laut­stärke regeln. Diese sollte bei etwa 85 Prozent liegen. An Deinem Abspiel­gerät befind­et sich eventuell ein Laut­stärk­ere­gler. Stelle diesen auf Max­i­mum und achte darauf, dass nichts verz­er­rt oder über­s­teuert.

Sobald Du mit dem Pegel Dein­er Auf­nahme zufrieden bist, kannst Du die tat­säch­liche Auf­nahme starten. Du kannst diese natür­lich lieder­weise stop­pen oder ganze Kas­set­ten­seit­en am Stück dig­i­tal­isieren. Sofern Du nicht mit Audac­i­ty Kor­rek­turen an der Auf­nahme vornehmen willst, spe­ichere Dein Pro­jekt über „Datei | Audio exportieren¨ ab. In diesem Menü wählst Du unten am besten das kom­prim­ierte For­mat „MP3-Dateien”. Die Bitrate kannst Du ruhig auf „Extrem” stellen, um später eine zufrieden­stel­lende Wieder­gabequal­ität zu erre­ichen. Das gle­iche Vorge­hen wen­d­est Du auf jede Kas­set­ten­seite beziehungsweis­es jedes darauf enthal­tene Musik­stück an. Deine neue alte Musik­samm­lung kannst Du nun prob­lem­los auf Dein Smart­phone über­tra­gen und so unter­wegs echt­es Retro-Feel­ing genießen. Alter­na­tiv sind auch Geräte im Han­del, die die Dig­i­tal­isierung im Gerät selb­st vornehmen und Deine Auf­nah­men direkt via USB in den PC über­tra­gen.

Logilink USB-Kas­set­ten­spiel­er im Test
Video: YouTube/Steffen Horstmann

Zusammenfassung

  • Audiokas­set­ten lassen sich mit der richti­gen Hard­ware rel­a­tiv leicht dig­i­tal­isieren.
  • Du benötigst ein Abspiel­gerät, ein passendes Kabel und einen PC oder Mac mit Line-In-Ein­gang.
  • Die Dig­i­tal­isierung erfol­gt mit Audio­pro­gram­men wie beispiel­sweise Audac­i­ty.
  • Die Auf­nahme sollte nicht zu laut und nicht zu leise erfol­gen.
  • Die fer­ti­gen Auf­nah­men kön­nen als mp3 gespe­ichert und auf das Smart­phone über­tra­gen wer­den.

Hast Du noch alte Audiokas­set­ten, die Du gerne dig­i­tal­isieren würdest? Kommst Du mit unser­er Anleitung zurecht? Ver­rate es uns per Kom­men­tar.

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