Raumakustik verbessern: Top-Sound für jeden Raum per App

Screenshots der ClapIR- und Spectroid-app
junge Frau mit Kopfhörern lauscht Youtube Music
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Raumakustik verbessern: Top-Sound für jeden Raum per App

Aus dem Arbeit­sz­im­mer soll ein Ton­stu­dio wer­den und das Wohnz­im­mer wird zum Heimki­no: Gründe, die Rau­makustik zu verbessern, gibt es zur Genüge. Nicht immer musst Du einen Akustik­er beauf­tra­gen, um das Opti­mum aus den Gegeben­heit­en her­auszu­holen. In vie­len Fällen genügt eine passende App – und eventuell ein Mess­mikro­fon samt Vorstufe.

Im Bere­ich der Rau­makustik wird unter anderem zwis­chen Direk­tschall, erster Reflex­ion und Dif­fuss­chall unter­schieden. Klar ist, dass nicht nur Boden und Wände, son­dern auch sämtliche im Raum vorhan­de­nen Gegen­stände sowie das ver­wen­dete Mate­r­i­al die Akustik mehr oder weniger stark bee­in­flussen. Mit den richti­gen Apps min­imierst Du die Störe­in­flüsse und gelangst so zu beein­druck­enden Hör­erleb­nis­sen.

Der akustisch optimale Raum

In einem akustisch opti­mal isolierten Raum ist ide­al­er­weise nur der Direk­tschall zu hören. Jegliche Reflex­ion wird mehr oder weniger kom­plett ver­schluckt und durch fehlende glat­te Ober­flächen und Gegen­stände im Raum gibt es auch keinen Dif­fuss­chall. Wenn Du Dich schon mal in ein­er Schal­lk­a­bine (beispiel­sweise beim Hörtest) aufge­hal­ten hast, kon­ntest Du sich­er fest­stellen, dass Dein gesproch­enes Wort so gut wie gar kein Echo erzeugt – während dies in nor­malen geschlosse­nen Räu­men eher nor­mal als ungewöhn­lich ist.

Für den Heim­bere­ich ist ein solch­er Raum natür­lich kaum zu real­isieren und klingt unnatür­lich. Den­noch soll­ten Raum­re­flex­io­nen eher kon­trol­liert als unkon­trol­liert und in einem möglichst bre­it­en Spek­trum erfol­gen, was entsprechen­des, schallschluck­endes Mate­r­i­al an Wän­den, Boden und Decke und möglichst wenige Gegen­stände im Raum erfordert. Ins­beson­dere Mehrfachre­flex­io­nen (ver­ant­wortlich für den Dif­fuss­chall) durch einan­der gegenüber­liegende, glat­te Ober­flächen gilt es zu ver­mei­den.

So beeinflusst der Nachhall Deine Raumakustik

Die wichtig­ste Infor­ma­tion für den Klang in Deinem Raum ist der soge­nan­nte Nach­hall. Er gibt an, wie lange ein Ton in Deinem Raum benötigt, um „abzuk­lin­gen”. Je länger also die Nach­hal­lzeit aus­fällt, umso mehr Reflex­io­nen erfährt der Schall in Deinem Raum. Hier­bei gibt es echte „Schallschluck­er” wie Akustik­mat­ten, Tep­pich­flächen und Sofas, aber auch soge­nan­nte Reflek­toren wie PVC-Böden, glat­te Deck­en oder Fliesen an der Wand. Natür­lich tra­gen auch im Raum vorhan­dene Gegen­stände dazu bei, den Schall zu reflek­tieren, was wiederum für mehr Dif­fuss­chall sorgt.

Rau­makustik verbessern
Video: YouTube/delamartv

Die Frequenzanalyse liefert weitere wertvolle Informationen

Bei der soge­nan­nten Fre­quen­z­analyse wird Dein Raum über einen bre­it­bandig aus­gelegten Echtzeit-Pegelmess­er analysiert. Er unter­sucht, wie laut ein bes­timmter Fre­quenzbere­ich an Deinem Mess­gerät ankommt. So erhältst Du wertvolle Hin­weise darauf, ob es im Raum beispiel­sweise Res­o­nanzen oder Fre­quen­zen gibt, die durch Mobil­iar oder das ver­wen­dete Mate­r­i­al (zu) stark abgedämpft oder ver­stärkt wer­den.

Zur Mes­sung der­ar­tiger Ein­flüsse wer­den Testsig­nale in Form von soge­nan­ntem rosa oder weißem Rauschen einge­set­zt, die dann entsprechend analysiert wer­den. Eine Kor­rek­tur solch­er Schwierigkeit­en lässt sich neben der Ver­wen­dung ander­er Mate­ri­alien und dem Umstellen von Mobil­iar auch durch Ein­satz eines soge­nan­nten Equal­iz­ers bew­erk­stel­li­gen. Dieser ist in der Lage, bes­timmte Fre­quenzbere­iche in gewis­sem Umfang zu ver­stärken oder abzusenken.

So misst Du die Raumakustik kostenlos via Smartphone und App

Um Deine Rau­makustik zumin­d­est ein­schätzen zu kön­nen, brauchst Du kein teures Equip­ment. Mit der kosten­losen ClapIR-App bekommst Du bere­its einen ersten Ein­druck. Nimm Dein Smart­phone mit instal­liert­er App zunächst in einen Raum mit, dessen Akustik als opti­mal eingestuft wer­den kann (beispiel­sweise das Heimki­no eines Fre­un­des). Dort führst Du den in der App beschriebe­nen Klatscht­est durch, indem Du ein­mal oder mehrmals nach Auf­forderung in die Hände klatscht. Du erhältst eine detail­lierte Analyse über Fak­toren wie Hin­ter­grundgeräusche, Nach­hal­lzeit, Abklingver­hal­ten und Geräuschspek­trum. Je näher nun Dein zu opti­mieren­der Raum dem Ref­eren­z­ergeb­nis kommt, umso näher bist Du an Deinem Ziel.

Testsig­nale in Form des genan­nten rosa oder weißen Rauschens kannst Du Dir über YouTube oder über bes­timmte Musik­di­en­ste besor­gen. Diese spielst Du dann via Smart­phone, mp3- oder CD-Play­er ab und instal­lierst Dir die passende Mess-App auf Deinem Smart­phone. Es gibt sog­ar Apps wie Spec­troid für Android, die das entsprechende Geräusch gle­ich mit erzeu­gen kön­nen. Lade Dir die ClapIR-App kosten­los für Android oder für iOS herunter. Die Spec­troid-App erhältst Du hier gratis für Android-Smart­phones.

Rau­makustik verbessern
Video: YouTube/MONSTERTECH

Die Vorteile von kostenpflichtigen Apps und Messmikrofonen

Das in Deinem Smart­phone einge­baute Mikro­fon liefert bere­its aus­sagekräftige Anhalt­spunk­te für Deine Rau­makustik. Noch zuver­läs­siger funk­tion­iert das Ein­messen natür­lich mit ein­er umfan­gre­ichen Fre­quen­z­analyse und einem soge­nan­nten Mess­mikro­fon mit Vorstufe. Viele dieser Mikro­fone sind in der Lage, ein viel bre­it­eres Fre­quen­zspek­trum zu erfassen und auch fein­ste Laut­stärke­un­ter­schiede zu erken­nen. Außer­dem bieten kostenpflichtige Apps wie AudioTool für Android oder iAu­dioTool die Möglichkeit, nicht nur das Mikro­fon umfan­gre­ich zu kalib­ri­eren, son­dern auch das oben erwäh­nte rosa und weiße Rauschen abzus­pie­len. Die Analy­semöglichkeit­en gehen eben­falls weit über den Funk­tion­sum­fang der meis­ten kosten­losen Apps hin­aus. Lade Dir AudioTool für Android oder iAu­dioTool für iOS kostenpflichtig herunter.

Zusammenfassung

  • Für Ton­stu­dios und pro­fes­sionelle Heimki­nos ist eine opti­male Rau­makustik von beson­der­er Bedeu­tung.
  • Der Klang eines Raumes wird unter anderem in Fak­toren wie Direk­tschall, erste Reflex­ion und Dif­fuss­chall gemessen.
  • Für eine erste Ein­schätzung Dein­er Rau­makustik gibt es kosten­lose Apps, die das einge­baute Mikro­fon Deines Smart­phones ver­wen­den.
  • Einige dieser Apps sind auch in der Lage, Mess­geräusche zu erzeu­gen.
  • Mit teils kostenpflichti­gen Apps und einem Mess­mikro­fon kannst Du Deinen Raum unter fast schon pro­fes­sionellen Bedin­gun­gen opti­mieren.

In welchen Sit­u­a­tio­nen ist Dir eine beson­ders gute Rau­makustik wichtig? Was hast Du getan, um Reflex­io­nen und Störe­in­flüsse zu min­imieren? Wir freuen uns auf Deinen Kom­men­tar.

Titelbild: Eigenkreation: seeth / Carl Reinke / Samsung / Pixabay

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