Andra Day spielt die legendäre Jazzsängerin Billie Holiday
© Takashi Seida © 2020 Paramount Pictures Corporation. All rights reserved.
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

The United States vs. Billie Holiday in der featured-Filmkritik: Mehr als nur eine Stimme

Die Jaz­zle­gende Bil­lie Hol­i­day hat­te ein aufre­gen­des, aber kein ein­fach­es Leben. Das Biopic „The Unit­ed States vs. Bil­lie Hol­i­day“ zeigt das auf ein­drucksvolle Weise. Wir ver­rat­en Dir, warum Du Dir den oscarno­minierten Film nicht ent­ge­hen lassen solltest.

Bil­lie Hol­i­day war eine der leg­endärsten Sän­gerin­nen der Jaz­zgeschichte. Sie teilte die Bühne mit bekan­nten Musiker:innen wie Louis Arm­strong oder Lester Young. Doch ver­lief ihr Leben, das in ärm­lichen Ver­hält­nis­sen begann, nicht in geord­neten Bah­nen. Regis­seur Lee Daniels beleuchtet diese schwere Phase ihres Lebens in dem Biopic The Unit­ed States vs. Bil­lie Hol­i­day. Ob sich der zweistündi­ge Film lohnt, liest Du in der featured-Filmkritik.

Bitte akzeptieren Sie die Nutzung von Drittanbieter-Einbindungen mit einem Klick auf den folgenden Button:

The United States vs. Billie Holiday: Vom Aufstieg und Fall einer schwarzen Jazzsängerin

Bil­lie Hol­i­days (Andra Day) Stimme ist rau, ihre Erschei­n­ung beein­druck­end. Doch die schwarze Jaz­zsän­gerin ist viel mehr als nur eine gute Stimme. Sie lässt sich nichts sagen und schon gar nicht den Mund ver­bi­eten. Mit ihrem Song „Strange Fruit“, der von einem Lynch­mord erzählt und so zur Hymne der immer stärk­er wer­den­den Bürg­er­rechts­be­we­gung wird, ruft sie das Fed­er­al Depart­ment of Nar­cotics (FDN) auf den Plan. Dessen Leit­er Har­ry Anslinger (Gar­rett Hed­lund) will Bil­lie um jeden Preis mund­tot machen. Er set­zt den schwarzen Bun­de­sagen­ten Jim­my Fletch­er (Tre­vante Rhodes) auf sie an, der sie wegen Dro­genbe­sitzes drankriegen soll. Doch trotz Gefäng­nisaufen­thalt und großen Sucht­prob­le­men lässt sich die Jaz­zsän­gerin nicht unterkriegen und hält an ihren Prinzip­i­en fest.

Billie Holiday (Andra Day) wird wegen des Besitzes von Drogen zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt.

Bil­lie Hol­i­day (Andra Day) wird wegen des Besitzes von Dro­gen zu ein­er ein­jähri­gen Haft­strafe verurteilt. — Bild: Takashi Sei­da © 2020 Para­mount Pic­tures Cor­po­ra­tion. All rights reserved. 

Die Frau hinter der Stimme

Was sich liest wie der Plot eines Romans, beschreibt nur einige Facetten von Bil­lie Hol­i­days Leben. Angelehnt an das Buch „Chas­ing the Scream: The First and Last Days of the War on Drugs“, erzählt Regis­seur Lee Daniels vor allem eine Schlüs­selgeschichte aus Bil­lies Leben, an der sich der ganze Film ori­en­tiert: Der Song Strange Fruit. Er wird zum zen­tralen Dreh- und Angelpunkt. Mit ihm wer­den beispiel­haft Ras­sis­mus genau­so ange­gan­gen wie Bil­lies Dro­gen­prob­lem. Das wird vor allem deut­lich, wenn man erken­nt, dass FDN-Leit­er Anslinger den Dro­gen­miss­brauch als Vor­wand nutzt, um gegen das Lied vorzuge­hen. Denn der Text des Liedes hat aus Sicht der FDN ein aufrührerisches Potential.

Andra Day spielt die legendäre Jazzsängerin Billie Holiday

Andra Day spielt die leg­endäre Jaz­zsän­gerin Bil­lie Hol­i­day. — Bild: Takashi Sei­da © 2020 Para­mount Pic­tures Cor­po­ra­tion. All rights reserved. 

Ein wenig zu detailverliebt

Im Laufe des mehr als zweistündi­gen Films erfährst Du immer mehr Details zu Bil­lie, ihren ver­schiede­nen Beziehun­gen zu Mitmusiker:innen und Partner:innen sowie ihrer Ver­gan­gen­heit. Dabei ver­liert sich der Film lei­der an eini­gen Stellen zu sehr in Details und möchte ein­fach zu viel erzählen. Während es in ein­er Szene noch um die Gründe für Bil­lies Dro­genkon­sum geht, springt der Film schon in der näch­sten wieder zu dem eigentlichen Kern­the­ma, dem kon­tro­ver­sen Song Strange Fruit, der Bil­lies Leben nicht zulet­zt zu sehr ins Wanken bringt. Dabei ver­suchen die einzel­nen Erzählstränge zwar immer einen gewis­sen Tief­gang zu bieten, über­fordern aber an vie­len Stellen durch die zahlre­ichen Aspek­te der aufre­gen­den Lebens­geschichte der Jazzmusikerin.

Andra Days grandiose Leistung

Während es in zahlre­ichen Biopics vor allem darum geht, dass Schauspieler:innen mit ihrer Per­for­mance möglichst nah an der Vor­lage sein sollen, geht die Haupt­darstel­lerin Andra Day einen anderen Weg. Die US-Amerikaner­in, die selb­st Sän­gerin ist, haucht ihrem Charak­ter eine ganz eigene Seele ein. Dabei hat sie nicht nur die szenis­che Darstel­lung über­nom­men, son­dern singt auch die Songs der Jaz­zsän­gerin selb­st, ohne Bil­lie Hol­i­day dabei ein­fach nur zu kopieren. Ger­ade in den Gesangsszenen wirkt Andra Days Leis­tung authen­tisch und sog­ar bisweilen impro­visiert. Ganz so, wie es auch dem Charak­ter der Jaz­zle­gende Bil­lie Hol­i­day entsprochen hat.

Aber nicht nur Andra Day macht mit ihrer schaus­pielerischen Leis­tung einen grandiosen und sprich­wörtlich aus­geze­ich­neten Job – schließlich hat sie für diese Rolle unter anderem den Gold­en Globe und eine Oscarno­minierung abgeräumt. Auch der restliche Cast, seien es Tre­vante Rhodes als Bun­de­sagent Jim­my Fletch­er, Gar­rett Hed­lund als FBI-Agent Har­ry J. Anslinger oder Da’Vine Joy Ran­dolph als Bil­lies beste Fre­undin Rosyln, ist mehr als überzeu­gend und trägt diesen Film.

Unser Fazit zu The United States vs. Billie Holiday

Auch wenn sich The Unit­ed States vs. Bil­lie Hol­i­day ab und an in Details ver­liert, glänzt der Film vor allem durch die grandiose Schaus­pielleis­tung von Andra Day und dem restlichen Cast. Allein dafür lohnt sich der Streifen. Allerd­ings soll­test Du diesen Film nicht nur neben­her schauen, denn durch die vie­len Aspek­te ihres Lebens wird Deine ganze Konzen­tra­tion gefordert. Ver­schnauf­pausen gibt es nur, wenn Andra Day singt und selb­st hier kommst Du auf­grund der inten­siv­en Stimme nicht zum Luftholen.

The Unit­ed States vs. Bil­lie Holiday
Genre: Biopic, Dra­ma
Bun­desstart: Ab 23. April dig­i­tal zum Kauf, ab 30. April dig­i­tal zum Lei­hen, ab 14. Mai auf Blu-ray/D­VD
Laufzeit: 130 Minuten
FSK: ab 16 Jahren freigegeben
Regie: Lee Daniels
Drehbuch: Suzan-Lori Parks, Johann Hari

Du schaust Dir gern Biopics an? Erzäh­le uns in den Kom­mentaren, welchen Film aus diesem Genre Du Dir immer wieder anguck­en kannst!

Das könnte Dich auch interessieren