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Auf dem Bild in dem Artikel zu den Reality-Shows 2026 ist eine Hand mit einer Fernbedienung im Vordergrund zu sehen, die auf einen großen, leicht verschwommenen Fernseher gerichtet ist. Auf dem Bildschirm erscheinen zahlreiche bunte Vorschaubilder.
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders

The King’s Man: The Beginning in der featured-Filmkritik: Steifer als ein Anzug

Vier Jahre nach dem let­zten „Kingsman“-Film erzählt Regis­seur und Drehbuchau­tor Matthew Vaughn mit dem Pre­quel „The King’s Man: The Begin­ning“ von den Anfän­gen der Geheimor­gan­i­sa­tion. Ob es ihm dabei wieder gelingt, Charme, Witz und Action zu vereinen?

Großbri­tan­nien zu Beginn des 20. Jahrhun­derts: Con­rad (Har­ris Dick­in­son) wird schon früh mit den Gefahren, die in der Welt lauern, kon­fron­tiert. Seine Mut­ter Emi­ly (Alexan­dra Maria Lara) wird bei einem human­itären Ein­satz in Afri­ka vor seinen und den Augen seines Vaters Her­zog Orlan­do Oxford (Ralph Fiennes) getötet. Nach diesem Schick­salss­chlag hat es sich der  Her­zog zur Auf­gabe gemacht, seinen Sohn von allem Bösen fernzuhal­ten. Als ein mys­ter­iös­er Bösewicht mith­il­fe von fiesen Gehilf:innen, wie Rasputin (Rhys Ifans) und Mata Hari (Valerie Pach­n­er), die Welt in einen Krieg stürzen will, plant der junge Con­rad zur Armee zu gehen. Durch die Sorge um seinen Sohn wird der Her­zog kreativ und der Grund­stein der Organ­i­sa­tion Kings­man gelegt.

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Vater-Sohn-Konflikt, Weltkriegs-Drama, Spionageabenteuer oder doch ein Kingsman-Film?

Der neue Kings­man-Film steigt bei der Hin­ter­grundgeschichte von Her­zog Orlan­do ein, der her­rlich knor­rig von Ralph Fiennes verkör­pert wird. Du lernst ihn als für­sor­glichen Vater ken­nen, der vor allem durch seine Ern­sthaftigkeit den Ton angibt. Nur sehr langsam ent­fal­tet sich das volle Aus­maß der Geschichte, die doch sehr volu­minös daherkommt. Ein­er­seits erzählt Matthew Vaughn, der bere­its bei den bei­den anderen Kings­man-Fil­men für Regie und Drehbuch ver­ant­wortlich war, eine Vater-Sohn-Geschichte, ander­er­seits ver­sucht er aber auch, die äußeren Umstände, näm­lich den ersten Weltkrieg, zu erfassen. Als ob das nicht schon genug wäre, set­zt Vaughn dann auch noch auf eine Spi­onage-Sto­ry und verzettelt sich komplett.

Harris Dickinson als Conrad und Ralph Fiennes als Herzog Oxford.

Der Anfang der Kings­man: Har­ris Dick­in­son als Con­rad und Ralph Fiennes als Her­zog Oxford. — Bild: © 2020 Twen­ti­eth Cen­tu­ry Fox Film Cor­po­ra­tion. All Rights Reserved.

The King’s Man: The Beginning: Echtes Kingsman-Feeling kommt nur selten auf

Die bei­den Vorgänger „Kings­man: The Secret Ser­vice“ und „Kings­man: The Gold­en Cir­cle“ sind durch­zo­gen mit grandios­er Action und trock­en­em Humor. Im Ver­gle­ich dazu kön­ntest Du ent­täuscht wer­den, wenn Du erwartet hast, dass auch das Pre­quel daraufsetzt.

Du wirst in The King’s Man: The Begin­ning wed­er grandiose Action noch trock­e­nen Humor antr­e­f­fen. Genau­so wenig wie erzäh­lerische Span­nung. Einzig die Szene, in der Orlan­do und Con­rad gegen Rasputin antreten müssen, um einen fiesen Plan zu vere­it­eln, ist wirk­lich gut insze­niert. Nur sie reicht – mit viel gutem Willen – an die wohl bekan­nteste Szene aus dem ersten Film her­an, in der Geheim­a­gent Gala­had (Col­in Firth) in ein­er Kirche durch­dreht und alles nie­der­met­zelt, was ihm in die Quere kommt. Vaugh­ns Fähigkeit, Action­szenen wirk­lich ein­drucksvoll zu insze­nieren, blitzt im Pre­quel nur kurz auf, aber dafür umso imposan­ter: Rhys Ifans als Rasputin vol­lzieht minuten­lang einen chore­ografierten Kampf, bei dem sog­ar Bal­lett­tänz­erin­nen des Bolschoi-The­aters blass ausse­hen würden.

Rasputin (Rhys Ifans) steht in einem festlich geschmückten Saal.

Rhys Ifans spielt den Bösewicht Rasputin. — Bild: © 2020 Twen­ti­eth Cen­tu­ry Fox Film Cor­po­ra­tion. All Rights Reserved.

Wenige Highlights in einem ansonsten eher ermüdenden Prequel

Diese Szene hil­ft zwar dabei, die darauf­fol­gende halbe Stunde zu über­ste­hen, je weit­er die Geschichte allerd­ings voran­schre­it­et, desto lang­weiliger wird sie. Oft­mals wirkt der Streifen mehr wie ein Erster-Weltkriegs-Dra­ma und weniger wie ein action­ge­laden­er Spi­onage­film. Zen­traler Aspekt wird mehr und mehr der Kon­flikt zwis­chen Vater und Sohn, den sie auf­grund ihrer ver­schiede­nen Sichtweisen auf den Krieg haben. Die deut­lich span­nen­dere Geschichte, rund um den mys­ter­iösen Bösewicht und seine Scher­gen, gerät zunehmend in den Hin­ter­grund. Da hil­ft es auch nicht, wenn diese Sto­ry noch schnell im let­zten Drit­tel des Films in den Vorder­grund gerückt wird. Dafür ist es deut­lich zu spät, denn der Frust darüber, dass The King’s Man: The Begin­ning sich viel zu ernst nimmt und dabei oft­mals verzettelt, hat sich schon eingestellt.

Unser Fazit zu The King’s Man: The Beginning

Als Kings­man-Fans haben wir uns auf das Pre­quel gefreut, um mehr über die Grün­dung der britis­chen Geheimor­gan­i­sa­tion zu erfahren. Die freudi­ge Erwartung auf gewohnt über­bor­dende Action, bis­si­gen Humor und britis­chen Charme, wurde aber let­z­tendlich ent­täuscht. Matthew Vaughn hat sich zu viel vorgenom­men und dabei die Kernkom­pe­ten­zen der Film­rei­he aus den Augen ver­loren. Wir hof­fen sehr, dass es beim näch­sten Teil wieder bess­er wird und schauen bis dahin lieber noch ein­mal die ersten bei­den Kingsman-Filme.

The King’s Man: The Beginning

Genre: Action, Spi­onage
Bun­desstart: 6. Jan­u­ar 2022
Laufzeit: 131 Minuten
FSK: ab 16 Jahren freigegeben
Regie: Matthew Vaughn
Drehbuch: Matthew Vaughn, Karl Gajdusek

Du bist ein echter Kings­man-Fan? Ver­rate uns in den Kom­mentaren, welch­er Kings­man Dein Favorit ist

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