„Shaft“ in der featured-Filmkritik: vom coolen Privatdetektiv zur Witzfigur

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„Shaft“ in der featured-Filmkritik: vom coolen Privatdetektiv zur Witzfigur

48 Jahre nach dem Orig­i­nal „Shaft“-Film und 19 Jahre nach „Shaft – Noch Fra­gen“ hält nun eine weit­ere Neuau­flage Einzug auf Net­flix. Unsere Autorin hat sich den Streifen angeguckt und wun­dert sich in unser­er „Shaft“-Filmkritik darüber, wie sich aus einem Kult­film eine Lach­num­mer entwick­eln kon­nte.

„Shaft“ aus dem Jahr 1971 ist nicht beson­ders gut gemacht, die Sto­ry lahmt ein wenig und über­haupt gab es in den 70ern deut­lich bessere Action­filme. Aber er ist den­noch Kult. Ein­fach schon aus dem Grund, weil er eine Geschichte erzählt, die jed­er, egal mit welch­er Haut­farbe, nachvol­lziehen und für sich vere­in­nah­men kann: Den Kampf gegen Ungerechtigkeit. Ger­ade im New York­er Stadt­teil Harlem, in dem ger­ade zu dieser Zeit das Gefälle zwis­chen den Schicht­en immens ist. In diesem Mikrokos­mos set­zt „Shafts“ Geschichte an. Der Pri­vat­de­tek­tiv mit der lock­eren Zunge und den noch lock­er­eren Kon­ven­tio­nen macht sich auf die Jagd nach Ver­brech­ern, ohne dabei selb­st eine reine Weste zu haben.

Gentrifizierung macht auch vor „Shaft“ nicht Halt

Soweit das Prinzip, das sich nicht nur der Film mit Richard Roundtree in der Haup­trol­le, zunutze machte, son­dern auch sein Nach­fol­ger „Shaft – Noch Fra­gen“ aus dem Jahr 2000 mit Samuel L. Jack­son als Pri­vat­de­tek­tiv. Nun ist Shafts Sohn JJ (Jessie Ush­er) an der Rei­he und ver­sucht sein Glück im neuen Net­flix-Film, den Du Dir natür­lich auch über GigaTV anschauen kannst. Allerd­ings ist er kein cool­er Pri­vat­de­tek­tiv in Harlem, son­dern ein Date­n­an­a­lyst beim FBI mit Wohn­sitz in ein­er Hip­ster-Gegend von New York City: Soho. Und damit ist eigentlich alles gesagt. Während Shaft sich bis­lang immer mit den Prob­le­men im Prob­lemvier­tel beschäftigt hat, ste­ht JJ nun den klas­sis­chen Mil­lenial-Unglück­en gegenüber: Keine Akzep­tanz des eige­nen Chefs, Her­ab­würdi­gung sein­er Fähigkeit­en und das Gefühl, niemals richtig ernst genom­men zu wer­den. Kurzum: Shaft Junior hat ganz andere Prob­leme als sein Vater (auch hier wieder Samuel L. Jack­son) oder sein Groß­vater (Richard Roundtree). Der Plot ist nicht beson­ders ein­fall­sre­ich: Ein Fre­und des FBI-Agen­ten stirbt an ein­er Dro­genüber­do­sis, doch dahin­ter steckt natür­lich viel mehr, als zu Anfang gedacht. Gemein­sam mit sein­er Hof­fentlich-bald-Fre­undin und seinem Vater macht er sich auf die Suche nach den Hin­ter­män­nern und deckt eine Geschichte auf, die viel weitre­ichen­der ist als es zunächst scheint.

„Shaft“ Filmkritik: Neu ist nicht immer besser

So lang­weilig und vorherse­hbar die Geschichte ist, so sehr lei­den darunter auch die Hauptcharak­tere. Zu oft ist JJ ein­fach zu geschniegelt, zu brav und mit zu viel Fremd­scham-Momenten aus­ges­tat­tet wor­den. Da hil­ft auch kein selb­stiro­nis­ch­er Samuel L. Jack­son als Shaft Senior mehr, der durch seinen Anachro­nis­mus mit allem was dazuge­hört, inklu­sive frauen­ver­ach­t­en­der Sprüche, auf eine echt selt­same Art und Weise für viel Zus­pruch sorgt. Gelun­gen ist immer­hin sein Humor. Der kommt beson­ders zur Gel­tung, wenn Shaft mal wieder einen völ­lig fehl am Platz wirk­enden Machos­pruch raushaut, so funk­tion­iert eben der  Shaft-Charme. Doch das sind lei­der nur kurze Momente, die dann wieder von plumpen Szenen über­lagert wer­den.

Legenden sterben nie, oder?

Auch wenn der Film mit aller­hand Klis­chees spielt, so richtig warm kann man mit dem Streifen nicht wer­den. Zu oft fühlt man sich wie inmit­ten ein­er Sit­com und wartet nur auf das Klatschen vom Band. Zu wenig lässt man Samuel L. Jack­son von der Leine. Ger­ade er, auch im Zusam­men­spiel mit Richard Roundtree, hätte „Shaft“ erfol­gre­ich ins Jahr 2019 brin­gen kön­nen, aber die Copro­duk­tion von Warn­er und Net­flix set­zt mehr darauf, ein junges Pub­likum vor den Bild­schirm zu ziehen. Dabei ver­passen sie die Chance, den Charme des der alten Filme ins Hier und Jet­zt umzuset­zen. Da helfen auch keine völ­lig aus der Zeit gefal­l­enen Sprüche oder der wieder­belebte und leg­endäre Sound­track mehr.

Unsere Autorin spricht keine Filmempfehlung für „Shaft“ aus. Aber natür­lich musst Du selb­st entschei­den, ob Du ihre Mei­n­ung teilst. Auf GigaTV gibt es übri­gens unzäh­lige andere coole und sehenswerte Filme.

Du lieb­st die bei­den „Shaft“-Filme von 1971 und 2000? Schreib uns in den Kom­mentaren ob und warum Du Dich auf den neuen Film freust!

Titel­bild: Kyle Kaplan/ Net­flix

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